Weihnachten und Oma & Opa total krank?!

Archiv des urbia-Forums Familienleben.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von nudelmaus27 08.12.09 - 12:51 Uhr

Hallo Ihr!

Eigentlich freue ich mich ja immer auf Weihnachten. Zu uns kommen immer meine Eltern, meine Tante und meine Großeltern. Es war jedes Jahr schön. Meist waren wir am frühen Nachmittag in der Kirche, dann gab es Kaffee, dann Bescherrung für unsere Tochter, dann Abendessen und wenn Mausi im Bett war, Beschenkung für die Großen.

Dieses Jahr nun ist alles anders. Bei meiner Oma (über 80) wurde diesen Sommer ein riesen Krebstumor entfernt, sie bekam einen künstlichen Darmausgang und hat ihr Gewicht quasi halbiert. Seit Monaten macht sie nun noch eine Chemo. Ihr ging es schon wieder besser, doch nun ist sie gestürzt und hat sich die Rippen geprellt. Sie kann nur unter Schmerzen atmen, Schmerzmittel helfen auch nicht und sie tut zwar stark aber quält sich rum. Mein Opa (auch über 80) war bisher immer recht fit. Nun ist auch er gestürzt und hat ein total blaues Auge und zittert. Zudem kommt, dass er Diabetes hat und ihm nun noch diese Woche eine Zehe ambutiert werden muss. Laufen kann er natürlich auch nicht groß. Also alles in allem sind beide alte Leutchen ziemlich fertig.

Jedenfalls habe ich schon überlegt, was nun zu Weihnachten zumutbar für die beiden ist.

Meine Mutter und meine Tante (also ihre Töchter) wollen davon garnichts hören. Sie wollen das Weihnachtsprogramm durchziehen. Notfall muss sich die Oma eben hinlegen #schock etc. Die beiden alten Leutchen sagen dazu garnichts weiter.

Nun haben wir wie gesagt eine kleine Maus (3) und ich bin außerdem schwanger im 4. Monat und finde es überhaupt nicht okay, die alten Leutchen hier quasi am Stuhl anzubinden (bildlich gesprochen), nur damit Weihnachten durchgezogen werden kann.

Sicherlich ist mir klar, dass es höchstwahrscheinlich das letzte mal Weihnachten mit Oma und Opa werden wird, denn beide sind in einem wirklich schlechten Zustand aber soll man da wirklich nur des lieben Friedens Willen alles Standardmäßig durchziehen?

Ich weiß garnicht was ich richtig oder falsch mache!

Was meint ihr? Habt ihr einen Tipp für mich? Achso Weihnachten dieses Jahr bei Oma & Opa zu machen ist nicht drin, denn das will auch keiner!

#danke, Nudelmaus

Beitrag von dominiksmami 08.12.09 - 12:55 Uhr

Hallo,

du hast eine kleine Maus, du bist schwanger, deine Großeltern sind krank, verletzt und alles andere als fit.

Ich denke...ihr seid "in der Überzahl" um es mal so auszudrücken,

Nein, ehrlich, meiner Meinung nach solltest du dir wirklich ein Schonprogramm überlegen das sowohl deine Großeltern, als auch du gut durchhalten könnt, bei dem ihr euch wohl fühlt und das vielleicht letzte Weihnachten mit einander feiern könnt.

Setz dich durch, ich finds schade das die anderen da so egoistisch sind.

Eine Möglichkeit wäre in Ruhe mit deinen Großeltern zu sprechen, vielleicht haben die ja ihre eigenen Vorstellungen.

lg

andrea

Beitrag von dani.m. 08.12.09 - 13:13 Uhr

Für mich wäre das absolut ein Grund, mit der Tradition zu brechen.Was hast du denn selbst für Ideen, wie es gemacht werden könnte?
Für mich wäre es schon das Logischste, bei Oma und Opa zu feiern. So sind sie in ihrer gewohnten Umgebung und können sich auch mal zurückziehen. Für einen Kranken ist es nun mal nicht leicht, in "fremder" Umgebung zur Ruhe zu kommen. Ich würde also das Essen vorbereitet mitnehmen und dort feiern.

Beitrag von nudelmaus27 08.12.09 - 13:19 Uhr

Hallo!

Mit keiner meinte ich auch Oma & Opa wollen das nicht!

Weißt du obwohl es ihnen total schlecht geht, wollen sie nicht wahr haben, wie es ist. Sie sagen immer nächstes Weihnachten ist das schon besser usw.. Klar keiner will wahrscheinlich einsehen, dass es irgendwann vorbei ist aber meine Großeltern sind sehr speziell. Gerade Oma hat bis heute nicht wirklich verstanden, dass sie unheilbar Krebs hat. Sie denkt halt wenn sie Chemo macht, trocknet alles weg #schock.

Ach es ist ganz kompliziert. Habe heute schon wieder Migräne weil ich mich dauernd fertig mache #heul.

Gruß, Nudelmaus

Beitrag von dani.m. 08.12.09 - 13:27 Uhr

Ach so. Deshalb habe ich ja gefragt, welche Ideen du hast. Ich meine, letztlich läuft es ja dann doch wieder darauf hinaus, dass so gefeiert wird wie immer? Dann versuch einfach, deine Mutter und deine Tante noch etwas mehr einzuspannen, du selbst brauchst ja schließlich auch etwas Ruhe.

Beitrag von nudelmaus27 08.12.09 - 13:53 Uhr

Muss nochmal zurückschreiben!

Weißte es geht nicht um mich. Gut mir geht es nicht immer gut aber ich schaffe das schon. Aber ich dachte mir so, meine arme Oma sie kann so schon kaum noch und nun fällt auch noch Opa aus.
Sicherlich möchte ich gern, dass wir alle zusammen feiern aber ich hatte mir gedacht, dass wir z. B. Kirche und Kaffee eben ohne die beiden machen und sie dann einfach so nach 17 Uhr kommen (mit dem Taxi) und wir eben Bescherrung für die Kleine machen, danach Abendessen und sie dann heimbringen oder sie dann wieder mit der Taxe heimfahren und ihnen ihre Geschenke mitgeben (sind eh nur Kleinigkeiten, da sie nichts mehr brauchen).
Ich meine es sind alte kranke Leute und die kann man doch nicht nötigen 5 Stunden oder länger durchzuhalten.

Meine Mutter meint wir wöllten sie abschieben, meine Tante erzählt sie sieht es nicht ein auf ihr schönes "perfektes" Weihnachten zu verzichten. Das Blöde ist, dass meine Tante seit ihrer Geburt bei den beiden alten Leutchen wohnt #schock (ist eine andere Geschichte!) und wenigstens Weihnachten ihre Ruhe will. Wie gesagt die beiden selbst sagen garnichts. Nur mein Vater ist meiner Meinung aber der ist so schon immer der Blöde weil er was sagt und hält sich nun bedeckt.

Naja..............

Beitrag von dani.m. 08.12.09 - 14:01 Uhr

Ich finde deine Idee gut. Aber vielleicht macht ihr es genau anders herum: Oma und Opa schon (spätestens) zum Kaffee "einfliegen" und nach Hause bringen lassen, wenn sie merken, dass es ihnen zu viel wird? Ich weiß ja nicht, wie gern sie mit in die Kirche wollen. Gegebenenfalls können sie sich ja in der Zeit auch bei euch auf dem Sofa ausruhen.
Ich finde es aber auch wichtig, dass sie zur Bescherung dabei sind. Irgendwie gibt es nichts schöneres und aufbauenderes für alte Leute, als Kinder, die sich freuen. Ist bei uns auch so.

Beitrag von maybelle 08.12.09 - 14:32 Uhr

Hallo!

Wenn meine Großeltern das selber so wollen, dann würde ich das auch so machen. Wie wichtig ist es ihnen denn in die Kirche zu gehen? Wenn sie da nicht mitgehen, könnten sie sich zwischenzeitlich ein bisschen ausruhen.
Sonst klingt das eigentlich nicht sooo anstrengend, wie es bei euch abläuft und meist können die Älteren ihre Kräfte selbst einteilen. Wenn sie nun einen Teil ihrer Kräfte für diesen Abend geben wollen, so lass sie. Sie können sich ja dafür die nächsten Tage ausruhen. Vielleicht ist es ihnen wichtig, dass sie dieses Weihnachten noch einmal so wie immer erleben. Die Kirche, die Familie, die Bescherung....
Man sollte es ihnen nicht vorschreiben, sonst fühlen sie sich tatsächlich ausgeschlossen und nicht mehr "gebraucht". Sowas kann für ältere Menschen sehr schwerwiegend sein.

LG Yvonne

Beitrag von quickys1 08.12.09 - 18:17 Uhr

Hallihallo,

also bei uns ist es im letzten Jahr so gewesen. Wir haben meine Schwimu am 12.12. aus dem Krankenhaus geholt. Mit der Diagnose Krebs im Endstadium.

Ja und wir haben noch alles gemacht, was irgendwie ging. Wir waren noch im Musical, wir haben den Geburtstag unseres Sohnes am 17. gefeiert. Wir waren zu Ballettvorstellung der Großen am 14. Heilig Abend in der Kirche zum Krippenspiel usw. usw. Bescherung war bei uns und meine Schwimu war überall mit dabei. Oft nur mit starken Schmerzmitteln aber glücklich das alles noch miterleben zu dürfen. Wir haben jedenfalls keine Minute bereut. Es war ein trauriger Heiliger Abend aber wir haben ihn genossen.

Ach ja, am 12.01. ist meine Schwimu gestorben. 2 Tage vorher waren noch die Kinder bei ihr und haben sich verabschiedet. Genauso wollte sie es.

Liebe Grüße

Nicole

Ps. Frag Oma und Opa ganz genau was sie möchten und was du ihnen zutrauen kannst.

Beitrag von qayw 08.12.09 - 19:59 Uhr

Hallo,

ich würde doch mal versuchen, zu ergründen, was die beiden selbst wollen / sich zutrauen.

Wenn sie da weiter nichts zu sagen wollen, wäre mein Vorschlag, daß sie zum Kaffeetrinken bei Euch von jemandem zu Hause abgeholt werden und dann noch bei der Bescherung der Kleinen dabei sind. Das finden Urgroßeltern ja meistens am schönsten an Weihnachten. :-)
Danach würde ich die Bescherung der Großeltern machen, und daß sie ihre Geschenke überreichen können, und sie anschließend wieder nach Hause bringen.
Bei dem Gesundheitszustand den Du beschreibst, reicht das so für die beiden.

Den Großeltern meines Mannes geht es ähnlich schlecht und mehr schaffen die auf gar keinen Fall.

Danach eßt Ihr ohne sie zu abend und beschert die restlichen Familienmitglieder (oder Ihr schiebt die gesamt Erwachsenen-Bescherung hinter das Kaffee-Trinken).

Warum Deine Mutter und Deine Tante unbedingt das volle Programm durchziehen wollen, verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Man kann doch seine kranken Eltern nicht so kalt behandeln.

LG
Heike

Beitrag von manavgat 09.12.09 - 10:53 Uhr

Ich glaube, Du solltest mal die beiden fragen, was sie sich wünschen.

die sind krank, aber nicht bekloppt und können sicher auch was beisteuern.

Als meine Oma so krank war, haben wir alles zuhause vorbereitet und sind dann mit Sack und Pack zu ihr. Fand sie toll.

Gruß

manavgat

Beitrag von femalix 09.12.09 - 20:05 Uhr

Hallo,

was wollen Deine Großeltern WIRKLICH???
Sind die schon mal richtig gefragt worden?

Kann sein, daß Du es richtig siehst und es würde ihnen zuviel werden - aber dann müßte sie halt jemand nach Hause bringen - oder aber sie freuen sich richtig auf Weihnachten mit der ganzen Familie!

Meine Oma hat Leukämie und durch die schwache Abwehr ständig Fieber und Lungenentzündung, jedes Weihnachten könnte das letzte sein und sie würde nie, nie, nie drauf verzichten wollen, ihre Kinder, Enkel und Urenkel alle zusammen zu erleben - außer sie läge im Koma oder inzwischen auf dem Friedhof!
Das Familienfest ist ihr besonders wichtig!
Würden wir sie nicht dazu holen, dann käme sie sich abgeschoben vor und würde depressiv im dunklen Wohnzimmer sitzen!

Darum wäre die eigenen Wünsche Deiner Großeltern ausschlaggebend, denn nur sie selbst können für sich entscheiden, wie sie Weihnachten verbringen wollen.

Und wenn Deine Oma das mit dem Krebs nicht so dramatisch sieht, kann das auch von Vorteil sein - besser, wie wenn sie sich psychisch noch kränker redet als sie sich fühlt, dann könnte es ihr nämlich auch in Wirklichkeit schlechter gehen. Laßt ihr den Glauben, daß der Krebs wegtrocknet, so hat sie wenigstens noch Hoffnung!

LG

femalix