Hund gestorben - wie dem Kind beibringen?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von lalelu68 07.12.09 - 23:15 Uhr

Hallo und guten Abend,

wir hatten 2 Hunde - einen davon liebt meine Tochter abgöttisch. Das ist "mein Hund, mein Freund" wie sie sagt und sie hängt sehr sehr sehr an ihm. Nun mussten wir ihn heute einschläfern. Ich habe in den letzten Monaten schon öfter davon gesprochen, dass Guinness bald in den Himmel geht zum lieben Gott. Das hat sie kategorisch abgelehnt und sogar gemeint, der andere Hund könne da hin aber nicht ihr Guinness. Für heute habe ich erst mal erzählt, er wäre im Krankenhaus...ich war selber nicht in der Verfassung, ohne geschluchze und Tränen mehr zu sagen.

Hab sogar ein Buch "Ente, Tod und Tulpen", das das Thema eigentlich gut für Kinder darstellt, bloß breche ist selber ständig in Tränen aus, wenn ich das Buch durchblättere....

Aber ich kann ja nicht gebetsmühlenartig ständig runterleiern, wenn sie nach ihm fragt, dass er im Krankenhaus ist.....Sie ist nun 3,5 Jahre alt. Was kann man da tun, hat jemand so eine Situation erlebt?

Danke für ein paar Tips und lieben Gruß.

Beitrag von caidori 08.12.09 - 00:06 Uhr

Hallo,

ich kann mich noch gut daran erinnern, wir hatten die gleiche Situation vor ein paar Monaten als wir unseren Hund einschläfern lassen mussten.

Ich bin dafür es ehrlich auszusprechen, auch wenn es einem nur unter Tränen gelingt.
Unser Großer trauert auch noch um seinen "Kumpel" aber er weiß das es für den Hund besser ist und es hilft ihm das er "weiß" das er im Himmel ist.
Dadurch kam bei uns das Thema Tod ziemlich auf den Tisch, naja und da meine Großeltern auch tot sind und auch ältere unserer Hunde von den wir noch Fotos haben, sind für ihn alle gemeinschaftlich im Himmel.

Vielleicht nicht jedermans Sache, aber ich lasse ihm den Glauben an den Himmel.

Fühle mit dir. #liebdrueck

LG Cai

Beitrag von noelie 08.12.09 - 01:35 Uhr

Hi!

Ich kann Dich sehr gut verstehen.
Ich hatte eine Hündin, die ist gestorben, als meine Tochter 2 3/4 Jahre alt war.

Damals konnte sie mit diesem Thema noch etwas "unbedarfter" umgehen.
Aber ich bin absolut der Meinung, dass es wichtig ist, die Wahrheit zu sagen.

Sie hat meine Hündin auch gesehen, als sie schon tot war und ich habe ihr damals versucht zu erklären, dass das nur mehr der Körper ist.
Und dass Jana ( unsere Hündin ) nun einen "neuen", viel schöneren hat und deshalb diesen hier nicht mehr braucht, aber dass wir diesen Körper leider nicht sehen können.

Und ja, ich habe ihr auch gesagt, dass Jana jetzt im "Himmel" ist.

Sie konnte das damals annehmen.

Jetzt vor kurzem ist meine Oma gestorben.
Meine Tochter ist jetzt 4 1/2 Jahre.
Sie hat als erstes gefragt, ob meine Oma jetzt bei Jana ist.

Und sie hat meine Trauer natürlich mitbekommen.
Ihr war es in dieser Situation unglaublich wichtig, auch mich zu trösten.

Vielleicht kannst Du mit Deiner Tochter gemeinsam trauern.
Gib ihr die Möglichkeit, sich zu verabschieden - vielleicht mit einem kleinen Ritual?
Oder mal mit ihr ein Bild, das ihr dann verbrennen könnt und so an Guinness schicken könnt.

Vielleicht gibt es auch etwas, was sie an Guinness besonders erinnert, das kann sie dann in eine Schatztruhe tun.

Ich persönlich würde ihr auch vermitteln, dass ihr Guinness zwar sein Erdenkleid zurückgelassen hat, aber noch immer da ist, auch wenn sie ihn mit ihren Augen nicht mehr sehen kann, aber vielleicht kann sie ihn spüren.
( Aber das ist nur meine persönliche Meinung. )

Dir alles Liebe!
noelie

Beitrag von andreag1302 08.12.09 - 07:46 Uhr

Hallo,
wir mussten diese Jahr im Januar auch einen Hund einschläfern lassen und die Kinder haben fuchtbar gelitten.
Sie bekammen ein paar Haare (war ein Langhaarschäfer) von ihr in eine kleine Schatztruhe und ein Bild in ihr Zimmer auf einen Ehrenplatz mit einem Teelicht,dahin gehen wir immer wenn sie es möchten.
Die Kleine möchte auch immer Chrissis Stern sehen,denn wir haben gesagt das sie nun ein Engel sei und als Stern über uns wacht und sie den Abends vor dem schlafengehen sehen kann.
Vielleicht hilft ihr das weiter.
Aber ich würde schon ehrlich zu ihr sein,sie muss Vertrauen zu dir haben können auch in solchen Situationen,weint gemeinsam um euren Freund.

Alles Liebe und Gute
Andrea mit Sky und Joy und Chrissi im Herzen

Beitrag von thyme 08.12.09 - 09:30 Uhr

Ich bin immer dafür, auszusprechen, was ist. Weinen ist ok, der geliebte Hund ist gestorben, da soll man traurig sein und weinen dürfen - ja, auch die Mama! Trauer ist wichtig und das Kind muss einen Weg finden, damit umzugehen. Auch da sind die Eltern ein Vorbild.
Das Thema Tod und Sterben kommt früher oder später sowieso. Also vor einem Jahr mein Opa starb, haben wir es unserem Sohn auch erklärt. Während Monaten kam dann immer mal wieder eine Frage oder eine Bemerkung.
Wichtig: sprecht nicht vom "Einschlafen". Der Tod ist kein Schlaf und soll für die Kinder nicht damit verknüpft werden.

LG thyme

Beitrag von petra1982 08.12.09 - 10:22 Uhr

wir reden oft über sterben bei menschen und tieren, kindgerecht, als der hund der oma starb, sagten wir er ist nun im hundehimmel und spielt ohne schmerzen und schaut immer auf uns runter. klar waren sie traurig, wie du es auch bist, aber sie also unsere gehen damit gut um. als der hund der tante eingeschläfert wurde, sagten sie gleich er ist nun bei baby (hund von oma) im himmel stimmts? und nun spielen sie zusammen :-) ist sicher schwer für euch und hoffe uns bleiben unsere zwei racker noch lange bekomm schon tränen wenn ich nur drann denke

Beitrag von lalelu68 08.12.09 - 10:44 Uhr

Ihr Lieben, vielen Dank für Eure Beiträge. Ich möchte Olivia auf jeden Fall sagen, dass Guinness nicht mehr kommen wird. Ihr habt mir gute Ideen geliefert. Mal sehen, was sich daraus machen lässt. So ein kleiner Hunde-Altar gefällt mir sehr gut.

Heute Morgen war das erste Thema bei ihr natürlich der Hund - sie meinte, wir sollen ihn wieder nach Hause bringen - und wieso wir nicht zwei Guinnis hätten. Ach je, das sind Momente, wo ich auch kaum Haltung bewahren kann.
Lieben Gruß erst Mal...

Beitrag von mamakind 08.12.09 - 10:57 Uhr

Hallo,

oh Mann, lass dich erst mal #liebdrueck. Ich weiß so gut, wie du dich fühlst. Letztes Jahr mußten wir unsere Hündin auch sehr überraschend gehen lassen und es war für alle sehr schwer. Sie war knapp 13 Jahre und beide Kinder haben sie geliebt. Lars war damals knapp 2 Jahre und hat das nicht so sehr wahrgenommen. Leonie (4) dagegen war zuerst total sauer auf mich, weil ich alles weggeräumt hatte (ich konnte es einfach nicht ertragen, weiterhin alle Spielsachen,... von Sammy zu sehen) und hat mich total angebrüllt: "Du bist schuld, Mama. Jetzt kommt Sammy nie mehr, weil du alle ihre Sachen weg hast."
Dann ist sie total zusammengebrochen und hat geheult. Danach hat es fast 1 Jahr gedauert, bis sie einigermaßen darüber hinweg kam. Ich habe ihr erzählt, dass Sammy ein Sternchen ist und auf sie aufpaßt. Wir haben zusammen den ersten hellen Stern am Himmel als Sammy erkannt und nach dem wird auch heute immer noch Ausschau gehalten. Anfangs hat sie immer wieder geweint, gerade wenn sie müde war. Nicht mal unsere neue Welpe konnte etwas Trost verschaffen. Mittlerweile wird Sammys Sternchen zwar immer noch gesucht, aber ehr freudiger: "Oh, schau mal, Sammys Stern ist auch da!"
Es war für uns alle sehr schwer, weil es überraschend kam. Außer mir konnte keiner so richtig Abschied nehmen, da ich alleine mit ihr beim Tierarzt war. Manchmal hilft es, wenn man ein Grab hat, in dem man den treuen Frend begraben kann, doch nicht jeder hat die Möglichkeit. Wir haben wirklich sehr viel darüber geredet und wenn sie geweint haben, dann habe ich versucht, sie zu trösten und gesagt, dass es Sammy jetzt viel besser geht. Sie war halt ein Familienmitglied und von Anfang an da.
Ich habe für beide Kinder aus Ton einen kleinen Hund gemacht, der Sammy ähnlich sieht, mit einem Halsband, an dem ein kleiner Stern ist - der hängt in beiden Kinderzimmern neben dem Bett. So kann Sammy sie auch bei vielen Wolken am Himmel beschützen.

Ich wünsche dir viel Kraft und Geduld.

LG Simone