Wie schafft ihr das nur? Bin am Ende.

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von wunschmama83 08.12.09 - 12:40 Uhr

Hallo!

Wie schafft ihr Mütter von entwicklungsverzögerten Kindern das nur?
Heute bekam ich die Diagnose Entwicklungsverzögerung von einem halben Jahr. Mein Sohn ist eineinhalb und auf dem Stand eines Einjährigen.
Bei der U6 war alles noch in Ordnung, trotz Bobath-Therapie hat sich s verschlimmert.

Was soll ich denn noch alles tun um ihn zu fördern?

Bei der U6 war alles ok, wir haben uns entschlossen für Baby Nr. 2 zu üben. Es hat wider erwarten im ersten Zyklus geklappt.

Nun sitz ich hier schwanger in der 28 Woche und mit meinem Sohn, der auf einmal entwicklungsverzögert ist.

Wie soll ich das schaffen? Ich bin fix und fertig mit der Welt.

Seit einem Jahr renne ich von Kinderarzt zu Kinderarzt und erkläre meine Ängste, was mir auffällig vorkommt. Und ich werde einfach nur als hysterische ungeduldige Mutter abgestempelt.

Und jetzt? Jetzt hab ich doch Recht und nun ist auf einmal alles auffällig?

Hätte ich nicht auf den Termin im SPZ bestanden wäre die Welt noch in Ordnung und mein Sohn kann vermutlich im Kindergarten noch nichts selbständig.

wie schafft ihr das? Ich habe keine Kraft momentan...

Ich kann meinen Sohn nicht anschauen ohne sofort weinen zu müssen.

Wie soll es weitergehen? Ich bin wirklich am Ende.

Beitrag von nicola_noah 08.12.09 - 12:53 Uhr

Lass Dich mal #liebdrueck
Ich kann Dich voll und ganz verstehen...Manchmal erscheint einem alles Unmöglich und man denkt man schafft es nicht.
Aber das Stimmt nicht.
Sei stark - Für Dein Kind und für Dich selber!

LG

Nicola

Beitrag von krokolady 08.12.09 - 14:47 Uhr

Versuch mal das Positive zu sehen: freu Dich wenn er irgendwo Fortschritte macht, und sie nicht immer nur das Negative - denn damit machste dich selber fertig.

Meine Tochter ist etwas über 4,5 Jahre und mittlerweise geistig behindert, und hat auch motorische Defizite.
Sie spricht nur sehr wenig, nur einzelne Wörter, und für Aussenstehende unverständlich.
Aber ihr passiver Wortschatz ist zum Glück höher....sie versteht leichte Aufforderungen etc.

In erster Linie steht bei Kimberly ihre bösartige Form der Epilepsie ( Dravet-Syndrom), aber da hängen noch andere Probleme mit dran.......Wahrnehmungsprobleme, autistische Züge, Ataxie, leichter Tremor gelegentlich, Hpotonie etc.

Und ich weiß auch das es bei Dravet meist so ist das es auf eine totale Demenz hinaus läuft.......und das schon teils in der Kindheit.

Darum ist es so das ich mich über das freue was sie kann......jedes neu erlernte Wort bringt mich zum Strahlen :-D
Das sie sich irgendwann sicher wieder zurück entwickeln wird weiss ich - aber verdränge es meist, sonst würde ich zu Grunde gehen.

Beitrag von biene21083 08.12.09 - 15:05 Uhr

Hallo,

es geht weiter!!!
Und du schaffst das.

Mein Sohn war von Geburt an auffällig. Mit 2 Jahren war er ein Jahr zurück, sprachlich sogar auf den Stand eines 8 Monate alten Babys. Lina kam als er 16 Monate alt war.

Mit 4 begann er aufzuholen, begann zu sprechen. Mit 5 grenzte er ganz scharf laut Test an eine geistige Behinderung.
Luca holte weiter auf, dank super tollem KiGa und jetzt Schule.

Nun ist er 7. Ist der beste Leser der Klasse, rechnet im Zahlenraum 20, kann nach Gehör schreiben.
Auffällig ist nur noch die Sprache und die Grobmotorik.

Welche Förderung bekommt dein Sohn denn?

Lg Maja

Beitrag von wunschmama83 08.12.09 - 15:55 Uhr

Hallo Maja!

Wie hast Du das geschafft mit zwei so kleinen Kindern?
Am meisten Angst macht mir das nicht sprechen und nicht laufen wollen. Er läuft an Möbeln und Wänden entlang, aber eben nicht frei. An den Händen läuft er auch nicht...

Louis bekommt bisher nur KG nach Bobath - wegen seiner Handmotorik.

Nun sagt die Ärztin im SPZ wir sollen Heilpädagogik machen. Ich kann mir darunter garnichts vorstellen und hab auch keine Ahnung wo es sowas bei uns gibt. Nun warte ich auf den Anruf vom Kinderarzt... Aber was der sagt kann ich eh schon sagen: Alles unnötig - wie der besuch im SPZ #aerger

ich habe wirklich Angst vor einer geistigen Behinderung. Warum hat man davor solche Angst?
Fragt ihr Euch auch immer warum ICH bzw. warum UNSER Kind?
Um mich rum sind nur gesunde Kinder, da hat keines ein Problem mit irgendwas. Und wir? Wir tun und machen damit unser Sohn sich gesund entwickelt, fördern wo es geht und werden mit sowas bestraft.

Ich hab so viele Bekannte die ihre Kinder vor dem Fernseher parken und nichts mit ihnen unternehmen, sich nicht mit dem Kind befassen. Aber die sind gesund und top entwickelt. Was mach ich verkehrt?

#heul

Beitrag von biene21083 08.12.09 - 19:10 Uhr

Hallo,

du machst nichts verkehrt. Rede dir das bitte nicht ein! Aber ich kenne diese Gedanken.

Als Lina zur Welt kam, konnte Luca auch noch nicht laufen. Und als er dann laufen konnte, musste er dennoch viel getragen werden. Treppen steigen war sehr lange sehr mühsam für ihn.

Lina hat als Baby sehr viel geschlafen, daher empfand ich die Babyzeit nicht so anstrengend. Lina hab ich auch immer mitgenommen zu Therapien / Frühförderung.

Schau doch mal, ob du für deinen auch Frühförderung machen kannst.

Meine kleine Tochter ist übrigens auch verzögert. Sie lief erst mit 21 Monaten. Aber sie spricht dafür um einiges mehr als Luca.
Und dein SOhn ist erst 18 Monate, da muss er noch nicht wirklich sprechen können. Bis zum 2. Lebensjahr sind ja noch 6 Monate, bis dahin kann noch viel passieren. Wichtig ist, dass er ein gutes Sprachverständnis hat.
Lg Maja

Beitrag von sandra7.12.75 08.12.09 - 20:45 Uhr

Hallo

Mach dich bitte nicht selber fertig.Lass dir nicht einreden das du schuld bist.Das bist du nicht.Ich bin heute auch wieder fertig wie ein Brötchen.Unsere Tochter war Entwicklungsverzögert.Dann wurde die Rolando-Epilepsie festgestellt.Nach 3 Jahren war Anna dann Schulreif(Ergo/Logo) und dann wurde sie in der Schule gemoppt mit sex.Gewalt.Jetzt ist wieder alles doof.Heute habe ich dann die 3.Anlaufstelle angerufen.Eine Kinder und Jugendpysatrie.Ich hoffe das uns da geholfen wird.Die anderen Ärzte sind der Meinung das sie das alles so verarbeiten kann.Aber ich bin hier fertig und möchte nur eines:Ein glückliches Kind.Gesund ist sie ja nicht aber wenigstens soll sie freude am Leben haben.

lg

Beitrag von msfilan78 09.12.09 - 18:34 Uhr

Angst vor was schlimmeren habe ich auch. Bisjetzt hatte ich noch keinen Termin bei der Frühförderstelle, erst im Februar. Aber ehrlich gesagt bringt es mich auch nicht weiter, wenn ich dann immer davor weglaufe. Ich muß einfach wissen, warum meine Tochter so ist und wie ich ihr helfen kann. Zumal ich sagen muß, das ich in meiner Kindheit auch entwicklungsverzögert war und nur knapp an der Sonderschule vorbeigeschlittert bin. Und nur deswegen, weil meine Mutter in der SS mit mir Kräuterschnaps trinken mußte ( und das nicht nur 1 Glas!!!!!) Habe leider auch den fehler gemacht, in der SS ab und zu ( und damit meine ich viell. 4 gläser die ges. SS) Sekt trinken zu müssen. Da belastet mich heute noch sehr.

Beitrag von dream22 08.12.09 - 16:38 Uhr

Hallo,

wenn Dein Sohn jetzt im SPZ in Behandlung ist, wird doch wohl sicherlich alles durchgecheckt oder? Es geht immer irgendwie weiter.
Ich habe zwei Problemkinder, bin selbst chronisch krank und das letzte Jahr hat mir mehr Kraft geraubt, als mein ganzes bisheriges Leben davor. Mit wochenlangen KH-Aufethalten die tw. für die Füsse waren. Mein Mann arbeitet viel und ist auch keine wirkliche Unterstützung. Durchgeschlafen hab ich auch schon seit Jahren nicht mehr.
So und ich habe in der ganzen Zeit niemals aufgegeben, weil ich es für meine KINDER tue.

Gruss

Simone

Beitrag von girl08041983 08.12.09 - 19:00 Uhr

Huhu,

kann mir vorstellen wie es dir geht#liebdrueck

Wir haben es erfahren, als unser Sohn 2,5 Jahre alt war und der Kleine grad frisch auf die Welt kam. Die ersten Jahre sahen echt nur so aus, dass wir dauernd Arzttermine hatte und der Kleine halt mit musste. Beim ersten Mal Kinderklinik hat den Großen und Papa dann gleich der Norovirus erwischt und 1 Tag nach Entlassung durfte ich dann mit dem Kleinen rein.

Wir haben momentan das Thema Schule und nun stehen wieder eine Menge Untersuchungen an, ehrlich gesagt hab ich mittlerweile keine Lust mehr auf diese Untersuchungen, mein Sohn sowieso nicht;-), irgendwann hat er dann nicht mal mehr in fremde Häuser gehen wollen, weil er Angst hatte das er da wieder untersucht wird. Mittlerweile ist er fast 6 und versteht es wenigstens bißchen.

Lg und viel Kraft

Lia

Beitrag von hege08 08.12.09 - 20:33 Uhr

Hei Wunschmama,

Erinner mich noch gut an dich, du warst mit deinem Sohn parallel zu mir schwanger (und uebrigens habe ich Nr. 2 schon bekommen ;-)) Mach dir nicht so viel Sorgen - dein Soh ist einzigartig, egal ob und wie er ist. Lass dich nicht so unter Druck setzen was sein sollte und was wann wie ist!!! Wenn du diesen haesslich Entiwcklungsverzoegert-Bescheid nciht bekommen haettest, so wuerdest du deinen Sohn ja auch genau so lieben wie er ist - bestimmt holt er noch auf! Bitte bitte mach dich nciht so fertig!!

Das wird sich ordnen, warts ein wenig ab!!

Alles liebe fuer dich!!
Hege

Beitrag von jindabyne 08.12.09 - 20:41 Uhr

Wie es weitergehen soll?

Indem man akzeptiert, annimmt, aufhört zu vergleichen. Ich konnte die Entwicklungsverzögerung meiner Tochter erst annehmen, als ich mich von der Vorstellung verabschiedet habe, sie müsse so sein wie andere Kinder.

Sie ist anders, sie ist einzigartig, sie hat Stärken, sie hat Schwächen, sie ist wie sie ist. Und das wichtigste: Sie ist glücklich.

War ein langer Weg dahin ;-) Aber so blöd und ausgelutscht der Spruch ist, es stimmt: Man wächst hinein.

Lass Dir Zeit, lass Deinem Kind Zeit.

Lg Steffi

Beitrag von deoris 08.12.09 - 21:26 Uhr

Hallo
ich kann dich sehr gut verstehen ,ich war in einer ähnlichen Situation.Ich war in der 36 ssw als mein Sohn ganz plötzlich Serien von Krampfanfällen bekommen hat ,er war vorher gesund. Nun,wir haben lange im KH verbracht ,ich war fix und alle,Ich wusste nicht wie es weiter geht ,da auf einmal die Diagnose Epilepsie fest stand und ich in wenigen Wochen ein 2. Kind erwartet habe.5 Tage bevor ich entbunden habe wurden wir entlassen ,dann kamen Untersuchungen ,eine nach der anderen und immer wieder Anfälle zwischendurch.Ich habe nicht geschlafen in der Angst nachts einen Anfall zu verpassen ,ich wusste nicht was die Zukunft bringt ,wie mein Sohn sich entwikeln würde :-(.
Als unser 2 Sohn geboren wurde ,war es am anfang schwer für uns alle,doch mit der zeit bin ich(oder wir) in die Situation reingewachsen und wir haben angefangen zu leben,Das 2 Kind war natürlich nicht mehr weg zu denken und es hat alles super funktioniert.Jetzt sind 2 Jahre vergangen ,unser Großer geht in Kiga , ,ist anfallsfrei und kommt auch zeitgerecht in die Schule ,obwohl er auch eine leichte Entwiklungsverzögerung hat,zusätzich hat er Wahrnehmungsstörungen dafür bekommt er jetzt Ergotherapie.Ich gehe auch wieder arbeiten.
Das Leben ist ,wenn uns etwas anderes Zustöst,während wir schon alles anders geplant haben .
Es sind meine Kinder ,die ich liebe und ich gehe mit den diesen Weg und trotz Schwierigkeiten ,ist dieses Leben wunderschön.
Was sagt denn SPZ wie es weiter gehen soll? Hacke nach Ergotherapie nach ,das hilft in jedem Fall von Entwiklungsverzögerungen.
Ich habe noch einen Buchtipp für dich
http://www.amazon.de/Kinder-anders-sind-Unterst%C3%BCtzung-M%C3%BCtter/dp/3466305896/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1260303901&sr=8-1

Das ist wunderbar ,ich habe es verschlungen und das hat mir sehr geholfen in meiner Situation wieder stark zu werden.

Ich drücke dich ganz doll!!! #liebdrueck

Du wirst das schaffen!!!

LG Ewa mit Levin 5,5 und Derek 2 jahre alt

Beitrag von p.sylvie 09.12.09 - 14:54 Uhr

#liebdrueck
Also erst einmal denke ich dass viele Kinder in verschiedenen Phasen eine "pause" einlegen die sie später wieder aufholen. Eine Entwicklungsverzögerung von 6 MOnaten ist nicht so doll, ich bin sicher dass da noch einiges kommt. Die einen Kinder sprechen früh, krabbeln früh, laufen früh, andere können das alles erst sehr spät, dafür können sie aber vielleicht andere Dinge früher.
Und wenn dein Zwerg erst mal da ist, dann wirst du sehen dass dein Grosser auch von dem Kleinen lernen wird, WENN Es denn so sein sollte dass er tatsächlich ein grösseres Problem hat.
Ich möchte dir nicht zu nahe treten, ich kenn die Situation nicht genau, aber ich würd dir raten: mach dir nicht zu viele Sorgen, lass dem Zwerg einfach Zeit, du wirst sehen, er wird aufholen. Alle Kinder sind anders und diese Test sind nicht anderes als Durchschnittwerte.

Mein Grosser konnte mit 11 MOnaten laufen, fing mit 12 MOnaten mit sprechen an und konnte mit 2 Jahren problemlos reden.
Mein Kleiner konnte erst mit 14 Monaten laufen, fiel aber ständig hin, mit 2 Jahren konnte er nur MAMA und PAPA sagen, bis wir festgestellt haben dass er schlecht hörte, das wurde behoben und nun ist er 2 JAhre und 4 Monate und lernt jeden Tag neue Wörter...

Und dann hab ich noch ein Pflegekind im Gleichen Alter wie mein Grosser, und der Unterschied zwischen den beiden ist ENORM!

Mach dich nicht verrückt, nimm ihn so wie er ist und drück ihn ganz feste#liebdrueck

Lg Sylvie

Beitrag von biene21083 09.12.09 - 16:42 Uhr

Hallo,

dich kenne ich doch. Bist du wieder bei bei Urbia angemeldet?
Wie geht es euch?
An mich kannst du dich bestimmt nicht mehr erinnern ;)

Lg Maja

Beitrag von p.sylvie 10.12.09 - 12:23 Uhr

Ja, ich hab mich wieder angemeldet und mal wieder vorbei geschaut:-D
und Ich kann mich noch an manche erinnern;-)

Uns geht es gut, mit 3 Jings ist das haus voll Kinderlachen.
Eine tolle Herausforderung#cool
Lg Sylvie

Beitrag von msfilan78 09.12.09 - 18:27 Uhr

hallo


EIne Entwicklungsverzögerung ist jetzt kein Weltuntergang. Meine noch jüngste Tochter war von anfang an immer ein bissel verzögert. Mit 1 Jahr bekam sie KG und mit 2 dann auch Ergotherapie.
Nach jedem Arztbesuch war ich arg verunsichert und gab mir die Schuld das sie nicht wie ihre Altersgenossen ist. Sie ist auch "nur" 6 monate hinterher, holt aber gut auf. Klar viele denken sie ist nicht 3 sondern 2,5jahre alt, aber das stört mich nicht. Ich bin stolz auf mein Kind und ich weiß das sie alles aufholt.

Gib deinen Kind die nötige Förderung, die es brauch und ich denke das wird ihm ein ganzes stück weiterhelfen.