Gefrustet, traurig und langsam ratlos! (etwas lang, sorry)

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von tinkerbelle 02.12.09 - 10:10 Uhr

Hallo zusammen,

ich bin sooo traurig, gefrustet und ratlos, heute war wieder so ein absoluter Horrormogen. Meine Amélie ist 4,5 Jahre, Einzelkind und schon immer ein sehr lebhaftes und willensstarkes Mädchen. Sie geht seit August in den Kindergarten (Schweiz) und seitdem hatten wir immer wieder Stress am Morgen beim anziehen. Sie fing dann plötzlich an zu zicken, mal waren es die Socken, mal die Hose .... und durch ihr Temperament war das immer ein heiloses Theater. Inzwischen ist fast jeden morgen Theater, mal kriegt sie den Schaal nicht so an wie sie möchte, wirft sich dann auf den Boden und schreit und zwickt sich selbst, aber helfen lässt sie sich auch nicht.

Heute morgen lief zunächst alles gut, sie war gut gelaunt und ich hatte sie rechtzeitig geweckt, damit wir genug Zeit haben, dann beim Zähneputzen meinte sie zu mir sie wünscht sich, dass mich der Tiger frisst, damit sie mit Papa alleine wohnen kann (???), beim Schaal anziehen ist sie dann wieder ausgeflippt und hat mich dann angeschrien: "Du regst mich auf Mama, du bist eine alte Meckerziege!". Dabei hab ich überhaupt nix gesagt. Ich war so baff, traurig, gefrustet und mal wieder ratlos. Als ich sie im Kindergarten abgeliefert hatte, sas ich dann erstmal heulend zu Hause. Ich weiss ja, dass mann dass nicht so persönlich nehmen soll.....
Aber bei uns vergeht seit Wochen kein Tag an dem sie mich nicht provoziert und ich hab schon alles probiert. Ich hab sie gefragt warum sie das jetzt so nervt und warum sie will, dass ich mich ärgere. Ich hab versucht es zu ignorieren und liebevoll auf sie einzugehen (Smart Love) und ich hab sie in ihr Zimmer verbannt. Aber irgendwie hat auf die Dauer alles nichts genutzt.
Und ich fühl mich so ausgebrannt und überfordert und voller Selbstzweife und bin sogar an dem Punkt wo ich Lust auf eine einsame Insel hab. Denn nach so einem Morgen bin ich schon bedient für den ganzen Tag und hab Mühe meinen Frust zu verbergen und wieder lächelnd und fröhlich den restlichen Tag zu gestalten.
Manchmal frag ich mich dann auch, womit hab ich das nur verdient, früher hatte ich einen guten Job, den ich gerne aufgegeben hab für Amélie und bin jetzt zu Hause und wir sind täglich zusammen. Vielleicht ist das auch für uns Beide einfach zu viel und es wäre besser ich würde wieder ein oder zwei Tage arbeiten gehen. Würde ich gerne sofort, aber bisher hab ich immer gedacht, ich möchte sie nicht abgeben und nur für sie da sein.

Was soll ich nur tun und wie kann ich denn die Situation in den Griff kriegen, denn ich hab echt einen "Mama-Burn-Out" und das mit nur eine Kind!? Vielleicht bin ich auch nicht taff genug?
Schreibt mir doch, Erfahrungen, Tipps, Meinungen, oft hilft es schon wenn mann sich mit seinem Problem nicht alleingelassen fühlt.

Schönen Tag und liebe Gruesse
Tinkerbelle

Beitrag von celini13 02.12.09 - 10:22 Uhr

Hallo Tinkerbelle

>früher hatte ich einen guten Job, den ich gerne aufgegeben hab für Amélie und bin jetzt zu Hause und wir sind täglich zusammen<
--> Vielleicht ist genau das das Problem? Mama ist immer präsent, Mama führt kein eigenes Leben... Das fiel mir sofort beim Lesen auf. Vielleicht ist es für alle Beteiligten besser, wenn du wieder etwas machst, was dich ausfüllt. Kinder spüren diese versteckte Unzufriedenheit, wenn man etwas aufgegeben hat für sie. Ich persönlich finde es ja richtig, dass man viel Zeit, gerade in den ersten Jahren, für kleine Kinder braucht. Aber wenn die kleinen selbständiger werden, ist es höchste Zeit für Mama wieder in ihr Leben zurückzukehren. Umso mehr kann man die Freizeit mit der Famile geniessen...
Kopf hoch, mach was für dich und die Kleine kann auch wieder zu dir heraufschauen! alles Gute

Beitrag von wolke429 02.12.09 - 10:27 Uhr

grins...meiner wird bald 5 ist genauso das spiel.

sie sind in einem alter jetzt wo sie zeigen wollen sie sein schon groß und können alles alleine.

wenn bei meinem was nicht klappt sagt er:Mama du nervst mich ob wohl ich nichts gesagt habe......

er provoziert aber nur mich bei meinem mann ist brav wie ein lämlein.

ich ignoriere ihn dann wenn er auch meint er müsse mich beleidigen oder so.
ich bin inmoment auch fix fertig aber ich versuche halt den koppf hoch zuhalten.

lg sandra

Beitrag von frauke131 02.12.09 - 10:29 Uhr

Ist das nicht ganau das Problem? DU hast soviel fürDein Kind aufgegeben und nun zeigt sie sich nicht dankbar genug. De meisten Eltern waren mal eine "blöde Mama" oder ein "doofer Papa" und glaubst Du ein 4jähriges Kind kann verstehen, dass der Tod endgültig ist?

Du sitzt zu Hause und weinst, weil sie Dich beschimpft? Sie ist ein Kind und Du bist erwachsen und solltest ihr klar machen, dass Du Dir solche Beschimpfungen verbittest.

Ich weiß nicht, warum gerade Mütter "Dankbarkeit" erwarten, für das was sie für ihre Kinder getan haben.

Nicht dein Kind ist für Dein Glück zustöndig, sondern Du für seins! Geh wieder arbeiten und lass Dein Kind nicht um Lebensmittelpunkt werden, das tut keinem Kind gut! Und Dir auch nicht!

Beitrag von marion2 02.12.09 - 11:15 Uhr

Hallo,

such dir einen neuen Job. Wenn du ausgeglichener bist, ist es auch deine Tochter.

Außerdem solltest du sie nicht ganz so ernst nehmen. Kinder sagen viele komische Sachen, die sie eigentlich ganz anders meinen ;-)

Gruß Marion

Beitrag von agostea 02.12.09 - 12:08 Uhr

Diese Problematik beobachte ich bei vielen Müttern, deren Leben sich ausschliesslich um den Sprössling dreht.
Ich persönlich halte das für ungesund - und wie du siehst, führt es zu nichts. Im Gegenteil. Die Kinder sind verzoghen, bockig und eigentlich total genervt (ähnliche Gedanken habe ich auch bei Biene 2002 oder wie die heisst, die TE in den Beiträgen unter dir) - auch ewig was anderes mit dem Kind - und immer wird um die Kleine ein Bohei veranstaltet. Offenbar Ergebnislos.

Ich kann dir nur raten - such dir Beschäftigung - ohne Kind. Günstigenfalls einen Job. Ihr braucht Abstand. Du etwas andere Beanspruchung als nur Kind, dein Kind mehr Raum zur Entfaltung. Dann entspannt sich die Situation von selbst.

Gruss
agostea

Beitrag von sweety03 02.12.09 - 14:25 Uhr

Hallo,

ich habe auch so ein Exemplar zu Hause, allerdings ist unsere Grosse schon 6.
Sie provoziert und ärgert mich auch unheimlich, kann schnell austeilen und manchmal recht gemein werden ("Du darfst mich nie wieder ins Bett bringen!").
Ich war sehr lange ziemlich schnell verletzt von ihren Ausbrüchen und rutschte auch in die Schiene, dass ich alles für sie mache, aber keinen "Gegenwert" bekomme. Das führte bei mir zur Frustration und einer Grundgereiztheit, ein Teufelskreis.
Mittlerweile schaffe ich es meist, diese Spitzen zu ignorieren oder schicke sie ggf. in ihr Zimmer, wenn es mir zu bunt wird. Das Ergebnis: Je weniger ich reagiere, desto schneller lässt sie es. Denn somit ist es für sie uninteressant.
An Deiner Stelle würde ich mir einen Job suchen und meinen Focus mal wieder auf andere Sachen lenken, denn Dein Kind sollte nicht das Einzige sein, was Dich im Leben interessiert.
Und erwarte keine Dankbarkeit, das wäre vermessen. Du bist selber für Dein Glück zuständig, nicht Dein Kind.

Sweety

Beitrag von minusch73 03.12.09 - 07:06 Uhr

Ich glaube nicht, dass sie "Undankbarkeit" zeigt oder dass Du "Dankbarkeit" erwartest.

Ich würde das Verhalten auch nicht überbewerten oder irgendeinen tiefen psychologischen Sinn hineininterpretieren.

Ich denke, sie testet Grenzen aus. Sie will wissen, wie weit sie gehen kann, wie lange sie Dich provozieren kann. Hier gibt es sehr schöne Postings zu dem Thema "Grenzen setzen"; gerade die Beiträge von *jazzbassist* sind da sehr hilfreich. Guck einfach mal die letzen Postings diesbezüglich durch. Die Anzieh-Arie haben viele Kinder in dem Alter, hierfür gibt es klare Verhaltensregeln.

Beleidigungen, Beschimpfung würde ich mir verbitten und evtl. mit Konsequenzen belegen. Alles andere einfach ignorieren, sonst wird man ja kirre. Habt Eure Kuscheleinheiten, wenn sie das will, zeig und sag ihr immer wieder, dass Du sie lieb hast. Wenn Du derzeit sehr unter dem Verhalten zu leiden hast, kann vielleicht der Papa mal mit ihr reden. Wenn´s hilft...

Mach Dich nicht verrückt. Es ist sicher nur eine Phase. Und wenn Du schon das Thema "Arbeit" ansprichst: Wenn sie im Kindergarten ist, kannst Du doch stundenweise arbeiten gehen, was spricht dagegen? Mir würde das Gehirn eintrocknen nur zu Hause. Kein Wunder, dass Du Dir Deines über jede Kleinigkeit zermarterst. Wenn Du arbeiten gehen willst, das tu es, und sei es nur für Dein Selbstbewußtsein.

Liebe Grüße,

Minusch

Beitrag von mary2905 04.12.09 - 14:55 Uhr

Hi,

1. bespreche mit ihr was sie am nächsten morgen anziehen will, legt die Sachen raus.
2. frag sie nicht, ob sie will das du dich ärgerst. Das denke ich sowieso nicht. Sie ärgert sich ja, über weiß was immer.
3.Achte mal drauf, wieoft du ihr so am Tag sagst, was sie machen soll/Könnte/muß. Vielleicht ist das zu viel.
Suche dir 5 Regeln aus, die du unbedingt einhalten willst und lass den Rest mal laufen.
Sie ist jetzt vier (also groß;-)) und will vielleicht einiges selbst entscheiden.
4.Denke nicht in Schematas wie "habe ich das verdient", bringt dich nicht weiter.
5. Traurig über Äußerungen deiner Tochter zu sein, du seist eine Meckerziege, bringt dich auch nicht weiter. Denk mal drüber nach. Vielleicht hat sie gar nicht so unrecht.

habe den Eindruck, das deine Unzufriedenheit nicht unbedingt nur mit dem Kind zu tun hat versuche die Dinge mal zu trennen, mach wieder was für dich und mit dir.

Und das allerwichtigste: Zweifel nicht an dich, daß du nicht taff genug bist. Was soll das heißen. immer eine Lösung zu jedem Problem? Gibt es nicht. Also versuche es immer wieder neu ruhig anzugehen. Dann bist du wirklich Cool!#cool

Liebe Grüße

Marion

P.S. Hoffe du fühlst dich nicht angegriffen von mir.#blume