Sind hier Mütter von Kinder mit ADHS und Lese-Rechtschreibschwäche?

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von purzel21 07.12.09 - 21:42 Uhr

Ich hätte mal eine Frage:

Und zwar geht es darum, ob ein Kind mit nachweislich ADHS und Lese-Rechtschreib-Schwäche auf eine gesonderte Schule gehen sollte, sprich sog. Sprachheilschule (so heißt es hier bei uns ;-))

Es ist keine Schule für "Dumme", aber die Kinder mit gewissen Handicaps werden dort besser geschult und betreut (Klassen sind kleiner usw.).

Kann mir da wer seine Erfahrungen schreiben? Wäre es besser, das Kind umschulen zu lassen? Oder würde es auch eine normale Schule erfolgreich schaffen?

LG und #danke

Beitrag von nicola_noah 08.12.09 - 12:58 Uhr

Hallo,

Ich habe einen 8-Jährigen Sohn mit ADHS, Tics und einer Lese - Rechtschreib - Schwäche.
Er wechselt zum Nächsten Jahr auf eine "Besondere" (;-)) Schule.

Ich habe auch ein Kind mit Mutismus (unterform von Autismus), welches auf einer solchen Förderschule war.
Die Klassen waren dort Kleiner und die Kinder bekommen das Gefühl vermittelt das man sich besonders um sie kümmert.
Ich kann es nur empfehlen!

LG

Nicola

Beitrag von schnuckilev 08.12.09 - 14:42 Uhr

Hallöchen!
Mein Schwager, elf Jahre, der bei uns lebt, hat ADHS und eine Lese-Rechtschreibschwäche. Er ist auf einer Förderschule. Die Klasse da sind kleiner und er fühlt sich pudelwohl. Eben, weil er dort halt auch nichts "Besonderes" ist (im negativen Sinne). Bei ihm ist das so, dass man in unterschiedliche Kurse kann. Quasi von Anfänger über Normal bis zu Fortgeschrittene. Bei ihm ist es echt toll. Er ist im Moment super stolz, weil er es in mittlerweile in den dritten Fortgeschrittenen-Kurs geschafft hat (jetzt Deutsch, Mathe und Englisch). Dadurch (und noch durch andere Faktoren) hat er zum nächsten Sommer die Möglichkeit, auf eine Gesamtschule zu wechseln. Wir werden ihn jedoch wahrscheinlich das nächste Schuljahr noch auf der Förderschule lassen und danach das Jahr auf die Gesamtschule schicken. Dann ist er sicherer und den neuen Aufgaben eher gewachsen. Haben das mit ihm besprochen, weil es dort ja auch dann schwieriger wird und nicht sooo auf jeden Einzelnen eingegangen wird wie jetzt, und er ist damit einverstanden.
Ich finde auch nicht, dass es was Schlimmes ist, wenn ein Kind auf die Förderschule oder ähnliches geht. Schlimmer finde ich es, wenn es partout auf eine normale Schule soll und dort unter geht oder unter hohem Druck steht und krank wird oder so.

Lieben Gruß,
Christina

Beitrag von frech1995 08.12.09 - 15:27 Uhr

Hallo!

Mein Sohn hat ADHS und Dyskalkulie. Er besucht eine ganz normale Regelschule und ist bisher eigentlich sehr erfolgreich. Er wird jetzt sogar aller Wahrscheinlichkeit eine Gymnasialempfehlung bekommen (Noten sprechen zumindest dafür) und er möchte auch sehr gerne auf selbiges.

Umschulung hätte bei uns nichts gebracht, weil er, trotz Dyskalkulie, "normal" begabt ist. Auf einer Förderschule wäre er vollkommen unterfordert gewesen.

LG!
Chris

Beitrag von nessi104 10.12.09 - 08:31 Uhr

so ist es bei uns auch.
mein sohn hat adhs und dyskalkulie,geht aber auf eine regelschule,weil er ansonsten normal begabt ist.
nur mathe macht ihm schwierigkeiten.

wenn er auf eine förderschule ginge,wäre er völlig unterfordert.

lg

Beitrag von purzel21 08.12.09 - 20:39 Uhr

Also es geht eigentlich darum:

Das Kind hat wie gesagt nachweislich ADHS und eine Lese-Rechtschreib-Schwäche.

Außerdem ist es so, dass es auf der normalen Schule die 1. Klasse schonmal wiederholen musste. Nun ist es in der 2. Klasse und es steht wohl wieder auf der Kippe...dadurch dass es sich nicht konzentrieren kann und eben nicht recht Lesen und Schreiben kann, kommt sie im Unterricht nicht mit.

Die Lehrer haben auch schon geraten, das Kind umschulen zu lassen...

Nur leider stellt sich die Mutter quer. Sie möchte nicht, dass ihr Kind auf eine "Dummenschule" (ihr Wortlaut) geht. Außerdem möchte sie das Kind nicht schon wieder aus dem gewohnten Umfeld rausreißen...

Nun suche ich aber Argumente, um ihr die Augen zu öffnen. Es bringt ja nichts, wenn das Kind weiterhin auf die normale Schule geht, es aber absolut nicht schafft...wo soll das denn enden?

Könnt ihr mir vielleicht noch Tipps geben, wie man solch eine Schulwechsel attraktiv machen kann?

LG und #danke

Beitrag von schnuckilev 09.12.09 - 13:12 Uhr

Hallo nochmal,

ich würde ihr sagen, dass es besser für das Kind wäre. Auf der Förderschule hätte es mehr Erfolgserlebnisse, würde selbstbewusster werden. Auf der normalen Schule erneut die Klasse zu wiederholen würde dem Kind glaub ich nicht so gut tun.

Lieben Gruß, Christina

Beitrag von frech1995 09.12.09 - 15:19 Uhr

Ganz klipp und klar sagen, dass auf Grund der schulischen Problemtiken eine Umschulung von Nöten wäre, und sie auf der Förderschule ihren Neigungen in kleineren Klassen besser gefördert wird.

LG!
Chris

Beitrag von teufelmichelle 09.12.09 - 22:03 Uhr

Hallo purzel21!
Bei meinem Sohn Philipp wurde im letzten Jahr ADHS festgestellt. Er bekommt Ritalin und kommt damit ganz gut klar. Im Juli diesen Jahres haben wir ihn auf Legastenie überprüfen lassen. Dies wurde bei uns beim Landkreis gemacht. Es wurde also eine Lese-Rechtschreibschwäche festgestellt. Er bekommt ersteinmal für 1 Jahr eine Förderung in dem Gebiet und das wird vom Landkreis bezahlt, denn es kommt auf die Ursache von was es kommt drauf an. Ansonsten wird es nicht von denen übernommen. Philipp geht in die 3. Klasse einer Grundschule. Man kann in der "normalen" Schule mit dem zuständigen Klassenlehrer reden und wenn das Kind nur 5 und 6 bekommt einen Antrag stellen, das das Kind vorerst anders benotet wird aufgrund seiner Schwäche. Mein Sohn steht momentan auf 4 aber sobald er schlechter wird, hat die Lehrerin gesagt dann wird der Antrag gestellt. Ich habe sogar gehört das Kinder mit solch einem Problem sogar auf dem Gynasium sind. Eine Förderschule ist bestimmt auch angebracht.
LG teufelmichelle