Wie viel Urlaubsanspruch - 400 Euro Job im privaten Haushalt?

Archiv des urbia-Forums Finanzen & Beruf.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von rosali25 07.12.09 - 16:02 Uhr

Hallo zusammen,

ich muss euch nochmal zum bekannten Thema nerven.

Frau X arbeitet auf 400 Euro Basis im privaten Haushalt.
Sie arbeitet 5 Tage die Woche, 4 Stunden am Tag = 80-88 Stunden im Monat.
Stundenlohn beträgt 10 Euro.
400 Euro werden offiziell jeden Monat überwiesen.

Wie viel Anspruch auf bezahlten Urlaub hat sie?
Meiner Meinung nach 40 bezahlte Stunden (= 400 Euro) im Jahr, wenn man von einem monatlichen Verdienst von offiziell 400 Euro ausgeht.

Sie nimmt Urlaub wann und soviel sie will, es geht mir jetzt nur darum, wie viel davon bezahlt werden muss.

Sie möchte nämlich 20 Tage im Jahr zu je !!! 40 Euro !!! haben, da sie ja auch 40 Euro am Tag verdient. Nur offiziell kommt sie ja nur auf 400 Euro im Monat, was 2 Stunden (= 20 Euro) am Tag entsprechen WÜRDE.

Einen schriftlichen Vertrag gibt es nicht.

Danke,
Gruß Lena

P.S.: Bitte keine Kommentare bzgl. Schwarzarbeit, mir ist das mittlerweile völlig egal, was die da so treiben. Ich wurde nur gefragt, wie das mit dem Urlaub ausschaut.

Beitrag von rosali25 07.12.09 - 16:07 Uhr

ICH MUSS MICH KORRIGIEREN!!!

Dieser Satz:

"Sie möchte nämlich 20 Tage im Jahr zu je !!! 40 Euro !!! haben, da sie ja auch 40 Euro am Tag verdient"

stimmt so nicht.

Sie möchte jeden Urlaubstag mit 40 Euro bezahlt bekommen. Die Zahl !!! 20 !!! kommt von mir, da ich davon ausgehe, dass ihr 20 Urlaubstage zustehen, ist das richtig??

Beitrag von susannea 07.12.09 - 17:01 Uhr

Ja, 20 Urlaubstage stehen ihr zu und wenn sie ca. 20 Tage im Monat arbeitet, dann stehen ihr 20 Euro je Tag zu.

Beitrag von rosali25 07.12.09 - 17:10 Uhr

Genau der Meinung bin ich auch, danke!

Aber sie will 40 Euro pro Urlaubstag, da sie ja auch jeden Tag 4 Stunden à 10 Euro arbeitet/verdient. Man, ich rege mich (mal wieder) total über diese Frau auf.. Soll sie mal rechtlich dagegen angehen, dann muss sie auch zugeben, dass sie 800-880 Euro im Monat bekommt. Die spinnt, sorry..

Gruß Lena

Beitrag von parzifal 07.12.09 - 17:21 Uhr

Auch wenn sie 40 EUR am Tag verdient?

Beitrag von rosali25 07.12.09 - 17:26 Uhr

Sie verdient offiziell 400 Euro im Monat, kommt 5x die Woche. Also passt das ungefähr mit den 20 Euro am Tag.

Beitrag von parzifal 07.12.09 - 17:43 Uhr

Für den Anspruch ist es aber egal, was sie "offiziell" verdient. Es kommt auf den tatsächlichen Verdienst an.

Eine andere Frage ist, ob sie diesen Anspruch der Höhe nach beweisen kann (weil sie ja "offiziell" etwas anderes verdient). Dies wird ihr aller Wahrscheinlichkeit nach nicht gelingen.

Man muss aber immer strikt zwischen dem Anspruch an sich und der Beweisbarkeit trennen.

Die meisten Fälle vor Gericht werden nicht verloren, weil ein Anspruch nicht besteht, sondern weil man ihn nicht beweisen kann.

Beitrag von rosali25 07.12.09 - 17:49 Uhr

Ihr werden 400 Euro überwiesen, den Rest bekommt sie in bar, ohne Quittung oder sonstige Beweise.

Welche Möglichkeiten hat denn jetzt der AG? Wenn er sagt: 20 Arbeitstage/Monat + 400 Euro/Monat dann wären 20 Urlaubstage zu je 20 Euro doch korrekt. Richtig?

Von der Fairness jetzt mal abgesehen, denn da hat die Dame sich schon so einiges geleistet.
Im Vorfeld wurden 8 Euro Stundenlohn vereinbart. Aber man hat sich darauf geeinigt, dass es keinen bezahlten Urlaub gibt (dafür so viel unbezahlten Urlaub, wann und wie sie mag) und dafür eben 2 Euro mehr Stundenlohn.
Und jetzt kommt sie mit Urlaubsanspruch #aerger

Beitrag von ratzundruebe 07.12.09 - 18:01 Uhr

Vielleicht hättet ihr im Vorfeld doch mal einen Arbeitsvertrag schreiben sollen wo alles genau festgehalten wurde.

Urlaubsanspruch hat sie nunmal, ob es euch gefällt oder nicht, wieviel, wisst ihr ja nun schon ;-)

LG Kerstin

Beitrag von parzifal 07.12.09 - 17:28 Uhr

Wenn die Dame 5 Tage die Woche arbeitet hat sie Anspruch auf 20 bezahlte Urlaubstage.

Zur Berechnung werden hierzu der TATSÄCHLICHE Durchschnittsverdienst der letzten 13 Wochen herangezogen.

Wenn sie jeden Tag 40 EUR verdient ist das natürlich auch der Lohn der ihr rechtlich pro Urlaubstag zusteht (steuerliche und abgabenrechtliche Regelungen aussen vor).

Eine andere Frage ist, was im Falle eines Rechtstreits bewiesen werden kann (z.B. Arbeitszeit und Höhe des Lohnes etc.).

Beitrag von rosali25 07.12.09 - 17:41 Uhr

Bei 20 Arbeitstagen/Monat und offiziell 400 Euro/Monat kann man ja auch einfach von 20 Euro/Tag ausgehen oder von 5 Euro/Stunde.

Sie bekommt ja nicht jeden Tag ihren Lohn ausbezahlt, sondern 1x im Monat.

Und es gibt nichts Schriftliches darüber, wie hoch ihr Stundenlohn ist oder wie ihre Arbeitszeit geregelt ist.

Offiziell verdienst sie ja NICHT 40 Euro/Tag = 800-880 Euro/Monat. Sondern einfach nur 400 Euro/Monat.

Beitrag von parzifal 07.12.09 - 17:49 Uhr

Deine Ausgangsfrage war:

"Wie viel Anspruch auf bezahlten Urlaub hat sie? "

Weil es nichts schriftliches gibt, ändert dies nichts an der Höhe des Anspruchs.

Sie wird ihren Anspruch vor Gericht aber mangels Beweisbarkeit zu 99,9 % nicht durchsetzen können, wenn Du wahrheitswidrig vor Gericht behaupten würdest, dass ihre Angaben falsch seien.

Beitrag von rosali25 07.12.09 - 17:54 Uhr

Sie würde doch niemals vor Gericht sagen, dass sie zwischen 800 und 880 Euro im Monat verdient.

Die Dame setzt ihre Arbeitgeberin mit jeglichen Mitteln unter Druck. Die AG ist eine pflegebedürftige alte Frau. Und die Dame nutzt das so dermaßen aus #aerger Da fehlen mir echt die Worte, aber ich mische mich da nicht mehr ein.

Vor Gericht würde sie sicher nicht zugeben, dass sie zwischen 800 und 880 Euro jeden Monat verdient. Sie würde ja nichtmal vor Gericht gehen.

Wenn wir also sagen, es gibt 20 Urlaubstage zu je 20 Euro, dann kann sie nichts entgegensetzen, richtig?

Beitrag von parzifal 07.12.09 - 17:57 Uhr

Sie wird ihren Anspruch nicht beweisen können. Das ist richtig.

Im Übrigen lässt sich ein Anspruch immer nur mit Hilfe des Gerichts durchsetzen (wenn man sich nicht verbotener Miottel bedient).

Beitrag von rosali25 07.12.09 - 18:00 Uhr

Da hast du Recht. Ich hatte schon einige offizielle Nebenjobs auf Minijob-Basis (Tankstelle, Supermarkt etc.) in FIRMEN und hatte nicht einen einzigen bezahlten Urlaubstag. Es wurde nach Stunden bezahlt und gut. Aber wo kein Kläger, da kein Richter.

Beitrag von parzifal 07.12.09 - 18:04 Uhr

"Aber wo kein Kläger, da kein Richter."

Genauso ist es.

Viele auf EUR 400,-- Beschäftigte wissen nicht einmal, dass ihnen diese Rechte zustehen (z.B. auch Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall).

Sie glauben, sie seien ja "nur Aushilfen".

Beitrag von rosali25 07.12.09 - 18:12 Uhr

Ja leider. Ich wusste es, aber ich habe nichts gesagt, da ich den Job nicht verlieren wollte.

Beitrag von mel1983 07.12.09 - 17:58 Uhr

Na Lena,

die Haushaltshilfe deiner Oma noch immer nicht gekündigt?

Und täglich grüßt das Murmeltier.

Nur IHR könnt an der Situation was ändern!

Grüße

Beitrag von rosali25 07.12.09 - 18:03 Uhr

ICH hätte die Dame schon LÄNGST abgeschossen #aerger Meine Mutter im Übrigen auch. Wir haben so viele kompetente arbeitssuchende Leute an der Hand, zum Teil mit entsprechender Ausbildung und Pflegeerfahrung. Ich kann dir nicht sagen, was meine Oma an dieser Frau findet. Die hat sich schon so viel geleistet, das ist der Hammer, echt.. Ist faul, frech, dreist, lügt, betrügt, mir fehlen die Worte, echt.

Beitrag von sassi31 07.12.09 - 18:39 Uhr

"Sie arbeitet 5 Tage die Woche, 4 Stunden am Tag = 80-88 Stunden im Monat.
Stundenlohn beträgt 10 Euro.
400 Euro werden offiziell jeden Monat überwiesen. "

Und wie werden die restlichen 400 Euro ausbezahlt? Oder bekommt sie tatsächlich doch nur 5 Euro/Stunde?

Beitrag von sassi31 07.12.09 - 18:41 Uhr

Vergiß meine Fragen.

Manchmal hilft es, nicht zwei Dinge gleichzeitig zu machen. Dann rafft man auch, was man gelesen hat....

Sorry.

Beitrag von rosali25 07.12.09 - 18:42 Uhr

:-)

Beitrag von rosali25 07.12.09 - 20:18 Uhr

NACHTRAG:



Ich habe gerade erfahren, dass meine Oma bisher den Urlaub immer schon bezahlt hat. Das wusste aber niemand aus der Familie.

Im Sommer hat die Dame 3 Wochen (=15 Tage) Urlaub gehabt und hat für diese 15 Tage 600 Euro bekommen. Also das was sie auch verdient hätte (offiziell + schwarz).
Auf den offiziellen Minijob gerechnet wären diese 600 Euro ja 30 Tage bezahlter Urlaub. Also hat sie in 2009 schon 10 Urlaubstage mehr gezahlt bekommen als ihr zustehen würde.

Es ist zum Verrückt werden #aerger

Das Thema momentan ist nicht bezahlter Urlaub, sondern zusätzlich Urlaubsgeld + Weihnachtsgeld. Es wird immer besser.. Hammer hart..

Beitrag von anja96 08.12.09 - 10:50 Uhr

Hallo,

verstehe ich das jetzt richtig. Die Dame bekommt zusätzlich zum Urlaub noch Geld? Ein Urlaub bedeutet, daß die Bezahlung an diesem Tag, an dem man nicht arbeitet, weiterläuft, aber nicht, daß man für diesen Tag noch zusätzlich Geld erhält und bei einem 400 Euro Job sowieso nicht.

Deine Oma läßt sich leider über den Tisch ziehen.

LG, Anja

Beitrag von rosali25 08.12.09 - 13:26 Uhr

"Deine Oma läßt sich leider über den Tisch ziehen."

Mehr als das, leider. Aber wir können reden, reden, reden, es nützt nichts. Meine Oma hat wohl Angst, dass die Dame geht und sie dann niemanden mehr hat. Was aber Quatsch wäre, da wir mindestens 20 Leute an der Hand haben, die sofort anfangen würden. Ich hatte letztens eine Anzeige in die Zeitung gesetzt, da die jetzige Dame nicht mehr tragbar ist. Aber sie hat meine Oma wohl wieder um den Finger wickeln können #aerger

  • 1
  • 2