Was stimmt nicht mit mir...

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von little-chelsea1982 06.12.09 - 17:18 Uhr

Manchmal frage ich mich ob ich nicht normal bin und warum ich mein Kind nicht so lieben kann wie man es sich von einer Mutter wünscht. Zumindest den Großteil der Zeit ist das so. Viel zu oft wünsch ich mir die Zeit zurückzudrehen und nochmal von vorn anfangen zu können. Nicht zu dem Zeitpunkt als sich die Frage stellte ob ich abtreibe oder nicht. Das würde ich auch heute nicht übers Herz bringen. Sondern dahin als ich mit seinem Erzeuger geschlafen habe und wir uns leider auf das Kondom verlassen haben. Großer Fehler? Ja. Sich zu wünschen dass das eigene Kind nicht da ist, ist so ein Tabuthema unter Eltern. Immer wenn ich versucht habe einer Freundin oder bei meiner Mutter mein Herz auszuschütten kam immer gleich die Frage: "Aber missen möchtest du ihn jetzt auch nicht, oder?" Was eigentlich weniger einer Frage als einer Feststellung gleicht die nur eine Antwort zulässt. Somit hab ich das Thema gleich im Keim erstickt und nicht weiter davon erzählt wie sehr es mich quält. Klar haben alle Verständnis dafür wie anstrengend es manchmal ist ein Kind mit Duracell im Arsch alleine gross zu ziehen mit ner 42,5 Stunden Woche und ohne Familie.

Mein Mann und ich haben uns vor knapp vier Jahren getrennt und ich hab gelitten wie ein Hund. 10 kilo abgenommen in 4 Wochen, völlig apathisch im neuen Job und als ich fast davor war nen Schritt weiter Richtung U-Bahn-Gleise zu wagen hat mich meine innere Hand zurückgezogen. Ich bin zum Therapeuten gegangen. Danach war ich geheilt. Was der so von sich gegeben hat war soooooooo bescheuert das ich wieder angefangen hab zu leben und mich selbst kuriert habe. Ich bin wieder ausgegangen und hatte Spass am Leben. Bis zum 50-ten Geburtstag meiner Mutter. Da hab ich meinen damals Noch-Mann zum ersten Mal seit meinem Auszug wieder getroffen. Und es war schön. Wir haben gelacht und geredet und haben uns wohl gefühlt. Und irgendwann sind wir im Bett gelandet. Alles war so vertraut. Wie früher. Wir hatten ein wunderschönes Wochenende. Eine heimliche Affäre mit meinem Mann. Bis ich wieder nach Hamburg zurück bin und er meinte das sich trotz allem nichts an der Scheidung ändern wird. Ich war völlig zerstört und hab nur geweint. Und dann kam der große Fehler. Ich hab mich auf jemanden eingelassen den ich bis dato noch nicht so gut kannte. Er hatte sich meine Mail-Adresse von meiner Freundin besorgt. Wir haben ein paar Mal gemailt, telefoniert und uns getroffen. Wir landeten im Bett. Obwohl ich wusste das ich kein näheres Interesse an ihm hatte. Das Kondom kam zerrissen wieder zum Vorschein. Ich hatte sofort das Gefühl schwanger zu sein und als meine Periode ein paar Wochen später ausblieb wusste ich sofort was los war. Auf zum Arzt der mir meinen Verdacht bestätigte. Ich war schwanger! Noch nicht geschieden, alles andere als bereit für ein Kind und von einem Mann der nicht mal annähernd dem entsprach was ich als einen tollen Vater oder Partner haben hätte wollen. Ich habe mir für das Kind entschieden. Mein Arzt hat mir die Entscheidung abgenommen und den Ultraschallkopf auf meinen Bauch gelegt. Da war dieses kleine 12 Wochen alte Würmchen und turne munter in mir rum. Und nun sitze ich hier. Zwei Jahre ist mein Sohn mittlerweile. Meine Kräfte sind völlig erschöpft und ich wünsche mir immer öfter ich könnte nochmal zurückgehen und mir die Beine zusammentackern lassen. Ja ich liebe mein Kind. Manchmal. Nicht immer. Ich liebe ihn wenn er quatsch macht und es mir gut geht. Ich liebe ihn wenn er mich tröstet und mir die Tränen mit seinen Socken wegwischt. Ich liebe ihn auch wenn er krank ist und mich braucht. Aber er raubt mir mehr Kraft als ich geben kann.Und dann kommen diese viel zu vielen Momente in denen er bockt oder er mich nach meinem 8-Stunden-Arbeitstag dafür straft das er 10 Stunden in der Kita bleiben musste und ich abends nur noch froh ihn endlich los zu sein. Ich fühle mich so hilflos und gefangen. Mein ganzes Leben dreht sich nur um Arbeit und Kind. Ich hab keine Zeit mehr für mich. Nachdem er abends im Bett ist mache ich den Haushalt und schaffe es dann gerade noch mich fürs Bett fertig zu machen. Am Wochenende stehen dann Dinge an wie Einkaufen, Wäsche machen und alles erledigen was ich unter der Woche nicht machen kann. Klar bleibt auch viel Zeit zum spielen aber wo bleibt Zeit für mich? Mit einem Buch aufs Sofa legen, stupid DVD schauen oder stundenlang mit Freunden telefonieren? Ich habe hier keinen der mir Ryan abnehmen kann. Ich habe eine Freundin die mich unterstütz so oft es geht. Sie hat selbst ne 2-jährige Tochter und schichtet somit sind Wochenenden tabu. Familie hab ich hier keine und meine Nachbarn sind nicht wirklich empfehlenswert. Ich muss mir ständig anhören wie laut mein Kind doch ist und das sie, trotz arbeitslosigkeit, am Wochenende nicht ausschlafen können weil ich um 10 Uhr staubsauge und Ryan mit dem Ball oder Bauklötzen spielt. Mit nem Babysitter haben wir es auch schon versucht. Ryan hat völlig geblockt und sich bis heute nicht an Sie gewöhnt. Obwohl sie die Mutter meienr Freundin ist und gut mit Kindern kann. Also denke ich das es für ihn vielleicht zu viel ist unter der Woche 50 Stunden in der Kita zu sein und dann noch bei nem Babysitter. Ich könnte mir auch keinen regelmässigen Babysitter leisten. Ich bin nun auch nicht der Typ der sich stundenlang mit Duplos und Bilderbüchern beschäftigen kann. Ausweg? Nicht in Sicht. Ich habe mich verändert. Versucht in Situationen ruhig zu bleiben, auf mein Kind einzugehen, es zu verstehen, warum er bockt oder schreit, warum er nach mir schlägt. Doch leider funktioniert das viel zu wenig. Ich merke das ich zunehmend gereizt bin und schnell anfange laut oder grob und unfair zu werden. Mir fehlt der Ausgleich. Ich würde gern wieder Sport machen doch wohin mit meinem Kind? Ich hätte gerne wieder ein Leben. Nur für mich. Ganz egoistisch. Jemanden kennenlernen. Zwischenmenschlickeit und wieder als Frau gesehen zu werden. Nicht nur als Mutter. Ich würde manchmal gerne ausbrechen und ihn einfach abgeben. Alles hinter mir lassen und für mich sein. Ob ich das mache? Ich denke nicht. Er sitzt grad neben mir, fummelt in meinem Buch rum und grinst mich über beide Ohren an. Kann ich ihm das bieten was er verdient? Mehr Liebe und Zuwendung, Aufmerksamkeit und Verständnis. Weniger Klappse auf Finger und Po. Mir kommen die Tränen und ich habe ein schlechtes Gewissen und schäme mich weil ich so empfinde und mich allzu oft daran erinnern muss mein Kind in den Arm zu nehmen...

:-(

Beitrag von frau.mecker 06.12.09 - 17:31 Uhr

Hi Chelsea,

genauso wie dir ging es mir vor ca. 6 Jahren.
Mein Sohn war fünf Monate als sein Vater "gegangen" ist.
Von heute auf Morgen fing ich wieder in meinen Job an, weil wundersamerweise mein Konto geplündert war, alle Ec- gesperrt sowie die Kreditkarten.
Nun ja, ich lag wie du abends ab neun völlig fertig auf der Couch, hatte auch eine "Siemens-Woche" und war noch lange nicht fertig danach, mit dem Arbeiten.
Das soziale Netz gab es nicht, weil sich keiner mit einem Kleinkind rumplagen möchte und meine Freunde haben sich relativ schnell verabschiedet.

Aber auch wenn es dir in deiner jetztigen Situation nicht hilft, es wird besser.
Sobald dein Kind größer und selbständiger ist, in die Schule geht und sich einen kleinen Freundeskreis aufbaut, dann JA; es WIRD besser.

Halt durch und wenn du denkst du schaffst es nicht, dann hol dir Hilfe und suche dir eine Pflegefamilie für dein Kind.
Es gibt Familien die z.b. dein Kind unter der Woche aufnehmen und du am Wochenende ein paar Stunden mit ihm verbringen ist.

mfg

Beitrag von mini-bibo 06.12.09 - 17:46 Uhr

Ich kann es ansatzweise nachvollziehen, wie es Dir geht!

Meine Mutter hat mir gesagt, wenn das Kind 5 oder 6 Jahre alt ist, WIRD es besser....
Ich weiss, es ist noch ein langer weg dahin, aber glaub mir, es WIRD besser!!

Meine Tochter ist schon sehr selbstständig, sie macht eben auch mal sachen für sich, in denen ich auch mal entweder Haushalt schmeissen oder auch einfach nur mal ein Buch in die Hand nehmen kann...

Wenn Du wirklich denkst, es geht nicht mehr, hole Dir Hilfe, denn derjenige der Hilfe holt ist stark, es sich einzugestehen, das es so nicht weiter geht und will dann auch etwas ändern!

#liebdrueck und liebe Grüsse
mini

Beitrag von mrsmonk 06.12.09 - 17:59 Uhr

Hallo, ich habe nur die ersten Sätze deines Postings gelesen,aber ich wünsche mir das auch, manchmal, nicht immer, aber doch ich tue es.
Keiner versteht warum, ja warum? Ich habe keine Arbeit, bekomme Alg2, ich sitze den ganzen Tag allein zu Hause, habe kaum noch Freunde und wenn dann arbeiten diese, haben eine intakte Familie und sich glücklich. Ich bin unglücklich, habe ein Kind, finde keine Arbeit, finde keinen richtigen Partner, ...
Immer diese Geldsorgen, wenn ich das alles gewusst hätte, vorher, dass ich nur Sorgen habe dann hätte ich es nicht gemacht, gebe es ehrlich zu!

Beitrag von abenteuer 06.12.09 - 22:13 Uhr

Hi.
Wenn du so unglücklich bist, warum sitzt du dann nur zuhause rum? Geh raus und unternimm etwas mit deinem Kind. Treffe dich mit anderen Eltern und baue dir ein soziales Netzwerk auf. Es ist wichtig, dass du glücklich wirst- unabhängig davon, ob du einen Partner oder wenig Geld hast.

Ich war auch alleinerziehend mit meinem ersten Sohn- dennoch war ich glücklich. Mein Kind nahm ich zu meinen Freunden mit (die noch keine Kinder hatten). Eigentlich waren wir selten zuhause und hatten immer viel vor. Es war eine wirklich schöne Zeit mit meinem Kleinen. Da ich noch studierte, nahm ich ihn auch mit zur Uni. (Als stud Dort lernte ich meinen jetzigen Mann kennen. Ich glaube er spürte, dass ich glücklich war und genau das machte mich interessant für ihn.

Wünsche dir ganz viel #klee, dass du wieder glücklich wirst

abenteuer

Beitrag von little-chelsea1982 06.12.09 - 22:28 Uhr

Ich sitz nicht nur zuhause rum! Wir gehen natürlich raus. Nur ist der samstag vormittag schon vorbei mit einkaufen, essen machen, essen und sauber machen. Während er Mittagschlaf macht versuch ich auch zu entspannen lande aber meist doch bei Wäsche oder Bad putzen. Da unter der Woche so gut wie alles liegen bleibt hab ich nur das Wochenende. Ich kenne schon einige Leute hier in Hamburg aber alle sind verheiratet und arbeiten selber und somit sind die Wochenenden der Familie vorbehalten. Ich hab auch schon versucht mich mit Frauen anzufreunden die keine Kinder haben. Leider verstehen viele halt nicht das Kinder nun mal laut und manchmal nervig sind. Es ist halt nicht überall gleich und hier in Hamburg manchmal schwierig.

Ich werde das hinkriegen! Ich werde mich bessern und meine Sohn NIE wieder böse anfassen. Damit wird bestimmt alles besser. Ich habe eine Selbsthilfeforum über Google gefunden.

Es ist schön sich wenigstens mal austauschen zu können und zu lesen wie andere die Situation gemeistert haben. Hätte nicht gedacht dass das so ungemein bestärkt. Hätte ich mal eher machen sollen!

Beitrag von abenteuer 07.12.09 - 09:50 Uhr

Lass dich mal #liebdrueck

Ist ja nicht so, dass ich dieses Zeitproblem nicht habe.
Bei 3 Kindern und einem sehr unordentlichen Ehemann ist das wirklich viel Hausarbeit. Dennoch nehme ich mir manchmal einfach Freizeit.
Ich bin 25 und die einzige in meinem Freundeskreis, die verheiratet ist (Kinder hat auch noch niemand). Im Gegenteil- viele sind sogar Singles.

Meine 21 jährige Schwägerin ist übrigens auch grade vor 2 Wochen nach Hamburg gezogen :-)

Das viele ein Kind für zu nervig u laut halten wundert mich. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich Leute ohne Kinder eher auf meine kleinen stürzen, weil sie ja selber keine haben. Haben die Leute das wirklich so gesagt oder hast du ihr Verhalten so interpretiert? Vielleicht dachtest du nur, dein Kind sei zu laut.

Und um Leute kennenzulernen würde ich doch einfach mal im Studi/Mein VZ suchen. Vielleicht lernst du dort ja auch den Mann fürs Leben kennen ;-)

lg abenteuer

Beitrag von little-chelsea1982 06.12.09 - 18:43 Uhr

Es ist schon mal schön zu sehen das es nicht nur mir so geht. #liebdrueck Wenn ich so in die Mami-Runde schaue sehe ich überall verheiratet Paare. Ich bin als Einzige Single. Und wenn ich dann sehe wie die mir ihren Kindern umgehen und wie schwierig es teilweise war den Kinderwunsch umzusetzen, kamen mir noch mehr Zweifel.

Es bleibt ja nicht mal wirklich Zeit neue Bekanntschaften zu machen. Ich wüsste auch nicht wirklich wo zwischen Kita und Arbeit oder Einkauf und Arztterminen. Sei es nun mit Gleichgesinnten noch mit Männern. Bis auf den Ausrutscher bei dem Ryan gezeugt wurde, bin ich seit April 2006. Das zermürbt natürlich auch ganz schön. Und gerade jetzt vor Weihnachten könnt ich den ganzen Tag heulen. Wir haben gestern ein Bild für ne Weihnachtskarte machen lassen und vor uns waren drei Paare mit Kleinkindern. Es war zum heulen. Da denke ich dann am meisten daran wie sehr Ryan mein Leben doch verändert hat.

Ich kann mir gut vorstellen das es einfacher wird wenn sie richtig sprechen können und selbstständiger sind. Ich komme mir nur so vor als würde ich ständig auf was warten und nie ist ne wirkliche Verbesserung in Sicht. Erst warten auf eine Besserung der Koliken, warten bis der erste Zahn raus ist, die Unzufriedenheit beim Laufen lernen, der Abschied in die Kita und nun die Zorn- und Bockphase....

Seine Erzieherin fragte auch schon ob zuhause alles ok sei weil Ryan so umschlägt sobald er mich sieht. Aus fröhlich und nett wird laut und weinerlich. Er zeigt mir ganz deutlich was er davon hält das ich arbeiten gehe. Nicht gerade der Empfang den man sich nach nem langen Tag wünscht :-( Mir fehlt Bestätigung das ich meine Sache auch mal gut mache, mal ein aufmunternder Schulterklopfer, in den Arm genommen zu werden. Einfach jemand der mir den Rücken stärkt. Hach ja...vielleicht liegt unterm Weihnachtsbaum ja ein bisschen Feenwunschpulver. Dann wünsch ich mir ein wenig mehr Sonne und Heiterkeit.

Vielen Dank für euren lieben Worte!!

Beitrag von marenchen23 06.12.09 - 20:10 Uhr

Hi,

ich war auch schon an dem Punkt, an dem ich mein Kind abgeben wollte. Schon vor der Trennung habe ich überlegt, nehme ich ihn mit? Oder lasse ich ihn beim Papa? Ich habe ihn mitgenommen und bin sooo gewachsen in meiner Aufgabe!

Allerdings habe ich Anfangs noch nicht gearbeitet und auch jetzt arbeite ich nur 6 Std pro Tag. Wie sieht es bei dir aus, wenn du versuchst, ein wenig zu reduzieren? Klar müsstest du dich finanziell einschränken, aber so springt dann mal ein wenig Zeit für dich raus.
Ich mache es auch so, dass ich an einem Tag pro Woche meinen Kleinen länger im Kiga lasse und ich gehe joggen oder bummeln oder schlafe ne STunde auf der couch, wenn die Nacht mal wieder grauenhaft war.

Und wenn du das Gefühl hast, es geht wirklich gar nicht mehr, dann wende dich ans Jugendamt (Beratungsstelle wäre ja auch nicht schlecht, aber bei deinem Zeitplan kaum machbar)
Das Jugendamt kann dich beraten, evtl wissen die stellen, bei denen du dir Unterstützung holen kannst. Und ansonsten eben eine Pflegefamilie.
Es zeugt auch von großer Liebe, einzusehn, dass man es nicht schafft und sein Kind abgibt, BEVOR es zu sehr leidet... sprich dir rutscht die Hand aus, weil du zu überfordert bist....

Ich drück dir die Daumen,

Maren

Beitrag von little-chelsea1982 06.12.09 - 22:08 Uhr

Da kommen mir die Tränen. Ich hab ihm schon so oft weh getan weil ich mir einfach nicht mehr zu helfen wusste und hätte mir hinterher am liebsten die Hände abgehackt und die Augen ausgekratzt.

Ich hab schon Dinge probiert wie aus dem Zimmer gehen, ihn aus dem Zimmer schicken oder gegen was schlagen. Fazit: Ein zerschmetterte Fernbedienung und endlose Beulen im Kopfkissen. Er leidet darunter. Das schmerzt am meisten. Er zuckt zusammen wenn ich die Hände zu überschwenglich und schnell bewege. Gibt es nicht auch vielleicht so eine Art Selbsttherapie? Ich hab panische Angst mich an jemanden zu wenden der mir mein Kind wegnehmen könnte. Soweit ihn herzugeben bin ich nämlich noch nicht. Und ne Therapie steht ewig in meinen Akten. Vielleicht gibt es ja auch sowas wie die anonymen Alkoholiker. Ich WILL wirklich was ändern ich weiss nur nicht wie?!?! Ich weiss dass das meist von mir ausgeht. Er ist lebhaft und laut aber nicht böse oder gemein. Er liebt mich obwohl ich manchmal so fies zu ihm bin #heul

Vielleicht sollte ich das Thema Babysitter nochmal in Angriff nehmen und zum Sport gehen um einen Ausgleich zu finden. Leider kann ich meine Stunden nicht reduzieren. Dafür ist der Job zu anspruchsvoll und bei uns gibts entweder Teilzeitstellen mit 20 Stunden oder 40 Stunden. Und 20 geht gar nicht. Da krieg ich zu wenig bei raus. Mein Ideal wäre zweimal die Woche ein Babysitter der ihn abholt und versorgt damit ich zum Sport kann. So hätte ich nen Ausgleich und die Wochenenden blieben frei für ihn. Aber er macht echt Terror wenn ihn jemand anders abholt als ich oder eben meine Freundin, die mittlerweile schon fast ne zweite Mutter für ihn ist. Sie hilft mir auch echt toll aber es reicht halt nicht aus. Sie holt ihn ab wenn ich zum Arzt muss oder Termine hab die ich sonst nicht gebacken kriege. Meine Idee war auch schon näher zur Arbeit zu ziehen und somit ne Kita in der Nähe der Arbeit zu haben. So wären die Wege nicht so lang und er wäre nur knapp 9 Stunden dort. Momentan ist mein Weg zur Kita 35 Minuten und von dort zur Arbeit nochmal 30.

Ich bin auch gewachsen und auch stolz wie Bolle es soweit geschafft zu haben ohne Hilfe aber ich merke wie sehr mich Kleinigkeiten aus dem Gleichgewicht bringen. Da reicht eine Absage auf ne Wohnung, eine vergessene Rechnung oder mal wieder Streit mit den Nachbarn. Meine Nerven sind einfach dünner geworden.

Beitrag von rheinhexe 08.12.09 - 13:00 Uhr

Dein Kind zuckt schon zusammen? Little, DANN brauchst Du WIRKLICH Hilfe..und zwar SCHNELL, bitte! Du tust nicht nur deinem Kind in DEM Moment weh, sondern es brennt sich in seine kleine Kinderseele ein und verankert dort. Somit ebnest Du seinen Weg und machst ihm deutlich, das wenn man nicht weiter weiß, zuhauen kann/muss/darf... wie auch immer!
versteh mich nicht falsch, ich will Dich nicht angreifen sondern Dir das bereits geschehene aus einer anderen Sich klar machen., Nämlich aus der Sicht deines Kindes, welches DICH bedingungslos liebt!!!! Dein Kind kann nichts dafür, das Du (als auch wir anderen) überfordert sind! DU hast JA zu ihm gesagt,JA seinem Leben. Also hat er auch ein SCHÖNES verdient!
ich geh noch einen Schritt weiter (wie gesagt, es ist kein Angriff!!!!) Du bist egoistisch wenn Du auf der einen Seite sagst, das Du dein Kind nicht weg geben willst, es aber auf der anderen Seite schlägst und anschreist!
Klar, jeder hat mal einen schlechten Tag... aber schlagen ist TABU!
Denk mal drüber nach.. und wenn Du möchtest, kannste Du mich gern anschreiben!
Gruß

Beitrag von marenchen23 09.12.09 - 14:57 Uhr

hi, hab bisschen gebraucht zum antworten.

Es gibt den Kinderschutzbund, evtl haben die einen Babysitter, und/oder Gruppen für alleinerziehende zum austauschen.

Oder guck mal ob es in deiner Nähe ein Zentrum für alleinerziehende gibt. Kannst ja auch mal bei der Stadt anrufen und nachfragen ob die was wissen. Dort findest du Bestätigung und Tipps um Kraft zu tanken.

So kann es auf jeden Fall nicht mehr weitergehn. Am besten wäre schon eine THerapie, aber was stört dich wenn es in den AKten steht? Das liest doch keiner. Ich hab auch shcon Therapie hinter mir und das nicht wenig, aber das weiss doch der Arbeitgeber nicht :-)

Nur wenn man eine private KK hat, dann ist ein WEchsel sicher schwierig....

Und ansonsten geh doch zu Beratunsstellen, die arbeiten auch anonym. Musst denen meist kein Name oder ähnliches Sagen sofern du das nicht möchtest!
Klingel dich durch und frag nach.

Maren

Beitrag von little-chelsea1982 06.12.09 - 22:56 Uhr

Ich bin glaub noch nie so wach gerüttelt worden wie eben. Mich beschäftigt das Thema schon so lange. Bisher hatte ich nie gewagt es irgendwo zu posten oder darüber zu sprechen sondern mich dermassen geschämt so zu fühlen und mein Kind manchmal recht grob zu behandeln. Dabei brech ich selber in Tränen aus wenn man wieder irgendwo liest das jemand sein eigenes Kind getötet hat. Im Affekt. In anderen Foren bin ich auf echt üble Geschichten gestossen und hatte auf einmal so Panik auch so zu werden. Da war auch diese Lied drin das mich komplett wachgerüttelt hat. Ich kannte das gar nicht. Bettina Wegner. Hab es auch gleich bei youtube angehört:

Kinder:
Sind so kleine Hände, winz'ge Finder dran.
Darf man nie drauf schlagen, die zerbrechen dann.
Sind so kleine Füße mit so kleinen Zeh'n.
Darf man nie drauf treten, könn' sie sonst nicht geh'n
Sind so kleine Ohren, scharf - und ihr erlaubt:
Darf man nie zerbrüllen, werden davon taub.
Sind so schöne Münder, sprechen alles aus.
Darf man nie verbieten, kommt sonst nichts mehr raus.
Sind so klare Augen, die noch alles seh'n.
Darf man nie verbinden, könn' sie nichts versteh'n.
Sind so kleine Seelen, offen und ganz frei.
Darf man niemals quälen, geh'n kaputt dabei.
Ist so'n kleines Rückgrat, sieht man fast noch nicht.
Darf man niemals beugen, weil es sonst zerbricht.
Grade, klare Menschen wär'n ein schönes Ziel.
Leute ohne Rückgrat hab'n wir schon zuviel.

Genau wie ich damals von heute auf morgen beschlossen hab mit dem Rauchen aufzuhören und es auch komplett durchgezogen hab, hab ich soeben beschlossen mich zu ändern. Ich werde versuchen ruhiger zu bleiben und mehr Verständnis für die gorßen Probleme meines 2-jährigen zu haben. Für mich ist Schuheanziehen ja auch was banales, für ihn hingegen eine rießen Herausforderung.

Danke das ihr mich ein wenig wachgerüttelt habt und ich mir somit auch eingestehen konnte das ich was ändern muss und mich damit auseinandern setzen muss!

Ich hol jetzt meinen Sohn zu mir ins Bett und kuschel ihn an mich.

#liebdrueck #danke

Beitrag von rheinhexe 08.12.09 - 12:14 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

auch ich freu mich das ich nicht die einzige bin, die manchmal so denkt. #danke
Bei mir geht es zwar nicht ganz wie bei Dir, liebe Little, das ich mein Kind manchmal mehr lieb hab als sonst, oder das ich schnell aus der Haut fahre. (obwohl das natürlich auch schon vor gekommen ist) Genau wie Du, habe ich den KV kaum gekannt und auch bei uns ist das Kondom geplatzt... ich wollte es weg machen lassen, hatte schon einen Termin und die Voruntersuchung. Habs dann aber doch nicht übers Herz gebracht. GOTT SEI DANK! Ich hör sie noch alle sagen *wir schaffen das, wir unterstützen Dich, Du bist nicht alleine*#bla TJA, Pustekuchen, waren alles nur leere Worthülsen! Meine wenigen Freunde die mir geblieben sind, gehen arbeiten, leben in Partnerschaften und haben daher auch wenig Zeit für mich/uns. Meine Eltern sind auch noch beide Berufstätig und entdecken gerade ihre Reiselust... fast jedes WE turnen sie in einer anderen Stadt rum... freut mich für sie! Was aber auch wieder dazu führt, das ich meinem alten, spontanen, ungezwungenem Leben stark hinterher trauer.
Ich hab ein sehr liebes, goldiges und einfacher Kind, das schon seitdem er 1,5 Monate ist, 12 Stunden am Stück schläft.#cool Wie gesagt, mein Sohn ist erste Sahne, aber manchmal wünsch auch ich ihn mir weg (wenigstens für ein paar Stunden) denn mein Leben hat aufgehört zu existieren, seitdem er auf der Welt ist. Ich tu es gern, wirklich! Aber abends wenn er schläft und ich mal wieder alleine auf der Couch sitze (also immer), frag ich mich, ob ich überhaupt noch lebe. Da ist das Kind am schlafen und man 'hätte' Freizeit und hat sie dennoch nicht. Schließlich kann man ja das Kind nicht alleine lassen.#augen Es ist ein Teufelskreis!
Little?! Leg Dir einen Boxsack zu, Du glaubst gar nicht, wie gut das tuen kann und Du kannst jederzeit mal eben deinem Frust, Luft machen! ;-) ich würd mich freuen, wenn ich wieder was von Dir/sowie den anderen hören würde... vielleicht in Form einer GRUPPE?

Beitrag von juleslorchen 09.12.09 - 16:42 Uhr

Huhu,

so, nun versuche ich schon seit 2 Tagen dir zu antworten und jedes Mal stürzt mein Rechner ab. Hoffentlich geht es jetzt.

Wohnt ihr denn noch in HH? Falls ja, und falls du magst, meld dich gerne bei mir. ich arbeite auch Vollzeit, bin auch allein und kann manches gut nachvollziehen, was du schreibst.

Hast du mal über eine Mutter - und Kind - Kur nachgedacht? Ida und ich waren gerade für 3 Wochen und es war genau das richtige. 3 Wochen nicht einkaufen, nicht kochen, nicht putzen. Nur schöne Dinge und die Zeit mit Kind einfach mal wieder genossen. Außerdem noch Zeit für einen selber! Da merkt man schon, dass man noch lebt und kommt mal aus diesem Hamsterkäfig raus.

Du, ich glaube, alle Eltern wünschen sich mal, dass die Kinder weg sind. Man kann bei so einem Kind ja leider nicht mal eben auf den Aus - Schalter drücken, wenn man genervt ist, und das stresst einen vielleicht auch unbewußt. Und wenn man alleine ist, dann trifft einen das noch ungeschminkter. Ich war/bin auch oft traurig, dass ich alleine bin. Und bin neidisch auf andere. Aber ich kenne auch soviele Paare, die zusammen sind und trotzdem einsam. Da bin ich lieber allein und kann mein Ding machen, wie ich das will.

So wie du über Ryan schreibst, kann ich da nicht erkennen, dass du ihn nicht liebst. Schon allein, dass du dir so einen Kopf machst zeigt doch, dass du sooo viel für ihn empfindest.

Ist halt ein hartes Brot so allein. Aber meld dich gern! Zusammen ist man weniger allein und vielleicht habt ihr ja lust euch zu treffen.

Viele liebe Grüße
Juliane + Ida (19.08.07)
#liebdrueck