Fingerfood ja, Brei nein - trotzdem Beikostreif?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von lady.vampire 08.12.09 - 16:29 Uhr

Hallöchen!

Unser Sohn Lukas wird noch voll gestillt, allerdings greift er seit ca. einer Woche ständig nach unserem Essen. Ich hab ihm dann zum Austesten mal ein Stück gekochte Möhre hingehalten - und die war ratzfatz aufgefuttert!!! Genauso wenn ich Obst esse - er will immer was haben und knietscht auch drauf rum bzw. schabt was mit seinen Kuchenzähnchen ab.

Ich hab darauf hin gestern Möhrenbrei versucht - 3 Löffel, dann blieb der Mund zu. Ok, also hinterher gestillt, ist ja normal. Heute gabs wieder Möhre - 1 Löffel, Mund zu. Schien ihm also nicht zu schmecken. Oder ist das so normal? Kann ich trotzdem davon ausgehen, dass er beikostreif ist oder soll ich doch lieber noch warten bis er 6 Monate alt ist (wäre am 30.12.) Bin grad etwas hin und her gerissen.

Achso, hab ihm dann später von unserem Mittag ein Stück Zucchini angeboten, an dem hat er auch wieder rumgenagt. Gibts auch Babys, die einfach Brei nicht leiden können und gleich handfestes wollen?

LG

Beitrag von anarchie 08.12.09 - 16:38 Uhr

Hallo!

keines meiner Kinder bekam Brei - fingerfood ist wunderbar!
Schon weil die kleinen selber essen können...

Zwanglos geeignete fingrfood-Beikost anbieten ist doch super, daszu nach bedarf stillen - perfekt!

lg
melanie mit 4 lzs-und fingerfood-Kindern

Beitrag von lady.vampire 08.12.09 - 17:10 Uhr

Es hat ihn auch eindeutig glücklich gemacht, selber was zermatschen zu können, aber ich dachte Brei geht auch...aber da hat der Kleine wohl den Eigenen Kopf von der Mutti geerbt ;-)

Beitrag von perserkater 08.12.09 - 16:45 Uhr

Hallo

Ich mache auch Baby Led Weaning, also nur Fingerfood vom Familientisch und keinen Brei. Dabei weiter nach Bedarf stillen und die Beikost nicht als Ersatzkost ansehen.

Quelle: http://breikasper.nielsrump.net/?page_id=8
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Die Grundlage der Baby-gesteuerten Beikosteinführung (engl. „baby led weaning“, auch kurz BLW genannt) ist eine Studie die Gill Rapley, eine erfahrene Kinderkrankenschwester und stellvertretender Direktor der Baby Friendly Initative des britischen UNICEF Büros, 2004 durchgeführt hat.

Die Basis hinter der Baby-gesteuerten Beikosteinführung ist die Beobachtung, daß Babys mit sechs Monaten in der Lage sind die Beikosteinführung wortwörtlich selber in die Hände zu nehmen. Dabei wird Stillen als die ideale Vorbereitung gesehen, da gestillte Babys sind in der Lage die Milchaufnahme selbst zu regulieren, es ist also nicht möglich, ein gestilltes Baby zu überfüttern. Außerdem ändert sich der Geschmack der Muttermilch — je nachdem was die Mutter gegessen hat. Diese Umstände bereiten ein Baby dann auch auf die unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen vor.

BLW nutzt dabei die natürliche Neugier des Babys aus, mit der er seine Welt entdeckt, imitiert und experimentiert. Der Fokus von BLW liegt nicht in der Nahrungsaufnahme (das wird weiterhin durch das Stillen oder ggf. durch die Flaschenfütterung erreicht). Die Beikosteinführung wird als Spaß und Entdeckung gesehen – das Zentrale Thema ist Neugier, nicht Hunger.

Bei der traditionellen Art der Beikosteinführung wird Babys am Anfang alles Essen in Breiform gegeben. Nach einigen Wochen werden die Breie zunehmend „stückchenhafter“, damit die Babys kauen lernen – und erst wesentlich später kommt dann feste Nahrung („Finger Food“) dazu.

BLW überspringt die ersten beiden Phasen. Anstelle sämtliche Lebensmittel zu pürieren oder (später) zu zerdrücken, wird das Essen dem Baby in handlichen Portionen angeboten. Das heißt, daß das Baby sich selbst von dem angebotenen Speisen bedient und selbst entscheidet was - und wieviel - es probieren möchte.

Die 16 goldenen BLW-Regeln

1. Lass das Baby bei den Familienmahlzeiten mitmachen. Gegen Ende des sechsten Monats fangen die meisten Babys an, die Familienmitglieder zu beobachten.

2. Das Baby muß aufrecht sitzen wenn es beginnt mit Essen zu experimentieren. Am Anfang kann es auf dem Schoß sitzen. Wen es anfängt das angebotenen Essen in die Hand zu nehmen, ist es wahrscheinlich auch in der Lage, ggf. abgestützt, im Hochstuhl zu sitzen.

3. Biete dem Baby Essen in Pommes-großen Stiften an, so daß es das Essen in die Faust nehmen kann. Es kann oft auch dieselben Sachen essen, die der Rest der Familie ißt. Dies erhöht das Zusammengehörigkeitsgefuehl.

4. Biete eine reiche Auswahl an unterschiedlichen Lebensmitteln an. Es besteht kein Grund die Experimentiermöglichkeiten einzuschränken.

5. Das Baby bestimmt die Dauer der Mahlzeiten. Versuche es nicht zu eilen und “hilf” nicht, indem dem Baby Essen in den Mund gelegt wird.

6. Erwarte nicht, daß das Baby am Anfang tatsächlich etwas isst. Wenn das Baby feststellt, daß das neue “Spielzeug” gut schmeckt wird es kauen und später auch schlucken.

7. Erwarte nicht, daß ein junges Baby alles aufißt. Babys müssen erst noch die Fähigkeit entwickeln, die Stücke, die sie in der Faust haben zu manipulieren.

8. Biete abgelehntes Essen erneut an. Babys ändern öfters ihre Meinung über Geschmäcker und akzeptieren Essen, daß sie früher abgelehnt haben.

9. Lass ein Baby niemals alleine beim Essen.

10. Biete kein gefährliches Essen an (Beispiel: Erdnüsse).

11. Biete kein Essen an, das Salz oder Zucker enthält. Dies gilt besonders für Fertiggerichte und Fast Food

12. Biete dem Baby Wasser aus einem Becher an. Ein gestilltes Baby benötigt zwar kein zusätzliches Wasser (die Muttermilch reicht aus), das Trinken aus dem Becher muß aber auch erlernt werden.

13. Es ist chaotisch und der Putzlappen wird eine Notwendigkeit! Eine Plastikmatte unter dem Hochstuhl schützt den Teppich und hilft beim Aufräumen. Heruntergefallenes Essen kann auch so wieder verwendet werden - das minimiert den Abfall.

14. Still weiterhin nach Bedarf. Die Stillmahlzeiten ändern sich erst, wenn die Mahlzeiten größer werden.

15. Sprich Dich mit Deinem Kinderarzt oder –krankenschwester ab bevor Du mit BLW anfängst – insbesondere wenn das Baby flaschengefüttert wird, oder wenn es in der Familie Fälle von (Lebensmittel-)Allergien gibt.

16. Genieße es! Es macht einfach Spaß zuzusehen, wie ein Baby Essen entdeckt.
Quelle: http://breikasper.nielsrump.net/?page_id=8



Es gibt auch einen Club hier bei Urbia:
http://mein.urbia.de/club/Baby+Led+Weaning

LG Sylvia

Beitrag von lady.vampire 08.12.09 - 16:52 Uhr

Also das mit dem Fingerfood find ich ja ganz nett - aber wie macht ihr das unterwegs? Lasst ihr die Mahlzeit ausfallen? Ist ja doch erstmal ne riesen-Sauerei :-)

Beitrag von perserkater 08.12.09 - 16:59 Uhr

Da die feste Nahrung als Ergänzung angesehen wird ist das erst mal kein Problem. Unterwegs bleibe ich bei Stillmahlzeiten. Gibt auch Fingerfood ohne viel Sauerei. Dinkelstangen, Reiswaffeln, Obststücken usw.

Beitrag von lady.vampire 08.12.09 - 17:09 Uhr

Na dann werd ich das wahrscheinlich so handhaben - so glücklich wie er mit der Möhre aussah (also die zum selbermatschen) #verliebt Da hab ich mir ja die Küchenmaschine umsonst bestellt :-)

Vielen Dank für die ausführliche Antwort!

Beitrag von lilliana 08.12.09 - 18:20 Uhr

emilia ist etwas über 10 monate alt. an manchen tagen wird sie fast nur gestillt, wenn es eben gerade nicht anders passt. ansonsten haben wir geschnittenes obst dabei, brötchen etc.

Beitrag von lady.vampire 09.12.09 - 09:57 Uhr

Ist ja eigentlich fast einfacher als Gläschen und Löffel mitzuschleppen :-)

Danke :-)

Beitrag von mouche 08.12.09 - 18:19 Uhr

Hallo,

na klar gibts Kinder, die von Brei& Co. nichts wissen wollen - meine gehörten auch dazu!!
Quentin hab ich 7,5, Yves 10 Monate voll gestillt, und dann gabs Fingerfood - wie bei dir, sobald es sie interessiert hat, und dann auch gekochte Möhre, Kartoffel, ein Stück Brot, Banane....ist ihnen bestens bekommen!!

Mach so weiter - dein Kleiner zeigt dir doch genau, was er will und braucht#freu #mampf!!

Alles Liebe,

Marion

Beitrag von lady.vampire 09.12.09 - 09:59 Uhr

Hi!

Na dann werd ich meinem Schatz seinen "Wunsch" erfüllen, dann brauch ich mich wenigstens nicht ewig zum Brei machen in die Küche stellen ;-)

LG