Arbeit + 2 Kinder,Erfahrungen ,Mütter mit "hoher" Position

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von deoris 05.12.09 - 19:43 Uhr

Hallo
meine Kinder sind 5,5 und 2 Jahre alt,der Kleine kommt im August in die KiTa und der Große in die Schule.
Ich habe jetzt die Möglichkeit ein Position als Teamleitung zu übernehmen ca.140 std. im Monat (hoch gerechnet) und ich bin total hin und her gerissen.Einersatzt will ich die Stelle habe ,doch anderseit habe ich Angst meine Kinder zu vernachlässigen.ich weiß nicht wie das wird ,wenn der Große in die Schule kommt und weiß auch nicht wie das mit der Betreuung von dem Kleinen wird ,mein Mann Arbeitet im Schichtdienst ,so wirklich kann ich mich auf ihn nicht verlassen ,was Betreuung von dem Jüngsten betrifft ,meine Mutter möchte den Kleinen nehmen,aber er weint immer fürchterlich wenn er zu ihr muss #schmoll,obwohl sie sich rührend um ihn kümmert.
Wie macht ihr das? habt ihr Tippst für mich ?oder ist das sinnlos?

LG Ewa

Beitrag von tabaluga80 05.12.09 - 19:56 Uhr

Hallo Ewa,

mir geht es ähnlich wie dir. Habe zum 01.09. eine Vollzeit-Stelle als stellvertretende Projektleiterin angenommen mit offiziellen 40 Std in der Woche. Inoffiziell fällt natürlich häufig mehr an... Zwar habe ich nur ein Kind (2,5 Jahre), dafür bin ich alleinerziehend, meine Eltern leben 600km entfernt und nebenher muss ich noch meine Doktorarbeit fertigschreiben... Im Moment bin ich völlig überfordert. Das liegt aber einzig an der Doktorarbeit. Wäre im Moment nur der Job, würde ich sagen, es ist völlig machbar. Ich hole ihn meist gegen 16.45 Uhr aus der Kita und die gemeinsame Zeit am Nachmittag/Abend und Wochenende genießen wir dann sehr. Mein Sohn hat einen 8Std/Tag Kita-Platz, d.h. dass ich dann häufig abends noch mal etwas machen muss, aber das ist eigentlich ok, denn mein Job macht mir ja Spaß.

Du musst natürlich wissen, ob Dir der Job so viel Spaß macht, dass es dir den Stress wert ist. Besonders schwierig ist es einfach, wenn die Kiddies mal nicht gut drauf sind, abends nicht schlafen wollen, etc. Im Moment geht mein kleines 'Monster' erst immer gegen 21.45 Uhr ins Bett. Mich dann noch aufzuraffen für die Doktorarbeit und das gleiche Spiel am Wochenende ist der absolute Horror... Aber das liegt wie gesagt daran, dass die noch auf die 40-Std-Woche 'obendrauf' kommen :-(

Ganz liebe Grüße
- ach ja, und wenn Du meine Meinung hören willst: mach es!!! Ich finde es unheimlich schön, tagsüber beruflich meinen Weg zu gehen und etwas zu bewirken, und dann nachmittags wirklich qualitativ hochwertige Zeit mit meinem Sohn zu verbringen!!!

Liebe Grüße
Sandra



Beitrag von lulu06 05.12.09 - 21:19 Uhr

Also ich finde, man bekommt keine Kinder um sie weg zu organisieren.

Das soll überhaupt KEINE Kritik sein, ich gehe selbst 20,5 Std. arbeiten und für MICH ist das reichlich und genug. Die Kleine wird dann von den Omis betreut.

Wir erwarten jetzt das Zweite und ich kann in 1-2 Jahren ein Vollzeitstudium (bei voller Bezahlung) beginnen. Z.Zt. kann ich mir das aber absolut nicht vorstellen.

Gehst du denn schon arbeiten??? Oder fängst quasi von 0 auf 100 an?


LG lulu

Beitrag von deoris 05.12.09 - 21:30 Uhr

Hallo
also ich möchte meine Kinder nicht weg organisieren ich arbeite momentan nur 60 Std. im Monat Und mein Großer geht vollzeit in die KiTa ,also von 8-16 Uhr,für den Kleinen ist dann Papa zuständig bei 60 std. klappt das ganz gut nur bei 140 habe ich natürlich bedenken.

Und wenn du ein Vollzeitstudium beginnst in 1-2 jahren ist deine Situation doch genau wie meine ,mein Jüngster ist doch schon 2. Verstehe jetzt dich irgendwie gar nicht.#kratz

LG Ewa

Beitrag von purzelmama 05.12.09 - 21:20 Uhr

Hallo Ewa,
das ist wirklich eine schwierige Situation.
Ich selbst habe (bisher) erst ein Kind und bin Geschäftsführerin bei einem Wohlfahrtsverband. Wir haben 70 Mitarbeiter und ich bin für 30 Stunden wöchentlich angestellt.
Mein Vorgänger war vollzeitbeschäftigt (40 Stunden), aber ich wäre mit kleinem Kind (Emilia war damals erst ein Jahr alt) noch nicht so viel arbeiten gegangen, so wurde die Stelle umstrukturiert.
Mein Rat an Dich:
1. Familie geht immer vor.
2. Du brauchst auf alle Fälle jemanden im Hintergrund, der die Kinder notfalls abholen und betreuen kann. Es kann immer etwas unvorhergesehenes passieren, wo Du unentbehrlich bist und dann muss die Betreuung Deiner Kinder sichergestellt sein. Wenn sie sich bei Deiner Mutter nicht wohlfühlen, dann kann es ja vielleicht ein Babysitter sein?
3. Meine Meinung ist außerdem, dass man als Mutter nicht zu viele Überstunden machen sollte. Meine Stelle umfasst wie gesagt 30 Stunden pro Woche - dafür werde ich auch bezahlt. Warum sollte ich dann 40 Stunden arbeiten gehen? Wenn die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit nicht ausreicht, dann muss eben im Betrieb umstrukturiert werden. Arbeit kann auch geteilt werden und manches kann auch bis zum nächsten Tag warten. Darauf solltest Du von Anfang an achten.

Ich versuche jedenfalls täglich, den hohen Ansprüchen meiner Arbeit gerecht zu werden und Emilia trotzdem pünktlich 15.00 Uhr aus dem Kindergarten abzuholen. Meistens gelingt es mir.

Für Dich alles Gute!

Maria mit Emilia (2 jahre)

Beitrag von kleine1102 05.12.09 - 22:27 Uhr

Hallo Ewa,

spontan würde ich sagen: das wird ein "Drahtseil-Akt" in einer leitenden Position mit einem solchen Stunden-Umfang #schwitz. Vor allem mit zwei Kindern, einem davon (dann) bereits in der Schule und einem Partner, der "unkonventionelle" Arbeits-Zeiten hat.

Wir haben ebenfalls zwei Kinder und beide etwas "anspruchsvollere" #hicks Jobs mit ebenfalls äußerst unkonventionellen Arbeits-Zeiten. Mein Mann hat eine leitende Position, arbeitet oft "rund um die Uhr", 60-80 Stunde/Woche sind meist die Norm, auch 100 Stunden "kommen vor". Ich kann mir den Umfang meiner Tätigkeit sowie meine Arbeits-Zeiten weitestgehend selbst aussuchen/einteilen, jedoch sind unsere Arbeits-Zeiten mit den Öffnungs-Zeiten der Kitas/Kigä fast nicht kompatibel. Ohne Tagesmutter zusätzlich würde gar nichts funktionieren, da wir keine Familie/Verwandten vor Ort bzw. in der Nähe haben. Aber auch so- und obwohl ich erst wenige Stunden/Woche arbeite (wurde gebeten, vorzeitig aus der Elternzeit zurück zu kehren und habe schließlich stundenweise zugestimmt), ist es eben oft der anfangs genannte "Drahtseil-Akt" #schwitz, alles zu organisieren und vor allem den Kindern immer einen verlässlichen Rahmen zu schaffen. Aktuell befinde ich mich außerdem in einer einjährigen und ebenfalls recht aufwändigen Weiterbildung, eine zweite habe ich in diesem Jahr bereits abgeschlossen. Mein Chef würde es sehr begrüßen, wenn ich meinen Stunden-Umfang ab Frühjahr erweitern würde (zurzeit arbeite ich etwa im Rahmen einer 1/4-Stelle, zzgl. der Weiterbildung und der Fahrtzeiten zu meinen Arbeits-Stätten). Ich hatte kurz darüber nachgedacht und auch viel mit meinem Mann darüber gesprochen, aus beruflicher Sicht wäre das toll (mein Job macht mir viel Spaß und ich muss außerdem inhaltlich "am Ball bleiben")- für unsere Familie und vor allem wegen der Kinder ist es zurzeit eigentlich undenkbar. Momentan kann mein Mann einiges "abfangen" von meinen Arbeits-Zeiten und sich dann um die Mädels kümmern. Die "Große" geht bisher nur vormittags in den Kiga, beide zusammen maximal 2x3 Stunden/Woche nachmittags zur Tagesmutter. Also noch eine Bereicherung für uns alle- trotz des inhaltlich und organisatorisch hohen Aufwands. Würde ich mehr arbeiten, müssten ganz sicher alle in irgendeiner Form darunter leiden- deshalb werde ich mich vorerst wohl dagegen entscheiden.

Und 140 "potentielle" Stunden/Monat (nach "oben" werden's ja schnell mal mehr...) wären mir definitiv zu viel. Gerade wenn für Eure beiden Kids in einem guten halben Jahr neue Lebens-Abschnitte beginnen, benötigen sie sicher in der ersten Zeit "etwas mehr Mama", als bei einem Fulltime-Job übrig bleiben würde. Besteht vielleicht die Möglichkeit, Dir den Job mit jemandem zu teilen #gruebel? Das wäre ja DIE Lösung- aber da macht die Geschäfts-Führung wohl leider oft nicht mit.

Wie auch immer Du Dich entscheidest: ich wünsche Dir & Deiner Familie alles Gute #blume!

Lieben Gruß #niko,

Kathrin & #huepf Lina Emilia (*10/06) & #baby Antonia Maria (*12/08)

Beitrag von jasahe 06.12.09 - 07:51 Uhr

Hallo Deoris,

ich war ein paar Jahre lang in der Geschäftsleitung eines Unternehmens. Damals hatte ich nur ein Kind. Aber es war ganz schön anstrengend. Was ich niemals wollte, war dass mein Kind ganztags in den Kiga geht. Also wurde er jeden Mittag von einem Kindermädchen oder meiner Schwimu abgeholt, der ich heute noch dankbar bin. So haben wir es geschafft, dass mein Sohn die gesamte Kiga Zeit recht entspannt verbracht hat. Ich hatte immer ein Helfernetz für Krankheitsfälle und Auslandsaufenthalte. Es hat schon Spaß gemacht, war aber auch sehr stressig. Wenn man aber irgendeine Art von Spaß am Leben behalten möchte, geht ein Teil des Geldes für Putzfrau, Essen bestellen, Kinderbetreuung und andere Bequemlichkeiten drauf.
Und mein dringendster Tipp ist: 8h Kindergarten ist viel zu lang für ein Kind. Klar schreiben hier viele, ja klar; ich mach das so; den Kindern macht es sehr viel Spaß, die wollen es so etc. Ich vertraue da eher den Meinungen div. Kinderpsychologen. Und was aus unseren Kindern dann letztendlich geworden ist, werden wir erst in zwanzig Jahren wissen...

Alles Gute bei Deiner Entscheidung!

Beitrag von deoris 06.12.09 - 08:42 Uhr

Hallo
ich weiß nicht in welchen KiGa dein Sohn geht ,aber mein Sohn geht in einen Kiga ,wo sie wirklich mit Kindern sehr viel machen und ich der Meinung bin ,dass meine Kinder dort besser aufgehoben sind als bei Kindermädchen oder gar Oma .
Ich weiß nicht welche Psychologen das zu lange finden und was daraus so falsch sein sollte? Ich kenne auch die umgekehrte meinung einiger Psychologen und Pädagogen.Aber das ist mir nun wirklich egal ,weil ich auf keine Psychologen mehr höre (habe sehr schlecht Erfahrungen gemacht und ohne den geht es allen besser).
Oma und ich auch ,haben keine Zeit sich so viel mit dem Kind zu beschäftigen.Sie gehen zum Sport und haben Musikunterricht,sie basteln ,lesen ,kümmern sich um die KiGa Kaninchen und und und... Ich kenne keinen einzigen Tag wo mein Sohn nicht in den KiGa gehen wollte ,im gegenteil ,er freut sich immer drauf!
Was aus unseren Kindern wird? Nun ich sehe mich und andere aus meiner Generation ,wir waren alle im Ganztags KiGa,sind wir gestört??? Ich habe ein super Verhältnis mit meinen Eltern ( wobei ich das mit den KiGa aufenhaltszeiten nicht in verbindung bringe).

Ob dein Kind nun im KiGa oder vom Kindermädchen betreut wird ist doch total wurscht ,die Tatsache ist ,dass du es nicht betreust (bitte nicht als Vorwurf verstehen).Für mich macht es kein Unterschied und ich glaube ,dass meine Kinder im KiGa mehr spaß haben als zu Hause mit einem Kindermädchen oder Oma.

LG Ewa

Beitrag von jasahe 06.12.09 - 22:03 Uhr

Ich habe dir meine Erfahrung und meine Meinung wiedergegeben, mit der Bemerkung - tue es wie du willst. Ich persönlich finde es nicht gleichwertig, von wem die Kinder betreut werden. Mein Kind war an jedem Kindergartentag zu Mittag zu Hause und konnte in seinem ZUHAUSE (das ist uns eben ganz besonders wichtig) spielen und sein; egal ob mit Oma oder Babysitter. Und die Betreuung durch erweiterte Familie; Tanten, Onkels etc. ist bei einer funktionierenden Familie FÜR MICH immer vorzuziehen. Dazu sei noch erwähnt, dass mein Sohn in einem ausgezeichneten Privatkindergarten war. Wenn ich mir so andere Kinder ansehe, die jetzt im Winter noch bei Dunkelheit ihr Zuhause verlassen und bei Dunkelheit wiederkommen, macht mich das traurig. Meine Kinder konnten dazwischen in ihren eigenen Betten kuscheln, ihren Lieblingstee trinken und auf Omas Schoß unsere Katze streicheln. Für mich eben ein Qualitätsunterschied. Und beim Kindergarten geht es meiner Meinung nach nicht nur um Spaß haben. Kinder sollen viel mitbekommen, Familiensinn, Geborgenheit, Vertrauen, Mut, Willen, Ehrgeiz, Ehrlichkeit und alle anderen Werte die MIR wichtig sind - und nicht der Erzieherin im Kiga. Und das geht aus meiner Sicht schlecht, wenn ich mein Kind täglich nur 3 Stunden sehe, von denen zwei mit Aufwecken, Essen, Baden und div. wegfallen.

Aber jedem das Seine und daher alles Gute für Deine Entscheidung und viel Spaß in deinem Job.

LG

J.