Intensive Träume nach künstlichem Koma???

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Beitrag von raena 01.12.09 - 21:24 Uhr

Ich habe mich heute mit meinem Schwiegervater unterhalten, der vor 3 Jahren aufgrund eines Herzproblems (künstliche Herzklappe) und einer Lungenentzündung für 2 Wochen in ein Künstliches Koma versetzt wurde. Er hat damals ziemlich lange gebraucht um sich wieder zu orientieren.
Naja jedenfalls hat er mir heute erzählt, dass er seit dem Koma jede Nacht sehr intensiv träumt. Und zwar so intensiv, dass er sich nicht richtig erholen kann und immer ein bißl müde ist. Er hat auch erzählt, dass er nur von der Vergangenheit träumt und von den Menschen sie schon gestorben sind aber noch nie von seinen Enkelkindern, obwohl er die über alles liebt.

Ich hab schon mal gegoogelt und auch etliche Berichte gefunden, über die heftigen Träume im Komo und in der Aufwachphase, .... aber nirgends was über intensives nächtliches Träumen, dass durch das Koma ausgelöst wurde. Kennt das jemand? Kann man was dagegen tun?

Er hat damals noch im Krankenhaus und in der Reha mal was zu den Ärzten gesagt, die haben ihn in ein Schlaflabor gesteckt, aber scheinbar nix gefunden und ihm erklärt, er spinnt sich das nur zusammen (vermutlich haben sie es anders ausgedrückt, aber das schien der Tenor zu sein).

Wäre echt dankbar für Tipps, da die damit verbunden Schlafstörungen ihn scheinbar echt belasten!

LG
Tanja

Beitrag von belala 01.12.09 - 21:46 Uhr

Hallo Tanja,

ich habe nur Vermutungen.
Nimmt er Medikamente die auch seinen Tiefschlaf beeinflussen?
Nachts wird zwar häufig geträumt, erinnert sich der Mensch doch aber nur wenn er in einem weniger tiefen Schlaf ist.
Theoretisch würde ich das intensive Träumen eher mit einem 1. leichten Schlaf und 2. einer geschulten Erinnerung an Träume in Verbindung bringen.

Wenn er/ihr sich/euch mit Traumdeutung befasst, erkennt ihr, dass Träume von Verstorbenen keine prophetischen Träume im Sinne von baldigem Ende sind. Personen im Traum stellen oft Eigenschaften eines Selbst dar. Da liegt es natürlich nahe, dass die Enkelkinder (die wahrscheinlich klein sind) noch keine Eigenschaften des Träumers darstellen können.
Hinzu kommt wahrscheinlich auch eine Angst deines Schwiegervaters das Gleiche nochmals erleben zu müssen oder sogar zu sterben?

Empfehlen würde ich Psychotherapie oder Akupunktur oder Traumabewältigung, denn Intensivstation inkl künstlichem Koma und anschliessender Verwirrtheit bedeuten allemal Trauma.

LG belala

Beitrag von raena 01.12.09 - 22:44 Uhr

Danke für deine Antwort.

Ob er Medikamente nimmt, die den Tiefschlaf beeinflussen weiß ich nicht. Ihc wiß nur, dass er einen ganzen Sack voll Medikamente für sein Herz nehmen muss, da er seit 20 Jahren eine künstliche Herzklappe hat und eben seit dem Koma (danach) einen Herzschrittmacher. In jedem Fall nimmt er Marcumar, aber die anderen Medis kenne ich nicht.

Mit Traumdeutung beschäftige ich mich an sich nicht (und mein Schwiegervater mit sicherheit auch nicht), aber ich denke auch nicht, das das träumen von bereits Verstorbenen, eine prophetische Bedeutung hat. Das was er träumt scheint ihn auch gar nicht so sehr zu stören, eher die Tatsache, das er morgens aufwacht und das Gefühl hat gar nicht geschlafen zu haben, sondern nur von einem Traum in den anderen geschlittert zu sein. Ich kenne sowas auch von mir, allerdings ist das dann die Ausnahme und kommt vielleicht mal so alle 2-3 Monate mal vor. Ich kann mir aber echt vorstellen, wenn man das jede Nacht hat, dass man irgendwann zermürbt. Man schläft zwar, aber man empfindet es nicht so.

Ich glaub zu einer Psychotherapie oder ähnliches kann ich ihn nicht bringen, ... da würde er denken ich halte ihn für verrückt!

Gibt es homöopathische Mittel, die den Tiefschlaf fördern?? Ich weiß, das es für kleine Kinder Globulis gibt, wenn sie extrem träumen und dadurch nicht zur Ruhe kommen.

LG
Tanja

Beitrag von belala 02.12.09 - 13:05 Uhr

Hallo Tanja,

ich kann verstehen, dass der wahrscheinlich leichte Schlaf mit der intensiven Träumerei schlaucht.

Ich weiß nicht ob es homöopathische Globuli gibt.
Einen Homöopathen aufzusuchen ist dennoch eine gute Alternative.
Kann seine Schrittmachereinstellung vielelicht auch damit zu tun haben, dass der Schlaf nicht tief genug sein kann?

LG belala

Beitrag von fascia 02.12.09 - 10:03 Uhr

Hallo Tanja,

belala hat ja bereits eine umfassende wertvolle Antwort gegeben.

Mir fällt spontan ein:
Für mich selbst habe ich die Option Hypnose ins Auge gefasst. Das, weil ich den persönlichen und vertrauensvollen Kontakt mit einer Ärztin habe, die sich darauf versteht.
Mein "Leidensdruck" ist allerdings dafür nicht groß genug. Ich träume viel und empfinde es auch vorrangig als anstrengend. Körperlich jedenfalls - und manchmal auch emotional. (Ohne vorangegangenes Koma.)
Lästig sind v.a. die Wiederholungen von Träumen.

Ich halte das Ganze für eine Art schlechte Angewohnheit meines Unterbewußtseins. Warum es damit angefangen hat, weiß ich nicht. Wie ich selbst es ihm wieder abgewöhnen soll auch nicht.
Ich vergleiche es mit jemandem, der sich vielleicht mal am Fuß verletzt hat und eine Zeitlang humpelte. Das hat sich eingeschliffen, so dass er weiterhinkt, obwohl der Fuß bereits verheilt ist.

Bei meiner Bekannten habe ich Hypnose als unspektakulär, nicht invasiv, wirksam erlebt.
Für mich das Mittel der Wahl.

LG, fascia.