An die Mehrhundehalter: Verhalten im Rudel (Kleine Umfrage)

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Forum: Mein Tier & ich

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Beitrag von farina76 08.12.09 - 14:23 Uhr

Hallo!

Mich würde mal interessieren wie sich eure Hunde so im Rudel verhalten.

Also wie setzen sie durch dass sie höher sind als z.B. ein anderer Hund?

Ich les hier immer noch oft dass man dem Hund zeigen soll dass man höher als er im Rudel steht indem man vor ihm isst, als erstes durch die Tür geht etc. Ich finde das mittlerweile Quatsch.

Was beobachtet ihr da bei euren Hunden. Wo lassen sie den Chef raushängen und wo überhaupt nicht? Und wie ist allgemein eure Meinung dazu?

Würd mich einfach so mal interessieren was ihr so beobachtet unabhängig davon was in den ganzen schlauen Büchern steht ;-)

LG Sabine

Beitrag von simone_2403 08.12.09 - 14:55 Uhr

Hallo

Also ich muss meinen nichts mehr zeigen,die Rangordnung ist schon lange geklärt.Den Chef raushängen läßt mir gegenüber keiner allerdings beobachte ich in letzter Zeit das der Sohn(6) unserer Hündin (10) sich langsam aber sicher etwas muckt.Beim Fressen zB war es Grundsätzlich so,das sie zuerst an die Näpfe ging,jetzt versucht er mit brummeln sie davon abzuhalten,funtioniert aber nicht so wirklich ;-) Bei den Welpen die wir hatten stellte sich allerdings recht schnell heraus wer da der Boss ist und wer sich ehr verkrümelt.

Beitrag von huddelduddeldei 08.12.09 - 15:58 Uhr

Ich denke, ich kann mir eine Meinung zu dem Thema erlauben. Bin mit Hunden sozusagen groß geworden, wir hatten immer einen, zeitweise zwei und eigentlich haben auch ziemlich viele aus meiner Familie und aus meinem Freundeskreis Hunde.

Ich denke, wenn du vom ersten Tag an selbstsicher mit dem Tier umgehst, dann erledigt sich das Thema von selbst... Heißt: wenn du was von dem Tier willst, so lange dran bleiben, bis es das auch gemacht hat und nicht vorher schon abbrechen und bestenfalls das Leckerchen aus Nettigkeit trotzdem geben... Wenn er was nicht soll, immer und immer und immer wieder drauf achten, dass er "bestraft" wird, wenn er es dennoch tut und nicht mal einfach so durchgehen lassen.

Bestrafen heißt bei mir: ein bestimmtes Geräusch, ich zische den Hund sozusagen an... da hat er von Anfang an super drauf reagiert, hab mir von einer Trainerin sagen lassen, dass es für den Hund nach einer Zeit wie Knurren von den Artgenossen aufgefasst wird und so würde ich sein Verhalten auch beschreiben.

Das wichtigste ist jedoch Selbstsicherheit... und sich nicht zu irgendeinem bestimmten Verhalten zwingen, weil man es mal in einem Buch gelesen hat... der Hund merkt es sofort wenn irgendwas gestellt ist... Schimpfen, wenn man eigentlich lachen muss, bringt z. B. grad mal gar nichts...

Also: feste Regeln, sicheres Auftreten, Hund nett = Belohnung in jeder Form (Aufmerksamkeit, spielen, Leckerchen), Hund böse = Bestrafen ("anknurren", Nichtbeachtung) und dann sollte das Thema Rangordnung bei einem normal sozialisierten Hund, der nicht von Natur aus extrem dominant ist (gibt es auch und das macht dann zeitweise echt keinen Spaß mehr) eigentlich überhaupt kein Thema sein...

Sorry, dass es so lang geworden ist...

Bücher sind grundsätzlich nicht schlecht - es gibt wirklich sehr, sehr gute... Aber das bringt alles nichts, wenn man das nur ab und zu macht und nicht aus Überzeugung hinter einer ganz bestimmten Erziehungsmethode steht.

Beitrag von farina76 08.12.09 - 16:28 Uhr

Ich hab mich wohl falsch ausgedrückt. Ich wollte wissen was ihr für Beobachtungen bei euren Hunden macht.

Ich hab keine Probleme bei meinen.

Ich bin allerdings der Meinung dass es Quatsch ist Sachen durchzusetzen die mir pupsegal sind aber dass es sehr wohl wichtig ist Sachen durchzusetzen die mir wichtig sind. Auch wenn sie allen anderen nicht wichtig wären.

Mir ist z.B. wichtig dass meine auch auf Distanz Platz können weil ich nicht gerne mit der Leine Gassi geh und noch weniger gerne Fahrrad fahre. Dafür ist mir schnurzegal wenn meine auf Sofa und Bett rumhopsen und die Omas anbetteln.

Beitrag von huddelduddeldei 08.12.09 - 16:50 Uhr

Das meine ich mit mit Überzeugung bei der Sache sein.

Der Hund lernt doch genau nur das, was du immer und immer und immer wieder mit ihm übst. Und wenn du ihn soweit hast, dass er auf Entfernung Platz macht, wenn du ihn rufst und das sofort und ohne zu versuchen sich aus der Situation rauszudrucksen, dann dürfte doch die Frage, wer der Boss ist beantwortet sein, oder?

Beitrag von farina76 08.12.09 - 19:25 Uhr

Hi hi ja, ich hab auch echt keine Probleme mit meinen beiden.

Es war nur ne allgemeine Frage wie ihr so das Rudelverhalten eurer Hunde beobachtet. Finde das superinteressant. Und ja eigentlich Aussagekräftiger als jede Wolfs- oder Wildhundbeobachtung.

Beitrag von germany 08.12.09 - 16:13 Uhr

Hallo,

also bei meinen beiden ist klar wer Chef ist. Bei uns hat der große Bruder (fast 2) die Hosen an. Die kleine (14mon.) versucht zwar immer den großen unterzubuttern, aber mittlerweile zeigt er ihr deutlich wann schluss ist. Vorher hat er sich wirklich alles gefallen lassen.

Fressen bekommt er immer zuerst, da er nun mal eher hier war als sie. Als ich noch meine Spitzhündin hatte, war sie Chef, da musste mein dicker sich unterordnen.


Ich mag auch diese Vergleiche Wolf-Hund nicht so, da Hunde mittlerweile von uns Menschen seit Jahrtausenden als Haushunde gehalten werden und die heutigen Haushunde kann man nur wenig mit Wölfen vergleichen, da es das klassische Rudel nicht mehr gibt. Wir sind nun mal keine Hunde.

Ich behandel sie auch nicht wie Wölfe oder so. Also erst isst der Mensch, dann der Hund gibt es bei uns nicht, da die Hunde morgens und abends Futter bekommen und das meist vor uns. Frühstücken tun wir nie und abends bekommen sie immer fressen bevor mein Freund kommt, also gegen 18Uhr und dann geh ich auch gleich raus mit denen.


Natürlich wissen die, dass die sich bei mir nicht alles erlauben können, wenn ich rufe kommen sie, sie tun was ich sage, sie knurren mich nicht an usw.


Spielen tun wir auch wenn die Hunde es wollen, weil wenn die keinen Bock haben, kann ich sie ja schlehct zwingen, also dieses von wegen der Chef sagt wann gespielt, gefressen und geschmust wird, gibt es bei uns nicht.



Ich merke daran das meine Hunde mich als Chef akzeptieren, dass sie tun was ich sage. Ein Wolf wäre z.B. niemals so "doof" und würde "Sitz" machen weil man es ihm sagt. Blödes Beispiel okay.


Aber bei Wölfen ist es auch so, dass die Welpen die Mama zum Spiel auffordern und meist spielt die dann ja mit denen, dann müssten die Welpen ja Chef sein..



Ach, alles quatsch.


Ich lese auch solche Bücher nicht wo Hunde mit Wölfen verglichen werden. Klar entstand der Haushund aus dem Wolf, aber mittlerweile sind dieses Tiere domestieziert und würden zum größten teil draußen gar nicht mehr überleben können. Wenn man alles sooo artgerecht machen würde, dürfte der Hund auhc nicht im Haus schlafen, müsste sich sein Futter selber jagen oder zumindest müssten erst wir vom Hundefutter essen und dann der Hund, weil ich kann mir nicht vorstellen das meine Hunde verstehen wenn ich ein Brot esse und sie dann Futter kriegen, dass ich jetzt Chef bin. Weil eigentlich frisst doch erst der Alphawolf vom erlegten Tier und dann der Rest..




Das war jetzt kompliziert und doch hoffentlich annähernd verständlich.


Bin seit 5 Uhr wach und hatte bis 3 Schule, also bitte nicht so auf Rechtschreibung und achten. Oh Gott hab ich nen Mist geschrieben...*grins



LG germany

Beitrag von eifelkind 08.12.09 - 16:36 Uhr

Hallo Sabine!

So was gibt es bei uns nicht. Die Hunde sind total gleichberechtigt und das praktizieren sie auch so. Es gibt keine Machtspiele, kein Gezanke beim Futter verteilen, keine Streitereien wer als erstes die Streicheleinheiten bekommt... nix.

Wir Menschen sind die Chefs - das wissen sie und scheinbar scheint ihnen egal zu sein wer dann kommt - solange sie merken, dass SIE dann kommen :-). War von Anfang an bei uns so. Die eine Hündin ist übrigens ca. 12 Jahre alt (Kangal-Mix) und die andere Hündin ist 8 Jahre alt (Dalmatiner-Mix).

Liebe Grüsse
Astrid

Beitrag von farina76 08.12.09 - 16:38 Uhr

Ich glaube ich hab mich echt falsch ausgedrückt. Ich wollte eure Beobachtungen wissen.

Der Ranghöhere eurere Hunde (nicht gegenüber von euch sondern von den anderen Hunden) wie verhält der sich den anderen gegenüber?

Ich beobachte das oft an meiner Hündin. Die ist total ruhig und eigentlich auch gutmütig aber sie setzt gnadenlos durch was ihr nicht passt. Die jüngere Hündin darf auch vor ihr essen und ihr sogar Essen wegnehmen und sie legt sich auch mal auf den Rücken beim spielen. Aber nur wenn sie das will. Alle Hunde haben meistens nen heiden Respekt vor ihr.
Was sie nicht zu läßt ist sich zum spielen auffordern lassen. Gespielt wird nur wenn sie das will. Und sie zeigt auch im Spiel meistens deutlich dass sie das sagen hat. Die Kleine ist jetzt zwei und wollte sich mal aufmucken und hat nach der Großen geschnappt wie die zu mir wollte. Da war aber Polen offen. Die hat die Kleine ne ganze Weile nicht mehr aufstehen. Die hat die richtig runtergemöbelt. Hat die Kleine aber anscheinend mal wieder gebraucht.

LG Sabine

Beitrag von booo 08.12.09 - 16:40 Uhr

Öhm meinst du jetzt wie ich merke dass sie sich MIR unterordnen, oder einem anderem im Haushalt lebendem Hund?

Beitrag von farina76 08.12.09 - 20:50 Uhr

Nur die reinen Beobachtungen von euch wie sich eure Hunde untereinander verhalten und eben ihre Rudelposition erkämpfen/erhalten/akzeptieren.

Find ich einfach interessanter und Aussagekräftiger als jedes Buch etc.

Klar wissen die dass wir Menschen und keine Hunde sind aber ich finde dennoch dass man viel aus deren Verhalten untereinander lernen kann.

Beitrag von hunaro 08.12.09 - 21:03 Uhr

Eine sehr guten Frage! #pro

In meinem 4er-Hündinnen-Rudel (3 x FB, 1 x BM, alle intakt) hat Stine das sagen.

Das macht sie meistens sehr leise, mit sparsamer Körpersprache und noch sparsamererm Einsatz von körperlicher Auseinandersetzung.

Blicke reichen, und niemand nähert sich z.B. auch nur einen Milimeter ihrem Napf. Im Gegenzug bekommt sie sofort Beschwichtigungssignale von jedem anderen Rudelmitglied. Sie frisst z.B. auch extrem langsam und "spielt" erzieherisch mit dem Futter. In dem sie nicht ganz auffrisst, sich wenige Schritte vom Napf entfernt, die lauernde Meute beobachtet, und wenn einer zu dicht gerutscht kommt, atmet sie hörbar unmutig aus, geht wieder einige Happen fressen, guckt wieder, drängt die inzwischen heimlich näher Gerutschten per Blick und Körperaufbau zurück, frisst wieder und gibt schließlich irgendwann ihren Napf zum Sauberputzen den anderen frei... Ist echt interessant zu beobachten.

Sie nimmt sich, was sie will, wenn sie das will, ohne bei den anderen Zweifel aufkommen zu lassen. Geradlinig, berechenbar und sicher.
Im Gegenzug erlaubt sie den anderen Freiheiten. Sie MUSS nicht immer am nahesten bei mir liegen (Ist der erstrebendwerteste Liegeplatz.), MUSS nicht immer als erste gestreichelt oder begrüßt werden, MUSS nicht als erste ihr Futter bekommen, als erste ab- und angeleint werden... Dennoch zweifelt niemand von den anderen Hündinnen ihre Herrschaft an.

Allerdings gibt es natürliche Phasen im Rudel, die sie etwas deutlicher werden lassen. Z.B. in der Pubertät eines Mitglieds.
Hilde ist jetzt 7 Monate alt. Die muss testen und muss ihren Platz in ihrer/unserer Welt finden. Und dafür muss sie auch Grenzen gezeigt bekommen, die sie selbst sucht und ausprobiert. Da reichen der Blicke und Schnauffen von Stine manchmal nicht, um Dinge zu unterlassen. Stine bestraft in der Regel mit Rempeln und "Fauchen", reicht es nicht, mit Scheinangriff und Gegrummel. Dabei guckt sie unheimlich böse, bläht sich auf ("Ich könnte dich wegatmen, Kleine!"), wächst mind. 10 cm. Das reicht, um eine Teenie-Französin, vorsichtshalber schreiend, auf dem Boden liegen zu lassen.

Das reicht auch, um einen 50 kg Bullmastiff ne viertel Stunde stramm mit dem Bauch nach oben auf dem kalten Küchenboden zu bannen.

Es reicht nicht, um ihre rangmäßig nachfolgende Halbschwester (Resi) zu deckeln. Die würde wirklich gezwickt. Das aber schon seit fast zwei Jahren nicht mehr.

Stine spielt nur intensiv mit Hilde. Die wird nebenbei erzogen und ist ihr charakterlich sehr nahe. Hilde, Resi und Nena spielen oft zu dritt miteinander, aber nahezu immer ohne Stine.

In der Läufigkeit sehe ich unterschiedliches Aufreiteverhalten während der Stehtage. Stine läßt Resi aufreiten, würde aber nie bei der aufsteigen. Resi läßt sich von Nena besteigen, aber nicht von Hilde. Hilde kann auf Nena rauf, sonst noch nirgendwo.

Auch ist das Verhalten in der Trächtigkeit und Welpenaufzucht unterschiedlich. Was aber nicht nur an der Position im Rudel liegt, sondern auch an der Persönlichkeit der Hündin. Da ist Stine viel sorgfältiger als Resi, kümmert sich länger, intensiver und duldet erst viel später die anderen Hunde bei den Welpen.

Bestrafung durch Stine kommt, so sie denn sein muss, effizient, auf den Punkt genau, angemessen und ohne nachtragend zu sein.

Von dem Hund hab ich schon viel lernen können.

Und damit habe ich jetzt noch gar nicht das Verhältnis der anderen Hündinnen untereinander beschrieben. Manno, da kann man Bücher mit füllen...

Grüßchen, Ute

Beitrag von farina76 08.12.09 - 22:06 Uhr

Daaaaaanke!

Mia ist auch so ne ruhige, in vielen Augen liebe, Hündin. Sie ist, meiner Meinung nach, ein fairer Chef mit viel Potenzial, wo ich oft nicht weiß ob ich wirklich über ihr steh oder ob sie es mich nur denken läßt ;-).

Vielen Dank für deine Antwort. Ich habe mehr aus meinen zwei Hunden gelernt als von irgendwelchen Büchern. Ich denke wir könnten viel lernen würden wir alles Wissen mal über Bord werfen und nur unsere Hunde miteinander beobachten.

Ich finde es manchmal schrecklich wenn mir ein Neuhundebesitzer erzählen will wie sich mein Hund zu verhalten hat. Sollte man nicht meinen so ein Hund weiß besser wie sich ein Hund zu verhalten hat als wir Menschen.

Liebe Grüße Sabine

Beitrag von smr 09.12.09 - 19:50 Uhr

Hallo Ute!
Toll, wie es bei Euch so läuft....tolle Hunde, wie Du das so beschreibst, so muß es meiner Meinung nach sein und nochmal toll, daß Du Deine Hunde so gut kennst....kann nicht jeder von sich behaupten.
LG
Sandra

Beitrag von minimal2006 09.12.09 - 08:07 Uhr

Hallo Sabine

In unserem Rudel leben vier Hunde.

Eigentlich ist der Chef schon lange festgelegt.
ABER .. wir haben eine fast fünf Monate alte, sehr dominante Parson Russell Terrier Hündin, die es wohl drauf anlegen wird, die Rudelführung irgendwann zu übernehmen.

Nina, unser fast sechs Jahre alte Jacki-Hündin hat schon kapituliert. Die Alphahündin ist dann wohl schon unsere Happy.

Aber die Parsons sind eh als "verbissen" bekannt.
Happy hat selbst schon Oskar untergebuttert (er ist ein Jack Russell Rüde, zwei Jahre alt)
Sie hatte ihn ruck zuck unter sich liegen ...
Gut... nach außen sieht das immer sehr schlimm aus (Außenstehende sind oftmals geschockt)
Happy knurrt dann sehr viel und dreht ihren Gegenüber sofort auf den Rücken. Sieht aber alles wilder aus, als es ist!
In der Welpenschule hat man mir bestätigt, das dies zum Naturell des Parsons gehört (also viel Wirbel um nichts)

Gegenüber den Zweibeinern ist natürlich alles klar geregelt.
Sie wissen, das wir zuerst an der Reihe sind ;-) und dann erst sie dran kommen.

Beitrag von risala 09.12.09 - 12:11 Uhr

Hi,

wir haben 3 eigene Hunde und im Prinzip täglich mehrere Stunden die Hündin meines Vaters zu besuch. die gehört auch irgendwie zum Rudel.

Chefin ist unsere 13jährige Wolfsspitzhündin. Bisher ohne ernsthafte "Anfechtungen". Unser Opa (fast 17) hat sie vom ersten Tag an als Chefin akzeptiert und noch nie daran gerüttelt.

Unser Junior (5) testet. Normalerweise bekommen wir das gar nicht mit, weil Sandy sehr soverän ist (und die Jungs auf minimalste Mimik reagieren). Nur wenn man genau hinschaut sieht man schonmal ein kleines "Naserümpfen", hört ein ganz leises knurren. Meist reicht das schon.

Sollte das nicht reichen, dann droht sie ganz offen, knurrt bzw. "faucht". Wenn man das nicht kennt, hört sich das richtig gefährlich an. aber die Jungs stehen dann beide stramm. Meist passiert das, wenn unser Junior beim spielen mit Sandy eine gewisse Grenze überschreitet und auf leichte Signale nicht reagiert. Das er von ihr "in den Stiefel gestellt" wurde, merkt man dann daran, dass er urplötzlich alleine spielt ;-).

Ansonsten merkt man im Alltag nicht, wer der Chef ist. Sandy lässt das nicht raushängen, lässt sich extrem viel gefallen, besteht nicht darauf als erste irgendwo hinzugehen oder als erste einen Napf auszulecken, etc. ABER sie erwartet scheinbar den nötigen Respekt und das auf ihre kleinen Zeichen reagiert wird.

Uns hat das in Zusammenhang mit der Erziehung unseres Spike sehr geholfen. Vieles haben wir "übernommen" - und es läuft problemlos.

Unsere Hunde dürfen auch im Weg liegen (gerade unser Spitz mcht nur ihren Job, wenn sie die Tür bewacht - wir würden völlig gegen die Art eines Spitzes handeln,wenn wir ihr das verbieten) oder vor uns durch die Tür. die Jungs schlafen sogar im Bett und regelmäßig mit uns auf der Couch. Sandy liebt ihr Körbchen - aber auch sie darf zum Kuscheln mal auf die Couch (was sie nur sehr selten und meist nur für wenige Minuten in Anspruch nimmt). Auch halten wir keine Regelung ein, was das Füttern betrifft. Mir ist das egal, ob die Hunde vor mir frühstücken od Abendessen haben u den Hunden auch. Einzige Einschränkung: vom Tsich gibt es nix - sonst würde unser Opa (ehemaliger Straßenhund) nur noch betteln und mit den Pfoten auf dem Tisch stehen (und wir sind froh, das aus ihm rausbekommen zu haben).

Obwohl wir gegen alles handeln, was ein Trainer sagen würde (außer, dass wir durch Kleinigkeiten den Rang unsere Maus stärken), haben wir im Rudel und im Zusammenleben mit den Hunden keine Probleme.

Gruß
Kim