Kind ohne Vater großziehen?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von julie8r 04.12.09 - 11:58 Uhr

Hallo zusammen,

habe gestern schon mal gepostet:
http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=30&tid=2379357

Gibt es hier eine Frau, die sich dafür entschieden hat, ihr Baby alleine zu bekommen, ohne Partner?

Ich habe am Dienstag einen Beratungstermin bei pro familia, bin aber noch ganz offen bzw. weiß einfach nicht, ob ich das Baby austragen soll.

Ist es nicht unheimlich herb, ein Kind ohne Vater großzuziehen? Wie schwer ist es, habt Ihr es je bereuht?

Ich wäre Euch so dankbar für Eure Erfahrungen.
#blume Julie

Beitrag von arienne41 04.12.09 - 12:17 Uhr

Hast Post

Beitrag von maschm2579 04.12.09 - 12:28 Uhr

Hallo Julie,

mein kleiner "Unfall" ist heute 21 Monate und das Beste was mir passieren konnte #verliebt

Ich habe mich getrennt und erfahren das ich SS bin. Mir war klar das ich das Kind nicht abtreiben kann, immerhin lebt es schon und hat einen Herzschlag und alle Organe...da war ich in der 5ten SSW

Meine Familie u Freunde standen hinter mir, der KV wollte das ich abtreibe da ein Kind so nicht groß werden kann.

Während der SS gab es Streit und Krieg

Nach der Geburt war seine Familie stolz wie Bolle, total glüclich und taten als ob nie etwas gewären wäre. Sie eilten zur Intensiv (sie war ein Frühchen) und ich dachte. ok sie gehören zu Ihrere Familie.

Heute nach 21 Monaten verstehen wir uns gut. Nach einem Vaterschaftstest und viel Papierkram hat sich alles zum guten gebessert u meine Tochter u ich besuchen die Familie ca 1x im Monat und 1x im Monat kommt Ihr Vater zu uns. Mehr Intersse hat er nicht bzw mehr Zeit (weiß ich nicht)
Aber die Familie freut sich u mit seiner Mum habe ich ein suuper Verhältnis.

Tja zum allein sein... es war hart, schön und ich würde nichts anders machen.

Ich mußte sofort wieder arbeiten (von zu Hause) nach 7 Monaten mußte meine Maus in die Krippe und ich wieder ins Büro. Ich war Abends oft fertig da sie im ersten Jahr bis zu 25x die Nacht wach war und geschrien hat.
Sie war ein frühchen, hatte ab Krippenstart ca 7x Bronchitis, Krupp Husten, Lungenentzündung, Noro Virus, Bindehautentzündung, Influenza u Co.
Wenn ich nicht zu Hause war, war ich oft beim Arzt #augen
Wenn ich nicht beim Arzt war, waren wir irgendwen von der großen Familie besuchen oder bei Freunden...

Tja und heute? Habe ich das tollste Leben was man sich vorstellen kann. Ich habe jemanden kennengelernt mit dem ich mir eine Zukunft vorstellen kann, meine Tochter hat auf einen Schlag 3 Geschwister bekommen #schwitz
und im Job läuft es gut.

KOpf hoch Süße, es sieht schlimm aus und hört sich schlimm an. Aber es gibt viel Hilfe und wenn das Baby da ist, bist DU der glücklichste Mensch der Welt #liebdrueck

Du darfst Dich gerne über VK melden.

lg Maren

Beitrag von kruemlschen 04.12.09 - 12:40 Uhr

Hallo Julie,

meine Situation ist etwas anders. Mein Sohn ist ein Wunschkind beider Seiten gewesen, aber ich habe mich von meinem Exmann im 6. SS-Monat getrennt.

Also ja, ich habe mich dafür entschieden mein Kind alleine zu bekommen und groß zu ziehen nur eben unter anderen Umständen und ich hatte dann natürlich auch keine "Wahl" mehr (diese Frage hätte sich allerdings nie bei mir gestellt).

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich es manchmal sogar als Vorteil sehe alleinerziehend zu sein. Allerdings habe ich das Glück eine super Familie und einen tollen Freundeskreis zu haben die alle hinter uns stehen und mich nach Möglichkeit tatkräftig unterstützen.

Klar, finanziell könnte es bestimmt besser sein. Ab und an hab ich schon ein schlechtes Gewissen, weil mein Sohn viel fremdbetreut wird, aber bereut habe ich es NIE!

Mein Sohn hat seinen Vater noch nie gesehen, ob er es jemals wird steht in den Sternen, sicher würde ich mir wünschen dass mein Sohn einen liebenden Vater hätte, der sich gerne und gut um ihn kümmert aber man kann eben nichts erzwingen. Und auch Kinder die ohne Vater aufwachsen werden groß und können dabei glücklich sein ;-)

Wenn man will, geht alles - die Frage ist eben nur OB man will.

Denk in Ruhe darüber nach und triff keine übereilte Entscheidung.

LG & alles Gute
Krüml

Beitrag von jules1971 04.12.09 - 14:18 Uhr

Hallo,

ich habe mich zwei Tage vor dem positiven Schwangerschaft getrennt ... nur der Verdacht schwanger zu sein, hat mir die Kraft und emotionale Distanz gegeben, mich aus dieser traumatischen Beziehung zu befreien.

Aufgrund meines langjährigen Leidensweg mit meiner Endometriose-Erkrankung war der Kinderwunsch bei mir eigentlich schon abgeschlossen und ich habe auch nicht mehr daran geglaubt, dass ich noch mal schwanger werden würde ... dementsprechend habe ich auch verhütet, nämlich gar nicht ... zumal ich ja auch lange gemeint habe, dass der Vater meiner Tochter DER Mann für mich ist (na ja, Griff ins Klo ... lange Geschichte), so dass eine Schwangerschaft auch okay gewesen wäre (thanx god, dass ich noch rechtzeitig hinter seine Maske gucken konnte).

Und weil nun eben diese Schwangerschaft ein großes und willkommenes Wunder für mich war, habe ich nicht eine Sekunde gezögert, mich für diese Kind zu entscheiden ... für dieses große Geschenk.

Für mich ist meine Tochter das Beste, was mir passieren konnte ... vorher habe ich mein Leben vor mich hingelebt, war mehr oder minder glücklich und zufrieden, hatte nicht viel Verantwortung, habe immer mal wieder was neues im Job gemacht, insgesamt eher losere Verbindungen (bis auf Familie und sehr enge Freunde) gepflegt.

Durch meine Tochter bin ich bei mir selbst angekommen, ich weiß, wer ich bin (und wer nicht und mache mir und anderen da auch nichts mehr vor), wo ich im Leben stehe und wo es hingehen soll ... mein beruflicher Ehrgeiz ist wieder geweckt und anstatt vor mich hinzudümpeln, mal diese mal jenes (wenn auch vorher immer erfolgreich) zu tun, verfolge ich jetzt meine gesteckten Ziele konsequent .. ich habe mir ein dichtmaschiges soziales Netzwerk aufgebaut ... und bin mit Freunden und Familie noch näher zusammengerückt ... habe mein Wohnumfeld verändert ... und fühle mich wohler als je zuvor.

Ich habe es immer als Privileg empfunden, allein erziehend zu sein ... die Freiheiten, die man dadurch hat, wiegen jede Anstrengung, die man alleine bewältigen muss, tausend Mal auf.
Meine Tochter und ich hatten die Zeit und die Ruhe ein wunderbares Team zu werden ... eine enge Verbundenheit zu erleben ... ein großes Vertrauen in einander zu haben. Ich musste mich nie zwischen den Rollen Mutter und Partnerin zerreißen und konnte uns unser Leben so einrichten, dass es für uns BEIDE passt.

Nein, ich habe es keine Sekunde bereut.

Alles Gute,
Julia

Beitrag von carmen_28 04.12.09 - 19:22 Uhr

Hi Julie,

also bei mir was es ähnlich: ich hatte mich schon getrennt vom KV und erst nach 1 Monat nach einem Schwangerschaftstest wußte ich dass ich es bin und war schon in der 10.SSW! Tja da blieb nicht viel zum überlegen und ich hatte Gott sei Dank meine Familie als große Unterstützung. Es war alles sicherlich nicht leicht, egal ob Wohnungssuche, Ämter, Job etc. doch jetzt wo meine Tochter 3,5 Jahre alt ist, bereue ich ganz und gar nichts. Ich bin froh sie zu haben, egal wie schwierig es manchmal ist. Klar ich kann nicht mal eben in de Urlaub oder spontan ins Kino gehen, doch mit einem gut strukturiertem Tagesablauf funktioniert es super gut.
Hör einfach in Dich hinein, wenn Du Dich stark genug fühlst, dann tu es. Manchmal denkt man, man steht vor geschlossenen Türen; doch plötzlich öffnet sich eine und die nächste usw.
Falls Du noch Fragen hast, kannst Dich gerne melden.
Viel Glück
carmen_28:-)

Beitrag von idualc 05.12.09 - 10:30 Uhr

Hallo Julie,

ich bin von einem ONS schwanger geworden.

Ich habe mich von Anfang an für mein Baby entschieden. Jetzt ist meine Maus schon 4 einhalb.
#schock Wie die Zeit vergeht...

Mein Leben hat sich komplett verändert, mein Freundeskreis ist ein anderer - aber ich bin glücklich!! Sie ist das Beste was mir je passiert ist. Und, seit ich sie habe, habe ich das Gefühl, dass endlich dieser Sinn im Leben da ist, nachdem ich in 10 rastlosen Jahren gesucht habe.

Sicher hatte es einen Einfluß, dass ich schon seit 2 Jahren fertig mit dem Studium war und einen festen Job hatte...

Mit dem Vater haben wir einen recht guten Kontakt, dafür dass er 800km weit weg wohnt. Wir fahren ca. 3-4mal im Jahr dorthin. Er war leider noch nie hier.
Meine Tochter liebt ihn - und so soll es auch sein.