Andere Religionen in moslemischen Ländern

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Beitrag von suny123 02.12.09 - 14:29 Uhr

Hallo,
zur der Diskussion in der Schweiz über die Minarette, ist mir folgender Artikel eingefallen. Was ich schreibe ist nicht meine persönliche Meinung, sondern eine Biografie einer jungen Frau, die als Katholikin in Jordanien aufgewachsen ist. Ich schreibe mal ihre Erfahrungen hier rein: Dadurch das Jordanien ein moslemisches Land ist und sie nicht dieser Religion angehört, muß ihre Familie trotzdem den islamischen Gesetzen gehorchen, dass bedeutet sie gelten nicht direkt als Feinde, aber als Bürger zweiter Klasse, die sehr genau beobachtet werden. Sie sollen viele Bedingungen erfüllen: eine Art Sondersteuer zahlen, Moslems kein Leid zufügen und keinen sexuellen Kontakt zu moslemischen Frauen haben, den Moslems nichts stehlen und nicht mit seinen Feinden kooperieren, keine Drogen nehmen, keine eheliche Untreue oder Inzest. Sie dürfen keine neuen Kirchen oder Tempel bauen, keine Kirchenglocken läuten lassen. Sie dürfen keine Gebäude errichten, die größer sind, als diejenigen die der Moslems gehören, denn es würde die Moslems entehren.
Wenn gegen die Regeln verstoßen wird, wird man als Feind angesehen und der Jihad wird erklärt. Entweder man wird dann selbst Moslem oder man ordnet sich wieder unter, damit man wieder ruhig leben kann.

Ich schreibe es hier rein, weil einige denken man kann auch in einem moslemischen Land offen seine Religion ausleben, leider ist dies wohl nicht so.Übrigens, gilt Jordanien als ein sehr westlich orientietes Land, trotz allem gibt es dort diese Bedingungen.

Es ist ein Lebensbericht einer jungen Frau, über die Bedingungen dort. Es ist keine Anklage von mir!
Ich denke was könnte man anders machen damit nicht immer so eine Kluft zwischen den Religionen steht? Ist es richtig, wenn man jetzt auch hier in Europa stärkere Bedingungen auferlegt, oder wird man dadurch rückschrittlich?

Ich hoffe auf eine freundliche Diskussion.

Beitrag von pupsismum 02.12.09 - 15:07 Uhr

Vielleicht wäre es ganz hilfreich/interessant für den Einen oder Anderen, wenn du die Quelle zu dieser Geschichte angeben würdest.

Grüßle
p

Beitrag von musas.mom 02.12.09 - 16:01 Uhr

Hallo suny123,

leider kann man nicht einem Erfahrungsbericht nicht auf alles beziehen. Es gibt viele muslimische Länder in denen Christen oder Anhänger anderer Religionen friedlich mit den Muslimen zusammenleben. Dort gibt es auch Kirchen (Synagogen und Tempel) und man kann seine Religion ungehindert ausüben.

Einiges, was du geschrieben hast, macht jedoch wenig Sinn, undzwar:

1. "Moslems kein Leid zufügen" (in den meisten Ländern wird Leid zufügen vom Gesetz bestraft, unabhängig der Religionszugehörigkeit)

2. den Moslems nichts stehlen (siehe oben)

3. keine Drogen nehmen, (ebenfalls illegal)

4. keine eheliche Untreue (ist hier zwar nicht verboten, in islamischen Ländern gilt das für die dort lebenden Moslems aber ebenso)

5. Inzest (illegal)

LG



Beitrag von echtjetzt 02.12.09 - 16:12 Uhr

also ich perönlich möchte als atheist/agnostiker in deutschland nicht streng nach den katholischen grundsätzen leben müssen.

ich verstehe auch immer dieses "versuch mal in der türkei ne kirche zu bauen!" argument nicht.

ich kann doch nicht etwas für mich selbst beanspruchen wollen, wenn ich es in einem anderen land anklage. ausserdem sieht man ja, wie es nur noch mehr konflikte anfeuert..

Beitrag von beluleleba 02.12.09 - 16:32 Uhr

Und das ist die Wahrheit!
Glaube und Religion sollten Dinge sein, die jeder frei leben kann egal wann und egal wo und egal wie. Solange es gewaltfrei ist und niemandem Zwänge auferlegt.

Echtjetzt #rofl

Beitrag von onti2 02.12.09 - 16:57 Uhr

" nicht streng nach den katholischen grundsätzen leben müssen"

z.B.?

Beitrag von malso.malso 02.12.09 - 17:14 Uhr

Z.B. Verzicht auf künstliche Empfängnisverhütung#schein

Beitrag von onti2 02.12.09 - 17:21 Uhr

zugegeben....aber immerhin bleibt Dir immer die Beichte.. ;-)...

Beitrag von malso.malso 02.12.09 - 17:26 Uhr

aber eben nicht wenn ich beispielsweise die Pille nehme. Das tue ich ja aus Wollust, und das ist eine der Todsünden und somit unerlässlich.

Da kann ich also beichten so viel ich will, ich lande im Fegefeuer.#zitter

Beitrag von echtjetzt 02.12.09 - 17:33 Uhr

schon fies, der typ.. da baut der so einen mechanismus in uns ein und verlangt dann auch noch von uns, diesen zu kontrollieren.

dann finden wir mittel und wege, werden uns diese untersagt.

verdammt..! im wahrsten sinne des wortes..

Beitrag von malso.malso 02.12.09 - 17:35 Uhr

Na ja, das war ja nicht "der Typ", sondern die Kastraten die von sich behaupten seine Vertreter auf Erden zu sein.

Beitrag von onti2 02.12.09 - 17:40 Uhr

Nach katholischem Glauben bewirkt die Beichte (natuerlich bei ehrlicher Reue) die Absolution der Suenden, auch der Todsuenden. Dies ist bei den Protestanten anders.

Hm, welches Gebot bricht die Wollust?
Es gab hier schon einmal eine aehnliche Diskussion: warum fuehlen vor allem Frauen sich verletzt, wenn ein Mann mit ihnen schlaeft und dann seiner Wege geht? Sie fuehlen sich benutzt und missbraucht, nicht respektiert. Nach katholischem Glauben zu Recht, da sie nicht als Mensch, als Individuum, sondern als Mittel zum Zweck instrumentalisiert wurden.

Beitrag von malso.malso 02.12.09 - 17:48 Uhr

Na ja ist aber doch lebendsfremd. Ich kann nich ehrliche Reue empfinden, denn sonst würde ich ja nicht im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte und auf eigenen Wunsch Sex haben der nicht der zeugung dient, bei dem ich vielmehr sogar alles tue um eine Schwangerschaft zu verhindern.

Also kann ich nicht sinnvoll beichten.


Also habe ich keine chance auf Erlösung.


Und ob ein Mensch sich nach einem One-night-stand benutzt fühlt ist imho keine Glaubensfrage und zudem Geschlechterübergreifend, denn auch Männer können sich dabei schließlich unglücklich verlieben. Daß Frauen das häufiger passiert ist wohl eher psychologisch erklärbar.

Beitrag von onti2 02.12.09 - 18:07 Uhr

"lebendsfremd"

Mag sein, dass heute die Befriedigung der eigenen Beduerfnisse so wichtig geworden sind, dass wir kein schlechtes Gewissen dabei empfinden und wir daher keine Reue empfinden koennen. Viele meinen auch, dass einem Besitzendem etwas zu nehmen, sein Recht sei und empfindet beim Diebstahl keine Reue.
Dass Du (oder ich) nicht sinnvoll beichten koennen, beweist nicht, dass der Grundsatz als solches nicht vielleicht doch sinnvoll ist.

"One-night-stand "

Nun, auch Frauen, die nach jahrelanger Ehe verlassen werden, fuehlen sich benutzt und verraten. Warum?
Und wie viele behaupten, dass ihnen Sexualitaet ohne "Liebe" (Respekt) unmoeglich sei? Warum?

Beitrag von malso.malso 02.12.09 - 18:53 Uhr

Doch. Der Grundsatz ist falsch. Denn es geht ja nicht nur um Empfängnisverhütung, sondern auch um die Verhinderung der Übertragung von Geschlechtskrankheiten. Kondome und deren Benutzung zu verteufeln ist katastrophal, v.a. in Ländern in denen Hepatitis und HIV seuchenhaft verbreitet sind.

Und einvernehmlicher Geschlechtsverkehr sollte nichts sein, bei dem man ein schlechtes Gewissen haben sollte, oder Angst davor schwanger zu werden wenn man es nicht möchte.
Die katholische Haltung zu dieser Frage ist zudem völlig konträr zu meinem Verständnis von Gleichberechtigung, man denke an die unfassbaren Aussagen von Bischof Mixa.


Warum Menschen (!, warum schreibst du immer nur Frauen?) sich verraten fühlen, wenn sie von ihren Partnern verlassen werden ist -wie gesagt- ein psychologisches Problem, keines, das durch Kirchengesetze zu lösen ist, oder?

Menschen die Sex nur gepaart mit Liebe befriedigend finden sollten dann eben nur mit Menschen schlafen, die sie lieben, was hat die Kirche damit zu tun?

Beitrag von onti2 03.12.09 - 09:27 Uhr

"Kondome und deren Benutzung zu verteufeln ist katastrophal, v.a. in Ländern in denen Hepatitis und HIV seuchenhaft verbreitet sind. "
Ich denke, da ueberschaetzt Du den Einfluss der katholischen Kirche...und unterschaetzt die kulturellen Eigenschaften Schwarzafrikas....

"warum schreibst du immer nur Frauen?) "
Weil ich eigentlich kaum von Maennern Klagen hoere, sie seien (sexuell) nur "benutzt" worden... und ich selber nie auf diesen Gedanken kaeme. Ich erwaehne dieses "Benutzungsgefuehl" auch nur, um den Standpunkt der katholischen Kirche zu erklaeren, die das "Benutzen" von Menschen zur eigenen (egoistischen) Befriedigung ablehnt.

"Menschen die Sex nur gepaart mit Liebe befriedigend finden sollten dann eben nur mit Menschen schlafen, die sie lieben, was hat die Kirche damit zu tun? "
Genau das ist es ja, was die kath. Kirche moechte: den Menschen, die sich ohne Liebe "paaren", ins Gewissen reden....

"Der Grundsatz ist falsch"
Mag sein, aber wer ernsthaft an Jesus als Gottessohn glaubt, wird ihm gehorchen...so oder so.

Beitrag von echtjetzt 02.12.09 - 17:15 Uhr

keine verhütung #zitter

Beitrag von echtjetzt 02.12.09 - 17:22 Uhr

hmm.. zu langsam.. naja, mit der antwort war auch überhaupt nicht zu rechnen :)

nein, es gibt natürlich noch mehr themen, bei denen ich mit der katholischen kirche nicht konform gehe. abtreibung, homosexualität, beichte und eben dieser ganze gott-kram. ich geh schon ganz gerne ohne den kerl durchs leben und möchte dafür natürlich nicht vom staat in meinen rechten "beschnitten" werden.

Beitrag von ayshe 02.12.09 - 17:17 Uhr

kein sex vor der ehe

Beitrag von onti2 02.12.09 - 17:28 Uhr

das ist so nicht ganz richtig.....

Im Uebrigen steht dahinter (vorehelicher Sex, kuenstliche Verhuetung) das Prinzip des Respekts ggue. dem Naechsten, auf den wahrscheinlich niemand verzichten moechte..... insofern ist ein Leben in einem Staat, dass die "katholischen Grundsaetze" nicht beachtet, wahrscheinlich schwieriger und sicher unmenschlicher....

Beitrag von echtjetzt 02.12.09 - 17:39 Uhr

das kommt darauf an, worauf sich dieser staat stattdessen gründet.

vielen dieser grundsätze stimme ich ja durchaus zu.. allerdings ist mir die katholische kirche dann doch zu engstirnig und extrem.

wenn ich an diese exorzisten in italien denke, gruselt es mich schon ein bisschen..

Beitrag von onti2 02.12.09 - 17:50 Uhr

Nun, eine grosse Kirche mit Milliarden (!) "Mitgliedern" ist natuerlich nicht homogen. Ich denke nicht, dass der Exorzismus oder die Heiligenverehrung die offizielle katholische Kirche ausmacht. Da verhaelt sie sich eher so, wie viele hier es fordern, sie passt sich ihren Anhaengern teilweise an, um sie zu halten.

Als Agnostiker muss ich jedenfalls sagen, dass ich die katholische Kirche fuer weniger scheinheilig halte, menschlicher und optimistischerals die anderen monotheistischen Kirchen...

Beitrag von ayshe 03.12.09 - 09:11 Uhr

naja, wenn du das so auslegst.

Beitrag von gunillina 02.12.09 - 18:47 Uhr

Ich finde, das könnte man ebenso gut auf unseren Staat übertragen. Denn genau so ist es bei uns doch auch. Moslems dürfen genau das, was du da schilderst, hier auch nicht machen (und ich wette, Inzest ist in fast allen Ländern verboten, oder etwa nicht?). Ausser vielleicht Sex mit Christen haben... Wobei das ja sowohl von vielen Christen als auch von vielen Moslems verpönt wird. Aber Gesetz ist es nicht.;-)
Mein Kommentar zu deinem Thread: Warum muss immer diese blöde Kindergartenmentalität herhalten? Soll meinen: "Der macht das doch auch, warum darf ich das dann nicht machen?"
Meine ebenso dämliche Gegenfrage lautet: "Wenn dein Kumpel dir sagt, spring aus dem Fenster, tust du es dann auch? Und wenn dein Nachbar selbst aus dem Fenster springt, springst du dann einfach mal hinterher?"#augen
Hier eine Interpretationshilfe;-): Nur, weil andere eine Sache auf eine bestimmte Art machen, muss das noch lange nicht in Ordnung sein. Nur, weil Christen in anderen Ländern ein schweres Los haben, müssen wir es den Moslems hier nicht auch schwer machen. Zumal auch viele andersgläubige Türken, Iraner etc. hier leben (UNTER ANDEREM AUCH CHRISTEN!!!), die ebenso diskriminiert werden von uns "Christen" (weil wir sie ja nicht gleich auf den ersten Blick erkennen, ist klar...#klatsch.)
Aber das ist ein weites Feld, ich lass es lieber. Stammtisch ist hier beliebter... ich weiss.

Beitrag von zanadu 03.12.09 - 08:18 Uhr

Hallo, siehe mal
http://www.opendoors-de.org/. Das ist eine Oganisation die sich für verfolgte Christen einsettzt.