Erst helfend - u. - Kleinkind im Wagen

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von bibi22 07.12.09 - 23:40 Uhr

Hallo ihr lieben Mitmamas!

Ich hatte heute mal den Gedanken (Gott sei Dank nicht die Situation), was wäre wenn...

.. ich als Ersthelfer zu einem Unfall (sagen wir auch es ist Nachts) dazukomme und ich bin allein im Waage außer meiner 2,5 Jahre alten Tochter.

Erst helfen muss ich, dass ist meine Pflicht. Gut - Warnblinkanlage an, Polizei rufen, Rettung rufen.

Aber was dann???

Rausgehen, Kind im Auto lassen, was ich nun überhaupt nicht gut heiße) oder Kind mitnehmen, was ja nun auch nicht der Idealfall ist, falls man zu abgetrennten Körperteilen oder schlimmeren kommt.

Oder gibt es hier Ausnahmeregelungen, schließlich mache ich mich ja strafbar wenn ich nicht helfe (unterlassene Hilfeleistung).

lg bianca
PS: (ich komme aus Österreich, vielleicht hat auch hier jemand ahnung, wie es bei uns aussieht!)

Beitrag von bibi22 07.12.09 - 23:40 Uhr

im "Wagen" natürlich und nicht in der Waage #rofl

Beitrag von jenny133 07.12.09 - 23:45 Uhr

Auf so ne Idee bin ich noch gar nicht gekommen. Zum Glück fahre ich so spät nicht mehr mit Nico.
Hatte mal abends selbst einen kleinen Unfall (Spiegel ab) und hab meinen Wagen sicher auf der Seite geparkt und meinen kleinen drin gelassen als ich zum anderen Fahrzeug lief. Mein Auto habe ich zugeschlossen. Weiss nicht, ob es so richtig ist und bin auf Antworten gespannt.
Ich glaub aber fast, das es da auch Ausnahmeregeln gibt und das du mit Hilfe holen und Gefahrenzone abriegeln schon gut dabei bist. Man braucht sich ja bei Ersthilfe nicht selbst gefährden. Das gleiche gilt wohl auch für das Kind (falls du denkst, du würdest es gefährden wenn du weg gehst).

Wie man in der Situation letztenendes wirklich reagiert (ich wäre wahrscheinlich total kopflos #augen ) kann man doch im Voraus gar nicht so richtig festlegen oder?

LG
Melanie mit Nico (2 Jahre)

Beitrag von arienne41 08.12.09 - 00:11 Uhr

Hallo

Wenn du meinst helfen zu können laß dein Kind im Auto.
Du kannst nicht beides auf dein Kind aufpassen und helfen.

Mit deinem Anruf hast du schon geholfen.

Du kannst im Auto bei deinem Kind bleiben.

Du bist verpflichtet Hilfe zu leisten im Rahmen deiner Möglichkeiten.

Wenn deine Hilfeleistung darin besteht den Notruf zu wählen reicht es aus.

Es reicht im Falle aus das du sagst du hasttest Angst auszusteigen

Lg

Beitrag von maus2005 08.12.09 - 07:11 Uhr

Hallo,

mein Mann hat vor einem Monat den Ersthelfer-Kurs besucht. (Pflicht von der Firma)
Dort wurde gesagt, dass Mütter, die mit ihren Kindern unterwegs sind, sei es im Kiwa oder Auto, von der aktiven Pflicht zu helfen entbunden sind. Sie können aber per Telefon/Handy oder durch ansprechen anderer Personen Hilfe holen.

LG

maus

Beitrag von keks9 08.12.09 - 09:27 Uhr

aah gut zu wissen !
Polizei /RTW rufen langt ja erstmal und dann eben so lang dableiben bis diese/r eintrifft....

Beitrag von criseldis2006 08.12.09 - 07:29 Uhr

Hallo,

ich würde mein Kind im Auto lassen, das Auto aber zu sperren.

Ich war mal als Ersthelfer am Unfallort (aber ohne Kinder). Ein weiterer Ersthelfer hat den Notruf angerufen während ich mich um die Opfer kümmern wollte. 2 Jugendliche (der Fahrer hatte erst 2 Wochen den Führerschein) sind auf regennasser Fahrbahn unter die Leitplanke gerutscht. Für den Beifahrer kam jede Hilfe zu spät. Der Fahrer starb im Hubschrauber auf dem Weg ins Krankenhaus. Heute erinnert ein Kreuz daran. Immer wenn ich daran vorbeifahre, muss ich an die beiden denken und sehe sie tot bzw. verletzt vor mir. Aber am schlimmsten waren die Gaffer.

LG Heike

Beitrag von windsbraut69 08.12.09 - 07:41 Uhr

Pflicht hin oder her, Du solltest einfach abwägen, ob Deine Hilfe unerläßlich ist und Du dafür das Kind im gesicherten Auto vielleicht 5 oder 10 min. mal allein läßt oder nicht.

Bei einem offensichtlich schwer verletzten Unfallopfer muß Dir klar sein, dass es die Person das Leben kosten kann, wenn Du bei Deinem Kind sitzen bleibst.

Vielleicht ist es auch ganz nützlich, Dich in die Lage des Verunfallten zu versetzen oder in die seiner Angehörigen.
Würdest Du es akzeptieren können, wenn eines Deiner Familienmitglieder irgendwo verblutet oder erstickt, weil eine Mutter ihr Kind nicht im Auto lassen möchte?

LG

Beitrag von schullek 08.12.09 - 12:08 Uhr

ich sehe das ähnlich.

lg,

schullek

Beitrag von claudi2712 08.12.09 - 07:50 Uhr

Moin,

rein intuitiv würde ich z. B. bei einem Unfall auf der Autobahn mein Kind samt Kindersitz schnappen und einige Meter aber in Sichtweite natürlich hinter der Leitplanke positionieren. Und dann helfen!

Es ist schon einige Male vorgekommen, dass durch die geifernde Schar von Neugierigen Auffahrunfälle passiert sind. Ein Horrorszenario, wenn ich aus dem Wagen steige um dem Vordermann zu helfen und jemand donnert hinten in mein Auto rein.

Aber wie gesagt, rein intuitiv, ich habe keine Ahnung, ob das richtig ist.

Gruss
Claudia

Beitrag von anni0182 08.12.09 - 08:07 Uhr

Also ich würd mein kind im auto lassen und helefn so gut ich kann, das kind ist im auto am sichersten, und selbst wenn es dann weint stirbt es nicht.
Ich war noch nie in so ner situation, möchte auch niemals sowas erleben müssen, aber ich denke das ich es so machen würde.
Wenn wirklich mal etwas passiert handelt man sowieso ganz anderst als vorher damit gerechnet zu haben.

Lg Antje

Beitrag von amory 08.12.09 - 09:07 Uhr

auf was für ideen kommst du denn?

ich denke, wenn wirklich hilfe angesagt ist, würde ich mein kind im auto lassen.

besser mein kind schreit, als das jemand stirbt weil ich nciht geholfen habe.
mit pflicht hat das aber weniger zu tun, eher mit meiner einstellung zum leben.

gruß, amory

Beitrag von arielle11 08.12.09 - 09:10 Uhr

Hallo!

Die Gedanken kannst Du Dir tausend mal machen, aber wenn diese Situation dann wirklich eintrifft, dann reagierst Du ganz automatisch!

Ich war schon in so einer Situation.

Ich wollte an einer Kreuzung geradeaus und auf der Gegenfahrbahn ist der Links-Abbieger mit dem entgegenkommenden Auto zusammengekracht. Gott sei Dank bei eher niedriger Geschwindigkeit.
Ich habe mein Auto an die Seite gestellt, mein Sohn ( etwa 1,5Jahre) habe ich drin gelassen und dann 1. Hilfe geleistet.

Es waren keine sichtbaren Verletzten, "nur" ein altes Ehepaar und eine Hochschwangere, die alle einen schweren Schock hatten und einfach nur Trost und eine haltende Hand brauchten. Trotz strömenden Regens habe ich etwa 30min auf die Sanis und den Ehemann der Schwangeren gewartet. Mein Sohn war total lieb und hat sich selbst beschäftigt.

Es war unheimlich erschreckend wieviele Autos am hellichten Tag einfach vorbeigefahren sind und nicht geholfen haben. Das treibt mir noch heute die Tränen in den Augen.

Mir war nie in den Sinn gekommen, die Menschen da alleine zu lassen.

Lg arielle

Beitrag von 1c1c1 08.12.09 - 10:15 Uhr

hallo
ich würde aus steigen das kind in Auto lassen, bzw eine Tür auf machen so das es mich sieht wen es noch kleiner ist.
Die minuten in den ein Rettungswagen kommt und du in Auto sitz kann diese Person sterben,Lieber lass ich mein kind ein paar Minuten weinen aber versuche den verletzten so gut es geht zu helfen,bis die Rettungskräfte eintreffen sind ja keine stunden.

ich würde mich als Gaffer fühlen wen ich in auto bleiben würde

lg

Beitrag von miau2 08.12.09 - 10:57 Uhr

Hi,
hier (Deutschland) ist es nicht so, dass du andere evtl. lebenswichtige Pflichten wie die Aufsichtspflicht vernachlässigen musst, um Erste Hilfe zu leisten.

Der einfache Fall (ich gehe mit Kind an der Hand spazieren und dann passiert was, wo ich eigentlich zur Hilfe verpflichtet wäre) bedeutet also NICHT, dass ich mein 3jähriges Kind an der Straßenecke abstellen und dann Hilfe leisten muss. Ein Anruf per Handy (oder von der nächsten Gelegenheit aus) ist natürlich jederzeit zumutbar und daher Pflicht.

Mit Kind im Auto ist das so eine Sache...Gerade bei Unfällen auf Autobahnen oder Landstraßen mit wenig Verkehr, wo sich nicht direkt ein Stau bildet (Staus sind Pech für die, die drinstehen, und u. U. für die, die am Ende stehen wenn mal wieder jemand pennt oder drängelt - aber für die ganz vorne bieten die einen gewissen Schutz) wäre das Auto eines Ersthelfers ja auch ein gewisser Schutz, wenn es mit vernünftigem Abstand VOR der Unfallstelle abgestellt wird (mit Warnblinker und Warndreieck natürlich). Lieber Auto kaputt als noch jemanden in die Unfallstelle, wo ich vielleicht gerade helfe rasen lassen.

Nur - mit Kind drin wäre das für mich keine Option.

Wenn ich also wirklich ganz alleine bin und auch bleibe nach dem Anhalten würde ich das Kind aus dem Auto holen und mit Abstand neben die Straße stellen. Entweder mit Sitz, oder, wenn es alt und vernünftig genug ist (ich sollte mein Kind ja kennen) mit der klaren Ansage, sich nicht vom Fleck zu rühren.

Oder sagen wir mal - ich hoffe, dass ich so handeln würde ;-). Wissen tut man es erst hinterher.

Das Kind im Auto zu lassen, das Auto auf der Straße abzustellen als Schutz für die Unfallstelle - das wäre eine Gefährdung für das Kind, die man m.W. nach nicht eingehen muss. Das mit den Angehörigen, die vielleicht nicht verstehen, warum ich jemanden verbluten lasse in der Zeit, die ich brauche, um mein Kind zu sichern...na ja - umgekehrt: der Verletzte ist gar nicht so schwer verletzt wie es vielleicht mir als Laien erscheint, aber ich helfe wegen dem Gedanken, dass es ja so schlimm sein könnte sofort und ohne nachzudenken - und in der Zeit passiert das, was sehr oft passiert: ein rasender Penner knallt in MEIN Auto. Mit MEINEM Kind drin. Ich denke, ich habe zunächst eine Verpflichtung meinem Kind gegenüber, und dann jemand anderem gegenüber.

Wenn das Auto außerhalb einer eventuellen Gefahrenzone abgestellt ist würde ich das Kind im Auto lassen. Es geht ja nur um eine kurze Zeit.

Meine Erfahrung ist übrigens: wenn einer anhält, halten plötzlich auch andere - diese Erfahrung habe ich schon mehrfach gemacht, wenn es auch zum Glück nur harmlose Sachen waren. Das Problem ist immer der erste, der sich überwinden muss - die, die danach anhalten haben halt den oder diejenige als Orientierung und erwarten vielleicht weniger, selbständig handeln zu müssen als mehr, einfach nur Anweisungen ausführen zu müssen. Klar fahren viele vorbei, die einen normal, die anderen möglichst schnell, die anderen gaffen erst mal ausführlich - aber wenn für ein Auto im Graben 4 weitere stehenbleiben - und auf die kam ich eigentlich immer - sollte das doch eigentlich für fast alles reichen, was überhaupt als Erste Hilfe gemacht werden kann.

Bisher gabs immer, wo ich als erstes angehalten habe plötzlich einen Auflauf an hilfreichen Autofahrern (auf meinem früheren Weg zur Arbeit konnte man im Winter Wetten abschließen, wer mehr Autos im Graben "findet" - und da man ja i.d.R. nicht von der Straße sehen kann, ob noch jemand drinsitzt oder nicht musste man halt immer mal wieder anhalten).

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von melmystical 08.12.09 - 11:02 Uhr

Ich war vor Kurzem in einer ähnlichen Situation.

Ich war mit Simon (da war er 20 Monate) zu Hause. Er war krank und hatte Fieber. Als ich feststellte, dass er die Windel voll hatte, zog ich ihn aus und wollte ihn wickeln. Als er gerade nur in Pampi auf der Couch lag, hörte ich ein Wimmern von Hof her (wir wohnen Parterre, Fenster war auf).
Ich sah, wie eine ältere Frau gestürzt ist und offensichtlich starke Schmerzen hatte.

Tja, was sollte ich tun? Mein fieberndes Kind, das halb nackt da lag unter den Arm packen und rausrennen in die Kälte?
Ihn alleine lassen und raus gehen?

Hab dann schnell einen Krankenwagen gerufen, Simon so schnell gewickelt und angezogen wie noch nie (#schwitz), Schuhe an und raus gerannt. Da waren dann schon andere Nachbarn und der Krankenwagen kam auch sofort.

Deshalb ist es das beste, was du tun kannst, erst anzurufen und dann abzuwägen, ob du dein Kind kurz alleine lassen kannst, oder mit nimmst.

Gruß

Melanie

Beitrag von bibi22 08.12.09 - 19:35 Uhr

hallo!

Und danke erstmal für die vielen Antworten!

Natürlich ist mir klar, dass es hier um ein Menschenleben geht und ich bin selbst auch schon 2mal stehengeblieben (1 alte Frau die auf offener Straße um hilfe rief nach einem brutalen Überfall, 1 altere Dame die wohl ein BlackOut hatte und mit dem Auto gegen eine Laterne fuhr) als ich zu solchen situationen kam. 1mal, da war ich noch in der Schule und ohne Kind und beim zweiten Mal bin ich los und mein Mum blieb bei der Kleinen im Auto!

Irgendwie findet man sicher eine Möglichkeit, und dass ich nichts machen würde, kann ich mir auch nicht vorstellen! Die Idee mit dem Kindersitz rausnehmen ist übrigens super!

Mir ging es nie darum, dass mein Kind im Auto schreien könnte, da müsste sie durch, wenn es sein muss. Sonder darum, das wirklich jemand in mein Auto knallt bei der Ersthilfe! Alleine die Vorstellung lässt mir die Haare im Nacken zu Berge stehen.

Ich meine auf einer gut ersichtlichen Landstraße bei halbwegsem Wette ist das ja ok, aber so? Autobahn, Regen, Nebel, Raser.

Aber es war gut einige Meinungen dazu zu hören, und falls ich wirklich mal in diese Situaiton kommen sollte, werde ich sehen wie ich reagiere.

lg bianca