Was kann man machen, unser Nachbar

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Beitrag von poldie2304 08.12.09 - 11:07 Uhr

Hallo!

Wir haben einen älteren Nachbarn (ca 72 Jahre) und der lebt völlig alleine.
Wir wohnen in einem freistehendem Einfamilienhaus und der alte Mann in einem 2 Familienhaus.
Wir wohnen seit 6 Jahren hier und haben ihn ca 4x gesehen, denn er ging damals nie raus.

Er wird morgens und abends von einer Pflegestelle versorgt.
Gestern ist unser Nachbar aus dem Bett gefallen und hat wohl 1 Stunde um hilfe gerufen.
Der Nachbar (ein Russe) der über dem alten Mann wohnt, hat es gehört und der hat auch einen Schlüssel.
Aber der Russe bekam den alten Mann nicht alleine wieder hoch und alle Nachbarn waren unterwegs (ich war mit den Kindern zu turnen).
Er rief beim Amt an, das sie der Pflegestaion bescheid geben und sofort kommen sollen.
Das Amt hat ihn angeblich nicht verstanden und aufgelegt.
Zum Glück kam mein Mann von der Arbeit und zu zweit haben sie ihn ins Bett gebracht. Er war völlig ausgekühlt, denn bevor er aus dem Bett fiel, ist ihm die Bettdecke herunter gefallen.
Die beiden haben den alten Mann Schokoladen und etwas zu trinken gegeben und es ging ihm dann auch besser.

Der Mann kann nichts mehr, nicht mal ein Telefon bedienen und er hat keine Familie udn ist völlig alleine.
Mein Mann rief noch mal beim Amt an, wegen der Pflegestaion. Geschlagene 2 (!!!!!) Stunden später kamen die dann.

Mein Mann war völlig entsetzt, denn der alte Mann raucht in seinem Bett. Ok unter normalen umständen würde ich dagegen, lass ihn doch, das ist das einzige was er noch hat.
Aber was ist, wenn ihm die Zigarette herunter fällt? Der Mann kann niemals die Zigarette aufheben!!

Eigentlich dürfte der Mann gar nicht mehr alleine wohnen!
Aber der Hausarzt sagt nichts dazu und der alte Mann selber sagt dazu ebenfalls nichts.

Ich will ihn nicht abschieben!!! Aber kann man da irgendetwas machen, das der Mann in ein betreutes Wohnen kommt?
Es langt doch nicht, das da morgens und abends (ab und zu mittags) jemand von der Pflegestelle kommt?

Kann man irgendwo bescheid geben, die das bei dem Mann überprüfen können?

Ich habe ehrlich angst um den Mann und das Haus von den Nachbarn!

Liebe Grüße
Lisa, die gerne mehr helfen würde!


Beitrag von arienne41 08.12.09 - 11:23 Uhr

Hallo

Wenn er bei klarem Verstand ist wird man wohl nichts machen können.
Es gibt von den Hilfsorganisationen so Notrufteile sowas könnte ihm helfen und heißt Hausnotruf.

Die kommen auch sofort und nicht erst nach 2 Stunden.



Lisa, die gerne mehr helfen würde!

Dann mach es doch :-).
Hast du mal mit ihm geredet? Nein? Dann mach es doch einfach mal.
Sag ihm das du dir gedanken um ihn machst und vielleicht willigt er ja ein das du auch täglich mal vorbeischaust für ein paar Minuten.

Gruß Arienne

Beitrag von poldie2304 08.12.09 - 11:42 Uhr

Hallo!

Von diesen Notrufteilen haben wir auch gehört, aber er hat so eins nicht.
Denn angeblich ist es zu teuer und wird nicht übernommen.

Ich habe ihn 4 mal gesehen und er liegt den ganzen Tag im Bett. Wie soll ich denn rein kommen? Ich habe keinen Schlüssel.
Ich hatte auch überlegt, ihn ab und zu mal zu besuchen. Aber ich finde es auch merkwürdig, plötzlich jemanden zu besuchen, den man gar nicht kennt.
Und das eigentliche Problem mit den Zigaretten ist dann auch noch nicht gelöst.

Ich werde morgen die Pflegekraft fragen, ob sie mir etwas helfen kann, überhaupt an ihn ranzukommen.

Lieben Dank für deine Antwort!

LG
Lisa






Beitrag von ratzemann 08.12.09 - 11:44 Uhr

hallo!

ich kenne das....

wir wohnen in so einer art reihenhaus, also neben unserem haus war direkt noch ein kleineres haus angebaut. ganz früher war alles mal ein haus, dann haben sie die häuser getrennt.

in diesem kleineren haus wohnte ein mann, man kannte sich, wie üblich auf dem dorf. seine frau starb 2002, die tochter hielts nicht mehr aus, zog weg. der mann trank sehr viel und war gesundheitlich sehr am ende. viele op und so.

2008 war er fast bettlägerig, konnte gerade noch zum klo und lag den ganzen tag im bett.
im suff ist er dann so oft gefallen....hat fast täglich um hilfe gerufen weil er alleine nicht mehr hoch konnte. und er hatte bestimmt an die 100 kilo.

von einer anderen nachbarin hatte er die telefonnummer, die rief er immer nachts an wenn er noch ans telefon krabbeln konnte.

wir waren alle sehr genervt weil ständig irgendwelche nachbarn zusammengerufen werden mussten um ihn wieder ins bett zu tragen.

wir haben dann mit seiner tochter geredet das es so nicht weiter gehen kann.
er kam dann ins betreute wohnen. dort geht es ihm wohl sehr gut.

keine ahnung was man da machen kann....man macht sich halt ständig sorgen und wenn er um hilfe gerufen hatte, blieb mir immer fast das herz stehen. ich habs ja immer gehört und immer gedacht es ist was schreckliches passiert. zum glück war er ja immer "nur" gestürzt!

lg

Beitrag von poldie2304 08.12.09 - 19:47 Uhr

Hallo!

Leider hat der Mann gar keine Familie.
Ab und zu kam eine Frau und hat sich zu ihm gesellt. Aber die kam nun länger nicht mehr, da zwei Schwestern gestorben waren.

Er liegt ja nur noch im Bett und kann gar nichts mehr alleine machen.

Ich werde morgen beim Amt anrufen. Was ich genau sagen will, weiß ich noch nicht.
Aber ich will nicht, das er evtl irgendwann in seinem Bett verbrennt und nichts getan zu haben.

Lieben Dank für deine Antwort

Schönen Abend
Lisa

Beitrag von kapulli 08.12.09 - 12:12 Uhr

Hallo!

Ich finde es gut, dass Du dir Gedanken zu Deinem Nachbarn machst. Sprich doch mal mit ihm und schildere die Situation aus Deiner Sicht. Vielleicht läßt er sich ja auf die Installation eines Notrufsystems ein. Die würden dann auch sofort kommen, wenn etwas passiert und die entsprechende Hilfsmaßnahme einleiten.

Du könntest Dich auch direkt mit dem Pflegedienst in Verbindung setzen und Ihnen von den Vorkommnissen erzählen. Vielleicht haben die ja einen Zugang zu ihm und eventuell auch Angebote wie z.B. Tagespflege o.ä. oder sie könnten ihn zumindest von der o.g. Möglichkeit einer Notrufhilfe überzeugen.

Wenn er natürlich noch bei klarem Verstand ist und kein Interesse an diesen Dingen hat, dann kann man wenig ausrichten. Selbst wenn er im Bett raucht und sich der Gefahr eines Brandes aussetzt, so ist das seine Sache.

L.G. Kapulli

Beitrag von poldie2304 08.12.09 - 19:51 Uhr

Hallo!

Du hast vollkommen recht, bei allem was du schreibst!

ich habe nur angst, das er evtl in seinem Bett aufbrennt und die Mieter von oben auch betroffen werden.

Ich werde morgen beim Amt anrufen und den von gestern erzählen.

Und ich werde mir mal eine Pflegekraft schnappen (wenn ich sie sehe) und das mit dem Notknopf ansprechen.
Das wäre doch auch schon eine super hilfe.
Das war echt zufall, das ihn überhaupt jemand um hilfe rufen gehört hat.

Ganz lieben Dank

Lisa

Beitrag von abendrot79 08.12.09 - 21:35 Uhr

Hallo!

Ich arbeite selber bei einem Pflegedienst und es gibt etliche Möglichkeiten diesem Mann zu helfen. Wenn er nur noch im Bett liegt, wird er ja auch seinen Haushalt nicht mehr alleine geregelt bekommen, d.h. neben den Pflege-Einsätze könnte er hauswirtschaftliche Hilfe bekommen wie einkaufen, Wohnung putzen, Wäsche waschen, Sozial-Betreuung etc. Damit käme man schonmal auf mehr als zwei Einsätze am Tag, wo jemand bei ihm ist um nach dem Rechten zu sehen ;-).

Natürlich muss das alles bezahlt werden, aber im Zweifelsfall gibt es auch noch das Sozialamt was bei solchen Fällen einspringen kann - auf Antrag natürlich.

Würde bei uns jemand anrufen der sich um einen Nachbar oder sogar um einen unserer Kunden (begündete) Sorgen macht, findet meistens eine Pflege-Visite statt. Dabei wird dann die häusliche Situation begutachtet und auch der gesundheitliche Zustand der Person. Oft werden Hausnotruf-Systeme oder Essen auf Rädern vermittelt. Meistens werden bei der Gelgenheit auch Pflege-Hilfsmittel wie Rollator, Toilettenstuhl, Pflegebett oder Hilfen für die Dusche / Badewanne bestellt (gibt es alles auf Rezept). Eben alles was dem Mann bei der Alltags-Bewältigung helfen könnte.

Dein Plan dir die Pflegekraft zu schnappen ist schonmal gut, ggf. würde ich aber auch dort im Büro mal anrufen. Wenn es ein guter Pflegedienst ist, sollten die deine Sorgen schon ernst nehmen.

Falls du noch Fragen hast, schreib´ mich einfach an!

Ach, evtl. könnte der Mann auch einen gesetzlichen Betreuer bekommen. Dann wird sich auch nochmal etwas intensiver um ihn und seine Angelegenheiten gekümmert, vor allem der ganze Papierkram.

Viele Grüsse,
abendrot79