Wo gibt es Kurse für Gebärdensprache für Kinder?

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von visilo 06.12.09 - 14:45 Uhr

Meine Frage steht ja schon oben. Mein Sohn geht als I-Kind in eine I-Gruppe, dort ist auch ein Junge mit Down Syndrom der jetzt mit 4,5 Jahren noch nicht sprechen kann. Jetzt wurde von einem Sonderpädagogen angefangen dem Jungen die Gebärdensprache beizubringen.
Die anderen Kinder haben begeistert mitgelernt. Dieser Pädagoge wird aber wohl nur noch bis Jahresende kommen. Mein Sohn fand die Gebärdensprache toll und hat schnell gelernt. Er würde gerne weitermachen, da er sich mit ebend diesem Kind ganz gut versteht und gerne mit ihm spielt, durch die Gebärden ist halt vieles einfacher geworden.
Habe bei der Volkshochschule höchstens einen Kurs für Erwachsene gefunden. Wo wird denn sowas für Kinder angeboten, bzw wer könnte wissen wo sowas angeboten wird.

LG
visilo

Beitrag von hilli2 06.12.09 - 15:17 Uhr

Hi!
Ich mach gerade so einen Kurs an der VHS für Erwachsene. Der Kursleiter hat uns gesagt, es gäbe noch keine für Kinder konzipierten Kurse....fragt doch mal im Gehörlosenverband in deiner Nähe nach!

LG

Beitrag von visilo 07.12.09 - 09:30 Uhr

Gute Idee, danke. Werde da mal anrufen. War halt so eine Idee von mir, da sich Lukas sonst nur schwer für etwas begeistern läßt und die Gebärdensprache fand er halt toll, er sagt immer es ist seine Geheimsprache mit der er sich nur mit seinen Freunden unterhalten kann.

LG
visilo

Beitrag von twokidsmum 09.12.09 - 14:32 Uhr

Ja diese Sprache ist klasse!Denn ich spreche sie selber, da ich Gehörlos bin und meine Kids haben es auch von mir gelernt und beherschen sie jetzt ganz gut!

Man kann bei GL Dolmetscher nachfragen, diese haben oft Tips wo man es erlernen kann! Vielleicht ist ja ein spezieller Kurs für Kids dabei?

Beitrag von nicola_noah 06.12.09 - 15:23 Uhr

Hallo,

Da bei meinem Sohn durch mehrere Hirninfarkte die Sprachmotorik komplett zerstört wurde (Das Sprachverständnis ist da), lernt er (Und wir) die Gebärdensprache in der Frühförderung.
Allerdings gestaltet sich das nochmas schwieriger als eh schon, denn Max hat für die Gebärdensprache nur eine Hand zur Verfügung#schwitz

Ansonsten klick Dich mal hier durch:

http://www.loorens.de/lerntreff.php?kid=1

Beitrag von visilo 07.12.09 - 09:36 Uhr

Danke für den Link werde ihn nachher nochmal genauer anschauen. Ich glaube was bei uns im Kiga gelernt wird sind lautsprachbegleidente Gebärden. Das ist auch für meinen Sohn ein gutes Training da auch er starke Probleme mit der Sprache ( auditive Wahrnehmungsstöhrung) hatte und erst vor einem Jahr zu sprechen begann ( mit etwas über 4 Jahren) er nuschelt stark wenn er sich unsicher bei der Aussprache ist aber bei diesen Gebärden kommt es ja gerade auch darauf an das er deutlich spricht das sein Gegenüber es teilweise von den Lippen ablesen kann.

Ich drücke Euch und Max die Daumen das ihr trotz der Schwierigkeiten einen Weg der Komunikation untereinander findet:-)

LG
visilo+Lukas (16.11.04)

Beitrag von joline81 06.12.09 - 16:09 Uhr

kennt ihr "unterstützte kommunikation"?
ich habe als erzieherin in einer integrativen-kita gearbeitet (bin jetzt im mutterschutz) und wir haben viel damit gearbeitet.
man teilt sich über gebärden, bilder, technische hilfsmittel usw mit. je nach dem was das kind am besten anwenden bzw verstehen kann.

hier vielleicht ein paar links die interessant sind. oder einfach mal googlen.

http://www.isaac-online.de/cms/

http://de.wikipedia.org/wiki/Unterst%C3%BCtzte_Kommunikation

http://www.spiekermann.onlinehome.de/Netzwerk.htm

Beitrag von visilo 07.12.09 - 09:43 Uhr

Hallo Joline,

bin mir nicht sicher ob du mich richtig verstandet hattest. Mein Sohn kann sprechen ( wenn auch noch nicht 100% so wie gleichalte Kinder) aber er hat in der Gruppe ein Kind welches sich verbal noch garnicht ausdrücken kann, deshalb wurde angefangen diesem Kind einige Gebärden bezubringen.

Mein Sohn ist halt im Moment von der Gebärdensprache sehr begeistert und das wollten wir ausnützen da dieses Gebärdentraining auch für ihn ein gutes Training ist da er dabei gezwungen ist deutlich zu sprechen. Lukas hat eine auditive Wahrnehmungsstöhrung und hat erst kurz nach dem 4. Geburtstag angefangen zu reden. Ich habe das Gefühl ( und auch unser Logopäde sieht es so) das seine Aussprache viel besser geworden ist seid er sich mit dieser Art der Gebärdensprache beschäftigt, leider kann das durch die Logopädin nicht weitergeführt werden.

LG
visilo+Lukas (16.11.04)

Beitrag von frekinchen 06.12.09 - 17:28 Uhr

Hallo!

Es gibt leider auch in Deutschland verschiedene Gebärdensprachen. Erkundige dich doch bei dem Lehrer mal danach welche er verwendet.

Zum Lernen gibt es ganz tolle Lernprogramme für den Computer. Ich könnte mir vorstellen, dass auch dein Sohn daran Spaß hätte.

Gruß, frekinchen.

Beitrag von visilo 07.12.09 - 09:49 Uhr

Wenn ich es richtig verstanden habe werden lautsprachbegleidente Gebärden gelernt, der Junge der sie lernt höhrt ja auch ganz normal und reagiert auch, er ist wohl nur noch nicht in er Lage selbst Wörter zu bilden.
Der Sonderpädagoge meinte auch das es sehr viele verschiedenen Gebärdensprachen in Deutschland gibt und das er in Hamburg ganz andere Gebärden benutzt hat wie nun hier in München.
Wo finde ich denn solche Lernprogramme? Auch beim Gehöhrlosenverein? Würde mich über Tipps freuen.

LG
visilo+Lukas (16.11.04)

Beitrag von b.kissi 07.12.09 - 18:59 Uhr

Hallo visilo + Lukas,

es gibt in der Gebärdensprache verschiedene Dialekte wie in der Lautsprache auch.

Gebärdensprachenkurse für Kinder habe ich auch keine gefunden. Es ist schon schwer Kurse für Erwachsene zu finden.

Bei http://www.kestner.de gibt es Lernprogramme auch für Kinder.

Mein Sohn lernt in der Schule gebärden und ich in der VHS.

Gruß Barbara

Beitrag von mondenschein 09.12.09 - 21:25 Uhr

Hallo,
möglicherweise arbeitet der Sonderpädagoge aber nicht mit der DGS, sondern mit vereinfachten Gebärden. Ggf. mit Makaton oder SdmHa (="Schau doch meine Hände an").
Wäre schade, wenn dein Sohn die "falsche" Sprache lernen würde...
Ich bin Lehrerin in einer Schule für Geistigbehinderte und wir arbeiten mit "Schau doch meine Hände an".
Siehe auch: www.schau-doch-meine-haende-an.de/
Tolle Sachen von Leber/Spiegelhalter gibt es hier:
http://www.vonloeper.de/index1.html

Viele Spass!
LG
mondenschein

Beitrag von visilo 09.12.09 - 21:42 Uhr

Ich denke schon das die Pädagogin die "normale" Gebärdensprache verwendet, sonst arbeitet sie aber wohl nur mit Erwachsenen wenn ich es richtig verstanden habe hat sie die Gebärdensprache erlernt weil Geschwister von Ihr gehöhrlos sind. Ich glaube sie hat was von GUK gesagt, das sie nach dem System unterrichtet, vielleicht hab ich das aber auch falsch verstanden#hicks, früh ist immer so ein Trubel und da gehen solche Gespräche leider immer nur zwischen Tür und Angel#schwitz.

Ich hab gestern im Buchladen ein ganz nettes Buch gesehen da waren wohl 1000 Gebärden abgebildet, die die mir mein Sohn schon gezeigt hatte habe ich auch in dem Buch gefunden.
Wie gesagt die Kinder lernen das einfach aus Spaß, bis auf den einen Jungen ist keines der Kinder aus der Gruppe darauf angewießen. Ich fand halt toll das mit den Gebärden auch eine deutliche Aussprache geübt wurde welche ein größeres Problem bei meinem Sohn ist. Jetzt lernen sie einige Lieder die mit Gebärden kombiniert sind ( z.B. Kennst du das Land wo die Elefanten spazieren gehen). Schade das das nur noch bis Jahresende geht, ich hoffe die andere Erzieherin wird ein bisschen weitermachen aber ich denke sie wird dann keine Zeit mehr dafür haben:-(.

Schönen Abend noch
visilo ( der die Gebärde für Ente so gut gefällt#schein)