Suche Erfahrungen mit Vorhautverklebung

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Forum: Jugendliche

Viele Eltern sehen der Pubertät ihrer Kinder mit Schrecken entgegen. Welche Probleme tauchen wirklich im Zusammenleben mit einem Teenager auf? Was, wenn AlkoholDrogen und Verhütung zum Thema werden? Tauscht hier eure Erfahrungen mit anderen Teenie-Eltern aus.

Beitrag von vivia 06.12.09 - 02:07 Uhr

Bei meinem Sohn (7) ist die Vorhaut an einer Stelle mit der Eichel verklebt. Es bereitet ihm keine Schmerzen/Probleme, die Vorhaut läßt sich halt an dieser Stelle nicht zurückziehen. Er hatte auch noch nie Entzündungen.
Der Urologe möchte die Verklebung nun lösen. Dazu gibt er eine Betäubungssalbe auf den Penis.
Ich weiß nun nicht, ob ich das machen lassen soll. Deshalb meine Frage an die Mamas und Papas älterer Jungs: Wie sind Eure Erfahrungen? Haben sich die Verklebungen später selbst gelöst? Wer hat´s vom Arzt machen lassen und war das sehr schmerzhaft?
Gruß vivia

Beitrag von emily86 06.12.09 - 08:37 Uhr

Bei meinem Bruder wurde es einfach so zurück gezogen ohne vorwarnung mit 5 Jahre :-[

Ich würde es trotzdem machen lassen aber definitiv mit Betäubungssalbe.
Mein Ex hatte so eine Verwachsung an einer Stelle und war dadurch sehr schüchtern und unselbstbewusst! Denke es ist besser für die Psyche eines Mannes ;-) und wenn er älter ist wird er keinen Doc mehr an sein bestes Stück lassen, also lasst es jetzt machen, wo es noch ratzfatz heilt!

Ist kein großer Akt, keine Angst

Beitrag von kraxy 06.12.09 - 12:38 Uhr

Hallo,

unser Sohn hatte seit ca drei Jahren das gleiche Problem, allerdings war die Verklebung großflächiger. Daher hat der Urologe die Verklebung unter Vollnarkose gelöst.
Für die Nacht hatten wir Ibuprofensaft. Und dann mussten wir die Eichel ca zwei Wochen lang mit Bepanthensalbe behandeln und täglich zweimal die Vorhaut zurückziehen. Die ersten Tage waren schmerzhaft - aber mittlerweile ist es überhaupt kein Problem mehr und ich bin sehr froh, dass wir diesen Weg gewählt haben, zumal es zu Schwierigkeiten führen kann.

Gruß kraxy

Beitrag von natalia73 06.12.09 - 12:41 Uhr

Max ist 5,5 und die Vorhaut hat sich erst gestern gelöst. Unser KiA hat ihn eine Salbe mit Östrogen verschrieben und diese musste er 3 Mal am Tag am Penis schmieren. Der KiA meinte, es könnte bis 6 Monate dauern, aber in etwa 4 Wochen hat sich das Problem gelöst :-)
Der KiA meinte zu 90% wird heutzutage nicht mehr operiert, also versuch es vielleicht doch auch mit der Salbe :-)

LG,
Natalia

Beitrag von kraxy 06.12.09 - 14:12 Uhr

Hat ich vergessen - Salbe hatten wir auch schon durch - mehrfach versucht - hat aber nix gebracht.

lg
kraxy

Beitrag von etwas 07.12.09 - 17:51 Uhr

Hallo,

du schreibst selbst, dein Sohn hatte noch NIE eine Entzündung oder sonst irgendwas. Warum also soll man an etwas herumdoktorn, was noch nie Probleme gemacht hat? An keinem anderen Körperteil würde man diese Logik anwenden, nur am Penis von Kindern scheint diese zweifelhafte Mediziner-Logik immer wieder gern Anwendung zu finden...

Die Vorhaut ist grundsätzlich von Geburt weg mit der Eichel verklebt. Dies ist wichtig und dient dem Schutz der Eichel und den darunter liegenden Harnwegen vor dem agressiven (weil feucht-warmen) Windelklima.
Die Lösung dieser Verklebungen ist ein hormoneller Prozess, der - wie das mit den Hormonen nunmal ist - beim einen früher, beim anderen später einsetzt und sich recht lange hinziehen kann.
Es ist durchaus normal und medizinisch absolut vertretbar, dass solche Verklebungen mitunter bis weit in die Pubertät hinein bestehen können, OHNE dass ein Handlungsbedarf gegeben ist.

Vielmehr ist es sogar so dass diese geplante Vorhautlösung die Vorhaut sogar massiv beschädigen kann. Diese Beschädigung kann so schwerwiegend werden dass die Vorhaut narbig verheilt und damit eine hausgemachte 'sekundäre Phimose', also eine ENGE der Vorhaut durch Vernarbung entsteht, da bei dieser Lösung nichts anderes geschieht als den verklebten Rest von der Eichel abzuschälen. Dabei wird die innere Vorhaut komplett aufgerissen, eine offene Wunde entsteht, diese vernarbt usw. usw.
Ferner besteht die Gefahr, dass die gewaltsam getrennten Stellen wieder zusammen wachsen, dieses Mal dann allerdings nicht nur mit ein bisschen Zellhaut sondern mit ebenfalls narbigem Keimgewebe, welches - im Gegensatz zur natürlichen Vorhautverklebung - eine feste und dauerhafte Hautverbindung schafft, die dann tatsächlich nur noch in Vollnarkose und mit Verlust der gesamten Vorhaut sowie großem Schaden auf der Oberfläche der empfindlichen Eichel getrennt werden kann.

Diese Vorhautlösungen sind im Prinzip absolut mittelalterlich, erfüllen nicht den geringsten medizinischen Sinn, ebenso auch keinen hygienischen (denn unter den verklebten Stellen kann sich auch kein Dreck ansammeln, da ja Vorhaut u. Eichel direkt verbunden sind, somit nichts drunter kann.

Daher kann ich nur GANZ DRINGEND von diesem Vorhaben abraten und auch den anderen Eltern, die diesen Thread hier lesen und/oder womöglich vor der gleichen Frage stehen, sagen, dass diese Vorhautlösung schlichtweg VERBOTEN gehört.
Sie ist völlig überflüssig, medizinisch absolut sinnlos, obendrein extrem schmerzhaft und birgt ein extrem hohes Risiko von Spätfolgen in Form von narbigen Verwachsungen.

Einem jeden sei der dringende Rat gegeben:
BLEIBEN LASSEN!!!

Beitrag von vivia 07.12.09 - 19:09 Uhr

Hallo,
vielen Dank für Deine aufrüttelnden Worte #danke
Wir hätten heute Nachmittag den Termin gehabt, heute Vormittag habe ich angerufen und abgesagt #huepf
Mein Mann und ich haben uns gestern lange drüber unterhalten und rein vom Gefühl her waren wir beide eigentlich dagegen.
Ich bin nun sehr froh, mal wieder meinem "Bauchgefühl" gefolgt zu sein und Deine Worte haben das noch bestätigt.
Viele Grüße
Vivia

Beitrag von kraxy 07.12.09 - 23:22 Uhr

Hallo,

also sagen wir mal so:

Es gibt schon medizinische Indikationen, die eine Vorhautlösung sinnvoll erscheinen lassen - denn auch eine nicht behandelte Vorhautverklebung kann zu einem (schmerzenden) Schnürring und somit zu einer Phimose führen - und deshalb würde ich immer einen erfahrenen Arzt dazu befragen!
Im Idealfall zu einem Kinderurologen, der sich damit auskennt - und wenn richtig nachgepflegt wird, dann ist das auch mit der Narbenbildung nicht so (die Haut sollte nicht verletzt, sondern gelöst werden...)

Und ehrlich gesagt, lieber eine Vorhautlösung als eine Zirkumcision!

Also denke ich, dass es durchaus medizinische Indikationen gibt (Salbentherapie erfolglos, drohende Phimose, schmerzhafte Errektionen), die eine Vorhautlösung sinnvoll erscheinen lassen - die Schmerzen und das Risiko für Verwachsungen sind so hoch oder so niedrig wie bei anderen OPs wohl auch.

Naja - so Entscheidungen sind nie einfach zu treffen...

Gruß

Beitrag von etwas 07.12.09 - 23:41 Uhr

Hallo kraxy,

äääähm, Verzeihung wenn ich da als Mann mal ein Wenig hinterher hinke, denn ich staune gerade über gewisse anatomische Möglichkeiten, die der männliche Penis - folgt man deinen Ausführungen - bietet... #gruebel

Eine Vorhautverklebung kann NIEMALS zu einem Schnürring führen, da dies zwei vollkommen verschiedene Stiefel sind.
Ein Schnürring begründet sich aufgrund einer im Durchmesser zu ENGEN Vorhautöffnung, nicht aufgrund einer verklebten Vorhaut. Bei einer verklebten Vorhaut haftet ("klebt", daher ja auch die Bezeichnung) die Vorhaut eben einfach nur (noch) an der Eichel und kann deshalb nicht zurückgezogen werden. Es kann schon deshalb kein Schnürring entstehen, weil die Vorhaut wg. der Verklebung gar nicht so weit nach hinten gezogen werden kann dass sie hinter der Eichel diese einschnüren könnte. Man kommt ja mit der Vorhaut gar nicht bis zur Eichelfurche, da die Vorhaut ja vorher eben noch anklebt und gar nicht so weit nach hinten geht - ist klar, oder?
(Gott, kompliziert zu beschreiben, aber ich hoffe es ist klar wie ich's ausdrücken wollte).

"Drohende Phimose" - ha, dies in einem Atemzug mit der Vorhautverklebung zu nennen zeugt von ziemlichem Unwissen (Verzeihung, nicht persönlich, sondern rein fachlich gemeint).
Denn eine Phimose kann erst NACH vollständiger Ablösung der Vorhaut überhaupt diagnostiziert werden. Wenn nämlich die Vorhaut vorher noch verklebt ist kann KEIN Urologe dieser Welt sicher diagnostizieren, ob die Vorhaut nun aufgrund einer zu engen Öffnung oder aufgrund einer noch bestehenden Verklebung nicht nach hinten zu schieben geht.
Leider führt dieser Umstand vielfach dazu, dass schon Kleinstkindern eine Phimose (sprich: VorhautverENGung) angedichtet wird, obwohl bei ihnen einfach nur noch die natürliche Vorhautverklebung besteht. Es herrscht die allgemeine Ansicht: "Nicht zurückziehbare Vorhaut = Phimose" - das ist UNSINN!

Schmerzhafte Erektionen?
Aber nicht wg. einer Vorhautverklebung. Allenfalls wenn noch so ein ganz kleines Restchen anpappt - aber bei einer noch großflächig angeklebten Vorhaut tut das nicht weh, da sich die Vorhaut mit dem sich versteifenden Penis mitlängt. Dies geschieht ebenso bei einer Vorhautverengung.
Gerade im Kindesalter ist i. d. R. die Vorhaut weitaus länger als der Penis selbst, da die Vorhaut in der Pubertät nicht mit dem Peniswachstum mithält und sich der Hautüberschuss dann reguliert.
Das heißt aber auch dass im Kindesalter i. d. R. mehr als genug Vorhaut da ist um bei steifem Penis trotzdem noch genug über die Eichel zu reichen. Somit ist also kaum eine schmerzhafte Erektion zu befürchten.

Die von dir benannte Nachpflege nach einer Vorhautlösung bedeutet nichts anderes, als die bis auf's rohe Fleisch abgeschälte (und nichts anderes geschieht bei einer Vorhautlösung) Vorhaut mehrmals täglich hin und her zu schieben. Dies sind unsägliche Schmerzen für den Kleinen. Und eine Garantie, dass die beiden Wundstellen an Vorhaut und Eichelhaut in der Zeit, wo sie übereinander liegen, nicht doch wieder zusammen wachsen (diesmal dann nur eben narbig, weil der Körper Wunden nunmal mit Narbengewebe füllt), ist dies trotzdem noch nicht. Im Gegenteil, diese Gefahr ist sogar sehr hoch.
Dazu läuft der Urin innerhalb der Vorhaut bei jedem Pinkeln an den Wundstellen vorbei, das brennt unsäglich.

Und wofür das alles? Nur weil man nicht willens ist, die natürliche Entwicklung des Körpers, die nunmal keiner menschlichen Uhr folgt, abzuwarten, sondern schlaue Ärzte schon an Kleinkindern dran rumdoktern wollen, nur weil sie ihr 1950-Wissen nicht mal wenigstens EIN BISSCHEN auffrischen wollen.
Dabei hat man schon 1964 in einer Großstudie mit über 2.000 Jungs festgestellt, dass von 90% der 1-Jährigen, deren Vorhaut noch nicht zurückziehbar war, es im Alter von 16 Jahren WENIGER ALS 1% (!!!) waren, die noch einer Behandlung bedurften.

Im übrigen "lösen" die Jungs derartige Probleme ohnehin spätestens in der Pubertät von selbst, nämlich dann wenn sie sich zu befriedigen beginnen. Dann aber geschieht das langsam und Stück für Stück und nicht komplett auf einmal mit der Holzhammer-Methode.


Man lasse die "kleinen Männer" einfach mal weitestgehend in Ruhe, damit wären viele sog. Vorhaut"probleme" wesentlich unkomplizierter behoben als mit ständiger Dran-Herum-Dokterei.

Beitrag von kraxy 08.12.09 - 14:04 Uhr

Hallo nochmal,

nix für Ungut - aber bei meinem Sohn war eine Schnürringbildung (vielleicht ist das nicht die 100% fachlich genaue Bezeichnung, auf jeden Fall war es eingekerbt und für meinen Sohn unangenehm...) erkennbar - vielleicht gehört er ja auch zu den 1%, wo nicht alles so läuft, wie es soll (die Salbentherapie hat auch nicht angeschlagen... - wie es in 90% der Fällen ist).

Und ich wollte auch nur mal schildern, wie eine solche OP durchaus auch ablaufen kann - es gab keine abgeschältes Fleisch, das dauernd durch Urin benetzt worden ist und unsägliche Schmerzen verursacht hat - sondern es war ein kleiner Fleck, der durch die Bepanthen-Behandlung schnell geheilt (innerhalb eines Tages...) ist .

Und ich würde es wieder tun, weil sich das schon über mehrere Jahre hinzog und verschiedene (!) Ärzte (von denen auch manche nach 1990 ihren Abschluss gemacht haben :-p) dazu geraten haben.

Mittlerweile ist mein Sohn froh - denn endlich sieht es bei ihm aus, wie bei seinen Kollegen und er hat keine Unanehmlichkeiten mehr - wie gesagt, es ging in keinem Fall darum "irgendwelche Ärzte dran rumdoktern" zu lassen!

Wichtig ist es doch, dass man reagiert, wenn Probleme auftreten. Hilfreich ist es, sich dann unterschiedliche Meinungen und Erfahrungswerte einzuholen, ein Urteil zu bilden und eine Entscheidung zu treffen. Irritierend finde ich hierbei, dogmatische Ansätze in irgendeine Richtung, die nichts anderes mehr zulassen.

Und um den Austausch über verschiedene Erfahrungen ging es doch im Ausgangsposting, oder?

Schönen Tag noch!