schreienlassen als Erziehungsmaßnahme? *etwas länger*

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von osterhasi77 03.12.09 - 12:19 Uhr

Huhu,

ich wende mich mal an euch, weil ich denke, das hier ein paar "Experten" in Sachen Erziehung hier sind. Im Forum Schlafen will ich das gar nicht ansprechen.
Mich beschäftigt seit ein paar Tagen, das Thema Kind schreien lassen. Denn irgendwie hab ich von verschiedenen Müttern gehört, das das irgendwann mal kommt. Sozusagen als erziehungsmaßnahme, das das Kind einem nicht auf der Nase rumtanzt.
Hab ein kleines Beispiel einer Freundin:
Ihr junge ist immer brav abends ins Bett gegangen. Als er ca. 12 Monate war, hat er auf einmal das schreien angefangen, als Mama ausm Zimmer ging. Sie ging dann wieder rein, hat ihn hochgenommen und er hat sie angegrinst und wollte spielen. Sie ihn wieder hingelegt, rausgegangen, er wieder geschrien, bis sie wieder rein ist. Selbes Spiel. Nach zwei Tagen hat sie ihn schreien lassen und am Tag drauf, war alles wieder so wie vorher. Er hat geschlafen, ohne irgendwelchen Probleme.
Selbst meine frühere Stillberaterin sagte mal, wenn eine Mutter ein Problem mit einem Ablauf hat, dann soll sie es ändern und drei Tage konsequent sein.
Beispiel: Die Mutter läßt ihr Kind immer auf den Arm einschlafen, irgendwann kann sie nicht mehr, weil sie Rückenschmerzen bekommt. Wenn sie das Kind aber dann anders einschlafen lassen will, muß es ja zum weinen oder schreien kommen. Das heißt also, ich muß drei Tage lang konsequent sein (das Kind auch mal schreien lassen) und dann hat es sich an den anderen Ablauf gewöhnt.
Ich hoffe, ihr versteht, was ich meine. Und ich rede von Babys ab 10 Monaten oder so. Also das man ein Neugeborenes nicht schreien läßt, ist klar.
Ich würde einfach gern ein paar Erfahrungen hören. Habt ihr eure Kinder schreien lassen oder nicht? Wenn nein, was habt ihr dann gemacht? Und mit welchem Ergebnis?
Meine Tochter ist nun 10 Monate und ich denke, das diese Phase auch noch kommt. Teilweise haben wir sie schon, seit sie aufstehen kann. Sie steht dann im Bett auf, obwohl sie schlafen soll und hundemüde ist.
Es war/ist aber bei uns nicht so schlimm, das sie zu schreien beginnt. Klar, sie jammert schon auch, bin auch anfangs rein und hab sie wieder hingelegt. Aber irgendwann hab ich sie auch länger stehen lassen und siehe da, sie hat sich selbst wieder hingelegt und schläft dann ein.

LG Melanie + Nicole (10 Monate)

Beitrag von mutterschaf 03.12.09 - 12:27 Uhr

Hi!
Doch, "man" lässt auch Babys unter zehn Monaten mal schreien. Ich hatte Schreibabys und hätte ich sie nicht mal schreien lassen um mich abzuregen, dann hätte ich sie irgendwann um die Ecke gebracht. Ausserdem hatte ich heftigste postp. Depressionen.
"Man" lässt sein Baby also nicht unbedingt aus Grausamkeit mal schreien, sondern weil man dringend mal `ne Pause braucht um seinen Gewaltphantasien keinen freien Lauf zu lassen. Das nur mal grundsätzlich.
Und ja, als meine Kinder älter waren hab ich sie auch mal schreien lassen wenn ich wusste:
Sie sind satt, sie sind sauber, sie haben keine Schmerzen, sie sind todmüde. Ich rede hier natürlich nicht von Stunden oder halben Stunden, sondern von 5, 10 Minuten. Dann reingehen, versuchen zu beruhigen, gucken ob alles ok ist. Nennt man das ferbern? Von mir aus.
LG,
Sandra

Beitrag von sternchen730 03.12.09 - 12:31 Uhr

Hallo,
da wirst Du die unterschiedlichsten Antworten bekommen...
Ich denke dazu, dass sich die Mutter gut fühlen soll, ann tut es das Kind auch. Das bedeutet, wenn das Verhalten des Kindes belastet, dann sollte es auch geändert werden. Nicht mit der Brechstange, aber konsequent.:-p
Und das Kind darf auch mal wütend sein, dass sind wir auch, wenn eine liebgewonnene Gewohnheit zu Ende geht (auf dem Arm einschlafen z.B....).
Viele Eltern trauen sich ja gar nicht, NEIN zu sagen, weil das Kind wütend werden könnte.
Ich habe meine Kinder auch mal weinen lassen...nicht lange und auch nicht ohne nachzuschauen. Ich wußte, dass es okay war und so war es auch okay. Das merkt auch das Kind.;-)
Gestern auch: Ich war mit 4 Kindern unterwegs und Paul hatte keine Lust, in den Buggy zu gehen. Ging aber nicht anders. Also hab ich denschreienden Kerl in den Buggy gesetzt und ihm gesagt, das es jetzt so sein muß. Und siehe da: Nach 2 Minuten war alles okay und er saß zufrieden drin und aß seine Brezeln.:-D
Ihn zu tragen (im Dunkeln) und noch die anderen kids im Auge zu behalten wäre zu stressig gewesen. Dazu noch den Buggy schieben, nö.
Da mußte es halt eben mal schreien, aber er war halt "nur" wütend.
So seh ich das.
LG, sternchen#stern

Beitrag von ayshe 03.12.09 - 13:29 Uhr

vllt sollte man eines klären:


##
Viele Eltern trauen sich ja gar nicht, NEIN zu sagen, weil das Kind wütend werden könnte.
##

"schreienlassen"
bedeutet ja nicht, daß man das schreien verhindert indem man dem kind alles erlaubt, was es will oder so.

natürlich können kinder wütend sein,
es ist sogar eine sehr wichtige phase,
denn auch wir haben dadurch früher mal gelernt, ganz langam, klar,
wie man überhaupt mit seiner wut umgeht,
menschen in jedem alter sind ja ab und zu wütend.

Beitrag von sashimi1 03.12.09 - 12:41 Uhr

hallo melanie,

wahrscheinlich scheiden sich hier wieder die geister und es wird ne lange diskussion.... ;-)

also kann ich jetzt nur von mir sprechen. ich habe meine kleine als baby nie *alleine* schreien lassen. es kam aber dann auch eine zeit, als sie ständig über stunden alle 20 minuten wach wurde und nicht mehr einschlief. das war für mich der grund, das einschlafstillen abzuschaffen und anfangs war das auch mit schreien verbunden - aber wie gesagt, sie war dabei nie alleine. einschlafen udn weiterschlafen klappte dann auch besser, doch ab und zu wurde und wird sie immer noch wach und meckert (kein schreien). durch zufall hab ich herausgefunden, dass ich erstmal ein paar minuten abwarten sollte. ich war damals auf der toilette und konnte nicht gleich in ihr zimmer #hicks - als ich dann soweit war, war schon wieder ruhe. mir ist aufgefallen, wenn ich sofort zu ihr reingehe und sie beruhigen will, steigert sie sich richtig rein, wird ganz wach und es dauert lange, bis sie wieder schläft. deshalb warte ich jetzt immer ein paar minuten - je nachdem WIE die kleine meckert. ich denke, jede mutter erkennt das irgendwann, wann sie wirklich gebraucht wird und wann nicht......

lg sashimi & lara *29.04.08

Beitrag von sonne_1975 03.12.09 - 12:44 Uhr

Es ist ein grosser Unterschied, ob man das Kind ALLEINE schreien lässt, weil es alleine einschlafen soll. Oder das Kind muss weinen, weil die Mutter es nicht mehr tragen kann, ABER sich mit ihm daneben legt und versucht ihn anders zum Einschlafen zu bringen.

Die zweite Methode ist durchaus OK, ich konnte meinen Sohn nicht lange tragen, er war mir einfach zu schwer (9 kg mit 5 Monaten). Man muss gemeinsam mit dem Kind eine Lösung finden, die für beide funktioniert. ABER die Mutter soll dabei bleiben.

Bei Urbia ist gerade ein guter Artikel dazu, von der Schreiambulanz:

http://www.urbia.de/topics/article/index.html?o=home&id=10100&c=0

LG Alla

Beitrag von nisivogel2604 03.12.09 - 12:45 Uhr

Ich halte da nichts von. Wie fühlst du dich dennw enn dein Kind schreit und du ignorierst es? Sicher nicht gut oder? Ich habe meine kinder immer in den Schlaf begleitet. Natürlich war das manchmal auch anstrengend, aber es hat sich gelohnt. Meine Kinder wissen das ich da bin und sie nicht allein lasse. Einschlafen ist etwas sehr wichtiges. Wer gut einschläft der verbingt auch eine erholsame Nacht.

Wer beim einschlafen Stress hat, der wird nicht so erholt sein morgens udn das wiederum hat dann für mich noch weniger Effekt als dieses sinnlose schreien lassen.

lg

Beitrag von ayshe 03.12.09 - 13:35 Uhr

und außerdem sollte schlafen, bett, abend usw.
auch eine positive basis haben,
die man eben auch so anleiern muß.

man sollte sich darauf freuen können. :-)

Beitrag von schwarzbaer 03.12.09 - 12:57 Uhr

meine Kleine (2 3/4) hat das Schreien (echtes Wutgebrüll) als Maßnahme entdeckt, wie man die Aufmerksamkeit der Eltern weg von der Schwester (mit der man gerade Hausaufgaben macht oder Melodika übt) auf sich selbst zu ziehen. Da hilft nur das Kind schreien lassen und in sein Zimmer schicken - und glaub mir, ich kann sehr wohl unterscheiden, ob mein Kind was hat oder ob sie einfach aus Bock und Wut brüllt - das hört man.

Dito abends. Wutgeheul, Mama soll noch mal reinkommen (obwohl ich schon 3 x drin war, noch mal zu trinken (Wasser) gebracht habe, Buch vorgelesen habe, 2 Lieder gesungen habe, Gespenster verscheucht habe etc.). Auch da reines Wutgebrüll, es hilft nur schreien lassen - wenn ich reingehe, fängt sie an ihre Kuscheltiere nach mir zu werfen und Mama geh raus zu brüllen. Das Ganze ist reiner Bock - kam ganz plötzlich vor 1 Monat und wird wahrscheinlich genauso plötzlich wieder verschwinden.

Es ist nur eine Phase *ommmmmmm*

gruß, schwarzbaer

Beitrag von dominiksmami 03.12.09 - 12:59 Uhr

Hallo,

oha ja..ich habe meinen Sohn auch mal schreien lassen, da war er sogar noch viel jünger.
Er war ein Schreibaby und wenn ich alleine im Haus war mußte ich auch mal aufs Clo, oder mal tief durchatmen oder einfach nur mal einen Schluck trinken etc..

Aber natürlich habe ich ihn niemals wirklich extra alleingelassen wenn er schrie, auch nicht als er größer wurde.

Ich war da, habe getröstet und trotzdem konsequent das getan was ich erreichen wollte.

Ein Kind darf mal wütend sein, aber Trost braucht es dennoch, denke ich...nur muß der ja n icht so ausfallen wie das Kind es sich gerade wünscht.

Wenns z.B. ums Hinlegen geht...würde ich ein Kind das weint, nicht wieder aus dem Bett holen, wohl aber würde ich da sein, es kurz streicheln, ein paar beruhigende Worte sprechen und dann wieder gehen usw.

Das man irgendwann nicht mehr wie von der Tarantel gestochen springt, wenn man weiß das es dem Kind eigentlich gut geht und es "nur" schreit um seinen Kopf durchzusetzen, ist aber denke ich auch ganz wichtig.

lg

Andrea

Beitrag von osterhasi77 03.12.09 - 13:03 Uhr

Ich danke euch schon mal für eure Antworten!
Ich sehe, ich muß noch was anmerken!
Ich meinte, das ALLEIN schreien lassen. Nicole hatte als Baby auch ihre Schreiphasen, da war sie aber nie allein.
Und falls es mal vorkommt, höre ich auch sicher auf meinen Mutterinstinkt. Nur Nicole schläft allein ein, seit sie 5 Monate alt ist, ohne Probleme. Hab sie vorher auch in den SChlaf begleitet. Nur, was wenn sie das nicht mehr macht? So auf einmal? Da wäre ich mir jetzt unschlüssig!

LG

Beitrag von lisasimpson 03.12.09 - 13:23 Uhr

was willst du denn dann jetzt hören?
du hast deine tochter nie alleine schreien lassen und nun schläft sie prima ein- wo ist das problem?

Ich denke nicht, daß man pauschal ne Antwort drauf geben kann, ich denke aber, daß wenn kinder uns und unser Nähe verlangen, wir darauf reagieren sollten.
Es ist nicht immer möglich (gerade beim 2.,3. oder 4. Kind) jedes Bedürfnis sofort und vollständig zu erfüllen. das 4. kind wird wahrscheinlich nicht in den genuß (?) kommen, daß die Mutter sich ne stunde dazulegen kann, bis es sich zum Mittagsschlaf legt (obwohl ich so ein Beispiel gerade im Bekanntenkreis haben, wo das tatsächlich klappt:), aber es ist immer ein Unterschied, ob ich als mutter auf das reagiere, was sich aus der situation ergibt und was für die beziehung stimmig ist oder ob ich als Erziehungsmaßnahme Kinder ohne Not alleine lasse mit ihren Gefühlen.

Eine Mutter, die sich zeit nimmt, ihr Kind hinzulegen,m ein ritual durchführt und das kind ins bett bringt, daß dem kind erklärt (und sei es noch so klein), daß jetzt die mutter sich um die Geschwister kümmern müsse, daß sie aber komme, wenn etwas nicht in orndung sei und dann eben nicht sofort rennen kann, kann sehr stimmig für das kind sein.
Eine Mutter, die am ende ist und es nicht schafft, jetzt zum 20. mal ins zimemr zu gehen und dies dem kind ankündigt und sagt, sie möchte, daß das Kind nun einschläft und sie kann es jetzt nciht begleiten dabei. sie traue es dem kindaber zu, dies alleine zu tun und das kind dann 5-10 minuten alleine läßt handelt vielleicht verantwortungsbewußter, ls eine mutter, die über Ihre eigenen grenzen geht.

Eine mutter ,die ein gutes gefühl dabei hat, ihr kind in jeden schalf zu begleiten und sich mit hinzulegen handelt genauso sinnig und fürs kind nachvollziehbar, wie eine mutter ,die entschiede hat, daß ihr Kind (und wir reden jetzt nicht von babys, sondern vielleicht ab einem jahr) nun nicht mehr beigeleitet wird, indem sie sich langsam immer weiter vom bett weg positioniert, jeden abend eine stück weiter und so zeigt, daß sie dem kind jeden abend einen schritt mehr zutraut in bezug auf alleine einschlafen.

Ein größeres Kind (vielleicht ab 2), bei de mes zur gewohnheit geworden ist, abends zu brüllen beim zu bett gehen, kann es sogar (unter umständen) helfen, wenn die Mutter/ der vater ankündigt, daß auf dieses gebrüll nicht mehr reagiert wird, daß statt dessen die mutter nochmal reinkommt nach 5, 10 und 15 minuten um nach ihm zu schauen. dazu kann man z.b. eine Zeitschaltuhr für ein kleines licht, eine sanduhr, stoppuhr o.ä. verwenden. die mutter kommt aber nur dann, wen ner nicht brüllt. dies kann erfolgreich sein und dazu führen, daß das kind eine sicherheit bekommt, die es ihm erlaubt wieder ruhig einzuschlafen,..

usw.

also eine einfache Antwort auf ein noch nicht mal vorhandenes problem kann ich da nicht geben.

meine kinder haben das alleine einschlafen beide von selbst gelernt und es war ein schrittchenweise loslassen auf beiden seiten. wenn es aber doch mal vorkommt, daß es nicht klappt (was sehr selten ist), dann geh ich natürlich nachschauen und beruhige- was sollte ich denn sonst tun?!

lisasimpson

Beitrag von osterhasi77 03.12.09 - 13:44 Uhr

Huhu,

genau SOWAS wollte ich hören! ;-)
Ich will auch keine Lösung auf (m)ein Problem, sondern nur ein paar Meinungen, weil ich mir ein paar Gedanken gemacht habe!

LG

Beitrag von lisasimpson 03.12.09 - 13:48 Uhr

na, da könnte ich noch endlos so weiterschreiben, allein die zeit fehlt mir:)

Aber was ich schon eigenartig finde, ist daß deien Bekannten davon ausgehen, daß jeder die gleichen Erziehungsmethoden anwendet und immer auf ähnliches Probleme gleich reagiert- meine Erfahrung zeigt, daß das absolut nicht der fall ist.
und selbst wenn zwei Menschen auf ein ähnlich (anmutendes) Problem gleich reagieren, ist das noch lange nicht das gleiche. es spielt doch viel mehr mit rein als nur die bloße "tat". wenn ich der festen Überzeugung bin, gerade das richtige für mein kind zu tun oder wenn ich es mache, weil sonstwer das von mir verlangt werde ich meinem kind doch völlig unterschiedliche Sachen vermitteln, oder?!

Was sin denn genau deine Überlegungen dazu gewesen?!

lisasimpson

Beitrag von osterhasi77 03.12.09 - 14:01 Uhr

Ich bin zum überlegen gekommen, weil ich wirklich von drei Müttern direkt (und von deren Bekannten indirekt) erfahren habe, das sie so vorgegangen sind. Ich muß sagen, ich lese sehr viel und frage auch nach sehr vielen Meinungen. Ich picke mir dann das für mich "richtige" raus. Bei diesem Thema kommt es mir nur irgendwie so vor, wie wenn einfach jede irgendwann mal zum schreienlassen kommt. (weil sie halt den schon älteren Kindern unterstellen, das sie einfach das Schreien hernehmen um zu "manipulieren")
Ich für meinen Teil, bin mir ziemlich sicher, wenn es soweit wäre (naja, in abgeschwächter Form, hatten wir das auch schon ;-)), das ich auf meine Mutterinstinkt höre und dann für mein Kind "richtig" reagiere.
Es wundert mich halt wirklich, das viele halt einfach noch so einfach sagen, laß sie doch mal schreien, sonst tanzt sie dir auf der Nase rum.
Und ich muß sagen, von der älteren Generation hört man/ich das noch öfters

Beitrag von lisasimpson 03.12.09 - 14:46 Uhr

um ganz ehrlich zu sein- der einzige ort, wo ich sowas "höre" ist urbia.

Als mein großer Sohn ein baby war hat er viel geschrien. es wäre mir nie in den sinn gekommen, ihn alleine zu lassen. Als er sprechen konnte (also "schon größer war") rief er eben nach mir. ein kind, daß in seinem bett sitzt und "mama, ko- oomm" ruft ignorieren? wie könnte ich?

natürlich setzten Kinder das ein, um ihren "willen durchzusetzte"N, nur wen nder Wille(=Wunsch) heißt, daß sie lieber nochmal mit mama kuscheln als alleine im bett zu hocken, dann ist das doch völlig legitim, oder?!

Wenn ich mir vorstelle, ich liege schon im bett ,kann nicht einschalfen, habe schlecht geträumt oder mir ist einfach stink lngweilig und ich rufe meinen mann, der noch im Wohnzimmer sitzt.
was würde ich also von einem solchen menschen, den ich liebe und der mich liebt erwarten?
Ich persönlich gehe davon aus, daß er dann kommt, dann können wir noch immer klären, ob mein Bedürfnis nach Nähe jetzt an erster Stelle stehen muß (was bei einem kleinen baby ja nicht geklärt werden muß), oder ob ein aufschub, eine Alternative oder was auch immer möglich ist.
wenn ich das allerdings jeden abend mache und mein mann aber ein völlig anderes Bedürfnis hat, muß grundsätzlich geklärt werden, welches problem da zwischen uns beiden besteht und auf welchem Wege man ds lösen kann, um beiden gerecht zu werden.
Daß er einfach nicht mehr kommt ,wenn ich ihn rufe und dringend bräuchte wäre für mich aber keinesfalls eine Option...

Alles Liebe
lisasimpson

Beitrag von ayshe 03.12.09 - 15:08 Uhr

schön gesagt :-)


ja, wenn sie sprechen können,
versteht man auch, um was es vorher schon ging, als sie noch nicht sprechen konnten.


ich sage ja immer,
wenn ich so höre, was meine tochter mir abends so erzählt,
warum sie mich braucht,
warum sie mich vermißt, wenn ich mal weg bin...#verliebt

sie ist ein kind und auch mit 5,5 noch "klein",
klein mit großer angst vor albträumen usw.

Beitrag von lisasimpson 03.12.09 - 18:05 Uhr

Ja gelle- ich kann mir niemanden vorstellen, der zu der kleinen, die dir am abend sagt: "ach bleib doch noch ein bißchen bei mir, weil es sonst so dunkel ist und ich mich so alleine fühle" sagen, du mußt jetzt schlafen und da kannte sagen was du willst, du tanzt mir nicht auf der nase rum...

aber bei nem baby (oder eben so kleinem kind, daß nicht in der lage ist, sich auszudrücken) geht man davon aus, daß es auf jeden fall ganz üble absichten sein müssen, die es dazu bewegen, die mutter/ Vater/ nähe einzufordern...

Sehr eigenartig eigentlich- loht sich vielleicht mal ne Untersuchung dazu...

lisasimpson

Beitrag von schullek 03.12.09 - 22:42 Uhr

ich bring immer gerne den vergleich: wenn deine schwester/bruder/mutter herzerreißend jammert oder traurig ist, sagst du dann auch:; ach komm, heul doch, du willst doch eh nur getätschelt werden, aber mit mir nicht! ich durchschaue dich!

nein, das denken einige nur von ihren babys. die erwachsenen würde man trösten udn unterstützen.

lg,

schullek

Beitrag von ayshe 04.12.09 - 08:43 Uhr

ja, allerdings!

aber was meinst du für eine untersuchung?

Beitrag von lisasimpson 04.12.09 - 08:54 Uhr



Na,ja, es wird ja im moment viel in die Forschung der Bindung im säuglingsalter sowie in früher erste Hilfen investiert.
Da würde es sich doch lohnen, mal hinzuschauen, wie es zu diesen Einstellungen kommt, Babys "schreien" zu lassen, um ein "auf der nase rumtanzen" zu vermeiden.

Beitrag von ayshe 04.12.09 - 10:31 Uhr

ach so, das meinst du.

oh ja, das würde mich persönlich aber auch sehr interessieren.


bei sears kam in "schlafen und wachen" auch schon so einige zum thema "änderungen durch industrialisierung".
das fand ich auch schon sehr interessant.

Beitrag von lisasimpson 04.12.09 - 10:39 Uhr

ja klar-
auch das hier ist so´ne sache.
vor 100 jahren konntest du dein Kind nicht in "seinem Kinderbett" in "seinem Zimmer" schreien lassen, denn so groß waren die wohnungen gar nicht.
daher mußtest du was tun, um das Kind "ruhigzustellen" und wenn das eben nähe war, dann war das kind eben mit dabei.

Gitterbetten im eigenen Zimmer sind ja ne erfindung der letzten 50 -80 jahren.

Ich denke, daß auch daher die Idee der "älteren Generation" (was ich hier öfter lese) kommt. Denn dort steht das ja in Verbindung mit "Luxus und Freiheit", mit neuen Ideen und der abkehr von dem, was die Generation der Eltern machten/ machen mußten.

Aber finde das tatsächlich sehr spannend, weil wir ja hier nicht von eltern reden, die ihrem 5 jährigen Kind das recht auf ein bißchen nähe bei ängsten am abend absprechen würden..


lisasimpson

Beitrag von ayshe 04.12.09 - 10:54 Uhr

ja, es kommen sehr viele soziologische entwicklungen mit hinein, die vieles verändert haben.


und selbst wenn die kinder früher nicht bei den eltern schliefen,
so schliefen sie meist ja mit den anderen geshwistern zusammen im zimmer, also auch nicht allein.


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Aber finde das tatsächlich sehr spannend, weil wir ja hier nicht von eltern reden, die ihrem 5 jährigen Kind das recht auf ein bißchen nähe bei ängsten am abend absprechen würden..
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ja, den unterschied habe ich nie begriffen.
und wenn ich meine kleine reden höre,
dann glaube ich fest, daß es ihr als baby auch nicht anders ging,
nur konnte sie es natürlich nicht so klipp und klar rüberbringen.

wenn ich mir vorstelle, ich hätte es damals einfach ignoriert,
sie sagt es mir aber heute,
dann hätte ich echt ein sehr, sehr schlechtes gewissen.

Beitrag von osterhasi77 03.12.09 - 15:31 Uhr

Naja, vielleicht liegt es daran, das wir aufn Land leben.
Es ist halt bei uns einfach "anders". Ist jetzt nicht böse gemeint, aber es ist so. Bei uns wären auch KITAs verpönnt und gibts auch so gut wie keine. Bei uns werden die Kinder zur Oma gegeben, "nicht in Fremde Hände".
Ich bin sehr offen für alles eingestellt und ecke deshalb auch schon mal mit meinen Mitmenschen an. Oder mit den Leuten im Dorf *lach*
Ich kann ja mal berichten, wenn ich in der Situation sein sollte! Ich hoffe es jedenfalls nicht oder zumindest hoffe ich, richtig zu handeln.

LG Melanie