Darf mein Frühchen nicht sehen

Archiv des urbia-Forums Frühchen.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Frühchen

Obwohl die Überlebenschancen für früh geborene Kinder immer besser werden, müssen vor allem Eltern von extrem Frühgeborenen oft für die gesunde Entwicklung ihres Kindes kämpfen. Der Frühchenmediziner Dr. Matthias Jahn beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von waldgeist1982 05.12.09 - 07:54 Uhr

Guten Morgen ihr Lieben,

Ich muss mir heute mal den Frust von der Seele schreiben.
Heute vor 6 Tagen habe Ich meinen Sohn Sascha in der 34+2 Ssw geboren#huepf nach 10 Wöchigem liegen da ich eine Gebährmutterhalsschwäche und Vorzeitige Wehen hatte.
Mein Süsser hatte ein Gewicht von 2260g und ist stolze 46 cm groß#verliebt
Ihm geht es soweit ganz gut hat nur eine Trinkschwäche und vorgestern Nacht Herzfrequenz abfälle die sich aber wieder beruhigt haben.

Das eigendliche warum ich seit Tagen weine ist das ich meinen Kleinen seit 3 Tagen nicht sehen darf da mein 4 Jähriger Sohn die Schweinegrippe hat und das für meinen Zwerg zu gefährlich ist. Es tut mir so im Herzen Weh ihn nicht streicheln zu dürfen , ihn zu sehen mit ihm zu sprechen und vorallem zu kuscheln.
Mich Quälen jede Minute die Gedanken ihn im Stich zu lassen und habe solche Angst das er keine Bindung zu mir aufbauen kann oder mich garnicht mehr erkennt wenn ich wieder zu ihm darf.

Seit Heute morgen nehme ich , mein Mann und die Kinder zur Vorbeugung Tamiflu und werde dann mal losgehen einen Abstrich machen lassen wenn der Negativ ausfällt darf ich in 5 Tagen wieder zu Ihm ein kleiner Lichtblick an dem ich festhalte.

Ich wünsche allen einen schönen Tag
#herzlich Grüße Sandra

Beitrag von susa31 05.12.09 - 08:33 Uhr

Oh, das ist ja echt mies. Ich wünsch dir ganz viel Kraft, um diese anstrengenden Tage zu überstehen. Und ich bin ganz sicher, dass dein Kleiner trotzdem eine gute Bindung zu dir aufbauen wird. Wahrscheinlich schläft er ja momentan eh ganz, ganz viel.

Beitrag von anna031977 05.12.09 - 09:38 Uhr

Hallo

War bei mir damals auch...siehe VK

Ich durfte sie nach 48 Std das erste Mal sehen und hatte dann am 4. Tag Herpes, wo ich sie 1 Woche nicht sehen durfte. Klar kam ich mir so vor, als ob ich sie im Stich lasse, vor allem weil auch noch die Mumi weggeschüttet wurde, aber es ist doch echt nur um Besten.

Das weißt Du ja. Trotzdem verstehe ich, dass es Dich quält. Aber sieh es mal so. Vielleicht war die Frühgeburt eine Fügung, dass deinem Baby im Bauch nix passiert, wenn dein Großer die Schweinegrippe hat. Und jetzt liegt er da friedlich und isoliert von den Viren und gedeiht. Die Zeit geht vorbei! Glaub mir und dann kannst Du Dich doppelt freuen, weil du ihn vor dieser Gefahr bewahrt hast.

Wir Frühchenmamas sind nämlich sehr tapfere Mamas.

Alles Gute für euch

lg

Beitrag von bobinha 05.12.09 - 20:31 Uhr

Krass. Ich durfte mit Herpes zu meinem Baby. Hab Mundschutz bekommen und Hände desinfiziert. Hab zusätzlich noch ein Compeed Pflaster benutzt. Mir hat keiner gesagt, dass ich die Muttermilch wegschütten muss. Die hat er auch bekommen.

Inzwischen ist er neun Monate und hat schon mehrere Herpesanfälle meinerseits mitbekommen.

Beitrag von maschm2579 05.12.09 - 09:42 Uhr

Hallo Sandra,

erstmal herzlichen Glückwunsch zu Deinem süßen Frühchen.

Ich denke nicht das er dadurch eine gestörte Bindung zu Dir aufbaut, er schläft doch noch ganz ganz viel und wird sich umso mehr freuen wenn Du wieder bei ihm sein kannst.

Denk immer daran das die Ärzte Dich nicht ärgern wollen sondern es zum Wohle Deines Kindes ist.

Hier im KH waren die Ärzte wohl nicht so vorsichtig und das Frühchen hat nicht überlebt :-(

Dann lieber ein paar Tage Du leiden als er... tauschen möchte ich nicht und schicke Dir ein ganz dickes #paket
und drücke alle Daumen das Du in 5 Tagen wieder zu Deinem Schatz darfst.

Deinem Sohn wünsche ich gute Besserung und das er alles schnell übersteht. Bei meiner Tochter verlief die SG harmlos und sie war sehr schnell wieder fit #freu

lg Maren

Beitrag von belala 05.12.09 - 12:09 Uhr

Liebe Sandra,

ich kann sehr mit dir fühlen, weil ich damals nach der Geburt meines Kindes (24+3 SSW) selbst wegen einer beidseitigen Lungenembolie auf der Intensivstation lag.
Zu diesem Zeitpunkt ging es meiner Püppi immer schlechter und ich hatte sehr, sehr große Angst, dass sie ohne mich sterben wird #heul

Dieses Gefühl, dein Kind im Stich gelassen zu haben, ist emotional gesehen natürlich völlig verkehrt, aber niemand kann dir diese Gefühle absprechen. Du mußt sie durchstehen und mit deinem schlechten Gewissen leben nicht gleichzeitig für beide Kinder da sein zu können.

Mach dir keine Sorgen wegen der Bindung! Wegen ein paar Tage wird die Bindung zu deinem Frühchen nicht zerreissen und in wenigen Tagen ist wahrscheinlich die SG Gefahr und Ansteckung überstanden.

LG belala#liebdrueck

Beitrag von usajulie 05.12.09 - 22:28 Uhr

mensch das ist aber dumm gelaufen. Tut mir so leid für
dich.
Aber ich denke er wird ne ganz tolle Bindung zu dir aufbauen, er bekommt vielleicht noch garnicht so viel mit und dann holt ihr alles später nach.

Du kannst das nicht so sehen, dass wenn du ihn jetzt nicht siehst er dich vergisst oder so, das wird er nicht.Ich durfte meinen Kleinen nach ein 2 WOchen zum känguruhen haben, vorher nur eben mal nen Finger auflegen.
Ich stand nur da und hab ihn angeguckt, vielleicht mal vorgelesen. Und jetzt...."MAMAKIND"!
Sie wissen wer Mama ist!

Also ich wünsch euch viel Glück dass der Spuk bald vorbei ist und deinem Kleinen"Großen" gute Besserung.

Ganz liebe Grüßchen
Julie







Beitrag von bine3002 07.12.09 - 09:32 Uhr

Oh je, das stelle ich mir echt grausam vor.

Aber was die Bindung angeht, kann ich dich vielleicht beruhigen. Schau mal hier: http://www.knetfeder.de/kkp/bindung1.html

Ich habe den ganzen Text nicht gelesen, weil ich eigentlich nur nach diesem einen Satz gesucht habe, den ich so sinngemäß mal in einer Zeitschrift gelesen habe:

"Während sich die Bindung der Eltern zu ihrem Baby recht schnell festigt, entsteht eine stabile Bindung des Babys an seine Eltern langsam im Laufe der ersten sechs bis acht Monate."

In der Zeitung war davon die Rede, dass Babys sich erst nach ca. 12 Wochen anfangen zu binden und begründet wurde das damit, dass viele Mütter hormonbedingt Probleme haben, eine frühe Bindung herzustellen. Die Natur weiß das und sorgt vor, indem sie das Baby sich erst dann binden lässt, wenn der Hormonspiegel der Mama wieder weitgehend hergestellt ist.

D.h. dein Baby wird diese Zeit vermutlich besser überstehen als Du. Ich denke, dass Du schon etwas "aufpassen" solltest, dass dir das langfristig nicht zu sehr zu schaffen macht.

Ich war übrigens selbst auch so ein Baby: Nach der Geburt musste ich 10 Tage im Krankenhaus bleiben und meine Mutter durfte mich nur durch eine Scheibe anschauen. Danach bekam ich "Pickel" und sollte noch länger bleiben, aber meine Mutter hat micht "frei gekämpft". Sie hat heute noch Tränen in den Augen, aber mir hats jetzt nicht so sehr geschadet.

Alles Gute.