Tics oder Zwangsstörungen-Erfahrungen gesucht

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von reethi 05.12.09 - 14:54 Uhr

Hallo!

Bei meinem Sohn (8J) kommt es immer öfter zu Tics oder einer Zwangsstörung. Das heißt zB er zählt während er bestimmte Handlungen wiederholt.
Ist jemand hier im Forum dessen Kind auch unter Tics oder Zwangsstörungen leidet. Ich weiß nicht so recht wie darauf reagieren. Die einen sagen ignorieren, die anderen man soll ihn "daran hindern". Wir sind zwar bei einem Kinderpsychologen in Behandlung, aber so richtig ist dabei noch nicht rumgekommen.

Wer kann mir seine Erfahrungen weitergeben?

Vielen, vielen Dank!
Neddie

Beitrag von nicola_noah 05.12.09 - 17:33 Uhr

Hallo,

Ich habe einen 8-Jährigen Sohn mit AD(H)S und Tics.
Er gibt Laute,Grelle Schreie/Rufe von sich, knibbelt so lange an sich rum bis er blutet etc.
Seine Therapeutin sagte das man Kinder bei diesen Schrei oder Zähltics NICHT davon abhalten soll, denn das macht die Sache bei den Kindern noch viel viel schlimmer!

LG

Nicola

Beitrag von herzensschoene 05.12.09 - 18:41 Uhr

hallo neddie,

tics und zwangsstörung sind vollkommen verschiedene krankheiten, wobei ich tics nicht gleich als krankheit bezeichnen würde.

per definition sind tics zuckungen, verrenkungen oder ähnliches im gesicht, kopf- und schulterbereich. zwangshandlungen sind handlungen, die man immer wieder zwanghaft wiederholt, oder machen muss, obwohl man das garnicht will oder weiß, dass das nicht nötig ist.

darum würde ich die probleme bei nicolas sohn auch als zwangshandlung bezeichnen. im volksmund sagt man aber auch zu vielen zwangshandlungen tics.

das zählen bei bestimmtem handlungen würde ich als typische zwangshandlung bezeichnen. es gibt viele zwangserkrankte, die zum beispiel das licht fünfmal ausmachen müssen. damit das auch wirklich passiert und sie sich nicht irren, zählen sie laut mit. damit sie genau wissen wie oft sie es gemacht haben und nicht noch mal von vorne anfangen müssen.

bei einem kinderpsychologen seid ihr in den richtigen händen. wie oft wart ihr denn schon da?

viele grüße maren

Beitrag von reethi 05.12.09 - 19:34 Uhr

Hallo!

Vielen Dank für die Antworten!
Bei dem Psychologen sind wir schon länger. Aber wie gesagt ist bisher nichts bei rumgekommen. Er ist auf ADHS und Autismus getestet worden. Wobei erstes nicht zutrifft und das zweite nicht eindeutig ist (ein Test war negativ, einer positiv).

Seine Zwangshandlungen hat er schon länger im Kleinen (sie sind dann nur uns aufgefallen), aber in den letzten Wochen verstärkt, so dass wir uns wirklich Gedanken machen.

VG
Neddie

Beitrag von herzensschoene 06.12.09 - 00:20 Uhr

hallo neddie,

eine verstärkung der zwangshandlungen geht oft mit einer auslösenden situation einher. das kann stress in der schule oder zu hause sein, aber auch einfach die aufregung vor weihnachten.
guckt mal, was sich in letzter zeit verändert hat.

viele grüße maren

Beitrag von newday 07.12.09 - 10:41 Uhr

Hallo Neddie!

Also hat er Tics (z.B. Zuckungen) und Zwänge? Das ist wie schon hier erwähnt ein Unterschied.

Wenn er Zwänge hat, dann habe Geduld.#schwitz Zwänge sind sehr hartnäckig........ deshalb ist vielleich tdie Therapie noch nicht so erfolgreich. Richtig und gut ist, daß Ihr das Ding beim Schopfe packt und ihn therapieren laßt.

Druck (in Form von daran hindern) würde ich auf keinen Fall ausüben, weil das wiederum Druck erzeugt.
Er übt den Zwang aus, weil er sich damit eine Sicherheit geben will oder eben der Zwang gibt ihm paradoxerweise eine Sicherheit. Im Hintergrund steht eine Angst. Diese zu finden und beseitigen wäre schon Klasse, denn dann "braucht" er den Zwang nicht mehr. Die Gründe der Angst müssen nicht mal offensichtlich sein. Es kann auch total konträr zu den Zwangshandlungen sein. Das ist die Schwierigkeit.
Ihr könnt ihn auch noch dadurch unterstützen, indem Ihr euch Wissen über diese Krankheit aneignet. Nur wer die Krankheit versteht (und das ist für den Außenstehenden nie so richtig nachvollziehbar) kann lernen mit ihr umzugehen.
Gebt ihm viel Liebe und Geborgenheit und Sicherheit, so muß er sie nicht ständig suchen.

Hoffe, daß Du damit was anfangen kannst. #herzlich

Ich wünsche Euch alles Gute.

lg Susi

Beitrag von newday 07.12.09 - 14:04 Uhr

.....ich nochmal...#cool

Wobei das nur eine vermeintliche und kurzfristige Sicherheit ist, die sich bei ihm einstellt.

Wie lange hat er das schon und wie stark beeinträchtigt es sein Leben?

lg Susi

Beitrag von reethi 07.12.09 - 21:07 Uhr

Hallo!

Vielen Dank für die Antworten!

Es ist wirklich schwierig zu sagen wie lange er das schon hat. Wie gesagt, er hat sie schon länger im Kleinen, dass er zB Zahlen nachschreibt. Aber nun geht er quasi nicht durch die Tür, ohne sie vorher noch einmal berühren zu müssen. Und diese eindeutigen Handlungen haben sich in den letzten Wochen massiv verstärkt.

Der Psychologe tippt dass es mit einem Autismus zusammenhängen könnte. Aber bis das alles in die Gänge kommt dauert es ewig... Den nächsten Termin haben wir erst wieder nach Weihnachten und mir dauert es einfach alles zu lang. Dann müssen wir wieder 6 Monate mindestens warten, bis wir einen Termin in der Autismus Ambulanz bekommen.
Das mit der Sicherheit meinte er auch, aber wir haben in der letzten Zeit keine Veränderungen gehabt. Weder in seinem näheren, noch in seinem weiteren Umfeld.

Vielen Dank nochmal!

Neddie

Beitrag von sabinexl 08.04.11 - 20:08 Uhr

Diese Methode könnte villeicht helfen:

http://www.prosieben.de/tv/taff/video/clip/167712-zwangserkrankungen-1.2535486/