Internationale Abschlüsse (z.B. IB) in DE

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Forum: Kids & Schule

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Beitrag von arthurmama 04.12.09 - 09:31 Uhr

Hallo zusammen,

ich habe eine Frage an alle diejenigen, die die Möglichkeit / Notwenidigkeit hatten die Wahl zu treffen zwischen einem deutschen Abschluß (Mittlere Reife / Abitur) vs. internationalen Abschluß (z.B. International Baccalaureat) weiterführender Schulen in DE.
Wie habt Ihr Euch entschieden (für Eure Kinder) und warum?
Wie beurteilt Ihr die getroffene Entscheidung im Nachinein?

VG. I.

Beitrag von wetterleuchten 04.12.09 - 19:27 Uhr

Bei uns in Trier bietet nur ein Gymnasium Abi/Bac - sowohl Abitur als auch Baccalaureat: sie bieten ab der 5. Klasse verstärkt Französisch an, ab der 7. Kl. auch billingual, dann belegt man bei dem Abitur die Hauptfächer billingual (außer Deutsch versteht sich). (es gibt natürlich wie bei allen anderen Gymnasien mit sprachlichem Schwerpunkt insg. 3 Fremdsprachen und eine menge anderer Fächer, aber im moment meinte ich nur das Abi/Bac-System). Für mich ist das bei weitem der beste Abschluß, der hier angeboten wird, deshalb wollen wir diese Möglichkeit in Anspruch nehmen. Wir werden uns für eine Stelle in dieser Klasse anmelden (sie haben leider nur 2 bilinguale Klassen - eine "normale" und eine ganztags. Wir brauchen - aus Familiengründen - unbedingt Ganztagsschule, deshlab kommt für uns nur 1 Klasse in Frage),
Was das "nachhinein" betrifft, kann ich dir leider nicht beantworten, da mein großer erst ab dem nächsten Schuljahr (2010/2011) seinen gymnasialen Weg einschlägt. Aber ich kann mir kaum vorstellen, diese Entscheidung zu bereuen - angenommen, wir werden dahin aufgenommen:-)

LG

Beitrag von arthurmama 06.12.09 - 10:47 Uhr

Hallo wwetterleuchten,

tja, bei uns ist es so, dass entweder der IB (International Bac, was nichts mit dem Franz. Bac. zu tun hat) gemacht werden kann oder eben an einer anderen Schule ein bilinguales Abi.
Die Schule hat erklärt, dass es einem Kind nicht zumutbar wäre beide Richtungen zu verfolgen. Es ist wohl in Einzelfällen und mit viel Fleiß möglich beides zu erreichen, aber wegen des (sehr) unterschiedlichen Lehrinhalts, Arbeitsweise und des unterschiedlichen Bildungszieles (Abi-sehr detailreich, aber Inselwissen, IB eher breites Wissen, aber weniger tief) einfach eine Überforderung.
Würde ich in Trier wohnen, würde ich vermutlich auch denselben präferieren den Ihr vorhabt. Wie wohnen in Mitte-DE ....

Vielen Dank für Deine Einblicke,
I.

Beitrag von mc3 05.12.09 - 12:10 Uhr

Oft ist es möglich, sowohl einen deutschen als auch einen internationalen Abschluss zu bekommen, dann ist es kein Problem.

Wenn man nur einen internationalen Abschluss bekommt, würde ich mich vorher schon genau informieren, ob und wie dieser anerkannt wird. Das hängt i. d. R. nicht nur von der Bezeichnung des Abschlusses ab, sondern auch von der Schule. Man hat auf jeden Fall eine Menge Laufereien, und im schlimmsten Fall gehts auch gar nicht. Das deutsche Bildungssystem ist hier schon ziemlich wirr, selbst eine "deutsche" Hochschulreife in einem Bundesland ermöglicht nicht in jedem Fall ein Studium in einem anderen Bundesland - es kommt auch drauf an, an welcher Schulart sie erworben wurde.

Beitrag von arthurmama 06.12.09 - 10:55 Uhr

Hallo mc3,

das wußte ich gar nicht, dass eine deutsche allgemeine Hochschulreife nicht bundesweit anerkannt wird. Wohl bei NC-Fächern kann man mit Strafpunkten rechnen, abhängig von der besuchten Schule, aber dass es so weit geht läßt mich den Kopf schütteln.

Der IB ist wohl gem. Kultusministerkonferenz gleichzusetzen mit dem Abi, da gibt es auch Umrechnungsregeln - so das Gesetz, die Realität kenne ich nicht - deswegen die Frage.

Aber, wenn man ein IB hat und eigentlich feststellt, dass eine deutsche Lehre zunächst besser passt, was dann???

Genau das sind meine Bedenken!

Vielen Dank für Deine Antwort.
LG.

Beitrag von mc3 06.12.09 - 17:26 Uhr

> das wußte ich gar nicht, dass eine deutsche allgemeine
> Hochschulreife nicht bundesweit anerkannt wird.

Die "normale" vom Gymnasium schon, aber es gibt ja noch diverse andere Wege.

> Der IB ist wohl gem. Kultusministerkonferenz
> gleichzusetzen mit dem Abi, da gibt es auch
> Umrechnungsregeln - so das Gesetz, die Realität kenne
> ich nicht - deswegen die Frage.

Ja, so einfach ist das alles nicht. Das fängt schon damit an, dass der IB in Deutschland derzeit nicht in allen Fächerkombinationen anerkannt wird, wenn man Wikipedia glauben darf.

Und dann hilft Dir ein Beschluss der KMK in der Praxis wenig, wenn Deine Bewerbung trotzdem einfach abgelehnt wird. Ich kenne die Problematik von den neuen Studienabschlüssen, da ist der "Master of Science"-Abschluss laut KMK auch einem Uni-Diplom gleichzusetzen. Ich hab trotzdem alle meine Bewerbungen auf entsprechende Positionen im öffentlichen Dienst zurückbekommen. Die Regelungen kennt bis heute kaum jemand, obwohl es die Abschlüsse jetzt schon jahrelang gibt.

> Aber, wenn man ein IB hat und eigentlich feststellt,
> dass eine deutsche Lehre zunächst besser passt, was
> dann?

Lehre dürfte kein Problem sein, weil dafür ein Schulabschluss normalerweise keine offizielle Voraussetzung ist.