Mama Vollzeit tätig, Papa zu Hause

Archiv des urbia-Forums Familienleben.

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von sweety03 07.12.09 - 08:03 Uhr

Hallo,

ich arbeite seit einigen Wochen wieder voll, mein Mann ist jetzt zu Hause, da er aus gesundheitlichen Gründen mit seiner Firma einen Aufhebungsvertrag geschlossen hat und sich im nächsten Jahr selbstständig machen will (allerdings eher als Nebenerwerb, so dass ich auf jeden Fall weiter VZ arbeite). Das zu unserer Situation :-).
Mein Mann kümmert sich nachmittags um unsere Töchter (6 und 4) und schmeisst den Haushalt. Er macht beides richtig gut, aber mir bereitet der Wechsel mehr Probleme als gedacht :-(. Mir wird es mit der Arbeit nicht zu viel, sondern ich merke einfach, dass die Kinder sich auch in vielen Dingen an meinen Mann wenden, was ganz natürlich ist, denn ich bin ja erst um 16.00 Uhr zu Hause. Wahrscheinlich bin ich eifersüchtig #klatsch?! Natürlich freue ich mich, dass die Kinder das zu gut akzeptieren, aber die letzten 6,5 Jahre war es eben andersrum. Ich habe zwar seit drei Jahren wieder 20 Std./Woche gearbeitet, aber war nachmittags immer zu Hause, und mein Mann kam nie vor 19.00 Uhr nach Hause.
Mittlerweile ist es so, dass unsere Grosse die Hausaufgaben lieber mit meinem Mann macht als mit mir und lieber von ihm zum Schulbus als von mir gebracht wird.
Mein Mann macht den Haushalt echt gut, aber trotzdem frage ich immer:"Hast Du das gemacht? Und das?" Klar ist er auch genervt, denn das ist jetzt sein Bereich und nicht mehr meiner. In der Theorie weiss ich das auch, aber praktisch macht mir das echt zu schaffen :-(.
Kennt Ihr das auch?

Sweety

Beitrag von bigmummy 07.12.09 - 08:43 Uhr

Oh, das kenne ich. Wir arbeiten beide in Vollzeit.

Unsere beiden werden vom Opa nachmittags aus Kita und Hort abgeholt, Papa kommt gegen 18.00 Uhr nach Hause. Er isst dann mit den Kindern Abendbrot, und gegen halb 8 fallen sie dann ins Bett.

Ich komme erst um viertel 9 nach Hause. Meine Kinder sehe ich nur morgens. Mir bleibt der Haushalt, den ich bis zum Mittag immer erledigt haben muss. Mein Mann macht in dieser Hinsicht nichts. Leider. Wenn ich dann abends komme, hab ich oft das Gefühl, das ich vormittags nichts gemacht habe.
Ganz arg ist es dann, das meist noch das Abendbrotgeschirr auf dem Tisch steht, die Waschmachine nicht ausgeräumt ist, die Kindersachen dort rum liegen, wo die Kleinen sich ausgezogen haben. Und die Krönung ist: Mein Herr Gemahl ratzt bereits auf dem Sofa.

Meist bin ich dann bis elf beschäftigt, und falle dann auch tot ins Bett, um mich morgens um halb fünf vom Wecker wecken zu lassen.

Das Gemeine ist: mein Mann denkt, das ist so okay, denn ich wollte ja arbeiten gehen, er wollte das ja nicht. Und viele unserer Freunde sagen, das ich ihn zu sehr verwöhnt habe, als wir noch allein waren.

Naja, jetzt fange ich langsam an zu rebellieren. Und diese Erkenntnis gefällt meinem Gatten überhaupt nicht.

Am Samstag hab ich mir ne Auszeit genommen. Hab Geld vom Konto geholt, war shoppen, beim Friseur und anderes. Und ich hab die drei allein gelassen. Er musste selbständig einkaufen ghen fürs We, Mittag kochen, nur den Haushalt hatte er nicht gemacht. Abends wollte ich noch mit ihm Kegeln gehen, Opa hätte aufgepasst. Dazu hatte er keine Lust. Er wäre zu müde, die Kinder hätten ihn den ganzen Tag gefordert.

Ich musste mir das Lachen verkneifen.


Jetzt mal Kopf hoch, ich glaub, das schlechte Gewissen, das du hast kommt eher daher, das du nicht weisst, ob du deinen Kleinen trotz Abreit noch genug gerecht wirst. Dies bezüglich mache ich mir auch so meine Gedanken. Aber mir geht es auch gut auf der Arbeit, ich komme wieder unter Menschen, und leiste was, um mir was leisten zu können ( siehe Samstag).

Und wenn dein Mann mal etwas nicht so perfekt wie du im Haushalt gemacht hat, dann schmunzel darüber. Es kann nur besser werden.

Ich hoffe auch jeden Tag, das bei meinem Mann edlich mal der Groschen fällt.

Liebe Grüße von bigmummy mit Yannick (8) und Neela Yasmin - die heute drei Jahre alt wird.

Deshalb sag ich nun bye bye, ich muss noch Kuchen backen. Hab heute mal frei.

Beitrag von nele27 07.12.09 - 16:34 Uhr

Hi,

ja, das kenne ich auch. Mein Mann war 1,5 Jahre in Elternzeit und Anton (2) ist ein richtiges Papa-Kind.
Ich finde es aber ok - denn es ist nunmal maximal einer zu Hause und der andere arbeitet.

Inzwischen ist die Elternzeit zwar zuende, aber dennoch ist mein Mann mehr zu Hause als ich, da er eine Weiterbldung macht und ich die Familie ernähre.

Das, was mir von meinem Kind fehlt, versuche ich zB durch freie Nachmittage auszugleichen (arbeite dann abends stattdessen weiter, wenn Anton eh schläft). Außerdem hab ich schon ein paar Mal allein mit ihm Urlaub gemacht.

Manchmal bin ich auch eifersüchtig... aber wie gesagt, ich nehme mir so viel Zeit wie irgendwie geht und finde es bei uns besser als bei manch anderen Familien, wo die Kinder einen Elternteil kaum sehen. Oft ziehen sich ja berufstätige Väter ganz aus der Affäre - das mache ich nicht. Ich denke auch, dass ich für Anton eine wichtige Rolle spiele und unser Familienleben gut ist. Und es liegt halt in der Natur der Sache, dass nicht beide Elternteile gleich viel Zeit haben. Irgendwoher muss das Geld ja kommen...

Wir kommen also gut zurecht! Ich glaube, dass Mütter tendenziell einen höheren Anspruch haben, bloß genug Zeit füs Kind zu haben. Väter sind da meist nicht so...

LG, Nele