Zuviel Stress in der SS...

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von svenjag87 01.12.09 - 20:17 Uhr

Juhu,

ich habe leider schon seit längerem Probleme mit meinem Freund. Schon seit über einen Jahr hat er sich immer mehr verändert. Er ist sehr sensibel und hält nicht viel aus. Durch verschiedene Umstände wurde er immer unsicherer und hat sich in Ängste reingesteigert. Mittlerweile ist er einfach nicht mehr der, der er einmal war. Wenn man mit ihm redet, geht es rein uns raus. Er behält nichts...ist einfach psychisch garnicht anwesend. Seit dieser Zeit habe ich immer wieder versucht mit ihm zu reden, doch das endete in Zusammenbrüchen seinerseits. Denn er hat sich an mich geklammert und ich bin ja "das Einzige" was er noch habe. Nachdem ich ihm jetzt die KOnsequenz klar machen konnte, dass er jetzt endlich etwas tuen muss, sonst bin ich weg...hat er sich auch Hilfe von professioneller Seite aus geholt. Doch ich weiß einfach nicht wie ich jetzt diese Zeit noch weiter überstehen soll. Ich muss ihm ja Zeit geben, dass er auch daran arbeiten kann...doch leider sind meine Kräfte mittlerweile auch erschöpft. Durch den ganzen Stress leider ich jetzt in der SS an einer starken Darmentzündung und weiteren Problemchen.
Hat vielleicht Jemand ein paar Tipps wie ich wieder ein bisschen auftanken kann?
Wieder ein wenig gelassener und ruhiger werde?
Bin leider fast täglich sehr genervt und könnte andauernt an die Decke gehen...doch dies möchte ich gerne irgendwie vermeiden....

Würde mich sehr über meldungen freuen :)

Beitrag von lillifee75 01.12.09 - 21:56 Uhr

Hallo..


vielleicht kannst du dir mal eine Auszeit nehmen und klare Gedanken fassen..wenn du mal, übers wochenende wellness für dich alleine machst..??


Lieben Gruß und viel Kraft für dich und das Baby..#herzlich

Beitrag von sniksnak 02.12.09 - 00:09 Uhr

Fokussier dich aufs Wesentliche - auf das Kind.
Klingt sehr hart und auch einfacher als es ist, aber dein Partner sollte dir eine Unterstuetzung sein in dieser Zeit. Wenn deine Kraft fuer sein Wohlbefinden draufgeht, hast du da nichts - oder nicht ausreichend was - von.
Ich find die Idee vom Wellness-Wochenende gar nicht schlecht. Oder ein Wochenende bei deiner Familie? Oder vielleicht zusammen verreisen, aber versuchen Alltagsprobleme ausblenden!

Viel Glueck,
sniksnak (die gerade nach 4 Tagen aus dem Krankenhaus zurueck ist, weil sie auch immer fuer Alle alles macht und so beschæftigt war, dass sie selber nicht gemerkt hat, dass sie durchaus wirksame vorzeitige Wehen hat!)

Pass gut auf dich auf!!
LG

Beitrag von happyful85 02.12.09 - 09:04 Uhr

hallochen,

lass dich mal #liebdrueck...
ich weiß wie schwer es ist, wenn jemand in der umgebung "depressiv" ist.

wenn er sich erst frisch hilfe geholt hat, kann es jahre dauern ( bei manchen auch nur monate)...bis es ihm wieder besser geht. meist werden die menschen dann ein ganz und gar anderer...aber im positiven sinne.

ich denke, du brauchst auf jeden fall länger als ein we um abzuschalten. vielleicht hast du eine gute freundin, bei der du urlaub machen kannst?

als "erste hilfe" rate ich dir zu einem entspannungsbad..aber denk dran, nicht zu heiß wegen deinem baby.
oder ein gutes buch bzw film ganz alleine auf der couch..mit vielen lekereien.
eine freundin treffen...mal über alles reden

aber auch du kannst professionelle hilfe in anspruch nehmen..als "angehörige". oft leiden wir angehörigen ähnlich stark, wie die betroffenen selbst.

kannst aber auch deinen fa fragen, was du zur entspannung tun kannst.

lg happyful + #blume 24.ssw

Beitrag von kenn ich 02.12.09 - 10:23 Uhr

Guten Morgen,

meinem Mann geht es ähnlich. Er musste, bevor wir uns kennenlernen, nur dafür Sorge tragen, dass er morgens pünktlich zur Arbeit kam.
Alles weitere: Haushalt, kochen, Wäsche, Einkaufen, Schriftverkehr, Bankgeschäfte hat sein Vater für ihn übernommen.
Tja, dann kam ich mit meiner kleinen Tochter. Ich hatte weiterhin die Hauptverantwortung aber nach einer gewissen Zeit wurde er natürlich mehr und mehr in das Familienleben eingebunden.
Dann kam nach ein paar Jahren unser gemeinsames Wunschkind. Da wir finanziell nicht so gut gestellt sind, musste ich nach dem Mutterschutz wieder Teilzeit und mittlerweile Vollzeit arbeiten.
Konsequenterweise müssen wir beide nun alles erledigen, angefangen von morgens mit dem Hund spazieren gehen, Kinder wecken, den Kleinen anziehen, Frühstück machen, Schlubrot für die Große fertig machen, arbeiten gehen, abends ein wenig den Haushalt schmeißen, Schriftverkehr, Bankangelegenheiten.....wir teilen uns das meiste wirklich gerecht auf bis auf den Schriftverkehr und das Banking, das mache nach wie vor hauptsächlich ich.
Ich versuche ihn zu entlasten, da mir seit zwei Jahren auffällt, dass er psychisch immer mehr mitgenommen ist.
Er steigert sich beispielsweise in die absurdesten Ängste rein, und zwar soweit, dass dies nachweislich zu Herzrhythmusstörungen in unregelmäßigen Abständen führt. Sein Hausarzt hat ihm jetzt eine Psychologin empfohlen, mit der er diese Woche einen Termin vereinbaren will.

Er redet nicht drüber oder kaum, aber ich spüre das und versuche ihn weiter zu entlasten. Er ist nicht faul, also er spielt mir nichts vor, damit er sich aus der Verantwortung ziehen kann.
Im Gegenteil, er hilft wo er kann und steht den ganzen Tag unter Strom.
Er tut mir so leid. Ich kann ihm aber nicht mehr helfen, als dass ich ihm weitestgehend zumindest wenn die Kinder im Bett sind, abschalten und den Abend genießen lasse.
Lieber gehe ich dann die Extrarunde mit dem Hund und er kann sich seinem Hobby widmen, als dass es ihm weiterhin so schlecht geht.
Wir haben beide sehr viel Stress und Druck auf der Arbeit, aber ich denke, ich bin einfach ein anderer Typ als er und ich hatte ja durch meine Tochter, die ich mit 19 bekommen habe, auch sehr viel mehr Zeit, in diese Rolle hineinzuwachsen.
Sein Problem sind nicht die Kinder, nicht der Haushalt, nicht die Arbeit, nicht die Verantwortung. Sein Problem ist eine Aufsummierung von vielen vielen Kleinigkeiten, die jede einzeln für sich genommen, gar nicht so ins Gewicht fällt.
Ich hoffe, Du verstehst, was ich meine.
würde ich noch zusätzlichen Druck aufbauen, indem ich sage, entweder .. oder ich gehe, würde er mir daran zerbrechen, vor meinen Augen. #schmoll

Es ist eine schwierige Situation, aber es hieß in guten und in schlechten Zeiten, das versuchen wir zu leben.

Wenn im März unser drittes Kind geboren wird, wird es mit Sicherheit nicht einfacher, sondern anders.
Bis dahin hoffe ich, dass er zumindest ein Stück weit von seiner seelischen Stabilität zurückerobern konnte.
Mit Hilfe einer Psychologin und mit meiner Hilfe.

Beitrag von svenjag87 02.12.09 - 10:43 Uhr

Danke für die Antworten :)

Wenn es nur leider so einfach wäre...einfach mal übers WE oder ein paar Tage zu ner Freundin zu gehen...Leider kann ich mir diese Auszeit nicht nehmen. Der Gedanke kam mir schon einmal und ich habe versucht mit ihm darüber zu sprechen. Aber er bricht nur vollkommen zusammen und kriegt Heulkrämpfe, denn ohne mich kann er nicht leben und so weiter und so fort. Ich würde gerne einfach mal wieder ein bisschen Luft zum atmen haben und nicht für ihn Mami spielen müssen...Aber ich habe Angst wenn ich wirklich dann mal für ein paar Tage weggehe, dass er dann völlig zusammenbricht... Und das möchte ich ja nun wirklich nicht...auch wenn durch den Stress die "Liebe" ganzschön gewichen ist zur Zeit...

Beitrag von happyful85 03.12.09 - 06:04 Uhr



such dir wirklich eine beratungsstelle für betroffene.
die haben erfahrung...helfen dir, das nicht auch noch du zusammenbrichst.