Job - 2 Optionen, ich brauche mal Meinungen

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Beitrag von bruchetta 04.12.09 - 19:52 Uhr

Hallo zusammen!

Ich suche einen Minijob, weil ich aus verschiedenen Gründen, nicht mehr arbeiten kann.
Wie das denn so ist, entweder man hat gar nichts oder 2 zur Auswahl.
Letzteres trifft seit heute auf mich zu:

1. Job in der Spielhalle
Arbeitsbeginn sofort, Halle liegt gleich im Nachbarort, durch Nacht- und Feiertagszuschläge mehr als € 400,-- (obwohl der Stundenlohn sehr gering ist).
Allerdings gibt es dort kein Tageslicht, man muss durchsetzungsstark sein, damit die Gäste einem nicht auf der Nase rumtanzen, Überfallgefahr.

2. Job im Reisebüro
Ich komm eigentlich aus dem Reiseverkehr, habe aber die Ausbildung nicht.
Man würde mich bis Ende März dort in die Reservierungsprogramme einweisen und anschließend könnte ich auf € 400-- Basis dort arbeiten. Guter Stundenlohn.
Allerdings fast 30 km einfache Fahrtstrecke. Erstmal nur Kosten bis ich eingearbeitet bin, da ich dann noch nichts verdienen werde.

Ich weiss überhaupt nicht, wie ich mich entscheiden soll. Eigentlich brauchen wir jetzt schon ein Zubrot und nicht erst in 4 Monaten. Außerdem entstehen ja ganz schöne Fahrtkosten bei dem Reisebüro-Job.
Allerdings ist das natürlich die bessere Stelle, keine Frage!

Ich bin ein wenig ratlos, was würdet Ihr tun?


Beitrag von curlysue1 04.12.09 - 20:03 Uhr

Hallo,

warum machst Du nicht beides?

Da das eine doch viel Nachts ist?

Wenn Du dann eingearbeitet bist, (dauert das solange? unentgeldlich??)

Kündigst Du die Spielhalle.

LG

Beitrag von lebelauter 04.12.09 - 20:06 Uhr

4 Monate lang unentgeltliche Einarbeitung klingt für mich unseriös.

Beitrag von crazyhasi1981 04.12.09 - 20:07 Uhr

Hi.

Ich persönlich würde den Job im Reisebüro annehmen, weil es dort einfach ruhiger zugeht und ich nciht so der Nachtmensch bin.

Aber es kommt auf deine Situation an...

1. Hast du eine Tochter. Sie ist 5 Jahre alt. Da sind die geregelten Arbeitszeiten im Reisebüro sicher von Vorteil.

2. Du schreibst, du kannst nicht mehr arbeiten. Für immer? Oder wirst du in ein paar Jahren vielleicht wieder arbeiten gehen können? Falls ja, wäre die Möglichkeit, eine Vollzeit-Einstellung zu bekommen, sicher im Reisebüro größer als in der Spielhalle. (Meine Meinung)

3. Die Fahrtkosten sind zwar erstmal da, allerdings kannst du die dann bei der Steuer wieder gegenrechnen.

4. Du bist 40. Ich kenne dich nicht, ich kenne deine Lebensumstände nicht. Ich weiß nicht, wie "fit" du bist (oh gott, bitte nicht falsch auffassen, manche sind mit 40 noch wie 25, manch andere schon wie 55 #schwitz) Wo möchtest du denn in 10 Jahren sein. Deine Tochter ist dann 15. Nachts in der Spielhalle oder tagsüber in einem Reisebüro...

Also, ich würde das Reisebüro vorziehen...

LG von Dani

Beitrag von bruchetta 04.12.09 - 20:20 Uhr

Ich bin chronisch krank! In 2006 wurde mir ein Tumor aus dem Kopf entfernt, dabei wurde meine Hirnanhangdrüse so beschädigt, dass sie nicht mehr arbeitet.
Ich bin also hormonkrank und leide da zum Teil schon sehr drunter, mal mehr, mal weniger.
Am meisten leide ich unter Erschöpfungszuständen.
Ich habe in 2007 meine Erwerbsminderungsrente eingereicht. Der Vorgang liegt jetzt beim Sozialgericht.
Vollzeit werde ich auf keinen Fall mehr arbeiten können, mit Glück irgendwann Teilzeit.
Im Moment ist da nicht dran zu denken, deshalb auch € 400,-- und das auch nur, weil wir das Geld brauchen.
Soviel zum Thema "Fit" ;-).
Das mit dem Reisebüro wäre schlußendlich für 1 vollen Tag in der Woche und für jeden zweiten Donnerstag nachmittag.
Und für ca. 7-8 Wochen im Jahr voll (Urlaub, Inforeisen, Seminare der Inhaberin).
Ich denke, das ist zu schaffen.
Diese Einarbeitungszeit ist schon realistisch. Zum einen werde ich dort nicht täglich 8 Stunden sitzen, zum anderen lernen andere dafür 3 Jahre.
Ich habe zwar Erfahrung im Reiseverkehr, aber nur im Reiseveranstalterbereich, nicht so sehr im Reisebüro.
Das ist ein Unterschied.

Beitrag von curlysue1 04.12.09 - 20:22 Uhr

Wie gesagt, wenn das eine blos einen Tag ist, würde ich beides machen und dann im März eins ablegen.

Beitrag von bruchetta 04.12.09 - 20:25 Uhr

Ja, das hat mein Mann auch schon vorgeschlagen, vielleicht sollte ich mir beides dadurch mal offen halten.
In der Spielothek sind es im Schnitt 2 Schichten die Woche à 8 Stunden (16 - 24 Uhr).
Und vielleicht ist es ja ganz toll da.... #schwitz

Beitrag von curlysue1 04.12.09 - 20:33 Uhr

Also mein Traum wäre es auch nicht, aber so hättest Du sofort Geld und ab März einen schönen Job, vorausgesetzt Du schaffst es gesundheitlich.

Beitrag von windsbraut69 05.12.09 - 09:01 Uhr

16h/Woche kannst Du doch auch im regulären Teilzeitjob arbeiten. Warum muß es denn dann unbedingt ein Minijob sein ohne die soziale Absicherung?

Ist es nicht möglich, mit ähnlicher Stundenzahl wlieder in den bisherigen Job einzusteigen?

Eine so lange unentgeltliche Einarbeitungszeit scheint mir nicht okay. Klar mag es ein Job sein, den sonst gelernte Kräfte machen, aber selbst in der Ausbildung gibt es doch eine Vergütung.

LG

Beitrag von crazyhasi1981 04.12.09 - 20:36 Uhr

Hi.

Das ist ja nicht so schön mit der Krankheit. #liebdrueck Meine Mama hatte einen Schlaganfall mit 47 Jahren. Sie kann auch nicht mehr arbeiten (kann sich nciht mehr konzentrieren, muss eine Seite eines Buches etwa 5x lesen, um zu wissen, was da steht...) , hat volle Erwerbsunfähigkeit.

Ok. Also, dann würde ich es auch so machen. 4 Monate beide Jobs. Wenn die unbezahlte Einarbeitungszeit vorbei ist, kannst du die Spielhalle ja kündigen. Wenn der Job im Reisebüro ein Reinfall ist, kannst du in der Spielhalle weitermachen, sofern du es körperlich (wg. der Erschöpfungszustände) schaffst.

Was müsstest du denn in der Spielhalle machen? Hast du viel rumzulaufen, oder sitzt du eher an der Kasse und darfst Gewinne auszahlen??

Haben die anderen Verständnis, wenn du aufgrund deiner Krankheit mal ausfällst? Ich mein, ob du (wenn du nicht kannst) die Möglichkeit hast, Schichten zu tauschen etc.?

Man, das ist wirklich eine schwere Entscheidung. Aber mach doch erst mal beides. Eines kannst du immer noch wieder aufhören, je nachdem, was für dich, deine Familie und deine Gesundheit am besten passt.
Du musst ja sicher zuhause auch sehr viel tun, oder? Ein Bauernhof macht doch sehr viel Arbeit.
Geht dein Mann arbeiten? Was macht er?

Beitrag von bruchetta 04.12.09 - 21:18 Uhr

Vielen Dank für Dein Verständnis! #herzlich
Ja, mein Mann arbeitet Vollzeit, allerdings in einer Zeitarbeitsfirma. D.h. wir liegen mit seinem Gehalt knapp über dem Existenzminimum (+Kindergeld).
Allerdings zahlen wir kaum Miete.
Wir bewirtschaften den Hof nicht, sondern wohnen zur Miete im Bauernhaus. Der Bauer hat noch einen anderen Hof, in dem er selbst wohnt.
Ich habe alle 14 Tage eine Putzhilfe, die anderen Arbeiten (auch Putzen zwischendurch) mach ich selbst.
In der Spielothek (aber natürlich auch im Reisebüro) sitzt man ja viel, von daher wird es sicher gehen.
Die nette Chefin aus der Spielothek hat mich auch wegen Einschränkungen gefragt. Aber mal eben durchsaugen u.ä. schaff ich, mache ich zu Hause ja auch.
Mein Psyche spielt mittlerweile auch nicht mehr so richtig mit.
Anfangs war damit alles i.o., dann bekam ich Depressionen. Daraufhin wurde mir ein Antidepressiva verschrieben, das aber extrem müde machte.
Letztendlich lag das alles aber daran, daß ich zuwenig Cortison bekommen habe.
Jetzt fühle ich mich wieder ganz gut, ohne alles!
Allerdings bin ich mit Dingen, die mich aus meiner Routine reißen extrem überfordert.
Man bedenke, daß uns Mitte der Woche ein Auto kaputt gegangen ist. Wir mußten uns also schnellstmöglich um einen neuen Wagen kümmerm.
Das dauerte insgesamt 2 Tage, in denen wir viel unterwegs waren.
Ich war total überfordert, völlig erschöpft, hatte Schweißausbrüche usw.
Von daher brauche ich einen ruhigen Job, in dem ich mich wohl fühle.
Ich bin geneigt, am Montag morgen zum Probearbeiten in die Spielothek zu gehen.
Aber ich guck morgen nochmal in die Zeitung, vielleicht gibt es ja noch etwas tolles!!
Liebe Grüße
bruchetta

Beitrag von crazyhasi1981 04.12.09 - 22:07 Uhr

Na dann wird es ja höchste Zeit, dass du unter Leute kommst... ;-)

Das mit dem überfordert sein, kenne ich von meiner Mom.
Sie fängt bei jeder Kleinigkeit an zu weinen, weil sie z. B. bei Gesprächen nicht folgen kann.

Wenn sie irgendwo anrufen muss, bei der Telefongesellschaft, Versicherung etc. dann braucht sie Hilfe. Ich hab schon einige Telefonate für Sie erledigt. Weil sie es einfach nicht schafft.
Sie kann sich nicht konzentieren, nicht ordentlich zuhören. Sie hört es zwar, aber sie hat die Fähigkeit verloren, sich diese gehörten Dinge sofort zu merken.
Wenn sie dann bei der Bank z. B. sitzt und die ihr erklären wollen, wie die Riester-Rente funktioniert, kapiert sie es einfach nicht. Da die anderen das ja nicht wissen können, steht sie dann immer als total doof da und fängt dann deswegen an zu weinen.
Es ist sehr schwer für sie, sie war vorher Buchhalter und war hochangesehen in der Firma. Sie hat an neuen Programmen mitgearbeitet, Filter gesetzt etc. Sie war sehr gut im Kopfrechnen und jetzt bekommt sie die einfachsten Dinge nicht mehr zustande.
Sie nimmt auch Antidepressiva. Dazu kommt, dass sie eine Arthrose im Sakralgelenk hat. Das ist inoperabel und sie braucht starke Schmerzmittel.

Wenn meine Tochter bei ihr ist, dann blüht sie ein wenig auf. Sie ist dann abgelenkt und grübelt nicht den ganzen Tag. Sie hat dann eine Aufgabe. Die brauchst du auch! Dann geht es dir bestimmt wieder besser...

Ich weiß, dass gehört eigentlich alles nicht hierher, aber da ich das so miterlebe, weiß ich bzw. denk ich zu wissen, wie es dir geht... #liebdrueck

Probiere doch beide Jobs aus. Dann wirst du ja sehen, was dir Spaß macht und mit welchem Job du besser klar kommst.
In der Spielothek gibt es vielleicht mehrere Situationen, die dich aus der Fassung bringen könnten. Kunden (nennt man die so?), die verlieren oder Pöbeleien von An- und Betrunkenen...
Du wirst ja sehen, ob du mit diesen "Problemen" dann konfrontiert bist oder eher im Hintergrund agierst und das gar nicht so mitbekommst.

Beitrag von myimmortal1977 04.12.09 - 22:22 Uhr

4 Monate unentgeltlich Arbeiten ist glatte Ausbeute. Man sollte nicht mehr als max. 3 Tage ohne Lohn Arbeiten.

Finde ich nicht besonders..... Da ich denke, dass es gut sein kann, dass die sich die Nächste nach den 4 Monaten holen, die sie unentgeltlich einarbeiten.

Außerdem ist ne Einarbeitung auch Arbeit für Dich.... Das würde ICH nicht machen.

LG Janette

Beitrag von bruchetta 05.12.09 - 11:45 Uhr

Du hast Recht!
Ich habe dem Reisebüro heute eine email geschickt, daß ich das grundsätzlich machen möchte, aber auch in der Einarbeitungszeit wenigstens € 6,-- pro Stunde haben möchte (schließlich habe ich ja auch die hohen Fahrtkosten).
Nach der Einarbeitung gibt es immerhin € 9,-- pro Stunde, das ist für diese Region recht gut.
Bei der Spielothek habe ich abgesagt.
Ich habe heute alternativ noch etwas in der Zeitung gefunden (Büroarbeit kombiniert mit Zulassungsdienst für Fahrzeuge).
Da kann man am Montag morgen anrufen.
Mal sehen....

Beitrag von wasteline 04.12.09 - 22:38 Uhr

Wenn Du bei Job 1 mehr als 400 € bekommst, dann ist das kein Minijob mehr. Also Vorsicht.