Reden über SB und Sex

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Forum: Liebesleben

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Beitrag von malschwarz 07.12.09 - 15:45 Uhr

Hallo miteinander,

mein Partner und ich hatten vor ca. 6 Wochen eine heftige Auseinandersetzung wegen Selbstbefriedigung. Allerdings sollte ich dazu sagen, dass ich nicht prinzipiell etwas gegen SB habe, es aber soweit war, dass er sich sehr häufig selbst befriedigt hat, mir allerdings erzählt hat, dass er momentan überhaupt kein sexuelles Verlangen hat und ich mehrfach mit meinem Wunsch nach Nähe und Sex abgeblitzt bin. Ich bin eher der offene Typ und rede auch über meine sexuellen Wünsche. Mein Partner ist eher verschlossen und mag nicht wirklich über Sex reden, warum auch immer...

Jedenfalls wollte ich schon gerne klare Antworten, warum er sich selbst befriedigt, aber kein sexuelles Verlangen nach mir hat. Ob er mich nicht mehr begehrt oder ob wir gemeinsam was daran ändern können usw. Er blockt nur ab und es kommen so Sachen wie "hat nichts mit dir zu tun", "geht halt schneller", "weiß nicht warum", "Alltag eben" Ein wirkliches Gespräch, was wir gemeinsam in Zukunft ändern können, damit es auch sexuell zwischen uns wieder klappt, war nicht möglich. Weil er sich dann eingeredet hat, es wär alles seine Schuld, wenn er sich nicht selbst befriedigen würde, wäre vielleicht auch im Bett wieder mehr los etc. Ich habe ihm dann erklärt, dass SB schon was Normales ist, ich es nur schade finde, dass unsere Beziehung darunter leidet, dass er so wenig sexuelles Interesse an mir zeigt.

Wie gesagt, jetzt sind 6 Wochen vergangen und am Freitag saßen wir gemütlich bei einem Glas Wein zusammen und ich versuchte erneut, mal etwas über unser Sexleben zu plaudern. Dabei habe ich ihn nur gefragt, was ihm an der gemeinsamen Sexualität gefällt oder ob er Wünsche hat. Auch fragte ich, ob es für ihn einen Unterschied zwischen SB und dem gemeinsamen Akt gibt, also was ihm beim Sex zwischen uns gefällt, was nicht und ob er mit mir darüber reden würde, welche Phantasien er bei der SB hat. Ich wollte wirklich nur ein lockeres Gespräch, ohne Vorwürfe. Auf einmal sprang er auf, meinte, er wüsste ja, dass er an allem Schuld sei und er macht es sich ja gar nicht mehr selbst und was solche Gespräche denn bringen sollen. Ein Einlenken meinerseits brachte gar nichts, auch nicht die Beteuerung, dass er wegen der SB keine Schuldgefühle haben muss und ich nur wieder etwas mehr Aktivität im Bett wünsche.

Wir sind nun fast 15 Jahre zusammen und es ist nicht möglich, mit ihm etwas freier über Sex zu reden. irgendwie scheint das ein Tabu-Thema bei ihm zu sein, mangelndes Vertrauen? Ich weiß es nicht. Er ist schon offen, wenn ich was neues vorschlage, aber von selbst kommt bei ihm nichts rüber, als hätte er Angst...

Wie bekomme ich ihn dazu, auch über Sex und was dazu gehört offen zu reden? In allen anderen Bereichen unseres Alltages und unserer Beziehung können wir das doch aus. Hat jemand Tipps für mich? Will doch nicht nur spekulieren, was ihm gefallen könnte, sondern auch mal darüber reden.:-(

Beitrag von pffffffff 07.12.09 - 19:26 Uhr

Hmn, meiner redet auch nicht soooo gerne drüber, aber er machts schon. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass es ihm leichter fällt darüber zu reden, wenn wir z. B. grad beim Sex sind... so in Form von Dirty Talk einfach ;-)

Und was hin und wieder auch noch hilft, ist ein kleiner Schwipps ;-)

Beitrag von freeway1 07.12.09 - 19:28 Uhr

Vielleicht mal "abfüllen" - sprich eine zweite flasche wein öffnen.... besoffene und kleine kinder erzählen meist die wahrheit ;-)

Beitrag von hmmmmmm? 07.12.09 - 21:16 Uhr

Hallöchen,


''irgendwie scheint das ein Tabu-Thema bei ihm zu sein, mangelndes Vertrauen?''

Nein ich glaube nicht, dass es am mangelnden Vertrauen liegt.

Hast du schon mal drüber nachgedacht das es vielleicht an seiner Erziehung liegen könnte????

Es gibt Menschen die echt ein Problem haben über Sex zu reden, weil es in ihren Familien immer ein Tabuthema war.

Weisst du wie seine Eltern zu dem Thema stehen?

Ich hatte mal einen Freund, der gerne Sex gemacht hat. ( Natürlich nur Blümchensex alles andere wäre natürlich Ihhhhgiiiittt gewesen) Aber er hat sich nie getraut drüber zu reden, weil er von Anfangan erzält bekam das, dass alles Schweinekram ist.

Vielleicht liegt es daran. Manchmal können Eltern ihren Kindern es echt schwer machen und nicht nur für den Moment.

Liebe Grüße und viel Glück





Beitrag von schnuffeline-09 07.12.09 - 21:27 Uhr

Es liegt eher daran das Männer mehr dran arbeiten müssen um uns Frauen zu befriedigen und dies führt in manchen Phasen dazu, das Männer einfach keine Lust haben und es sich eben daher lieber selber machen, weil es schneller geht und sie sich nicht so anstrengen müssen dabei;-). Und das deiner so reagiert kann er sein, weil das Thema immer wieder auf den Tisch kommt. Meiner meinte mal wo wir eine Zeitlang sehr wenig sex hatten und ich ihn öfter drauf ansprach, das er je öfter ich davon anfange, er sich immer mehr unter Druck gesetzt fühle und er dann erstrecht nich mehr mag.;-)LG

Beitrag von malschwarz 08.12.09 - 07:21 Uhr

Danke für eure Antworten!

Ob er sich unter Druck gesetzt fühlt? Ich glaub eigentlich nicht, weil er wie gesagt vor 6 Wochen kurz Streitthema war und ich dann eben bis auf letzten Freitag das Thema nicht wieder angesprochen habe.

Alkoholeinfluss nützt wohl eher auch nichts, da mein Partner eher noch ruhiger wird, wenn er mal ein Glas zuviel getrunken hat. Er zieht sich dann zurück und wird auch sehr müde. Reden oder gar Sex geht dann gar nicht mehr.

Erziehung? Hm, da könnte was dran sein. Als wir uns kennenlernten und bei ihm übernachtet haben, stand seine Mutter immer unangemeldet im Zimmer, meist dann, wenn wir grad mal ne halbe Stunde daheim waren und kurz nachdem wir uns im Bad bettfertig gemacht haben. Als ich nach 2 Jahren schwanger wurde (dann aber schon in der eigenen Wohnung) meinte sie nur, ihr Sohn könnte niemals der Vater sein, weil er keinen Sex machen würde #schein Aber auch da spricht er nicht drüber, was er als Kind/Jugendlicher in Sachen Sex so von seinen Eltern mitbekommen hat, also aufklärungstechnisch. Vor mir hatte er wohl auch nur eine Freundin und Sex fand nur im Dunkeln in Missionarsstellung statt und für ihn wohl weniger befriedigend.

Naja, da kann ich wohl nur weiterhin offen mit ihm reden, in der Hoffnung, er fasst dadurch Vertrauen und öffnet sich auch mal bißchen mehr.

Beitrag von cracker 08.12.09 - 08:45 Uhr

Hi
Mir scheint den Partner steht unter Druck und den orte ich dahingehend, dass er offenbar keine Lust auf gemeinsame Sexualität hat.
Sein Unvermögen, darüber zu reden, gründet wohl eher in seinem Bewusstsein, dass derzeit etwas nicht stimmt bei ihm. Darum ist jede Thematisierung für ihn ein Blick in den Spielgel und er fühlt sich an die Wand gedrückt, bloss gestellt. Er ist sich seines Problems bewusst und er weiss offenbar nicht, wie er dem beikommen kann. Wenn du dann das Thema aufgreifst, egal ob locker oder nicht, es ist eine Art Angriff auf ihn.

Ich hatte mal ne Freundin, da lief es im Bett sehr schlecht, psychisch bedingt. Sie darauf angesprochen endete immer im Streit, weil diese Diskussionen bei ihr nur einen Effekt hatten. Angriff, Blossstellung.
Einfach schweigen ist natürlich vollkommen falsch. Es braucht die Einsicht deines Partners, dass etwas unternommen werden muss und das findet wohl primär nicht grad unbedingt im Bett statt.
Greets