Dachte, Unterhaltsansprüche verjähren nicht?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von lenchen2002 02.12.09 - 22:57 Uhr

Hallo, also der KV unserer Großen zahlt seit meiner Hochzeit im Juli keinen Unterhalt mehr, UV bekomm ich ja nicht.

Nun sind das schon rund 1000E, die er uns schuldet. Ich hab ihn xmal angerufen, er geht nie ran, hab ihm dann ne SMS geschrieben, dass er uns das schuldet und er uns bitte mitteilen soll, wie er es gedenkt, zurückzuzahlen... Ich mein, es wird ja jeden Monat mehr...

So, heute kommt nun ein Brief von seinem Anwalt. Da frage ich mich schon, wie kann sich ein arbeitsloser Typ, der nicht mal den Unterhalt bezahlt, einen Anwalt leisten? Klar, von den Steuergeldern, die wir alle, mein Mann und ich auch, bezahlen... Also zahle ich seinen Anwalt, kann mir einen eigenen aber nicht leisten, wir liegen ca. 30E über der Einkommensgrenze, um ihn kostenlos in Anspruch nehmen zu können...

Auf jedenfall, wenn ich das Schreiben richtig verstehe, will der Anwalt es so regeln, dass die bis jetzt angelaufene Summe nicht mehr existiert, d.h. der KV gar keine Schulden hat und auch die in Zukunft fehlende Unterhaltsleistung ist einfach weg, alles so lange er arbeitslos ist... Ja, das wird er dann die nächsten 10 Jahre sicher bleiben, und die Kohle ist weg?

Ich dachte, ich hätte mal gelesen, dass Unterhaltsschulden nicht verjähren oder ähnliches?

Ich soll mich bis 7.12 beim Anwalt melden, das ist doch auch frech, dass ist ja schon am Montag, der Brief kam erst heute...

Er möchte eine Abänderung beim Gericht beantragen, was genau ist das denn?

Weiß jetzt echt gar nichts, muss doch aber schnell reagieren-nur wie? Wie gesagt, nen Anwalt können wir uns echt nicht leisten, da es jeden Monat grad so reicht...

Ist das denn noch normal? Er, der seinen Unterhalt nicht zahlt, ist aus dem Schneider, nur weil er arbeitslos ist? Das kanns doch nicht sein!

Bitte, sagt mir, dass er damit nicht durchkommt!

LG Lenchen

Beitrag von mollyfisch 03.12.09 - 06:45 Uhr

Hallo,

Wenn du einen Titel hast dann verjährt der Unterhalts-anspruch erst nach 30 Jahren. Die Abänderung bei Gericht ist wahrscheinlich die Änderung des Titels. Wenn man arbeitslos ist und den KU nicht zahlen kann, muss man beim Familiengericht eine Abänderung beantragen.

Versuch irgendwie dir einen Anwalt zu nehmen. Vielleicht kannst du dir das Geld borgen o.ä. .

Ohne Anwalt ist es schwer da durchzublicken. Kann dir das Jugendamt nicht helfen?

Beitrag von lenchen2002 03.12.09 - 18:04 Uhr

Hallo, ich war heute beim JA, sie will es für mich übernehmen, allerdings hat sie mir keine Hoffnung machen können, dass, sollte es vor Gericht gehen, ich gewinnen könnte (Gewinnen, so ein Käse! Will doch nur was meiner Tochter zusteht...).

Es wird wohl auf einen Kompromiss hinauslaufen.

Geld borgen könnte ich mir sicherlich, aber möchte eigentlich nicht noch mehr investieren, was ich dann nie wieder sehe... Er hat ja nun noch ein Kind, ist also unterhaltspflichtig für zwei Kinder, und selbst wenn er Arbeit findet, würde nicht genug übrigbleiben wegen dem Selbstbehalt für den Unterhalt für beide Kinder...

Traurig aber wahr...

LG Lenchen

Beitrag von nick71 03.12.09 - 08:12 Uhr

Wenn ich es richtig verstanden habe, ist der Unterhalt tituliert!?

In dem Fall sind die aufgelaufenen Unterhaltsschulden selbstverständlich nicht einfach so "weg"...und der Unterhalt läuft weiter in der Höhe an, so lange der Titel nicht gerichtlich abgeändert wurde.

Bei einer rückwirkenden Abänderung des Titels, oder wenn der KV Privatinsolvenz beantragt, hast du allerdings Pech gehabt.

Beitrag von anja676 03.12.09 - 08:39 Uhr

Hallo,

der Anwalt hat Dir scheinbar einfach nur einen Vergleich angeboten, in dem die bisherigen Ansprüche erledigt sind, solltest Du Dich auf den Vergleich einlassen. Das hat nichts mit Verjährung zu tun. Mit der kurzen Frist will er Dich vielleicht ein wenig überrumpeln.

Was hat Dir denn der Anwalt dafür angeboten, dass die bisherigen Ansprüche dann gegenstandslos sein sollten? Hast Du eigentlich schon einen Titel? Das kannst Du ja, falls Du keinen hast, auch über das Jugendamt laufen lassen. Ich vermute aber, dass Dir ein Besuch beim Anwalt nicht erspart bleiben wird. Versuche doch auch PKH zu beantragen (das macht der Anwalt für Dich).

Alles Gute
Anja

Beitrag von lenchen2002 03.12.09 - 18:07 Uhr

Hallo,

der Anwalt hat mir gar nichts angeboten, außer dass eben die bis jetzt aufgelaufene Summe und die zukünftige nicht mehr existieren... Keine Ahnung, was er sich dabei denkt...

Einen Titel hab ich, sagt der Anwalt. Zum Beratungsgespräch war ich ja, er würde es auch übernehmen, aber eben nicht kostenlos. Für PKH verdienen wir leider ca. 30E zuviel, war schon auf AG... Tja, da zahle ich also mit meinen Steuern den Anwalt vom KV, ich selbst kann mir keinen leisten... Armes Deutschland...

LG Lenchen

Beitrag von frieda-lotta 03.12.09 - 08:47 Uhr

Die meisten Anwälte bieten ein kostenloses Beratungsgespräch an, vielleicht hilft es erstmal.

Alles Gute u laß Dich nicht unterkriegen!:-)

Beitrag von hauke-haien 03.12.09 - 09:57 Uhr

Wie kommst du darauf, dass Anwälte umsonst arbeiten?

Beitrag von kruemlschen 03.12.09 - 10:02 Uhr

Es gibt Anwälte, die ein Beratungsgespräch nicht berechnen wenn daraus ein Mandat entsteht, das machen aber auch nicht alle.

Eine kostenlose Beratung wäre mir neu. Seit wann arbeitet in D irgendjemand umsonst?

Gruß Krüml

Beitrag von frieda-lotta 03.12.09 - 10:06 Uhr

Dann set ihr wohl nicht bestens informiert, hab es selber erlebt....:-D

Beitrag von jules1971 03.12.09 - 10:35 Uhr

Nur weil DU es selber erlebt hast, sind die anderen NICHT bestens informiert ... super Logik#augen

Beitrag von kruemlschen 03.12.09 - 11:27 Uhr

dann freu Dich darüber, trotzdem bleibt es eine AUSNAHME!

Beitrag von frieda-lotta 03.12.09 - 11:29 Uhr

Oh je, soviele schlechte Energien.... und so unentspannt....#augen

Beitrag von kruemlschen 03.12.09 - 11:33 Uhr

das hat doch damit gar nichts zu tun.

Du gibst hier einen Rat weiter, der so einfach nicht stimmt.

Stell Dir mal vor die TE rennt jetzt zu einem Anwalt weil sie denkt die 1. Beratung ist kostenlos und bekommt dann am Ende eine dicke Rechnung, würdest Du Dich darüber freuen?

Gruß Krüml

Beitrag von frieda-lotta 03.12.09 - 11:37 Uhr

Hätte ich vorher erwähnen sollen, das man LOGISCHERWEISE erstmal anruft und sich erkundigt???

Oder pollert man sowieso beim Anwalt rein und sagt: " Hier bin ich - hast Du Zeit??? "

Also ehrlich, nun wird es einwenig komisch.

Ich rufe beim Anwalt an, frage nach u vereinbare dann evtl einen Termin, falls ihr es anders macht, ist das wohl die AUSNAHME!!!

Beitrag von kruemlschen 03.12.09 - 12:45 Uhr

Ich hab mir ja schon gedacht, dass Du genau so antworten wirst.

Fakt ist, dass Du mit Deinem "Tipp" eine Erwartungshaltung vermittelst die nun mal nicht die Regel ist.

Und darum ging es. Es sind nun mal nicht "die meisten" Anwälte die eine kostenlose Beratung anbieten, sondern die Ausnahmen.

Wenn Du nicht dazu stehen kannst, dass Deine unqualifizierten Ratschläge verbessert werden, dann solltest Du es Dir vllt. sparen welche zu geben.

Es ist müßig weiter mit Dir zu diskutieren.

Gruß Krüml

Beitrag von frieda-lotta 03.12.09 - 12:51 Uhr

Ich bleibe bei meiner Meinung - die meisten... Man müsste nur mal nachfragen!

Beitrag von annasonne 03.12.09 - 13:10 Uhr

Hallo,
weiß gar nicht wo das Problem ist....ich kenne auch Anwälte die ein kostenloses Beratungsgespräche führen. Also einfach mal die Anwälte in Deiner Nähe anrufen und nach so einem Gespräch fragen und gleich abklären was weitere Gespräche/Handlungen/Schriftverkehr dann kosten würden. Und mal ne private Rechtschutzversicherung abschließen, was Dir leider jetzt nix nutzt, aber dann für später...
lieben Gruß + viel Glück

anna

Beitrag von kruemlschen 03.12.09 - 13:42 Uhr

Ich kenne keine Rechtschutzversicherung die Familienrecht mit abdeckt, aber vllt. hast Du ja einen guten Tipp?

Gruß Krüml

Beitrag von frieda-lotta 03.12.09 - 14:13 Uhr

Sorry, kann es mir nicht verkneifen - aber nun sind wir ja schon 2 mit dieser Meinung, aber nichts für ungut...
;-)

Und Rechtschutzversicherung deckt keine Familiensachen ab ... zumindestens kenne ich keine.

Beitrag von lenchen2002 03.12.09 - 17:57 Uhr

Hallo, wir haben eine RV, aber die Dame sagte uns, dass es keine RV gibt, die Unterhalts- und Scheidungssachen mit einschließt, und dass hat mir auch ein Anwalt gesagt...

LG

Beitrag von yale 13.12.09 - 19:12 Uhr

ganz ehrlich ... die wollen euch in Pfanne haun das ihr ok sagt weil dein ex vielleicht weiss das ihr euch kein eigenen Anwalt leisten könnt ... lass dich nich darauf ein.

Auch wenn er jetzt Arbeitslos ist heisst das nicht das seine bisherigen Schulden weg sind , wenn er jetzt nicht zahlen kann musst du UVG beantragen und das jugendamt holt sich das zurück ist zwar nur die mindestgrenze minus das hälftige kindergeld.
meines wissens nach zahlen die bis 6 monate rückwirkend.

schreib am besten dem Anwalt das du seinen Vorschlag ablehnst und du dir hilfe vom JA holst sprich Unterhaltsvorschuss dann kann er dem Jugendamt schreiben.

Es ist wirklich nicht mehr feierlich was manche Männer sich raus nehmen...

ich wünsche dir viel glück das alles gut geht