Schimmel, unten drunter Wäschekeller/Trockenraum - kann's dran liegen?

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von ajona2005 08.12.09 - 15:57 Uhr

Hallo....

bin echt genervt... :-[

Habe eben Schimmel hinter dem Schrank im Kinderzimmer entdeckt. An der Fensterseite, d.h. die Wand zeigt nach außen.
Schaut euch die Skizze unserer Wohnung an, dort sieht man auch, das der Schimmel nur an einer Seite der Wände kommt.
An der Seite, wo sich Heizung & Fenster befinden.

Hier mal ein Bild unserer Wohnung:

http://i47.tinypic.com/985bf7.jpg

Habe alle Räume aufgezählt. Das rote Kästchen zeigt den Trockenraum unten drunter.

blaue Kästchen sind die Fenster. Blaue Pfeile zeigen, wo ich schon Schimmelspuren hatte.

Zwischen Wand und Schrank liegen ca. 15cm.

Die Tapete ist oberhalb der Leiste naß und schimmelig.

Habe die Tapete abgezogen, dahinter sieht man eben die naße Wand mit Wasserspuren. Zieht von unten nach oben.

Ich verstehe das nicht... ich messe die Werte in unserer Wohnung und schaue immer, das wir nicht mehr als 70% Luftfeuchtigkeit haben. Meistens liegt der Wert zwischen 62% und 66%. Ist das ok?

Ich lüfte, alle Fester auf für 5 Min... bis die Luchtfeuchtigkeit sinkt, dann wieder zu und Heizung auf 1,5 für 30 Min.

Wäsche trockene ich im Wäschetrockner, der steht in der Küche.

Wir wohnen hier erst seit 2 Jahren. Also wir im Sommer einzogen, hatten wir gleich den Winter hier Schimmel, im Schlafzimmer und an der Wand im Zimmer meiner Tochter. Das waren nur 5 Cent große und kleine Flecke, haben wir weggemacht. Am Putz selber war nichts, außer die Wand wieder so feucht.

Die Wohnung strand vorher leer und hat wohl auch schon öfter den Mieter gewechelt...laut der Nachbarn hier im Haus... aber weshalb wissen wir nicht.

Soooooooooo... kann es sein, das die Nässe vom Trockenkeller unten drunter einfach die Wände hochsteigt? Das wir es dann in den Wänden sitzen haben und es dann schimmelt?

Ich weiß mir sonst keinen Rat mehr...

Hier die Bilder von der jetzigen Wand... bekomm's nicht besser hin.
Sieht bissl schmuddelig aus, habe da Laminat entfernt...

http://i50.tinypic.com/w7ydue.jpg

http://i47.tinypic.com/11ah1kk.jpg

Werde morgen bei der Hausmeister Sprechstunde anrufen und möchte ihm schon nahe bringen, das ich mir nicht vorstellen kann, das es an uns liegt, sondern an dem Trockenraum unten drunter...

Könnte das wirklich sein?

Beitrag von ajona2005 08.12.09 - 16:03 Uhr

Ahja... Rumentfeuchter habe ich in der Winterzeit auch 2 Stück stehen.

Beitrag von kleinundrund 08.12.09 - 16:11 Uhr

Hallöchen,

also ich kann mir das ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass die Feuchtigkeit vom Keller hochgeht.

Was aber durchaus sein kann: Du schreibst, dass der Schimmel hinter einem Schrank ist, der an einer Außenwand steht.

Als mein Mann und ich mal einen Vortrag eines Experten besucht hatten, meinte der, dass man NIEmals Schränke, etc. an Außenwände stellen soll. Dahinter kann es immer zur Kondensation kommen und Schimmelbildung. Könnt ihr vielleicht die Möbel umstellen?

Ach ja und in der Regel sind bauliche Mängel (also beispielsweise Kältebrücken, etc.) schuld an Schimmelbildungen und nicht angeblich falsches Lüften, wie einem gerne die Vermieter einreden wollen! Der Vermieter muss durch einen Gutachter (einem gerichtlich zugelassenen am besten) nachweisen, dass keine baulichen Mängel vorliegen. Erst dann kann er auf falsches Lüften verweisen.

Grüßle

Beitrag von ajona2005 08.12.09 - 16:33 Uhr

Also anders stellen...wir wüßten nicht wie...?

Einfach nur die Seiten tauschen würde ja auch nicht bringen.

Hier mal nen Bild von dem Chaoszimmer (2 Bilder zusammen gefügt, deswegen zu schief)

http://i50.tinypic.com/j7yb7o.jpg


Meine beiden spielen da halt nur, und im anderen Kinderzimmer schlafen sie zusammen.

Und in dem Zimmer läuft eigentlich auch regelmäßig die Heizung, damit sie es da warm haben...

Beitrag von saturablau 08.12.09 - 17:38 Uhr

Mein Gedanke war auch als erstes,dass der Schrank nicht an die Aussenwand gehört und wenn es gar nicht anders zu stellen geht muss er Abstand zu Wand haben,damit die warme Luft dahin kann.

Schimmel hat IMMER mit Feuchtigkeit zu tun(hab grad erst ganz frisch ein Seminar zu dem Thema besucht)
Die optimale Raumluftfeuchte liegt zwischen 40und 60%, über 70% sind zu hoch.
Regelmäßiges Lüften(keine Kipp-Lüftung) ist schonmal gut und dient dem Luft-und Feuchteaustausch.
Ich glaube kaum,dass es an dem Trockenkeller liegt.
Es kann mehrere Ursachen haben,auch bautechnische Geschichten,wie Wärmebrücken usw. Da gehört ein Fachmann dazu.

lg und viel Erfolg.

Beitrag von ajona2005 08.12.09 - 18:23 Uhr

Hallo...

habe Onkel Google gefragt...schau mal:

http://www.sachverstaendige-bodensee.de/sachverstaendigenbuero_lueften17.html

Lüften in der kalten Jahreszeit

Besonders in der kalten Jahreszeit, also während der Heizperiode, sollte bei vollständig geöffnetem Fenster quer gelüftet werden. Die frische, kühle Luft, die sich in der Wohnung erwärmt, kann die Feuchtigkeit besonders gut aufnehmen. Nach einigen Stunden kann sie wesentlich weniger Wasserdampf aufnehmen und es muß erneut gelüftet werden.

Schimmelpilze vermeiden

Hinter großflächigen Möbeln, wie z.B. Schränken, können sich Schimmelpilze oft unbemerkt vermehren. Stellen Sie deshalb solche Möbel möglichst nicht an die Außenwand und wenn es nicht anders lösbar ist, sollten Möbel mit ca. 5cm Abstand zur Wand aufgestellt werden, damit dahinter eine Luftzirkkulation möglich ist. Zu Räumen, die weniger beheizt werden sollte stets die Türe geschlossen sein, weil die wärmere Luft das Bestreben hat Richtung Kälte zu strömen und transportiert damit feuchtwarme Luft zur kälteren Luft, die wiederm weniger Wasserdampf aufnehmenkann und es besteht die Gefahr, daß sich an kühleren Flächen Kondenswasser bildet. Es ist wichtig, daß die Wohnung während der Heizperiode niemals auskühlt und die relative Luftfeuchtigkeit niemals 65% übersteigt.


Wir haben mindestens 15cm Abstand zur Wand und die Luftfeuchtigkeit ist auch um den Dreh mit 65%...

Alles sehr irritierend, jeder meint was anderes #kratz

Beitrag von dany2308 08.12.09 - 18:27 Uhr

Hallo,

wie schon oben erwähnt, sollten an Außenwänden keine Schränke stehen, aber natürlich lässt sich das - abhängig vom Raumschnitt - manchmal nicht verwirklichen.

Wenn dann noch schlechte Isolierung dazu kommt, werden die Wände schimmelanfällig.

Dass das vom Waschkeller kommt, glaube ich eher nicht, außer die Rohre in der Wand sind leck und das Wasser zieht direkt hoch - aber das würde man im Keller sehen.

Allerdings ist die Luftfeuchtigkeit bei euch viel zu hoch. Empfohlen sind zwischen 40 und 55% (wenn du 55% im Raum hast, sind es an kühlen Außenwänden sowieso mehr!), unter 30% wird es ungesund, ab 65% blüht der Schimmel...

Liebe Grüße,
Dany

Beitrag von ajona2005 08.12.09 - 18:55 Uhr

Wir hatten hier noch nie unter 60%. Habe gerade wieder 15 Min Stoßlüften gemacht, und habe nun die Heizungen auf 2 am laufen.
Ich weiß nicht, wie ich hier unter 60% kommen soll. Jetzt sind es nach dem Lüften 64%.

Wie macht ihr das? :-(

Beitrag von dany2308 08.12.09 - 19:59 Uhr

Hallo,

nach dem Lüften feuchter als zuvor, obwohl es draußen ziemlich kalt ist??? Das kann eigentlich nicht sein...

Bei uns z.B. hat es draußen 2°C, das wäre also selbst bei 100% relativer Luftfeuchtigkeit nur ein absoluter Wassergehalt von weniger als 6g /m³; den "ausgetauschten" Luftanteil dann wieder auf eine Zimmertemperatur von 20°C erwärmt, würde der Wasseranteil einer relativen Luftfeuchtigkeit von unter 35% entsprechen, die Luftfeuchtigkeit müsste also insgesamt deutlich sinken!

Du solltest also mal prüfen, ob das Hygrometer richtig funktioniert, und bei zu hoher Feuchtigkeit Luftentfeuchter aufstellen (die sich auf eine bestimmte Luftfeuchtigkeit einstellen assen).

Liebe Grüße
Dany

Beitrag von lassiter 08.12.09 - 20:24 Uhr

>> Wenn dann noch schlechte Isolierung dazu kommt, werden die Wände schimmelanfällig. <<

Vollkommener Quatsch, umgekehrt wird ein Schuh draus.


Josef

Beitrag von dany2308 09.12.09 - 08:10 Uhr

?????
Keine Ahnung, was du meinst, aber Tatsache ist, dass bei schlecht isolierten Außenwänden diese wesentlicher kühler werden als die übrige Luft im Zimmer und sich daher die Feuchtigkeit dort absetzt.
Das hat einer Freundin gerade 25% Mietminderung vor einem Gericht gebracht :-)
Allerdings nur ein kleiner Trost, denn ausziehen musste sie trotzdem, da der Vermieter nicht zu sanieren bereit war...

Beitrag von lassiter 09.12.09 - 10:28 Uhr

>> Keine Ahnung <<

Das bringt es auf den Punkt, du weißt gar nicht, wovon du schreibst!

Tatsache ist, dass Isolierte Außenwände nach ein paar Jahren
aussehen wie in folgendem Link:

http://www.konrad-fischer-info.de/7wdvs13.htm

Tatsache ist weiterhin, dass immer die praktisch Luftdichten Isolierfenster die Ursache von Schimmel in Wohnungen ist.


Josef

Beitrag von ajona2005 09.12.09 - 12:00 Uhr

Hallo Josef,

danke für deine Antwort...

heute morgen nach dem aufstehen, hatten wir hier 62%. Habe dann 15 Min gelüftet und hatte 48%. Danach alle Heizungen auf 2-3 an. Jetzt habe ich 59%...Heizungen laufen.
Meine Nachtbarin hat 45% in ihrer Wohnung... die kocht, ohne Tür in der Küche...sie hat 2 Wäscheständer mit Wäsche stehen, lüftet nur 1x kurz morgens und es läuft nur die Heizung im Wohnzimmer... was macht sie richtig, was ich falsch mache?

Wir haben auch so tolle Außenwände... was heißt das im Klartext?

Unsere Nachbarin hat gesagt, das die Wände erst seit 3-4 Jahren so grün sind. So lange wohnen wir hier noch nicht, wissen nicht, wie es vorher war.

Außenwand Wohnzimmer:
http://i48.tinypic.com/339hjsn.jpg

Hier gehören die beiden linken Fenster zu Nachbarin, das rechte zu uns. Die grünen Wände haben nur wir, die Nachbarin hat ganz normalen sauberen Putz außen.

http://i50.tinypic.com/23uddn5.jpg

Hier geht's nach rechts weiter...
Rechts von der Nachbarin ist das Fenster von KiZi 1, dann kommt unser Schlafzimmerfenster...

http://i47.tinypic.com/29lok1t.jpg

Dann kommt das Kinderzimmer links, Wohnzimmer rechts und rechts um die Ecke ist die grüne Außenwand, siehe erstes Bild... da wo ich momentan eben Schimmel habe an der Außenwand im Kinderzimmer.

http://i50.tinypic.com/iv9zyd.jpg

Beitrag von lassiter 09.12.09 - 13:17 Uhr

Um Gottes willen!#zitter


Ich kann es natürlich aus der ferne nicht zu 100% sagen, aber ich tippe auf eine abgesoffene Wärmedämmung.
Da muss ein unabhängiger(wichtig) Fachmann zu Rate gezogen werden und es muss eventuell die Dämmung geöffnet werden.

Wohnt ihr zur Miete, ist es eine Eigentumswohnung oder eigenes Haus?

Wenn möglich, solltet ihr die Nachtabsenkung der Heizung deaktivieren, weil dadurch die Räume auskühlen und die Luft nicht mehr so viel Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Dein Heizenergieverbrauch steigt dadurch nicht an.
Erklärung:Wo brauchst du beim Autofahren mehr Sprit, in der Stadt bei stop and go oder auf der Landstraße?
Genau so ist es bei der Heizung auch.


Josef

Beitrag von ajona2005 09.12.09 - 13:35 Uhr

Oh oh... deiner Reaktion nach zu urteilen... sitzen wir in der Sch...bzw. im Algen/Schimmelloch...

also, wir wohnen hier zur Miete. Sind auf der Suche nach Eigentum, aber erstmal das richtige finden.
Suchen schon 1 Jahr und bisher war nicht das dabei, was wir gerne hätten.
Ich kann also nicht sagen, wie lange wir noch hier bleiben, aber vielleicht sind es noch 1-2-3 Jahre... sind hier Hals über Kopf vor 2 Jahren eingezogen, da wir dringend ne 4 Zimmer Wohnung gesucht hatten, als das zweite Kind dazu kam.

Nachtabsenkung der Heizung deaktivieren wird hier nicht möglich sein. Das ist wohl so im Heizungskeller voreingestellt und da hat keiner Zugriff :-(

So...ich wollte ja eigentlich die Wohnungsgesellschaft anrufen, aber ich trau mich nicht, denn ich weiß von anderen, das die ziemlich empfindlich auf Schimmel reagieren und den Mietern die Schuld geben.

Die Wohnungsgesellschaft hat hier in der Gegend bestimmt 20 Wohnhäuser/ je 6-8 Mietparteien und 3 Hochhäuser mit 50 Wohnungen stehen.

Ich hatte ja wie gesagt schon letztes Jahr um diese Zeit Schimmel im Schlafzimmer. Es ist nicht viel und nicht stark. Außerdem ist es nur auf der Tapete. Die Wand drunter ist eben naß und hat Wasserflecken, aber selber keinen Schimmelbefall.

Habe schon versucht unsere Vormieter zu finden, aber keiner hatte Kontakt zu denen oder weiß, wo sie hingezogen sind. Hätte gerne gewußt, ob sie auch schon Schimmel in der Wohnung hier hatten.

Kannst du mir noch einen Tip geben, wo ich so einen unabhängigen Fachmann finde?
Lohnt sich der Aufwand und die Kosten?
Und wie gehe ich dann weiter vor? Mit seinem Gutachten zur Wohnungsgesellschaft?

Beitrag von lassiter 09.12.09 - 18:33 Uhr

Seid ihr denn Mitglied in einem Mieterbund oder habt ihr eine Rechtschutzvers. die auch Mietsachen abdeckt?

Lies dir mal folgenden Link durch und entscheide ob er seriös ist und dich anspricht.

http://www.club-of-home.de/club-of-home-ziele.html

Unter Beratung finden sich Experten, vielleicht in deiner Nähe.



Wenn ihr baut, bitte keine Luftdichte Bude, denn ihr erlebt es ja gerade am eigenen Leib was passiert.
Die Seiten von Konrad Fischer helfen euch vielleicht etwas bei der Planung.:-)



Josef

Beitrag von lassiter 09.12.09 - 13:36 Uhr

http://www.konrad-fischer-info.de/7wdvs15.htm#Roloff

Ein Auszug aus dem Link:


"Sachverständige" - auch in den DIN-Ausschüssen - und Werbeaussagen der Industrie fordern die geplagten Bewohner solcher Schimmelpilzbrutanstalten also zur "Stoßlüftung" auf, weisen ihnen Schadensquoten mangels Lüftung zu, wo doch Prof. Dr.-Ing. Roloff, Institut für Bauklimatik, TU Dresden, nach langjähriger Forschung an wirklichen Gebäuden [nicht im Labor!] eindeutig festgestellt hat (Roloff, Graupner: Bauklimatische Probleme, Zusammenhänge und Schlußfolgerungen beim Umgang mit dem Bauteil "Fenster", in: Das Fenster im Profanbau in Sachsen, Schriftenreihe für Baukultur, Architektur und Denkmalpflege; Baukonstruktive Blätter 1, Hrsg. Sächsisches Staatsministerium des Innern, Dresden 1996:
"Der Gedanke der Energieeinsparung und der Heizkostensenkung als wesentliches Verkaufsargument war es [...], der vielfach die Fensterhersteller dazu veranlaßte, die Fensterfugen neuer Fenster durch den Einbau spezieller Dichtungen so zu dichten, daß sich gewöhnlich keine nennenwerte, ständig wirkende Fugenlüftung mehr einstellen konnte. Die Lüftung der mit solchen Fenstern ausgestatteten Räume war und ist damit nur noch über die zeitweise Lüftung durch Fensteröffnung [=Stoßlüftung] möglich.

Die Folgen dieser Fensterentwicklung sind seit ca. 10 bis 15 Jahren bekannt: Nach Einbau dieser gedichteten Fenster sind zahlreiche Fälle von Kondensationsschäden einschließlich Schimmelpilzbildung aufgetreten, obwohl sich nach dem Fenstereinbau die Nutzungsbedingungen der Räume und Gebäude nicht geändert haben. [...]

Inzwischen setzt sich erfreulicherweise zunehmend die Erkenntnis durch, daß die ursprüngliche Fensterlüftung mit ihrer Zweiteilung in ständige [Fugen-] und zeitweise [Stoß-] Lüftung vom Prinzip her richtig war. Eine [Stoß-] Lüftung, die völlig vom [...] Nutzer abhängt, kann nicht mit der auch für das Bauwerk erforderlichen Zuverlässigkeit funktionieren, Analysen von Schadensfällen bestätigen das eindeutig.

Bei Fensterlüftung ist eine vom Nutzer weitestgehend unabhängige ständige Lüftung als Grundlüftung zu realisieren, die durch eine mehrmalige Stoßlüftung durch Fensteröffnung zu ergänzen ist. [... Für den Planer gilt,] daß er sich bei einem Schaden am Gebäude oder seiner Ausstattung nicht darauf berufen kann, lediglich eine Forderung der WSVO erfüllt zu haben."

Aus den Meßreihen Prof. Roloffs ergab sich übrigens, daß auch nach umfangreicher Stoßlüftung sehr bald der ursprünglich zu hohe Feuchtegehalt der Raumluft wieder erreicht war. Die "Auffüllung" des Feuchtegehalts erfolgte aus der "abgesoffenen" Wandkonstruktion, die durch Stoßlüftung eben nur oberflächlich abgetrocknet war, da sich das Porenwasser mit seiner Dipolbauweise an den gegenteilig geladenen Porenwandungen "magnetisch" festkrallt und auch dank dispersiv vernetzter Kunststofffarben nicht mehr kapillar abtrocknet. Dies kann sogar jeder Sachverständige in verschimmelten Räumen in einer halben Stunde selbst feststellen. Einfach Messen, Lüften, Warten, Messen. Für Schimmel genügen übrigens ca. 55% Luftfeuchte aufwärts. Außerdem ist zu berücksichtigen, daß sich der Fensterleibungsbereich bei Stoß-, bzw. Kipplüftung erheblich abkühlt, wodurch vermehrte Kondensataufnahme erzwungen wird. Dem Buch "Bauphysik nach Maß", Beton-Verlag 1995, sind folgende Werte des Wassertransports aus Wohnräumen zu entnehmen:

Situation: Aw = 38,6 m2 (77,2%)

AF = 11,4 m2 (22,8%)

Geschlossene Bebauung
Klima: Außen 0oC/65% r.F. Innen 22oC/40% r.F.

Wenig Wind
Ergebnis: Wassertransport durch Mauerwerk 7,4 g/h

Fensterfugen

ohne 59,0 g/h

mit Dichtung 3,9 g/h

Fensterlüftung

Kippstellung 140 g/h

ganz geöffnet 4540 g/h

Wobei, wie oben angemerkt, die hervorragende Entfeuchtung durch das ganz geöffnete Fenster bei Stoßlüftung nur auf die Raumluftfeuchte wirkt und die schon in den Bauteilenporen gespeicherte Nässe kaum beeinflussen kann.



Josef

Beitrag von dany2308 10.12.09 - 07:42 Uhr

Hallo Josef,

sorry, wenn ich mich falsch ausgedrückt habe, ich meinte natürlich Wände ohne vernünftige Wärmedämmung. Dass es nichts bringt, nachträglich einfach eine abdichtende Isolierschicht von außen draufzuklatschen, sollte sich von selbst verstehen, genauso wie ich ja das Problem mit den nachträglich eingebauten "dichten" Fenstern ja schon angeführt habe.

Dein Link ist übrigens sehr hübsch :-)

LG Dany

Beitrag von lassiter 10.12.09 - 22:30 Uhr

Ich weiß immer noch nicht, was du meinst.#augen

Du schreibst immer von Wärmedämmung, meinst aber vielleicht Wärmespeicherfähigkeit?

Diese Speicherfähigkeit haben nur massive Baustoffe wie Backsteine, Voll.- oder Hochlochziegel und deshalb bleibt ihre Oberflächentemperatur immer oberhalb des Taupunktes, werden somit nicht tagtäglich Nass und Veralgen somit auch nicht.

Wenn sie dann noch mit Luftkalkmörtel verputzt sind, geben sie eventuell aufgenommenes Wasser, z.B. durch Schlagregen schnell wieder ab.

Zementmörtel aber hält einmal aufgenommenes Wasser lange zurück.

Noch ein hübscher Link.
Bitte nicht Essen beim betrachten der Bilder(!), eventuell Eimer bereitstellen.
http://www.konrad-fischer-info.de/23bau02.htm


Josef

Beitrag von dany2308 14.12.09 - 19:49 Uhr

Hallo Josef,

habe erst jetzt gesehen, dass du nochmal geantwortet hast.

Nein, ich meine erstmal schlechte Wärmedämmung. Das ist nämlich genau das, was uns der Gutachter erklärt hat, den das Gericht zu meiner Freundin wegen des Schimmelbefalls geschickt hatte.

Er meinte, dass bei schlecht gedämmten Altbauten die Oberfläche der Innenwände wesentlich kühler sei als die Raumtemperatur im übrigen Raum (bei meiner Freudin waren es zwischen 11 und 14°C bei einer Temperatur von 22°C innen im Raum). Da käme es zu Schwitzwasserausfall, der durch normale Lüftung fast nicht zu bewältigen sei. Der Vermieter hatte außerdem ein paar Jahre zuvor den "genialen" Einfall, die alten Holzfenster durch Doppelglas-Isolierfenster zu ersetzen, d.h. die Feuchtigkeit, die früher noch durch Fugenlüftung entweichen konnte, blieb nun auch drinnen und an sämtlichen Außenwänden blühte in der Wohnung der Schimmel :-(

Klar, dass du dasselbe Problem auch haben kannst, wenn Wände nachträglich mit einer ungeeigneten Isolierschicht versiehst, also unpassendes Material oder unpassende Dicke, dafür bietet ja deine Gruselwebsite die besten Beispiele, aber im Fall meiner Freundin war es die fehlende, nicht die falsche Wärmedämmung der Wände...

Egal, jetzt wohnt sie zum Glück woanders und hat wie gesagt 25% Mietminderung bestätigt bekommen :-)

Liebe Grüße
Dany