Seine Mutter!!! *seeehr lang*

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von ria.solay 05.12.09 - 15:40 Uhr

Hallo ihr Lieben!

Die Geschichte ist wohl ein bischen länger...
Ich bin seit 3 1/2 Jahren mit meinem Partner zusammen und habe seit der ersten Sekunde Schwierigkeiten mit seiner Mutter. Schon bei unserer ersten Begnung hat sie mich nicht einmal angesehen, geschweigedenn "Hallo" gesagt. Zwei mal musste ich in unserem ersten halben Jahr in ihrem Auto mitfahren, ich hatte mir den Fuß gebrochen und jedes mal wenn ich ausgestiegen bin, ist sie akkurat AUF den kaputten Fuß gerollt und darauf stehen geblieben. Sie hat dann so getan, als habe sie das nicht bemerkt, obwohl mein Freund sie angeschrien hat, sie solle darunter fahren. Sie hat mich schlecht gemacht wo sie konnte und dafür gesorgt dass er bei seiner Familie einen sehr schlechten Stand hat meinetwegen. Als er noch bei ihr gelebt hat musste ich manchmal ein paar Minuten allein bei ihm sein und habe dann natürlich sein Zimmer nicht verlassen, was sie aber nicht davon abgehalten hat, mich an zu keifen, ich solle ihr etwas zu essen machen. Unabhägig davon hat sie niemals ein Wort mit mir gesprochen. Wenn ich in der Nähe war und sie mit ihm über mich geredet hat, sprachen die beiden imer nur über "Sie", als wäre ich nicht da. Wenn ich ihn gefragt habe was sie für ein Problem mit mir hat, meinte er nur sie würde mich für ein verwöhntes Prinzesschen halten und dass ich nicht zu ihm passe (Wir kommen aus ziemlich unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten!). Natürlich blieb es auch nicht aus, dass sie auf jede nur erdenkliche Art versucht hat uns auseinander zu bringen, was für sehr sehr viel Ärger gesorgt hat. Ihm zuliebe habe ich viel zu öft versuc ht, ihr entgegen zu kommen. Wenn ich am WE bei ihm war, habe ich eingekauft und ihr den Kühlschrank vollgemacht, natürlich ohne Kommentar oder dergleichen, das wäre ja Provokation gewesen. Wir haben ihr große Geschenke zum Geburtstag gemacht, ich habe die ersten 2 Jahre nicht aufgehört sie nett zu begrüßen wenn ich zu ihm kam, aber sie wurde immer schlimmer.
Ich muss dazu sagen, dass sie ernsthafte psychische Probleme hat. Seit sieben Jahren stalkt sie einen Arzt, bei dem sie ein mal vorstellig wurde und in den sie sich direkt verliebt hat, was schon einige Gerichtsverhandlungen zur Folge hatte und beinahe die Familie dieses Arztes zerstört hätte. Sie ist nicht in der Lage ihre Wohnung auch nur ansatzweise so zu halten, dass ein normaler Mensch darin leben könnte, sie macht ständig irgendwelche krummen Dinger und zieht meinen Freund gerne auch mit hinein sodass er sich wegen ihr schon häufig strafbar gemacht hat. Es ist so schlimm, dass sie wegen "Mobbing" regelmäßig den Arbeitsplatz wechseln muss. Die Stadt kann sie nicht kündigen, daher schicken sie sie ständig von einer Einrichtung in die Nächste. Noch dazu ist sie beinahe permanent krank geschrieben und kommt nur mit vielen krassen Medis klar. Je näher die Geburt unseres Sohnes (18 Tage alt) rückte, desto mehr setzte sie meinen Partner unter Druck, er solle sich von mir trennen und weder Kontakt zu mir noch zu seinem Jungen haben, sonst wäre er nicht mehr ihr Sohn und dergleichen. Sie meint, sie müsse sich vor mir schützen, da ich sie krank gemacht hätte und sie meinetwegen jetzt in eine Klinik müsse und daher könne sie jawohl erwarten, dass er dem Ganzen endlich ein Ende setze. Er weigrt sich natürlich, möchte aber auch nicht mit ihr brechen und versucht beinahe täglich mit ihr zu reden. Er ist der Meinung, dass sie das ohnehin nicht dauerhaft durchziehen wird und dass sie auch an unserem Sohn bald Interesse haben wird. Er hofft das sehr, das wird deutlich.
Ich werde aber auf gar keinen Fall zulassen, dass so ein Mensch, ganz egal wann, Kontakt zu meinem Jungen hat. Ich habe Angst um ihn und seit einigen Tagen vor seiner Geburt träume ich davon dass sie ihm etwas antut. Ich habe das bei meinem Freund schon mal so leicht angeschnitten und er meinte darüber bräuchten wir gar nicht reden, wir würden dann ja sehen und er würde keinesfalls seinen Sohn seiner Mutter vorenthalten wenn sie denn mal Interesse zeigen sollte. Wie kann er nach allem was sie getan hat noch so sein??? Er nimmt sogar Geld von mir um es ihr zu geben, er geht immer wieder zu ihr obwohl sie ihn seit Jahren mit Füßen tritt. Es gibt zeiten da sitze ich hier beinahe täglich mit einem erwachsenen jungen Mann, der Rotz und Wasser heult weil seine Mutter ihn wie einen Hund behandelt und er redet soetwas?
Was wenn es wiklich dazu kommt dass sie ihn sehen will? Und wenn wir uns deswegen streiten müssen??? Ich weiß dass er es sich nicht verbieten lassen wird und dass ich im ernstfall den Kürzeren ziehe. Ich würde soweit gehen, mit dem Kleinen von ihm weg zu gehen, nur um ihn vor ihr zu schützen. Wenn ich nur daran denke, was sie z.B. mit der Familie von diesem Arzt gemacht hat, oder dass mein Junge sich in dieser "Wohnung" aufhalten soll... Oder was für ein emotionales Wrack sie aus ihrem eigenen Sohn gemacht hat, sie ists chließlich schon so seit es ihn gibt, über seine Kindheit könnte ich jetzt noch mal extra Seiten um Seiten schreiben. Das aus ihm so ein toller Mensch geworden ist, ist ein Wunder.
Was denkt ihr, kann ich im ernstfall tun? Werde ich tatenlos zusehen müssen, wie er ihn mit zu dieser Frau und in dieses Millieu schleppt? Könnte da nicht das Jugendamt etwas machen im Notfall? Und selbst wenn er es sich von mir "verbieten lassen" würde, ich könnte ihn doch nicht mehr mit dem Kleinen allein lassen, weil ich ihm ehrlich gesagt nicht vertrauen würde und immer Angst hätte, dass er ihn dieser Person vorstellt... Ich habe solche Angst! Was soll ich nur machen? Ich habe ernsthaft daran gedacht, ihm zu sagen, er solle komplett mit ihr brechen, sonst würde ich mich mit dem Kleinen vom Acker machen, aber erstens macht man das einfach nicht, zweitens wäre ich nicht besser als sie und dritten würde ich mir ja für ihr wünschen dass die beiden mal ein normales Verhältnis haben, das hatten sie nämlich nie. Aber der Gedanke, dass er weiterhin Kontakt mit ihr hat, vllt sogar irgendwann erwartet, dass sie in unsere Wohnung kommt oder ich weiß auch nicht was und dass dieses Theater noch wer weiß wie lange weiter geht... Was kann ich denn machen? Wie würdet ihr euch verhalten?

Beitrag von **++**++**++** 05.12.09 - 16:25 Uhr

Hallo,

diese Frau, wie Die richtig bemerktst, ist sehr krank.

Dein Mann, so wunderbar er geworden ist, ist auch krank und benötigt Hilfe, um sich von dieser Frau und seiner Kindheit auf gesunde Art zu lösen. Er ist scheinbar bereit seine Bedürfnisse für andere, sprich sie, so weit zurückzustellen, dass es schädlich ist. Wo ist seine Wut? Sein Zorn? Auf diese Frau, auf seine Kindheit? Wo überhaupt sein Selbsterhaltungstrieb? Er wird diese Dinge nicht entwickelt haben. Wie auch.

Ich lebe selbst mit einem Mann, der durch seine Kindheit schwer traumatisiert ist. Er wurde geprügelt und durft kein eigenes Ich entwickeln. Heute ist es ihm z.B. nicht mal möglich, mich darauf anzusprechen, dass er findet, dass wir dringend waschen müssen, weil in der Wäsche viele feuchte Waschlappen waren. Lieber sieht er tatenlos zu, wie die Wäsche zu schimmeln beginnt. Ich selbst lag derweil krank im Bett, konnte also nichts bemerken. Eine Meinung haben und äußern ist ihm nahezu unmöglich.

Ich würde Dir empfehlen, Euren Sohn zu schützen. Kontakt, wenn, nur in Deinem Beisein und am besten irgendwo an einem "neutralen" Ort.

Und Dir würde ich ein Buch von Susan Forward "Vergiftete Kindheit" und ein Buch von Alice Miller "Das Drama des begabten Kindes"empfehlen. Mir haben diese Bücher sehr geholfen zu verstehen, was überhaupt in meinem Mann vorgeht. Dennoch will ich ehrlich sein. Wir stehen nach 14 Jahren Beziehung einmal mehr kurz vor der Trennung, weil die fehlende Fähigkeit meines Mannes eine gesunde Beziehung, eine Partnerschaft zu führen mich immer mehr zermürbt. Da hilft auch alle Liebe nicht.

LG

Beitrag von ria.solay 05.12.09 - 16:31 Uhr

Hallo!

Vielen Dank für deinen Beitrag!

Weiß dein Mann, dass er ein Problem hat? Hat er das erkannt und kann darüber reden?
Ist er in der Lage objektiv über diese Dinge zu sprechen?
Wie ist das Verhältnis zu seinen Eltern?
Entschuldige bite die vielen Fragen, du musst sie nicht beantworten, wenn sie zu pe4rsönlich sind, es ist nur spannend, mit sich mit jemandem aus zu tauschen, der in etwas weiß wovon ich spreche...

Beitrag von **++**++**++** 05.12.09 - 16:55 Uhr

Inzwischen weiss er, das er ein Problem hat. Jahrelang hab ich aber wie gegen eine Wand geredet und alles aufgefangen, weil er eben auch so ein zauberhafter Mensch ist. Er hat seine Eltern immer in Schutz genommen. Seine Kindheit häufig sogar als besonders gut dargestellt und oft nicht verstanden, wieso ich z.B. sehr befremdlich fand, dass er immer darauf bestand, wie brav und lieb er war bzw. dass er seinen Eltern nie Ärger gemacht hat. Das er geprügelt wurde, hat er mir erst vor einem dreiviertel Jahr erzählt. Vorher hat er das immer verschwiegen und gemeint, er sei halt ein extrem ruhiges und in sich gekehrtes Kind gewesen.

Darüber zu reden ist oft sehr schwierig. Er ist ein sehr guter Verdränger und lässt viel einfach abprallen. Sein eigener Leidensdruck war jedoch endlich groß genug, um einen Therapeuthen anzurufen, bei dem er nächste Woche einen Termin hat. Ich bin da sehr froh drum, weil er sehr lange darauf bestanden hat, dass seine Kindheit doch "so etwas" nicht nötig machen würde.

Das Verhältnis zu seinen Eltern ist sehr angespannt. Al siwr uns kennen lernten haben sie mich monatelang ignoriert und ihn(damals immerhin schon Ende 20) aufgefordert, sich meiner endlich zu entledigen. Sie haben mich nicht mal gegrüsst und gleichzeitig mir das schlechte Benehmen vorgeworfen. Mein Mann hat von mir für das Verhalten seiner Eltern zudem immer Verständnis gefordert. Ich war damals so alt wie Du und unglaublich verletzt. Ich wusste gar nicht, was ich denn getan hatte. Sie haben dann irgendwann in den sauren Apfel gebissen und akzeptiert, dass sie mich nicht mehr loswerden. Schlimm war und ist aber, dass sie ab dem Moment versuchen auch mich nach Ihrem Willen zu formen und zu kommandieren. Mein Schwiegervater hat zum Beispiel jahrelang sonntags um 8.30 Uhr angerufen, um uns darauf aufmerksam zu machen, dass wir in die Kirche zu gehen haben.

Heute wohnen wir GsD soweit weg, dass sie uns nicht bzw. sehr selten besuchen können. Dennoch werden wir telefonisch regelmäßig kontrolliert. Seit mein Mann anfängt sich zu wehren, ist es zu grotesken Szenen gekommen. Mein Schwiegervater brüllt am Telfon, legt auch, droht die ganze Familie in Kenntnis zu setzen, ruft morgens an, dass er jetzt sterben werde, weil mein Mann so sei etc.pp.. Seit ein paar Wochen ist jetzt nach einer großen Auseinandersetzung Funkstille. Allerdings fahren wir meiner Schwiegermutter zuliebe morgen hin. Wie das werden soll? Keine Ahnung. Und ich? Ich hasse seinen Vater und manchmal verachte ich seine Mutter. Letztere allerdings tut mir auch oft leid. Sie hat im Krieg sehr viel Schreckliches erlebt und hat ihr Leid wahrscheinlich einfach an meinen Mann weitergegeben.

Es ist schrecklich zu erleben, dass ein erwachsener Mann von mehr als 40 JAhren immer noch glaubt, dass er kein Recht habe, ein eigenes Selbst zu entwickeln, zu haben oder zu leben. Und es ist grausam, daneben steh zu müssen und nur hoffen zu können, dass er selbst einen Weg findet sich zu befreien. Ich grübel sehr häufig darüber nach, wieviel meines Lebens ich darauf verwenden kann, auf Besserung zu hoffen und auf eine Zukunft zu warte. ich liebe meinen Mann von ganzem Herzen, aber irgendwann werde ich mich und unsere Kinder wohl in Sicherheit bringen müssen, weil es uns sonst irgendwann genau so seelisch zermürbt wie ihn.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Dein Freund nicht ganz so fest an der Kandarre ist und deshalb leichter einen eigenen Weg findet.

#liebdrueck

Beitrag von shera01.05.00 05.12.09 - 18:32 Uhr

oh man...

Rede mit deinem mann drüber. Sage ihm klipp und klar, das seine mutter eine gefahr für euren sohn darstellt.
Sie ist psychisch krank! Es ist eine ernstzunehmende krankheit!!! Sie könnte gott weiss was machen mit dem kleinen auch wenn jmd. dabei ist und sie ihn einfach nur auf dem arm hat....#schock
Du bist in einer sehr schwierigen lage....
so wie du beschreibst das dein mann mit seiner mutter nicht brechen will, hört es sich für mich so an , das er in beziehung auf seine mutter auch probleme hat. Finde vielleicht sollte man mit jmd. professionellen drüber reden. Bitte versteh mich nicht falsch! Dein freund ist nicht verrückt oder so etwas! Aber so wie du beschreibst und eine solche kindheit, läßt spuren zurück!! Man wird nur selten damit alleine fertig.
Denke wirklich das er hilfe braucht. Sie natürlich auch, aber sorry das sollte net dein problem sein!#schein

Meine mutter hatte eine schwere kindheit, sie hat vieles auf mcih übertragen, oh nein sie hat mich nicht geschlagen oder so. Aber sie hat mich mit ihrer liebe fast erstickt, wollte über mein leben bestimmen etc. das hat auch bei mir einiges kaputt gemacht....#hicks
deswegen weiss ich leider in gewisser maßen wovon ich rede.

Ich bin selber mutter, daher finde ich ist es in aller erster linie deine aufgabe dein kind zu schützen! Wenn es nötig ist auch vor deinem eigen mann..... #schmoll
Wenn das gespräch mit deinem mann nichts nützt, er keine hilfe annimmt etc. dann geh bitte zu einem anwalt, schildere deine situation das du angst hast das er alleine mit dem kleinen zu siener mutter geht. und setzt durch das sie nicht in die nähe des kleinen darf.

Ich wünsch euch alles Liebe und viel Kraft#herzlich

Beitrag von urbia-Team 07.12.09 - 08:59 Uhr

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