Er nervt mich so

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von ich kann nicht mehr 01.12.09 - 22:31 Uhr

Hallo,

heute bin ich nach vielen Jahre mal lieber schwarz unterwegs.

Mein Freund und ich sind letztes Jahr ungeplant schwanger geworden. Wir haben uns nach kurzem Schock sehr gefreut, inzwischen sind wir stolze Eltern. Er ist ein wunderbarer Vater, aber momentan nervt er mich so stark. Er ist so egoistisch, ich weiss nicht wie lange ich das noch so aushalte.

Er ist selbstständig, arbeitet zwischen 60-100 Std. im Monat, also nicht so viel Arbeit, aber finanziell geht es uns damit sehr gut.
Ich bin in der Schwangerschaft gekündigt worden, bzw.mein Vertrag wurde nicht verlängert. Ich war also lange Zeit zu hause.
Als unser Baby 4 Monate alt war bekam ich einen tollen Job angeboten- 10 Std. die Woche, relativ flexibel, MiniJob, in 2 Jahren soll die Stelle in eine Teilzeitstelle ausgebaut werden.

So, gestern war er arbeiten, er kam sehr spät nachhause, ich musste heute arbeiten, also hat er sich um den kleinen gekümmert. Ich kam gegen 16 Uhr nachhause, der Arzttermin vom kleinen (U-Untersuchung) hat er abgesagt, er hatte Kopfweh und konnte den Termin deshalb nicht wahr nehmen, er saß auf der Couch und spielte auf seiner Playstation 3. ( Er spielt nicht oft, aber bei Kopfweh und vor dem kleinen ) Der kleine saß neben ihm und hat gespielt. Im Haushalt hat er nichts gemacht.

Und plötzlich fährt er mich an "was für ein Saustall, die Wäsche....."
Okay, war mir dann zu blöd mich beleidigen zu lassen ( Hatte gestern 3 Ladungen Wäsche geschwaschen, getrocknet, aber noch nicht zusammen gelegt, der kleine war bis 22:30 wach) habe den kleinen bei ihm gelassen und bin ins Schlafzimmer und habe angefangen die Wäsche zusammen zu legen. Er kommt, setzt den kleinen zu mir und sagt, dass er jetzt ruhe will....

Ich habe dann gesagt, dass ich auch gerne mal den Luxus von Ruhe möchte, das hätte ich seit Monaten nicht mehr gehabt. ( Er war seit der Geburt vom kleinen ab und an mal bei seinen Eltern um ausschlafen zu können)

Und was sagt er da: Es zwingt dich keiner zu arbeiten, das bisschen Geld, das ich nicht lache...!

Ich hätte in Tränen ausbrechen können und habe ihn gefragt ob meine Zukunft denn so egal sei, aber darauf hat er nicht geantwortet. Seitdem sitzt er vor dem TV im Wohnzimmer und redet nicht mit mir. Ich habe die komplette Wäsche gemacht, Betten bezogen, Kinderzimmer aufgeräumt, gesaugt, Spülmaschine ausgeräumt und mich nebenbei um unser Kind gekümmert ;( Aso, arbeiten und einkaufen war ich heute auch, aber ich bin ja eine faule Schlam.., so wie er mich schonmal nannte #heul

Beitrag von lollylolly 01.12.09 - 22:41 Uhr

er scheint weder dich noch deine arbeit zu schätzen und zu würdigen.

spätestens wenn mich ein mann faule schlampe gennant hätte, hätte ich ihm hochkannt rausgeschmissen und alles andere nur noch über anwalt klären lassen.

wo leben wir denn.

aber:

du hast es dir gefallen lassen, du lässt dir auch gefallen das er sich so aufführt, er weiß das, er wird sich nie ändern und DU bist das opfer.

was willst du nun hören? wenn du mit so einem mann alt werden möchtest dann ist das deine sache?
oder aber du änderst was und ziehst deine konsequenzen.


p.s. ich persönlich finde es nicht dramatisch wenn er mal PS gespielt hat und nichts weiter im haushalt gemacht hat wenn es ihm nicht soo gut ging ABER wie er DICH dann behandelt hat als du nach hause gekommen bist ist schlichtweg inakzeptabel.


alles gute

Beitrag von bibi22 01.12.09 - 22:45 Uhr

hallo!

Erstmal muss ich sagen, ich müsste dazu beide Seiten hören. Schließlich weiß ich ja nicht, wie es sonst so aussieht bei euch und wie du dich um den Haushalt kümmerst.

Trotz allem ist so eine Behandlung und Wortwahl seinerseits total inakzeptabel.

Den hätte ich mal gehörig den Marsch geblasen, und wenn er sich nicht in seiner Meinung und Einstellung (wenn diese Unbegründet) ändern sollte, würde ich die Weiterführung dieser Beziehung grundlegend überdenken.

lg bianca

Beitrag von ohhhohhh 01.12.09 - 23:04 Uhr

Ich glaube, viele männliche Wesen können sich nur schwer von der Vorstellung lösen, dass wie im Hotel Mama die Dinge "irgendwie von Geisterhand" geregelt werden.

Die WISSEN überhaupt nicht, was es heißt, arbeiten zu gehen, ein Kind zu versorgen und "nebenbei" einen Haushalt zu managen.

Die glauben, wenn sie mal den Staubsauger schwingen, Müll rausbringen, oder sogar mal die Spülmaschine ausräumen, sei das hälftig die Wochenarbeit.

An wem liegt das?

Beitrag von alltagsphilosoph 02.12.09 - 10:22 Uhr

Sag Du´s mir.

Beitrag von ohhhohhh 02.12.09 - 10:36 Uhr

Ich tippe, das liegt zum einen an den Hormonen, männliche Wesen kommen so auf die Welt, Mädchen anders (was auch die früh beginnende Agressivität erklärt) und zum zweiten NEIN, nicht NUR an der Erziehung der Mütter, sondern auch an dem Bild, dass die Jungen vom Vater haben, an dem sie sich orientieren und an der leider meist nicht stattfindenden Erziehung seitens des Vaters oder anderer männlicher Erzieher.

Beitrag von alltagsphilosoph 02.12.09 - 10:56 Uhr

Ui.

Tut mir leid. Kann ich nix zu sagen. Das ist nicht die Welt, in der ich groß geworden bin.

Meine Mutter hat jahrelang mehr verdient, als mein Vater. Da beide voll berufstätig waren und sind.

Hotel Mama hab ich nicht kennen gelernt - ohne Haushaltshilfe wäre meine Mutter verloren. Und da so was Geld kostet und das hat man nicht immer gab es dann immer gemeinschaftliche Putz- und Aufräumzeiten, sowie einen Haushaltsplan, in dem wir Kinder natürlich unseren Möglichkeiten nach ebenso eingesetzt wurden.

Wenn meine Frau mir sagt, dass die Spülmaschine machen nicht gleich die Küche aufräumen ist, dann vergisst sie dabei gern dass ich pro Tag ca. zwei Spülmaschinen mach, zwei Waschmaschinen, einmal den Müll (natürlich getrennt in Papier, Hausmüll und gelbe Tonne), den Kleine zum Kindergarten bringe und auch wieder abhole, jedem(!) sein Frühstück mache, ihr zwei Caffee Latte und das Abendessen vorbereite, koche und den Dreck wieder wegmache - und das obwohl ich kein Hausmann bin sondern eigentlich studiere.

Und wenn ich dann höre/lese "Tja, wer ist denn schuld, dass die Männer nix im Haushalt können?" - daran dass ich ein Kerl bin und Mutter und Vater habe? - dann platzt mir echt die Hutschnur.

Sicherlich: wäre ich in einer Familie groß geworden, wo alles etwas aufgeräumter war, könnte ich jetzt auch besser putzen. Aber vermutlich dürfte dann meine Frau den Haushalt führen und gleichzeitig arbeiten, während ich mit ner Kanne Bier vor der Playstation sitze und Killerspiele zocke.

Sorry, aber die Logik verstehe ich nicht. Die stimmt sicher. Da lassen sich Belege für finden. Aber genauso auch Gegenbeispiele. Und Du weist ja:
In der Wissenschaft widerlegt ein Gegenbeispiel jede These.

Christian

Beitrag von inrosa 02.12.09 - 06:43 Uhr

Also mal bitte, wie kommt ihr dazu euer Kind solange aufzulassen.

22.30 Uhr???



Beitrag von sdvsdkfjle 02.12.09 - 10:54 Uhr

Wahrscheinlich konnte es nicht schlafen??
Die beiden haben es bestimmt nicht extra wachgehalten.

Beitrag von petra1982 02.12.09 - 07:23 Uhr

hosa

da haste ja einen super mann .....wieso lässt du dir das gefallen? ich mein ich mach auch das meiste im haushalt aber wenn mein mann daheim ist wie gestern und heut weil seine kinder da sind und krank sind macht er haushalt mit.....und denn ausdruck würde ich mir nicht gefallen lassen

Beitrag von alltagsphilosoph 02.12.09 - 10:18 Uhr

Liebe ich kann nicht mehr,

ich glaube, ihr müsst euch mal in Ruhe zusammensetzen und eimal jeder sagen was geht, und was nicht geht.
Zur Erklärung:
Du warst eine Zeit lang zu Hause und hast den Laden geschmissen. Er hat seine Arbeit gemacht und für ihn war doch alles gut.
Jetzt beschließt Du, wieder zu arbeiten - in seinen Augen offensichtlich ohne finanzielle Notwendigkeit - und der Laden läuft ohne seine Mithilfe nicht mehr.
Es klingt so, als hättest Du für Dich den Job angenommen und lässt damit ein Stück Familienpflichten an ihm hängen. Das hast Du Dir ausgesucht, aber Konsequenzen hat es für die ganze Familie.

Und ich finde ihr solltet darüber reden. Da verhärten sich zwei Fronten - auch wenn er aggressiver seine Meinung vertritt ist Dein Weg des Martyriums wohl kaum geeignet die Situation zu klären.
Beide einfach eine ehrliche Liste machen mit "Ich will", "ich kann" und "ich kann nicht" - z. B.: "Ich kann nicht für den Rest meines Lebens Hausfrau sein."


Gibt es übrigens auch anders herum:
Meine Frau regt sich zu Beginn des Semesters regelmäßig auf, dass plötzlich zu Hause nicht mehr alles wie am Schnürchen läuft, während sie auf der Arbeit ist. Ja Weihnachten kommt jedes Jahr so plötzlich - Menschen sind machmal einfach etwas beschränkt, da muss selbst über eigentlich selbstverständliches noch geredet werden.

Und weil Du und ich da sicher keine Ausnahme machen, ist das regelmäßige Reden auch gut, um die Meinung des Partners zu erfahren. Deiner war offensichtlich nicht sehr angetan von Deinem Wusch wieder zu arbeiten.
Keine Ahnung, ob Du das überhört hast oder er nix gesagt hat. Es klingt aber für mich so, als hättet ihr euch mit ein, zwei klärenden Gesprächen im Vorfeld eine Menge Frustration und Leidensdruck erspart.

Um so wichtiger ist es, jetzt schnell zu handeln. Passiert nichts, so wird er immer wütender und du immer verletzter und dann könnt ihr euer Glück getrost abharken. Wäre doch schade.

Alles Liebe und viel Glück und Kraft,
Christian

Beitrag von stubi 02.12.09 - 11:12 Uhr

Ok, abgesehen davon, dass dein Freund wohl eher Kind statt Partner ist:
Du arbeitest zur Zeit 10 Std. pro Woche? Wieso bitte machst du dann den kompletten Haushalt ausgerechnet an dem Tag, wo du bis 16 Uhr arbeiten musst? Bei 10 Std. die Woche ist doch eigentlich genug Zeit, die meiste Arbeit so zu legen, dass man sie macht, wenn man daheim ist. Oder wäschst du jeden Tag 3 Maschinen Wäsche und überziehst die Betten?

Beitrag von ich kann nicht mehr 02.12.09 - 11:19 Uhr

Generell mache ich jeden Tag das was anfällt, aber wir haben 2 Wochen ohne Waschmaschine leben müssen, da unsere defekt war. Die neue hatte 2 Wochen Lieferzeit, dann musste halt nachgewaschen werden.

Beitrag von ich kann nicht mehr 02.12.09 - 11:16 Uhr

Der kleine hatte zu Mittag zu spät geschlafen, erst wollte er nicht, dann ist er gegen 17 Uhr hundemüde eingeschlafen, er schlief 2 Stunden und konnte dadurch nicht wie gewohnt gegen 19:30 Uhr schlafen- so viel mal dazu!

Ansonsten herrscht hier eher keine Stimmung, er hat bis eben geschlafen und redet nicht mit mir, ich habe aber momentan auch weniger Interesse mit ihm zu reden, werde jetzt erstmal mit dem kleinen spazieren gehen und überlegen was ich überhaupt noch von ihm will

Beitrag von alltagsphilosoph 02.12.09 - 11:22 Uhr

Kann ich verstehen. Wenn man verletzt wurde will man ehr, dass der andere zu einem kommt und um Versöhnung bittet.
Aber wenn keiner von Euch über seinen Schatten springt, könnt ihr schnell ´nen Haken an die Sache machen. Also: denk drüber nach.

Liebe Grüße,
Christian

Beitrag von hoda1979 02.12.09 - 11:22 Uhr

Hallo,

also "faule Schlampe" wuerde ich mich von meinem Mann nicht nennen lassen. Und schon gar nicht, wenn er nur 60-100 Stunden im Monat arbeitet und lediglich das Glueck hat, damit anscheinend gutes Geld zu verdienen.

Ich kann dich verstehen, dass dich seine Reaktionen traurig machen. Den "Luxus von Ruhe", den du dir wuenschst, musst du dir selber nehmen, von deinem Mann wirst du den nicht bekommen, da er offensichtlich eine ganz andere Rollenverteilung fuer euch im Kopf hat als du.

Also ich haette mit Sicherheit nicht auch noch geputzt, wie der Herr das wuenschte - haette ihm gesagt, dass er das selbst machen kann wenn's ihn stoert, Zeit hat er ja. Etwas anders saehe es aus, wenn dein Mann zeitmaessig im Beruf sehr stark gefordert waere. Aber nur dass er das meiste Geld nach Hause bringt, ist in meinen Augen kein Argument. Du bist seine Ehefrau, wenn er 'ne Putze will, soll er eine anstellen und sie von seinem Einkommen bezahlen.

Du musst dich selbst fragen, was du fuer dich moechtest. Also deine Arbeit sicherlich - das ist auch gut so, selbst wenn du nicht viel verdienst, aber es gibt dir etwas Unabhaengigkeit, auch was Kontakte, Selbstvertrauen usw. anbelangt. Darueber hinaus brauchst du Zeit fuer dich - dann organisier dir hin und wieder einen schoenen Abend mit Freundinnen oder auch mal allein, oder such dir ein Hobby, dem du regelmaessig (also zu bestimmten und somit fuer alle einplanbaren Zeiten) nachgehst. Es koennte sogar sein, dass das fuer deinen Mann eine anfangs befremdliche, dann aber bereichernde Erfahrung wird, dich als eigenstaendige Person zu erleben und nicht nur als das spurende Weibchen. Vielleicht kannte er dich bisher eben nur so, aber die meisten Menschen wuenschen sich doch einen Partner, der ein eigenes Leben hat und dadurch interessant wird - dann gibt's auch eine viel breitere Kommunikationsbasis. Falls das auf deinen Mann nicht zutrifft, solltest du ihm schon deutlich klarmachen, was deine Vorstellungen ueber die Aufgabenverteilung bei euch sind. Da wird man sich doch einigen koennen? Zumindest was euer Kind anbelangt - das ist AUCH seins, somit sollte er auch bereit sein, sich um den Kleinen mit zu kuemmern (frag mich sowieso, MOECHTE er das denn nicht von allein, als Vater?).

Allgemein wuerde ich sagen, nur wenn du gut fuer dich und deine Beduerfnisse sorgst, kannst du auch eine erfuellende Ehe leben. Wer selbst nichts hat, kann (abgesehen von Haushaltsdienstleistungen #aerger und eventuell noch Sex) schlecht was geben. Und ebenso schlecht nehmen - dein Geputze auf seinen Vorwurf hin, klingt fuer mich ein bisschen so, als haettest du doch ein schlechtes Gewissen. Nach dem Motto "Er verdient ja den Hauptanteil, also muss ich mich eben allein um Haushalt und Kind kuemmern". Tja, und als naechster Schritt waere dann dran, dass ihr mal gemeinsam schaut, was ihr aneinander habt und wie ihr euch euer ZUSAMMENleben so vorstellt.

LG und alles Gute
Hoda