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Beitrag von echtjetzt 08.12.09 - 17:33 Uhr

Freunde! :-)

Mal wieder ein etwas philosophischer Thread von meiner Seite. Inspiriert von dem heiß diskutierten und nun geschlossenen Thread, in dem dieser Hund ja sehr viel Mitleid bekommen hat, wollte ich mich mal erkundigen, inwiefern ihr euch Gedanken zum Thema Fleischkonsum u.ä. macht bzw. wie ihr es damit haltet.

Mir persönlich erscheint es immer ein bisschen befremdlich, sich im 21. Jh als ach-so zivilisierter Mensch Tierhäute an die Füße zu binden oder sich sonst irgendwie damit einzukleiden oder darauf zu sitzen.

Was in Schlachthäusern abgeht, dürfte ja auch dem Einen oder der Anderen bekannt sein.

Was gibt uns das Recht, diese Tiere zu essen? Dass diese Tiere Angst und Schmerzen empfinden dürfte ja nun jedem bekannt sein. Ist es allein die „Dummheit“ der Tiere, also unsere Überlegenheit? Klar, so funktioniert die Natur. Aber der Mensch als aufgeklärtes Wesen mit der Moral und den Werten, die uns so wichtig sind?

Mal rein hypothetisch:
Was, wenn nun irgendwelche Ausserirdischen auf die Erde kommen, die uns weit überlegen sind. Wie könnten wir argumentieren, dass sie nicht das Recht hätten, Handtaschen und Geldbeutel aus uns zu machen..?!

Ich persönlich bin kein Veganer aber ich bewundere Menschen, die das durchziehen. Heutzutage kommt man locker durch’s Leben, ohne Tieren leid zuzufügen und je mehr Menschen das machen, umso einfacher wird es.

Als alter Idealist ist es für mich das Mindeste, ein bisschen in diese Richtung zu steuern, mal schauen, was daraus wird. Mir fällt es nur sehr schwer, mich komplett davon zu lösen. Gewohnheit, Umfeld,.. Ist alles nicht so einfach. Also ich esse quasi Fleisch, aber ich hab keinen Spass dabei! ;)

Was denkt ihr darüber? Lebt ihr Vegan? Seht ihr es nicht so eng? Ist es euch egal? Oder habt ihr vielleicht noch gar nicht darüber nachgedacht, weil es halt wichtigere Themen gibt?

Bin gespannt.

Gruß, echtjetzt!


ach ja..: wer shreddert, wird geshreddert! #drache

Beitrag von binesa76 08.12.09 - 17:41 Uhr

Ich esse gerne Fleisch und möchte auch nicht darauf verzichten.

MIch fragte mal ein Veganer was der unterschied ist zwischen meinem hund und einem schwein....

meine antwort.... mein hund grunzt nicht und hat zuviel fell....

somit war das thema erledigt ;-)

Beitrag von echtjetzt 08.12.09 - 17:51 Uhr

Naja, damit wäre der Unterschied ja geklärt..

Aber genau das ist ein Punkt, den ich auch nicht verstehe. Die Mutter meiner Exfreundin (hat eine Menge Katzen und einen Hund) hat sich immer über die barbarischen Chinesen aufgeregt, wie die nur Katzen und Hunde essen können!

Dort gab es jeden Tag ein Fleischgericht. Wenn das Argument wenigstens "Katzen und Hunde schmecken nicht" gewesen wäre, hätte ich es ja verstanden..

Aber ich sehe da nun wirklich keinen Unterschied, ausser dass wir eben auf Kühe, Schweine und Geflügel konditioniert sind.

Beitrag von stellamarie99 08.12.09 - 20:16 Uhr

Hallo,

ich seh da auch keinen Unterschied. Tier ist Tier und wenn es genießbar ist, dann rein damit! ich könnte mir vorstellen, dass eine katze fast wie kaninchen aussieht auf dem Teller und eine ratte ähnlich schmeckt wie Nutria...

Und nein, ich bin kein Chinese!:-p

LG

Beitrag von biohazard72 21.07.10 - 23:14 Uhr

du scheinst wirklich sehr geistreich zu sein. dich schätzen deine mitmenschen sicher als würdigen und witzig eloquenten gesprächspartner ...

;-)

Beitrag von miss-bennett 08.12.09 - 17:46 Uhr

Hi!

"Wenn wir unser Essen selber jagen und töten müssten, gäbe es viel mehr Vegetarier".

Ich war jahrelang Vegetarier eben aus der von Dir genannten Gründen. Mein Mann ist es jetzt und ich bin auch wieder kurz davor. Wir haben keine Lederschuhe und auch keine Ledertaschen/-gürtel.

Ich möchte auch gerne wissen, was dem Menschen das Recht gibt, die Tiere zusammenzupferchen, sie zu quälen, zu schlachten und dann Leichen zu essen?

Oder Eier von den leidenden Hühnern zu essen? Oder die Milch von leidenden Kühen zu trinken?

Die Tatsache ist, dass die Biobauern nicht alle versorgen können, wenn man schon die tierischen Produkte haben möchte. Aber muss man jeden Tag Fleisch essen und dann noch so billig???

Das ist bei uns ein ganz häufiges Gesprächsthema und die Kinder verstehen auch worum es uns geht. Vor allem jetzt wo Edeka ein riesiges "Schlachthaus" vor unserer Stadt gebaut hat, in dem jährlich 750 000 Tiere vergast und getötet werden sollen. Aber es sind "nur" Tiere und wir dürfen sie wohl behandeln wie wir wollen und sie eben auch ausrotten! Furchtbar!

Gruß, Miss Bennett

Beitrag von fiori_ 08.12.09 - 18:21 Uhr

<<<Oder Eier von den leidenden Hühnern zu essen? Oder die Milch von leidenden Kühen zu trinken? <<<


Und? Eier müssen Hühner eh legen, und Milch muss auch raus aus den Eutern, sonst gibts Milchstau.

Beitrag von echtjetzt 08.12.09 - 18:26 Uhr

Aber man muss Hühner nicht in eine Batterie stopfen und Kühe geben auch Milch, wenn sie mehr als 2m² Platz haben.

Beitrag von fiori_ 08.12.09 - 19:11 Uhr

Das Ei schmeckt mir trotzdem.#mampf

Beitrag von heike011279 09.12.09 - 16:40 Uhr

Das ist ein Grund, warum ich keine Eier aus Legebatterien kaufe, sondern immer vom Bauern.
Da weiß ich, dass die Hühner artgerecht und frei gehalten werden und - auch wenns doof klingt - das schmecke ich auch an den Eiern. #gruebel

Gruß
Heike

Beitrag von schullek 08.12.09 - 22:12 Uhr

naja, eigentlich sind die eier ja da zur fortpflanzung. und kühe sollten mit ihrer milch eigentlich kälbchen versorgen und nicht menschen.

lg,

schullek

Beitrag von biohazard72 21.07.10 - 23:16 Uhr

da ist ja mal wieder ein experte unterwegs... #winke erst informieren, dann andere menschen belabern.

Beitrag von kimchayenne 08.12.09 - 17:57 Uhr

Hallo,
für mich sind es zwei grundverschiedene Dinge.Einmal ein Tier anzufahren und mich dann nicht drum zu kümmern und auf der anderen Seite mal drüber nachzudenken was unserem Essen so alles angetan wird bevor es auf meinem Teller landet.Ich lebe nicht vegan,aber ich achte darauf wo ich mein Fleisch usw. herbekomme und die Mengen sind auch nicht mehr die von früher.D.h. meien Eier kommen aus Freilanshaltung nebenan,das Fleisch was wir kaufen kannte ich meistens schon bevor es zum Schlachter ging,das aus dieser Haut die mein Essen bedeckt hat dann auch meine Schuhe gemacht werden stört mich da schon weniger,das Tier wird eh geschlachtet,dann kann man auch alles andere verwerten.
Was ich aber nicht toleriere ist ein Tier einfach verrecken zu lassen weil ich nicht den Arsch in der Hose habe mich nach einem Unfall darum zu kümmern.Jeder kann mal ein Tier anfahren,das geht manchmal so schnell das man keine Chance hat aber dann kümmere iich mich drum und sehe zu das dem Tier geholfen wird und das ganze so schnell wie möglich.Ich habe meinen Kater verloren weil so ein Arsch im auf Deutsch gesagt die Scheiße aus dem Hintern gefahren hat und Ihn dann einfach hat an der Strasse liegen lassen.Hätte man Ihn sofort verarzten lassen können hätte er höchstwahrscheinlich überlebt.Was diese Sache angeht steht ein Tier für mich nicht unter dem Menschen,beide haben meinen Respekt verdient und ein anrecht auf Hilfe.
LG KImchayenne

Beitrag von miss-bennett 08.12.09 - 17:59 Uhr

Hey, hier war die Frage ganz anders gestellt. Die Diekussion vob heute Morgen ist dicht!

Beitrag von biene81 08.12.09 - 18:11 Uhr

Mit anderen Worten, wenn das Tier "lieb" geschlachtet wurde, dann darf mans essen? #gruebel

Beitrag von kimchayenne 08.12.09 - 18:15 Uhr

Nein es geht nicht ums lieb geschlachtet sondern um die Haltungsbedingungen davor.Früher haben wir Menschen unsere Tiere selber gejagt,das entfällt ja heute durch die Zucht,aber trotzdem muss ich keine Schweine essen die in Dunkelhaft auf Spaltenboden,in viel zu kelienn Ställen usw. gehalten werden.Ich denke man kann wenigstens versuchen dort auf eine einigermaßen artgerechte Haltung einzuwirken.Je mehr Menschen sich dafür interessieren würden umso mehr könnte man meiner Meinung nach dort ausrichten,aber solange das Fleisch hauptsache billig sein muss und man sich da sonst keine Gedanken drum macht wird sich da leider auch nicht viel verändern.
LG Kimchayenne

Beitrag von schullek 08.12.09 - 22:14 Uhr

seh ich genauso. udn es gibt einen sehr bekannten pjilosophen, der in die richtung geht, nur noch sehr viel krasser. vielleicht interessiert er dich: google mal nach peter singer.

lg,

schullek

Beitrag von echtjetzt 08.12.09 - 22:22 Uhr

Ist das nicht der Kerl, der diese PETA "Bibel" geschrieben hat?

Das wollte ich mal lesen, bin aber noch nicht dazu gekommen.

Ich finde die Ansichten der PETA ja teilweise schon ziemlich krass, kann mir aber auch vorstellen, dass da einiges an interessanten Ansätzen dahinter steckt.

Ausserdem denke ich, gibt es viel zu wenige Philosophen, die sich mit so einem "Blödsinn" wie Tierethik beschäftigen.

Beitrag von schullek 08.12.09 - 22:34 Uhr

ob er fü+r die was geschrieben hat kann ich nicht sagen. so tief steck ich nicht im thema. ich kann dir aber sein buch: "praktische ethik" empfehlen. unverfänglicher titel, aber auweia! sehr interessant udn höchst kontrovers. verwirrend, erleuchtend und gleichzeitig niederschemertternd. hat mich gehörig zum nachdenken gebracht. aber man muss sehr offen sein, wenn mans liest.

lg,

schullek

Beitrag von kja1985 08.12.09 - 22:16 Uhr

Genauso seh ich das auch. Wenn den Tieren zu Lebzeiten Respekt und Fürsorge zu Teil wird sehe ich auch nichts Schlimmes daran sie später zu essen.

Beitrag von juliane1978 09.12.09 - 09:39 Uhr

Hallo,
ich sehe bzw. halte das genauso. Meistens kenne ich sogar den Namen von meinem Fleisch ;-)
LG,
Juliane

Beitrag von miss-bennett 09.12.09 - 17:31 Uhr

Na ja, als mein Opa zu mir sagte, dass das was ich esse mein Lieblingsschaf Becky war, blieb mir das Fleisch im Halse stecken... und seit ich 5 war habe ich nie, nie wieder Lamm- oder Schafsfleisch gegessen. Und bald konnte ich gar keines mehr essen!

Also, neee, das ist für mich absolut unmöglich. Könnte ich nie. Sorry!

Beitrag von 221170 08.12.09 - 18:16 Uhr

Ich esse sehr gerne Fleisch, so wie der Rest meiner Familie auch.

Ich schaue halt wo das Fleisch herkommt, wir haben hier jemanden der selber hält und schlachtet und das ist für mich auch ok.
Das Fleisch hat einen Riesen-Unterschied zu dem "anderen".

Wir essen nicht jeden Tag Fleisch, aber wenn, dann mit Genuß.
Das gleiche gilt für Eier, bzw. Geflügel.
Einige Kilometer entfernt haben wir einen Hühnerhof, man kann dort jederzeit rein. Die Hühner laufen im Sommer draussen und im Winter in einer Halle und haben dort wirklich Platz, also nicht 10 Hühner auf 2 qm.

Die Umstände sind fürchterlich geworden, nicht das Fleisch-essen an sich.
Früher hatten viele eigenes Vieh, das wurde ordentlich gehalten und die Leute haben selber geschlachtet.
Da kam auch nicht jeden Tag Fleisch auf den Tisch, aber wenn, dann hatte es gute Qualität und die Tiere mussten auch nicht leiden.

Beitrag von echtjetzt 08.12.09 - 18:25 Uhr

Dennoch haben sie nur existiert, um irgendwann geschlachtet zu werden.

Ich denke ein Schwein hätte da schon etwas dagegen, wenn man es fragen würde (..und es antworten könnte).

Sollte man nicht, wenn man sich als ein Wesen mit moralischen Werten bezeichnet, andere leidensfähige Wesen generell leben lassen?

Beitrag von 221170 08.12.09 - 19:02 Uhr

Für mich ist interessant WIE sie gelebt haben und WIE sie gestorben sind.
Das ist wichtig und da rührt sich auch meine Moral.

Ansonsten sehe ich mich eben (übertrieben ausgedrückt) an der Spitze der Nahrungskette, der Löwe tötet das Zebra auch. Ob das Zebra nun nur lebte um gefressen zu werden? Das wird dem Löwen recht schnuppe sein.

Ich finde allerdings, das viel viel mehr Wert auf die Haltung und die Tötung der Tiere gelegt werden müsste.
Was sich da abspielt, das ist moralisch verwerflich, nicht der Fleischkonsum als solcher.