Opa liegt im Sterben, was tun?

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von yozevin 04.12.09 - 08:56 Uhr

huhu ihr

muss mich mal bissel aussprechen, glaube ich....

mein opa väterlicherseits liegt wohl im sterben, so wie es aussieht! ich habe ihn so ziemlich seit dem tod meiner oma nicht mehr gesehen, die ganze familie hatte sich von ihm und meiner tante abgewandt, weil meine tante viele gerüchte verbreitet und somit zahlreiche missverständnisse geschürt hat! also haben meine eltern sich abgewendet, wegen vieler streitigkeiten etc! mein bruder und ich haben es immer noch mal probiert, ihn zu besuchen und mit ihm klar zu kommen, weil wir uns dachten, es sind halt die streitigkeiten zwischen vater und und sohn, nicht zwischen opa und enkelkinder! naja, gescheitert sind wir allerdings dann auch immer wieder, weil meine tante meinem opa weiterhin irgendwelchen müll erzählt hat und weitere missverständnisse aufkamen! Beispiel: wir waren zum 90. geburtstag meines opas dort, durften kurz ins wohzimmer, um zu gratulieren und wurden dann von meiner tante rauskomplimentiert mit den worten, dass sie ja nun zum essen gehen wollten, um den geburtstag zu feiern! ist wirklich nur eins von vielen beispielen! irgendwann haben wir es dann ganz sein lassen und sind nicht mehr hingefahren!

meine eltern haben es, eher auf drängen meiner mutter, immer wieder versucht, mit meinem opa wieder kontakt zu finden, sie sind hingefahren, um ihn zu unserer hochzeit einzuladen (ich wollte es nicht mehr, um nicht noch mal enttäuscht zu werden!), sind zwischendurch so mal hingefahren etc... zur geburt unseres sohnes hat meine mutter ihm bilder geschickt, allerdings ist er mittlerweile komplett blind und konnte sie somit leider nicht mehr sehen! im oktober etwa sind meine eltern dann erneut hingefahren, so als letzter versuch sozusagen! meine mutter hat dann eine aussprache gefordert, da es meinem vater auch sehr schlecht geht und mein opa nun mittlerweile 98 ist und seine lebenserwartung halt auch recht gering ist! da kam dann raus, was meine tante alles über unsere familie verbreitet hat bei meinem opa und meinem opa ist klar geworden, was für ein mieses stück (sorry, aber es ist leider echt so!) meine tante ist! seitdem fahren meine eltern relativ regelmäßig zu ihm (er wohnt in einer betreuten seniorenanlage, allerdings in einem appartment allein!), um ihm mal sauerfleisch oder grünkohl oder solche leckerlis zu bringen etc!

soviel zur geschichte!

gestern waren meine eltern nun wieder da und haben dabei erfahren, dass opa mit beidseitiger lebensgefährlicher lungenentzündung im krankenhaus liegt! sie waren gleich da, es geht ihm wirklich sehr schlecht! er ist eingefallen, verwirrt, liegt nur noch, isst und trinkt nicht, weil er sich verschluckt und das die pneumonie nur verschlimmert! die ärzte sagen, wir sollen mit allem rechnen!

nun bin ich mir allerdings unsicher, was ich tun soll! wie gesagt, ich habe ihn seit knapp 8 jahren nicht gesehen! ich würde ihn lieber in erinnerung behalten, wie ich ihn kannte! hintergrund dafür ist, dass es bei meiner oma ähnlich war, ich habe sie vor ihrem tod einige monate nicht gesehen, dann kam sie ins krankenhaus und ich habe sie dort besucht, aber sie war irgendwie nicht mehr meine oma! sie lag im koma, war völlig aufgeschwemmt, halt ein anderer mensch, zumal ich sie vorher nie krank erlebt hatte.... nun habe ich angst, dass es mir bei meinem opa genauso geht! immerhin ist es lange her.... ich habe ihm komplett alles verziehen, wenn es denn was zum verzeihen gab, denn es kam ja eher von meiner tante! aber ich weiß nicht, ob ich das kann! zumal es mir mit der schwangerschaft echt mies geht, ich habe eine symphysenlockerung, mir tut das komplette becken weh und vermutlich würde ich gar nicht hinkommen! allerdings kennt mein opa seinen urenkel halt auch nur vom hörensagen, denn sehen konnte er die fotos ja nicht! aber ist es ratsam, mit einem 10 monate alten säugling zu einem sterbenden zu gehen?

nun frage ich mich allerdings, ob ich es nicht irgendwann bereuen werde, nicht hingegangen zu sein! bei meiner oma habe ich es mir lange zeit gewünscht, ich hätte es nicht getan! ich hatte echt lange dran zu knabbern, das zu verarbeiten! das möchte ich nicht nochmal mitmachen! wie gesagt, ich würde ihn lieber als meinen opa in erinnerung behalten wie er war! aber ist es ihm gegenüber fair? ich bin so unsicher!

so, nun ist das alles wahnsinnig lang geworden, wer es bis hierher geschafft hat, dem danke ich! ich wollte einfach mal mit wem drüber reden! velleicht kennt jemand solche situation und kann mir sagen, wie er reagiert hat!

LG Yoze

Beitrag von dk2207 04.12.09 - 09:25 Uhr

Hallo,

erstmal tut es mir leid was alles so passiert ist.

Dein Opa hat ein tolles alter erreicht,trotzdem wird es schwer werden wenn er denn dann gehen muss.

Es ist ganz allein deine Entscheidung ob du hin gehst oder nicht,wenn du schon bei deiner Oma damals so gelitten hast und bereut hast nochmal hin zu fahren solltest du es lassen,niemand wird dir dafür Vorwürfe machen. Was vielleicht schön wär wenn deine Eltern ihm was von dir ausrichten würden,das du ihn lieb hast und ihm seinen Frieden wünschst oder sowas.

Ich kann verstehen wie schlimm das ist. Damals als meine Oma starb war ich auch nachdem ich sie im Krankenhaus besucht hatte sehr durch den Wind,ich kannte sie so nicht,sie war so anders und ich hab auch gesagt das ich nicht mehr erleben will wenn jemand im sterben liegt. trotzdem 3 Jahre später starb mein Opa,eine Woche lang lag er im sterben es wurd tag zu tag schlimmer und ich war täglich da,mehrere Stunden ich wusste es wird schwer und ich denk noch heute oft dran aber ich bin froh das ich da war,er sah so zufrieden aus als er dann starb und das hat mir gezeigt das es richtig war das mein opa gehen konnte auch wenn es weh tut,er hatte seinen Frieden.

Du solltest dir überlegen ob du hin fährst oder ob du lieber was übermitteln lässt und dann nur zur Beerdigung fährst wenn er denn stirbt. oder ob du die Kraft hast ihn so zu sehen,es ist nicht leicht aber du wirst sicher die für dich richtige Entscheidung treffen.

Alles Gute

Beitrag von marionr1 04.12.09 - 09:59 Uhr

Hallo!

Als meinem Opa schlecht ging, bin ich nicht hingefahren, weil ich selber gerade krank war und ihn nicht anstecken wollte.
Ich habe ihn leider vor seinem Tod nicht mehr gesehen und werde es mir nie verzeihen.
Alles Gute für deinen Opa.

Lg Marion

Beitrag von annesarah2002 04.12.09 - 10:27 Uhr

hallo yoze,

ich kann dir nur eins raten: geh hin.... es ist vielleicht die letzte möglichkeit ihn zu sehen. sag ihm, daß er gehen kann, wenn er keine kraft mehr hat. vielleicht wartet er auch nur drauf...

als meine oma ins kh kam, nur wegen leicht zu niedrigem blutdruck, da verlangte sie mit einemal nach fast 2 wochen nach mir und meinem mann... wir sind hingefahren, obwohl ich schwanger war mit unserem 4. kind. wir haben auch unseren damals grad 1jährigen sohn mitgenommen. meine oma wußte, daß sie gehen muß. das weiß ich heute. sie hat mir viele schöne dinge erzählt. ich war erschrocken, in welch schlechtem zustand sie war. als wir uns verabschiedeten, sagte sie mir, wie sehr sie uns alle liebt und dass wir gut auf unsere kinder aufpassen sollen. sie sind alle so toll und unser letztes kind wird auch ein sonnenschein.
das war auf einen mittwoch. am sonntag in der früh kam sie auf die intensiv. da bin ich noch mal zu ihr hin. am nachmittag wurde eine lungenspiegelung gemacht. von der hat sie sich nicht mehr erholt. wurde noch verlegt, aber leider zu spät. sie fiel ins koma. ich hatte leider wehen bekommen und konnte somit nicht noch mal zu ihr fahrne. ich war sehr traurig darüber. an einem dienstag ist sie verlegt worden, eine woche später ist sie eingeschlafen. das ist nun fast 4 jahre her und ich würde alles drum geben, meine oma noch mal sehen zu dürfen....

geh zu ihm, verabschiede dich. das wird dir in der trauerarbeit sehr helfen.

lg manu mit sarah, anne, *+krümelchen, patrick und danny