Bewertung Zwischenzeugnis - Gut oder nich so???

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Beitrag von hellokitty87 08.12.09 - 20:07 Uhr

Hallo,


ich habe heute mein Zwischenzeugnis erhalten, da ich derzeit nur befristet bis zum 31.12.2009 beschäftigt bin. Dazu muss ich sagen, dass ich bei einer Behörde (AfA) im öffentlichen Dienst arbeite und diese sind ja schon ein bisschen eigen.

Beim ersten Mal durchlesen fand ich es ja noch ganz gut. Aber jetzt bin ich mir doch unschlüssig in Bezug auf manche Formulierungen.#kratz

"Frau XXX verfügt über umfassende Fachkenntnisse und setzt diese stets gut um. Sie bewältigt ihren Aufgabenbereich selbstständig, sicher und rationell. Auf Grund ihrer guten Auffassungsgabe kann sie auftretende Probleme schnell und zutreffend lösen. "

An sich find ich das ja ok. Bloß das Wort "bewältigt" irritiert mich ein wenig. Was meint ihr??:-(

"Erwähnenswert sind ihr Engagement und ihre Eigeninitiative. Trotz starken Arbeitsanfalles erzielt sie gute Arbeitsergebnisse. Auch in akuten Problemlagen behält Frau Schwier stets die Übersicht, wobei sie immer eine verantwortungsbewusste und zutreffende Entscheidung trifft. Frau XXX arbeitet immer sehr zuverlässig und genau."

Ich finde Engagement und Eigeninitiative zu erwähnen ist eher negativ. Oder sehe ich das falsch?
Und zuverlässig und genau arbeiten sollten doch eine selbstverständlichkeit sein, oder? Demnach wäre es doch auch eher negativ?

"Sie erledigt die ihr übertragenen Aufgaben stets zur vollen Zufriedenheit" Das ist gut.

"Ihr persönliches Verhalten ist stets einwandfrei. Bei Vorgesetzten, Kollegen und Kunden ist sie geschätzt. Frau Schwier unterstützt die Zusammenarbeit und ist immer hilfsbereit.

Das Zwischenzeugnis wurde auf Wunsch der Mitarbeiterin erstellt.

Für die bisher geleistete Arbeit spreche ich Frau XXX meinen Dank aus"

Hmmmm, was meint ihr????
Ich bin mir sicher, dass mein Teamleiter das nur gut meinte. Aber manche Formulierungen würden doch garantiert in der freien Wirtschaft anders gemacht werden. :-p

Über Antworten freue ich mich!!!!;-)

Beitrag von winterkindchen 08.12.09 - 20:42 Uhr

Hallo,

also ich versuchs mal:

"Frau XXX verfügt über umfassende Fachkenntnisse und setzt diese stets gut um. Sie bewältigt ihren Aufgabenbereich selbstständig, sicher und rationell. Auf Grund ihrer guten Auffassungsgabe kann sie auftretende Probleme schnell und zutreffend lösen. "

Ich find "bewältigt" auch nicht gut, dass klingt als ob jeder Tag für Dich sehr anstrengend war. Irgendwie komisch.

"Erwähnenswert sind ihr Engagement und ihre Eigeninitiative. Trotz starken Arbeitsanfalles erzielt sie gute Arbeitsergebnisse. Auch in akuten Problemlagen behält Frau Schwier stets die Übersicht, wobei sie immer eine verantwortungsbewusste und zutreffende Entscheidung trifft. Frau XXX arbeitet immer sehr zuverlässig und genau."

Ich würde es vielleicht anders sortieren und wenn dann den ersten Satz weiter hinten.

"Sie erledigt die ihr übertragenen Aufgaben stets zur vollen Zufriedenheit" Das ist gut.

Stets zur vollsten Zufriedenheit ist besser.

"Ihr persönliches Verhalten ist stets einwandfrei. Bei Vorgesetzten, Kollegen und Kunden ist sie geschätzt. Frau Schwier unterstützt die Zusammenarbeit und ist immer hilfsbereit."

Wenn Du in Deinen Job Kunden beraten musst, finde ich die Kunden an dritter Stelle sehr befremdlich. Ist ja okay, dass der Vorgesetzte wichtig ist, aber die Kunden sollten doch vor den Kollegen kommen.

Liebe Grüße

Beitrag von hellokitty87 08.12.09 - 21:18 Uhr

Danke für die schnelle Antwort.

Ich habe gerade mal ein bissl gegogglet. Und habe schon einige Bewertungen mit "Bewältigt" gefunden. So ganz ungebräuchlich ist es wohl doch nicht.

Trotzdem finde ich ist es echt schon komisch geschrieben.

Ja, ich weiß "zur vollsten Zufriedenheit" wäre besser (SEHR gut), aber so eine Beurteilung bekommt man nur sehr schwer im öffentlichen Dienst. Daher bin ich mit "zur vollen Zufriedenheit" schon ganz zufrieden.

;-):-p

Beitrag von jenny-79 08.12.09 - 20:59 Uhr

Hallo,

ich habe keine Ahnung, wie Arbeitszeugnisse im öffentlichen Dienst normalerweise aussehen bzw. geschrieben werden, aber Deins liest sich schon komisch.

Alleine wie oft das Wort "gut" vorkommt, meiner Meinung nach viel zu oft, daher klingt das auch nicht so positiv.

Schau mal hier, Codes der Arbeitszeugnisse:

http://www.zeugnisdeutsch.de/arbeitszeugnis/geheimcodes.php

LG
Jenny

Beitrag von jenny-79 08.12.09 - 21:01 Uhr

Hab gerade gelesen, dass "bewältigt" nur Note 4 wäre.

Ich weiß natürlich nicht, ob diese Codes allgemein gültig sind.

Beitrag von hellokitty87 08.12.09 - 21:22 Uhr

Das liest sich echt sehr komisch. Irgendwie sprechen die im Amt eine andere Sprache. Mein letztes Arbeitszeugnis, als ich im Landgericht gearbeitet hatte, hatte sich auch schon so komisch angehört.

Vielleicht sollte ich es einfach so hinnehmen.
Ich hoffe ja stark, dass mein Vertrag verlängert wird. #zitter;-)


Liebe Grüße

und

DANKE :-D:-)

Beitrag von myimmortal1977 08.12.09 - 21:52 Uhr

Das Zeugnis ist so einwandfrei. Da die meisten Leute über die "Geheimsprache" in Zeugnissen informiert sind, versuchen sie oftmals Dinge hinein zu interpretieren, die gar nicht da sind.

Das Zeugnis, die Reihenfolge der Worte, ist absolut korrekt und es ist ein gutes Zeugnis, mit dem Du Dich ruhigen Gewissens weiter bewerben kannst.

Vorgesetzte müssen immer zuerst stehen. Denn wenn die hinten dran oder gar als 2. benannt werden oder gar weg gelassen werden, heißt das, das man Dich lieber von hinten, als von vorne gesehen hat. Das ist alles wunderbar so, wie es da steht.

LG Janette

Beitrag von hellokitty87 08.12.09 - 22:00 Uhr

Daaankschön, das beruhigt mich wirklich sehr. ;-)

Beitrag von jenny-79 08.12.09 - 22:03 Uhr

Hallo,

darf ich fragen, woher Du das so genau weißt?

Sind dann diese Codes was für die Mülltonne? Ich hab mich bisher immer daran orientiert. Und ich hab schon mehrere Zeugnisse gelesen, aber das o. g. klingt für mich irgendwie anders, halt komisch. Aer ich bin nicht vom Fach oder so.

LG
Jenny

Beitrag von myimmortal1977 08.12.09 - 22:13 Uhr

Nein, diese Codes sind sicherlich nichts für die Mülltonne. Es gibt sicherlich Firmen, die diese verwenden. Doch noch viel wichtiger als die Codes, sind die Dinge, die hätten drin stehen müssen und einfach weg gelassen wurden. Das ist die "wahre" Geheimsprache. Nur darüber fallen die wenigsten Leute. Sie suchen immer nur nach komischen Formulierungen.

Beitrag von jenny-79 08.12.09 - 22:16 Uhr

Stimmt, ich hab bisher nur auf Formulierungen geachtet und wüßte überhaupt gar nicht, wann ein Arbeitszeugniss nicht "komplett" wäre.

Dass der Vorgesetzte zum Schluß kommt, werd ich mir auf jedenfall schon mal merken.

Danke!

LG
Jenny

Beitrag von myimmortal1977 08.12.09 - 22:21 Uhr

Ne, nicht zum Schluss soll er kommen, als erstes soll er da stehen! Weil er in der Hierarchie ganz oben steht. Also ist er auch als erstes zu benennen. Dann kommen die Kollegen und dann alles weitere...

Ich bin mir nur nicht ganz sicher, wie das ist, wenn Leute im Vertrieb, Verkauf tätig sind, mit den Kunden... Ich meine aber, dass die dann überhaupt benannt werden müssen, wenn sie weg gelassen werden, wird es "gefährlich"....

Beitrag von ikarya 08.12.09 - 23:58 Uhr

Das Zeugnis ist wirklich durchweg gut. Nicht sehr gut, aber absolout gut. Und es sind auch keine weiteren versteckten Codes enthalten als die offensichtlichen und schon genannten.

"bewältigt" ist absolut üblich und es kommt ausschliesslich auf den Zusatz an: "selbstständig, sicher und rationell". Ist doch super!

Ich würde Dich mit dem Zeugnis für die Stelle einer Sachbearbeiterin gerne zum Gespräch einladen.

Gruß
I. (Personaladministration im öffentlichen Dienst)