Selbstvertrauen stärken...Sport? Psychologe?

Archiv des urbia-Forums Kids & Schule.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von madmat 03.12.09 - 15:40 Uhr

Hallo allerseits,

es geht um meinen 10-jährigen Sohn.
Er war entwicklungsverzögert, konnte aber alles gut nachhole. Er hat leider ADS und damit einhergehend einige Probleme.
Nun sagte mir seine Leherin, daß es scheint, er hätte 0 Selbstvertrauen. Er macht seine Klassenarbeit (Toilettendienst...) shr ordentlich und penibel und sagt ständig Lehrern bescheid, wenn sich Kinder verletzt oder wehgetan haben, nur leider nimmt er dies nicht auch für sich in Anspruch. Er läßt sich veralbern von vorn bis hinten und verhält sich sehr angepasst. Wenn sich die Kinder vor dem Schulgebäude aufstellen, steht er entfernt von der Klasse... ect pp.
In einigen Dingen erkenne ich mich selbst wieder, obwohl ich schon (obwohl schüchtern) ein Teil der Klassengemeinschaft war.
Er versucht seit 2 Jahren zwanghaft, sein Seepferdchen zu machen.
Nun sagte unser Doc, sollten wir mal was anderes versuchen, eine andere Sportart. Was würdet ihr empfehlen, wo es nicht unbedingt auf die Kraft ankommt.

Er ist sehr eigenständig erzogen. Er ist unser größtes Kind, und hat dadurch vielleicht früher als andere Kinder gelernt, zu helfen (Tisch abräumen ect) Er ist also nicht "kleingehalten".

Ist es zwingend notwendig, eine Psychotherapie zu machen? Er hat schon so viele Termine, wo er hin will ( Schwimmunterricht, Tanz AG...) Ich will meinem Sohn auch noch ein bißchen Freizeit lassen.

Gibt es hier Kinder, die eine Psychotherapie gemacht haben? Wie läuft das ab?

LG und vielen Dank

Beitrag von leiahenny 03.12.09 - 15:52 Uhr

Sport zu Stärkung ist sicher nicht schlecht ( Psychotherapie habe ich keine Erfahrung), aber Sport funktioniert nur, wenn eine bestimmte Intensität auch zum Erfolg führt. Einmal die Woche ist nett, aber meist ohne jede Wirkung.
Du solltest mit Ihm zu probieren, was macht soviel Spaß, dass er es intensiv erleben möchte (Mein ADS Sohn braucht Termine und mag freie Zeit auch heute nur begrenzt). Hierbei ist es wichtig ihn entsprechend zu beraten, also wer klein und zierlich ist, wird als Eishockeyspieler nur leiden. Schwimmen würde mal ganz lassen. Wenn er tanzen mag, dann ist vielleicht Balett oder Eiskunstlauf das richtige.

Viel erfolg.

Beitrag von madmat 03.12.09 - 15:58 Uhr

Danke für Deine Antwort.

Unser Arzt schlug uns Judo o ä vor. Ich weiß allerdings nicht, ob das wirklich ohne Kraft geht. Er ist eben eher schmal und schmächtig.

Das Schwimmen mag er eigentlich sehr, nur wird es für sein Selbstbewußtsein eher nicht förderlich sein, weil er es einfach nicht hinbekommt. Allerdings haben wir Angst, vor der weiterführenden Schule. Sollte da auch Schimmuntericht sein, wäre er als Nichtschwimmer wieder außen vor...

Nochmals vielen Dank

Beitrag von leiahenny 03.12.09 - 16:13 Uhr

Also normalerweise gibt es Schwimmen erst wieder in der Oberstufe als Wahlfach und bis dahin ist ja noch ein bißchen ;-). Erkundige dich einfach mal bei der Schule an die ihr denket, vielleicht ist dann der Druck da einfach weg.

Judo oder auch Aikido ist Technik und nicht Kraft, aber was mag er ?
Kraft kann man trainieren, auch in dem Alter geht das ganz gezielt.
Hm , kann er gar schwimmen oder schafft er einfach die Strecke nicht ?
Wenn er eigendlich schon schwimmmen kann und gerne im Wasser ist, was ist mit Turmspringen ?

Beitrag von madmat 03.12.09 - 16:29 Uhr

Hi,

nein, er bekommt das Schwimmen garnicht hin. Er schafft das 2-3 Züge und dann paddelt er wie ein Hund. Und der Schwimmlehrer motzt ihn dann natürlich an, daß es so nicht geht. Und wie gesagt, geht das schon über 2 Jahre so.

Mir kam gerade die Idee, wie es wäre, ihn in einem "Tanzstudio" anzumelden. Allerdings brauchen die Lehrer da schon ne Menge Geduld...

Was er mag? Am liebsten würde er stets und ständig Lexika durchlesen und Experimente machen. Er ist nicht so der sportliche Typ.

Liebe Grüße

Beitrag von leiahenny 03.12.09 - 16:51 Uhr

So wie du ihn schilderst, würde ich mit ihm sportlich mal zum Aikido gehen (ist keine Wettkampfsportart, sondern im Mittelpunkt steht es die eigene Energie/ Kraft zu finden - macht mein Sohn seit vielen Jahren).
Aikido machen sowohl Kinder, wie Erwachsene - Besondere Menschen wie andere.
Und dann was für die Kopf:
kennst du das hier http://www.die-kinder-uni.de/html/vorlesungsverzeichnis.html.

Beitrag von madmat 03.12.09 - 19:12 Uhr

Hey, ein super Tip mit der Uni!!!

Hoffe, in usnerer Nähe findet das auch statt!

LG und vielen dank

Beitrag von jono 03.12.09 - 18:59 Uhr

Hallo,

wie wäre es denn, wenn er im Schwimmen Einzelunterricht bekäme?

LG
Jono

Beitrag von zanadu 04.12.09 - 07:41 Uhr

Hallo, ich habe auch so vorsichtige Exemplare. Zum Glück motrisches Fitter.
Wenn dein Sohn solche schwirigkeiten mit dem Schwimmen hat, finde ich das schon seltsam. Wart ihr schon einmal bei Arzt zur Überprüfung. Vieleicht steckt ja mehr dahinter. Meine Beiden hatten / haben Ergotherapie.
Sucht euch doch eine nete Schwimmschule. Meine haben ihr Seepferdechen in einer kleinen privaten Schwimmschule gemacht .Die Frau hat sich mit jedem Kind liebevoll beschäftig.
Tanzen stelle ich mir mit sowenig Kordination schon sehr schwirg vor.
Manschaftsport mögen meine garnicht. Meine waren zum psychometrischen Turnen. Dafpür ist dein Sohn leider schon zu groß.
Wie währe es mit theapeutischen Reiten. Meine gehen jetzt Beide einmal die Woche Reiten und voltegieren.
Bei Malte hat es aber ast drei Jahre gedauert bis er sich auch getraut hat. Es war super toll für sein Selbstbewußtsein. Er hat leider auch keinen Anschluß an seine Klasse und mehr wie dein Sohn. Jedenfalls hat es sich getraut , als er ein Gedicht aufsagen sollte, zu sagen das er sich nicht traut ,weil die anderen Kinder lachen.
Nebenbei wird dein Sohnn in seiner Klasse vielleicht gemobbt?

Beitrag von 3erclan 03.12.09 - 19:02 Uhr

Hallo

meine hat auch ein sehr kleines Selbstbewusstsein.

Sie hat im März einen SElbstbehauptungskurs gemachtu nd das hat ihr sehr geholfen.
DAs Taekwondo hat ihr auch sehr gut geholfen nur leider wurden die Trainingszeiten doof verlegt.

Der Selbstbehauptungskurs findet jedes jahr im März statt.

lg

Beitrag von daniko_79 03.12.09 - 20:58 Uhr

Hallo

Auf jeden Fall braucht er einen Gemeinschaftssport .. Fußball, Tennis, Basketball, Handball oder so was .. denke das hilft Ihm und Euch schon weiter aber er muss es halt auch wollen .

Dani

Beitrag von herkuline 04.12.09 - 08:19 Uhr

Hallo!!!

Gegen die von dir beschriebenen Probleme haben wir uns mit Psychomotorik gewehrt - und zwar erfolgreich.
Das Selbstbewußtsein und das Gefühl dafür, bei manchen Sachen auch anders sein zu dürfen, ist dadurch gewachsen.
Mal in Kurzform:
Bei dem ganzen geht es um Bewegung, positive Verstärkung....
Es kommt nicht auf die Kraft an, sondern das sich schrittweise einbringen in die Gruppe.
Ein Leitsatz aus der Pschomotorik:
Psychomotorik ist der Weg zu mir selbst und die Brücke zu den Anderen!!!

Solltest du Fragen zu dem Thema haben, schreib mich einfach über VK an!

Ansonsten erkundige dich einfach mal in deiner Umgebung nach Psychomotorikgruppen!!!

LG
herkuline

Beitrag von gismomo 04.12.09 - 09:14 Uhr

Psychomotorik kann ich ebenfalls wärmstens empfehlen.

Bei meinem Sohn hat das wahre Wunder gewirkt. Er war fünf, als er dort angefangen hat, und er war damals nicht in der Lage irgendwo ohne mir hinzugehen. Innerhalb eines halben Jahres haben wir es dann geschafft, dass er alleine im Raum blieb und ich sogar nicht mal mehr draußen warten musste sondern ihn anschließend abholen konnte. Aber es hat ein halbes Jahr gedauert, und die Situation war so verfahren, bevor wir mit der Psychomotorik angefangen haben, dass ich nicht mehr geglaubt hatte dass er es irgendwann einmal schafft. Dann war aber der Knoten geplatzt und er blieb auch alleine beim Logopäden oder ging auf einmal ohne mir zu Kindergeburtstagen etc.

Heute ist er sieben und immer noch ein sehr anhängliches Kind (ich werde jeden Tag mindestens fünf Mal von ihm umarmt), aber er ist viel offener und kann sich wesentlich besser lösen und offener mit anderen Kindern umgehen.

Leider ist die Psychomotorikgruppe jetzt genau zu der Zeit, zu der er Mittagschule hat - er wollte gerne weitermachen und auch der Kinderarzt hat es befürwortet, aber zeitlich überschneidet es sich.

Im Übrigen waren bei ihm damals ausschließlich Jungs und sehr viele, die ihm von der Art her sehr ähnlich sind - also auch eher zurückhaltende Kinder, keine "Hoppla-hier-komm-ich"- Kinder. Ich habe auch die Mütter kennengelernt und wir haben viele Ähnlichkeiten festgestellt und fanden es dann sehr schade, dass unsere Kinder nicht in die gleiche Klasse gehen, da sich sich bestimmt "gefunden" hätten.

Dass ich da nicht gleich dran gedacht habe, als ich einen Beitrag gelesen hab...ich kann dir die Psychomotorik wirklich wärmstens empfehlen!

lg
K.

Beitrag von butler 04.12.09 - 09:34 Uhr

Mein Sohn ist in Therapie und es bekommt Ihm sehr gut.
Er hat Einzelsitzungen. Desweitern geht er in eine Astroclub (es sind dort max.5 Schüler) das gibt ihn auch Selbstvertrauen.
Wir stehen zwar noch am Anfang aber es wird
lg.

Beitrag von shalom 04.12.09 - 10:22 Uhr

Hallo,

ich glaube du beschreibst gerade meinen Sohn#schock.
Genau die gleichen Probleme haben wir auch, nur dass unserer schon etwas älter ist, und mittlerweile auch schon eine Therapie hinter sich hat.. Eine Psychotherapie hat bei uns nicht sehr geholfen. Erst als wir zum Heilpädagogen gingen klappt nun einiges besser. Dieser hat uns auch Bogensport empfohlen. Hier kann mein Sohn mittlerweile gute Erfolge verbuchen.

Wir haben auch schon Judo usw. ausprobiert, aber aufgrund seiner motorischen Probleme schafft er dies nich so wie die anderen, und fühlt sich natürlich blamiert.
Also kommt das leider für ihn nicht in Frage.

Das mit dem Selbstvertrauen hat er immer noch nicht im Griff. Immer noch sehr angepasst, immer auf die Meinung anderer horchend.

Ich habe schon an eine Selbsthilfegruppe gedacht, leider scheint es auf diesem Gebiet keine zu geben.

VG shalom