Unterhalt/Betreuungsunterhalt Trennung

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von mariella-1977 01.12.09 - 12:24 Uhr

Guten morgen,

ich habe die schlimmsten zwei Wochen meines Lebens hinter mir. Mein Partner, der Vater unserer kleinen Tochter hat uns Knall auf Fall verlassen...die Hochzeit abgesagt und macht jetzt Psychoterror mit mir #schmoll

Ich habe mir lange, viel zu lange sehr viel bieten und gefallen lassen müssen...damit ist jetzt schluss.

Wir waren noch nicht verheiratet und haben drei Jahre zusammen gelebt.

Meine Fragen:

Ab wann muss er Unterhalt für die Kleine zahlen? Er ist vor zwei Wochen ins Hotel gezogen und hat ab dem 30 Dezember eine eigene Wohnung. Bei mir ist er jedenfalls nicht mehr.

Betreuungsunterhalt steht mir ja seid 2008 auch Du. Darüber habe ich mich schon so gut wie möglich informiert. Ich bin direkt nach dem Mutterschutz wieder angefangen zu arbeiten, das wollte er so. Vorher 40 Stunden/voll seid dem 30 Stunden die Woche. Die Differenz zu meinem alten Gehalt auf jeden Fall. Wobei der Verdienst, den ich jetzt habe mir quasi als Bonbon nur zur Hälfe angerechnet und dann auf den alten Betrag aufgestockt wird. Richtig? Und das bis zum 3 Lebensjahr.

Darf er mir die ganze Wohnung ausräumen? Ja, das tut er. Meine Möbel habe ich damals alle abgeben müssen, das sie nicht gut genug waren.

Mein Ex-Partner ist finanziell sehr sehr gut gestellt.

Ich freue mich über jeden Rat?

Bin jetzt also alleinerziehend...kann es kaum glaben #gruebel

Ich freue mich über jeden Rat, Tipp, was ich vielleicht noch ändern oder beachten könnten.

Lieben Gruß Mariella

Beitrag von kruemlschen 01.12.09 - 12:45 Uhr

Hallo,

mein Rat ist: such Dir einen guten Fachanwalt für Familienrecht und zwar SCHLEUNIGST!


Gruß Krüml

Beitrag von mariella-1977 01.12.09 - 12:50 Uhr

Einen Termin habe ich bereist. Leider erst am 15. Dezember. Vorher ist er im Urlaub. Aber er hat den besten Ruf und darum müchte ich auf jeden Fall zu ihm. Dachte halt, ich könnte mir hier vorher schon ein paar Infos holen...halte das alles kaum durch #schmoll

Beitrag von kruemlschen 01.12.09 - 13:24 Uhr

Im Prinzip kannst Du jetzt gar nicht so viel machen.

Deine Lebensunterhalt ist ja erstmal durch Deinen Job gesichert, oder?

Aus Deinem Text lese ich heraus, dass Du mit Eurem Kind in der gemeinsamen Wohnung bleibst, oder?
Auf welchen Namen läuft denn die Wohnung?
Er darf Dir auf jeden Fall nicht die komplette Bude leer räumen, auch nicht wenn eigentlich er die Möbel bezahlt hat, da bei Dir das Kind bleibt und auch dessen Ansprüche von Dir geltend gemacht werden können.

Wie ist denn Eure aktuelle Situation im Moment. Redet ihr noch miteinander? Sehen sich Vater und Kind?

gruß Krüml

Beitrag von mariella-1977 01.12.09 - 13:36 Uhr

Die Situation ist im Augenblick sehr schlecht. Immer gibt es Streit Die Kleine darf und soll er natürlich weiterhin sehen. Wobei ich nicht weiss, wie wann und ob er das möchte. In der Woche ist er beruflich immer unterwegs. Auf das nächste Wochenende bin ich gespannt.

Klar, durch mein Gehalt kann ich meinen Unterhalt decken. Aber mir steht mehr zu! Zumindestens die Differenz von 30 auf 40 Stunden die ich vorher verdient habe. Und von meinem Verdienst wird nur die Hälfte angerechnet (weil ich eigentlich bei einem so kleinen Kind gar nicht arbeiten müsste) und dann wird auf 40 Stunden hoch gerechnet. Die Differenz muss er zahlen. Und dann noch Geld für die Unterbringung meiner Tochter. Das macht zum Glück meine liebe Mutter. 120 Stunden im Monat!

Und er kann das locker, ganz locker zahlen und behält trotdem noch ca. 4000 € Netto für sich!

Nicht das jemand das hier falsch versteht. Ich will hier keinem Mann das Geld aus der Tasche ziehen. Er hat mich betrogen, gedemütigt und sehr klein gehalten. Wollte mich im dritten und im achten Monat sitzen lassen (vorher auch schon) ...ach das ist ja jetzt auch nicht mehr so wichtig. Aber es kommt immer alles auf die Art und Weise an....

Lieben Gruß

Beitrag von kruemlschen 01.12.09 - 14:30 Uhr

Hallo,

mir ging es jetzt in erster Linie nicht darum, wie viel Unterhalt Dir noch zusteht (das ist richtig so und sollst Du ruhig einfordern) sondern eher darum, dass Du nicht bis zur klärung durch den Anwalt/das Gericht im Regen stehst und nichts zu futtern hast ;-)

Wenn jetzt erst mal alles in trockenen Tüchern ist, dann warte einfach bis zum Anwalsttermin und kläre da alles Weitere.

LG & alles Gute

Krüml

Beitrag von manavgat 01.12.09 - 15:04 Uhr

Klar, durch mein Gehalt kann ich meinen Unterhalt decken. Aber mir steht mehr zu! Zumindestens die Differenz von 30 auf 40 Stunden die ich vorher verdient habe.

Ich weiß nicht, wo Du das her hast. Ich halte das für ein Gerücht!

Gruß

Manavgat

Beitrag von smily2 01.12.09 - 15:17 Uhr

Als Trennungsunterhalt wird es ihr schon zustehen. Was nach der Scheidung kommt, muss sie abwarten... natürlich mit einem guten Anwalt

Beitrag von smily2 01.12.09 - 13:59 Uhr

Hallo,

tut mir leid, wie es bei dir gelaufen ist. Aber so wie du schreibst, bist du ja eine Kämpfernatur und gibst nicht auf :-)

Die Sache mit dem Unterhalt für dich hast du ja schon recht gut recherchiert. Falls du noch Unterlagen von ihm in der Wohnung hast, kopier dir alles, damit dein Anwalt mit konkreten Zahlen arbeiten kann.

Die Möbel kann er nicht einfach alle mitnehmen. Schau mal, dass ihr euch einigen könnt, dass du Kinderzimmer, Waschmaschine und Küche zumindest so lange behalten kannst, bis du mit dem Anwalt gesprochen hast. Das Kind ist bei dir, deshalb stehen dir die Dinge im Normalfall zu.

Alles Gute

Beitrag von manavgat 01.12.09 - 15:03 Uhr

Jetzt kommen bessere Zeiten, da Du den Schmutzbeutel los bist.

Nein! er darf Dir keine Wohnung ausräumen. Wechsel das Schloß aus! Überlege Dir, ob Du Dir die Wohnung allein überhaupt leisten kannst. Melde ihn ab, wenn er das noch nicht selbst getan hat (bei Stadtverwaltung)

Du brauchst eine Anwältin. Wenn Du nicht bedürftig bist, d. h. wenn Du mehr als den Hartz 4 Satz verdienst, dann sieht es mit Betreuungsunterhalt schlecht aus. Überprüfe, ob Dir Kindergeldzuschlag und/oder Wohngeld zusteht.

Kindesunterhalt muss er ab Auszugsdatum zahlen, ebenso die Beteuungskosten. Sonderbedarf für's Kind, wenn er anfällt. z. B. später die Klassenfahrten.

Sollte er keine Betreuungskosten übernehmen, stell einen Antrag auf Übernahme der Kosten beim Jugendamt.

Behalte die Nerven und versuche, es friedlich zu regeln. Wenn er jedoch Terror macht, dann wehr Dich und zwar sofort!

Alles Gute

Manavgat

Beitrag von zenturio 01.12.09 - 17:33 Uhr

Rein aus Interesse, weil mir auffällt dass Du immer weibliche Anwälte empfiehlst:

welchen Vorteil haben Frauen eigentlich dadurch, wenn sie sich eine AnwältIN als Rechtsvertreter wählen?

Die Gesetzeslage ändert sich dadurch ehr nicht. Hat das Geschlecht des Ra nachweislich Einfluß auf gerichtliche Entscheidungen?

Oder ist es ein psychologischer Faktor? Können Frauen sich in Trennungssituationen anderen Frauen besser anvertrauen?

Ggf. würde ich da abwägen, da die Auswahl an geeigneten Fachleuten damit ja vermutlich um satte 50% reduziert wird. Mir als Mann ist es jedenfalls egal, ob ich mich von einer Frau oder einem Mann vertreten lasse. Viel wichtiger finde ich kompetente Beratung im Sinne des Klienten, damit man nicht in aussichtslose Rechtsstreits geschickt wird, nur damit der Anwalt sein Geld macht. Das ist erfahrungsgemäß offenbar nicht immer der Fall.

Beitrag von manavgat 02.12.09 - 10:44 Uhr

Ich wähle aus politischen Gründen immer die im Sprachgebrauch umgekehrte Bezeichnung.

Arzthelfer, Sekretär, Anwältin, Ärztin, Erzieher, Polizistin, Feuerwehrfrau, Krankenbruder etc.

Ich stehe da für eine Reihe Frauen, die eine feministische Einstellung haben. Daher benutze ich in der französischen Sprache auch nicht die weiblichen Endungen (ich bin zweisprachig) und halte es so wie schon George Sand (Aurore Dupont).

Zum Thema Anwältin bei Scheidungssachen für Frauen: Männer neigen dazu, sich (ohne es zu merken!) emotional auf die Seite des - dann gegnerischen - Mannes zu stellen. Was für die betroffene Frau erhebliche Nachteile haben kann. Es ist kulturell bedingt, dass Übergriffe gegen Frauen (Gewalt, Stalking etc.) verdrängt werden. Frage mal einen Mann, wie die Gewaltstatistik aussieht....

Es muss nicht so sein, aber eine erhebliche Gefahr besteht.

Ich kenne - aus privaten Gründen - mehr männliche als weibliche Anwälte. In emotional aufgeladenen Scheidungsangelegenheiten würde ich sie, aus den genannten Gründen, erst an zweiter Stelle empfehlen.

Dass weiblich nicht per se Qualität bedeutet versteht sich von selbst. Am besten sind daher in meinen Augen die Anwältinnen, die schon seit Jahren für Opferorganisationen arbeiten.

Gruß

Manavgat

Beitrag von zenturio 02.12.09 - 11:28 Uhr

Danke für die Antwort. Jetzt verstehe ich die Beweggründe besser.

Ich möchte anmerken, dass für mich die Qualität eines Rechtsanwaltes/einer Rechtsanwältin in Fragen des Familienrechts allerdings mehr darin liegt, dass sie im Interesse der Mandanten und insbesondere der Kinder deeskalierend einwirken. Diese Ansicht entspringt natürlich meiner Erfahrung. Hätte ich jemals etwas mit Gewaltopfern zu tun gehabt, würde ich das vielleicht auch anders sehen. Aber nicht alle Männer sind gewaltbereit und nicht alle Frauen sind Opfer.

Vor diesem Hintergrund erscheinen mir oftmals feministische Einstellungen als primär männerfeindlich, weil nicht immer differenziert wird. Ich gebe aber durchaus zu, dass ich diese Haltung im Grunde sogar mit umgekehrten Vorzeichen nachvollziehen kann, was sich eben auf persönliche Erfahrungen zurückführen läßt, wodurch die Objektivität manchmal leidet.