Umfrage: ist Liebeskummer bei euch "tageszeitabhängig"?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von schwarze umfrage 04.12.09 - 20:54 Uhr

hallo ihr lieben,

mir ist in letzter zeit was aufgefallen und ich wollte mal nachfragen, ob ihr ähnliche erfahrungen gemacht habt!

ich habe mich vor einigen wochen von meinem freund getrennt, obwohl ich ihn noch liebe. :-( die gründe sind hier nebensächlich - es ging einfach nicht mehr, wir sind zu verschieden.

morgens geht es mir recht schlecht. nach dem aufwachen, nach ein paar sekunden, wenn einem dann alles einfällt.... puh. dann ist es für einen moment, als wäre es grade erst passiert.

wenn ich dann aufstehe, mich beschäftige, was zu tun habe, dann wird es besser. klar, dann bin ich ja auch abgelenkt.

den tag über kommt es dann darauf an, wie viele situationen auftauchen, die mich an ihn erinnern... jede situation gibt dann einen kleinen stich.
wenn ich sehr beschäftigt bin, geht es mir gut, dann denke ich nicht viel darüber nach.

abends geht es mir richtig gut. dann kann ich auch an ihn denken, ohne dass es so extrem wehtut wie z.b. morgens.

jeden abend habe ich das gefühl - hey, ich bin drüber weg! mir gehts wieder gut ohne ihn!

und dann am nächsten morgen.... das gleiche spiel wieder von vorne. und täglich grüßt das murmeltier.

ist doch irgendwie komisch, oder?

geht es jemandem von euch ähnlich?

ist liebeskummer wirklich "tageszeitabhängig"? wenn mich meine freunde manchmal fragen, wie es mir denn jetzt damit geht, dann sage ich wahrheitsgemäß "morgens gehts mir schlecht, abends gut" #kratz

ja, die umfrage ist vielleicht etwas sinnlos, aber mich interessiert doch, wie das bei euch so ist :-)

viele grüße, ****

Beitrag von silk.stockings 04.12.09 - 21:05 Uhr

Liebeskummer hatte ich immer abends ... extrem zum Teil. Tagsüber hab ich für "sowas" keine Zeit.

Aber meine Erfahrung zeigt: es geht vorbei, jedesmal.

#liebdrueck

Silk

Beitrag von nic-mz 04.12.09 - 21:05 Uhr

Hallo!

Ja definitiv ist es bei mir so bzw. ähnlich.

Zumnindest morgens und abends und in Zeiten, in denen ich wenig bis gar keine Beschäftigung habe.

LG nic

Beitrag von schwarze umfrage 04.12.09 - 21:13 Uhr

hallo, ich nochmal!

dann ist es ja bei euch beiden doch anders als bei mir.

mich wundert ja gerade, dass es mir abends so gut geht. auch wenn ich nichts zu tun habe und nur vorm fernseher sitze z.b. - trotzdem gehts mir gut.

komisch, aber macht nix, bin ganz zufrieden damit ;-)

@silk: klar gehts vorbei, irgendwann - ich wünschte nur, es wäre schon soweit :-)

lieben gruß

Beitrag von nic-mz 04.12.09 - 21:34 Uhr

Wahrscheinlich hast Du abends einfach keine Energie mehr ;-) :-p

Freu Dich doch wenigstens darüber, dass Du einigermassen gut in den Schlaf findest.

Wünsch Dir alles Gute

nic

Beitrag von joulins 04.12.09 - 21:18 Uhr

Hallo!

Ich denke, das ist normal ... zumindest ist es der normale Tagesverlauf bei Depressionen (morgendliches Tief, abendliches Hoch) - und Trennungen sind auf eine Art ja ähnlich dekonstruktiv wie eine Depression.

Ich kann mich gut entsinnen an die Zeit nach den Geburten meiner Kinder, vor allem an das morgendliche Erwachen: da gibt es diesen Moment zwischen Traum und Erwachen, in dem man denkt, alles ist schön ... und dann die urplötzliche, blitzartig wachmachene Erkenntnis: NEIN! NICHTS ist schön und normal! Das Kind ist da! Du MUSST jetzt was tun! RAUS! WACH! VERANTWORTLICH! HAMSTERRAD! Aufspringen, ins Bad rennen, kotzen war eins ... schlimme Zeit. Aber lang vorbei. :-)

Und ich denke, das ist eben der Moment, den du beschreibst: früh, nachdem die Erkenntnis wieder ihren Platz in deinem Bewußtsein eingenommen hat, ist allesalles Mist. Und dann, im Laufe des Tags, rappelst du dich hoch. Ist der Tag gut gelaufen, gibt er dir das Gefühl, daß du dein Leben im Griff hast, und das verschafft dir positive Gefühle und macht dich letztlich stark. War der Tag mies, dann ist dein Abend wohl ähnlich niederschlagend ...

Ich kann da nur den alten Satz bringen: die Zeit heilt alle Wunden. Ich habe unlängst auch mal gedacht "von diesem Treffer erhole ich mich nicht so leicht" ... Fakt ist (nach nun 2 Monaten), die Zeit hat es gerichtet. Ich träume nicht mehr davon, muß bei Lovesongs nicht mehr gegen Tränen kämpfen, blicke schon reflektierend zurück.

Gib dir Zeit ... und versuche, auch den Kummer und Schmerz als Teil der Liebesbeziehung zu sehen, die hinter dir liegt. Dieser Kummer im Nachhinein läßt dich noch einmal die Intensität der zurückliegenden Zeit nachempfinden ... und er hat dich letztendlich an diesen Punkt gebracht. Das ist doch gut so, oder?

denkt sich
Joulins

Beitrag von silk.stockings 04.12.09 - 21:28 Uhr

Komisch, bei mir ist das anders. Morgens habe ich gar keine Zeit nachzudenken, hatte ich noch nie. Abends schon und abends kommen dann die traurigen und bitteren Gedanken.

Allerdings kann ich seit etwa einem Jahr auch abends besser arbeiten als Morgens, das war früher anders.

Ob mein Biorhytmus sich ändert? #schock

Beitrag von joulins 04.12.09 - 21:37 Uhr

Nein, Silky, ich denke, das hat was damit zu tun, daß deine Kids schon groß sind, und du morgens einfach funktionieren mußt, ist bei mir mittlerweile ähnlich. Der Mann ist ja vorbildlich und wuppt den Morgen, d.h., er steht um 5:30 auf, macht Küche+Frühstück+Kinder, und mein kleiner Sohn weckt mich um 7 (wenn ich zuhause geschlafen habe #cool). Das bedeutet für mich: Hochstart, keine Zeit für irgendwas außer Zahnputz, Kaffee, Sonnenbrille, Kinder raffen und zur Schule schippen (Mann fährt ja nicht Auto, remember?)

ABER: früher, als früh noch Zeit war, da hatte ich Zeit, morgens schon in die Gedankenspirale einzutauchen ... Horror. Manchmal mußte ich früh um 5 den TV anschalten, damit ich aus dem Zwangsgedankenkarussell rauskam.

Ich denke, was du nun erlebst, ist normal für "normalen Kummer" ... aber eben nicht für akuten Kummer - solchen, der dich so massiv in die Knie zwingt, daß man sich morgens übergeben muß. :-(

Beitrag von silk.stockings 04.12.09 - 21:41 Uhr

Joulins, sowas hatte ich einfach nie. Abends Weinkrämpfe, okay .. aber gekotzt vor Kummer? Nä. Nie.
Aber ich kann auch nicht brechen, außer ich bin schwanger. Nach dem Tod meines Sohnes wollte ich zeitweise nicht mehr aufstehen, das ging vielleicht zwei Wochen, dann musste ich. Und seitdem muss ich eigentlich immer aufstehen, selbst dann, wenn ich bis halb sieben morgens mit Aggi am Küchentisch gesessen bin - spätestens um zehn MUSS !!! der Hund raus.

Beitrag von joulins 04.12.09 - 21:47 Uhr

Um 10??? Wie machst du das? Die Hunde, die in den letzten Monaten miterlebt habe, mußten spätestens früh um 7 raus? #kratz Aber da war ich ja auch schon immer schon ab halb 6 weg ...

Morgens bis halb sieben mit euch feiern ... fände ich ja echt mal angebracht. #schein

Aber zum Thema: du warst einfach nie depressiv. Also, im pathologischen Sinne. Sei froh drum. Aber du bist ja auch eine Wassermann-Frau. #blume

Have a drink with me ... ich fühl mich heute so:

http://www.youtube.com/watch?v=fveEU8NAhcc

Beitrag von silk.stockings 04.12.09 - 22:00 Uhr

Tolles Lied.

Nein, ich war nie drepressiv. Dazu neige ich einfach nicht. Ich trauere excessiv, ich leide auch, aber ich freue mich auch unglaublich. Ich bin grausig extrovertiert aber deshalb fresse ich auch nichts in mich hinein.


>>Morgens bis halb sieben mit euch feiern ... fände ich ja echt mal angebracht. <<

Du weißt, du bist hier immer gerne gesehen und willkommen. Ich würde mich freuen. Es war zugeil, Gansessen. Aggi und ihr Partner und zwei weitere Freunde blieben über Nacht ... tja, da konnte man das ausdehnen. Der Blick auf die Uhr bescherte mit allerdings eine Kinnlade in Kniehöhe.

Der Hund war ja um eins und um drei noch mal kurz mit jemanden draußen, der frische Luft brauchte ...

Ich höre immer noch das:

http://www.youtube.com/watch?v=nJP_ds2bg6Y

Beitrag von joulins 04.12.09 - 22:12 Uhr

The images are taken by mistake. They are from "The scarlet letter".

My songs these days are

http://www.youtube.com/watch?v=q7hDnKtc9oM&feature=related

oder auch:

http://www.youtube.com/watch?v=Qe500eIK1oA

und vor allem:

http://www.youtube.com/watch?v=sm8nYgjx7MQ

Replace boy by girl. #schein

#heul

Beitrag von silk.stockings 04.12.09 - 22:18 Uhr

Die ersten beiden Lieder sind toll, Crazy ist das Lied meiner Constanze ..

Das letzte ist nicht mein Ding.

Aber ich bin ja auch gerade in einer ganz anderen Zeit. Da passt das eher:

http://www.youtube.com/watch?v=ggm0SZCWKZo

Beitrag von joulins 04.12.09 - 23:04 Uhr

Silky ... in diese und in jede Zeit paßt:
http://www.youtube.com/watch?v=sm8nYgjx7MQ

Ein schöner Tod: sein Leben in einem orgiastischen Sangesanfall zu lassen ... Silky, falls du den Film nicht kennst: den muss man sahen. Nicht nur wegen der Musik (CD kann ich dich dir schicken), sondern wegen des transzendentalen sexuellen Aspekts ... in allem!

Aber : das Oratorium ist natürlich der Zeit angemessen! #schein:-)

Beitrag von silk.stockings 05.12.09 - 00:19 Uhr

Schick mir die CD. #schein

Ansonsten bin ich gerade 1677 weihnachten unterwegs.

Da passt das einfach

http://www.youtube.com/watch?v=XVa3nR-2bVc

Ich habe lange in der Kantorei und danach im Bach Cor gesungen. Bach hat etwas, was mich berührt. Und es passt, auch wenn sie es damals vieeeeeeeeeeeeeel länger und tragender gesungen haben.

Beitrag von joulins 05.12.09 - 00:34 Uhr

... ja, ich kann es verstehen, ich habe jahrelang im Kinder- und Jugendopernchor meiner Heimatstadt gesungen ...

Beitrag von silk.stockings 05.12.09 - 00:40 Uhr

Mir fehlt das genauso wie die Zeit ... küssen die sich jetzt heute Abend noch??? #kratz#kratz#kratz Ich weiß es nicht .. zurück zum Text .. hmmm .

Beitrag von schwarze umfrage 04.12.09 - 22:44 Uhr

hallo,

puh, wochenbettdepression, das stelle ich mir unheimlich schlimm vor. hut ab, dass du das durchgestanden hast.

insgesamt eine tolle erklärung von dir, danke. genauso gehts mir.
(urplötzliche, blitzartig wachmachene Erkenntnis; im Laufe des Tags rappelst du dich hoch...)

ich muss auch sagen, ich kann diese trennung durchaus positiv sehen. vielleicht gehts mir auch abends deshalb so gut, weil ich mir den ganzen tag lang schon gepredigt habe, dass es besser so ist, dass ich mit ihm nicht glücklich geworden wäre etc. #kratz

aber... die 2 monate, von denen du schreibst, sind bei mir fürchte ich utopisch :-( nach meiner letzten beziehung hab ich ein jahr lang gebraucht, um alles zu verarbeiten.

alles gute dir!

Beitrag von joulins 04.12.09 - 23:16 Uhr

Ich bin schon wieder auf den Knien, danke. :-) Und das Leben geht immer nach vorn (oder oben).

Ja, die Wochenbettdepression ist langlang zurück (Söhne sind 4 und 6), dennoch: die Erfahrung hat mich geprägt. Unwideruflich.

Was ich dir raten möchte: lenk dich ab. Nutze die morgendlichen "AllesistMiststunden" zum Abnehmen ... (sorry an alle Gegener aus wie-auch-immer-berechtigten-Gründen), und sieh nach vorn. Freunde, Ausgehen, Feiern ...

Das Leben geht weiter.

#fest

Beitrag von schwarze umfrage 05.12.09 - 18:02 Uhr

#kratz wo hab ich denn mein übergewicht erwähnt?

;-) spaß. guter vorschlag, danke.

jetzt muss ich gleich zu meinem nebenjob... das ist nicht gut, denn er arbeitet dort auch und wir laufen uns ständig über den weg #aerger

danke für deinen rat!

alles gute für dich

Beitrag von fritzeline 04.12.09 - 21:22 Uhr

Hi,

nicht *Liebeskummer* ist tageszeitabhängig sondern das Grübeln an sich ;-) Also egal, welche Probleme man so mit sich trägt, die Zeit nach dem Aufwachen ist man besonders anfällig für schwermütige Gedanken - wenn man sich dem hingibt.

Es ist ein guter Rat, sich in den frühen Morgenstunden nicht die Minuten zu gönnen bis man ins Grübeln gerät. Oder ganz bewusst davon weg, an etwas Schönes zu denken.

Bei mir ist es gewöhnlich (bei entsprechenden Anlässen) auch die "blue hour" morgens, wo ich zu düsteren Gedanken und Hoffnungslosigheit neige. Abends bin ich noch restlos zuversichtlich und voller Pläne, morgens dann wieder das Gefühl, "das kann doch alles nur schiefgehen"

LG, f

Beitrag von sniksnak 04.12.09 - 22:25 Uhr

Ich fand es abends immer besonders schlimm. Und morgens direkt nach dem Aufwachen... Da war dann immer der "ach ja, da war was"-Moment. Tagsüber kann man sich wohl am besten ablenken!

LG & Kopf hoch
sniksnak

Beitrag von seelenspiegel 05.12.09 - 10:10 Uhr

Genau umgekehrt.

Morgens und den Tag über geht es mir, wenn ich mal Kummer (welcher Art auch immer) habe, oft ganz gut, da ich dann viel zu viel zu tun habe um mir da drüber Gedanken zu machen.

Schlimm wird es dann eigentlich erst, wenn ich gar keine Ablenkung mehr habe, und die Gedanken anfangen zu kreisen....und das ist nunmal dann eher Abends, wenn ich alleine bin.