Umgangsrecht für Schläger und KIffer

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von rosa0409 08.12.09 - 20:44 Uhr

Hallo zusammen,

wenn derzeit auch Schläger, die also die KM nachweislich! mehrfach geschlagen haben, weiterhin ein Umgangsrecht mit dem gemeinsamen Kind zugesprochen bekommen, (mit den Worten der Richter: es war ja nur die Mutter, die geschlagen wurde)
warum dürfen dann nicht auch Schläger, die nachweislich nur Erwachsene schlagen, unsere Kinder an den Schulen unterrichten oder weiterhin im Kiga arbeiten etc.

Dazu gibt es ja Studien, die ganz klar besagen, dass dies nicht zum Wohle unserer Kinder ist. Warum ist es denn bei einem Kindsvater was anderes???

Auch ist es doch klar und auch wissenschaftlich belegt, dass Kinder von ihren Eltern lernen. Was lernt also ein 5 jähriger, der mitbekommen hat, dass der KV die Mutter geschlagen hat???

Mich würde dazu mal Eure Meinung interessieren.
Die Überschrift ist schon sehr provokant - ist mir klar.

Wünsch Euch einen schönen Abend.
Gruß
Rosa

Beitrag von malefizia 08.12.09 - 21:28 Uhr

"wenn derzeit auch Schläger, die also die KM nachweislich! mehrfach geschlagen haben, weiterhin ein Umgangsrecht mit dem gemeinsamen Kind zugesprochen bekommen, (mit den Worten der Richter: es war ja nur die Mutter, die geschlagen wurde) " -----------------

Quelle??


Keine Ahnung, was ein 5jähriger daraus lernt.
Evtl. daß man nie, nie, nie einen Menschen schlagen sollte.


Ich bin ja der bescheidenen Meinung, daß auch durchaus mit Fehlern behaftetete Menschen (sprich hier Männer) das Recht haben sollten, den Umgang mit ihrem eigenen Kind zu pflegen. Auch fehlerhafte Mütter "dürfen" das ja.
Mir wird das hier zu einseitig betrachtet.
Man kann ja von außen nur schwer beurteilen, was hinter dem einzelnen "Schläger" steckt, warum, wieso, weshalb usw. usf.

Die "kiffenden" Väter suche ich in Deinem Beitrag umsonst und habe jetzt auch keine Ahnung, warum diese in einem Atemzug mit den "schlagenden" Vätern genannt werden.

Aber vielleicht magst Du das ja erklären?

Grüße
M.




Beitrag von landmaus 08.12.09 - 22:34 Uhr

Hallo,

ich kann verstehen, wenn Du eventuell persönlich frustriert bist, aber wenn Du mal hier nach klappsen oder ähnlichem suchst, wirst Du feststellen, dass eine Vielzahl von Frauen ihr eigenes Kind schlägt.

Wer jetzt versuchen möchte mir den Unterschied zwischen einem Klaps und einem Schlag zu erklären, dem lege ich gerne jede beliebige Publikation von Alice Miller ans Herz. Es geht nur um den Angriff an sich, der von seiten des Kindes erlebt wird. Eigentlich heisst es Mutter=Schutz. Jeder Klapps gleich welcher Intensität stellt das jedoch für jedes Kind in Frage.

Also, was tun? Anstatt Vätern das Umgangsrecht zuzusprechen, einer Vielzahl von Müttern auch noch den Umgang verbieten?

Meiner Meinung hilft nur alle Beteiligten zu sensibilisieren. Für die eigen Vergangenheit und für das was sie der Zukunft ihres Kindes damit antun.

LG

Beitrag von hauke-haien 09.12.09 - 09:21 Uhr

"warum dürfen dann nicht auch Schläger, die nachweislich nur Erwachsene schlagen, unsere Kinder an den Schulen unterrichten oder weiterhin im Kiga arbeiten etc. "

Dürfen nicht?
Ich wüsste nicht, dass vor der Einstellung die speziellen Charaktereigenschaften der LehrerInnen, ErzieherInnen etc. geprüft werden.

Zum Glück wird das Umgangsrecht, wenn es denn vor Gericht geht, im Einzelfall entschieden und nicht, wie beim Sorgerecht, pauschal eine ganze Bevölkerungsgruppe ausgeschlossen. Sonst könnten wir unsere Kinder demnächst in kompletter Isolation sich selbst überlassen.

Übrigens: Was lernt eigentlich ein 5-jähriger, der im Fernsehen sieht, wie sich Attentäter in die Luft sprengen, wie Amokläufer um sich schießen, wie sich Polizisten mit Chaoten prügeln...?

Beitrag von lilly1985 09.12.09 - 10:48 Uhr

also was ein 5 jähriger der im Fernsehen solche dinge lernt, will ich garnicht wissen. Aber ist es nicht deine Aufgabe oder die Aufgabe der jeweiligen Mutter das Kind vor solchen dingen zu schützen?
Ich setz mein Kind nicht vor die glotze mit der Fernbedienung. Wenn mein Kind einmal die Woche davor sitzt (wenn es dann überhaupt dazu kommt) dann sitz ich daneben und weiss was mein Kidn da schaut.

Beitrag von zenturio 09.12.09 - 09:49 Uhr

Diese Entscheidung macht sich bestimmt kein Richter sehr leicht und was hier so leichtfertig klingt ("mit den Worten der Richter: es war ja nur die Mutter, die geschlagen wurde") ist sicher Gegenstand längerer Überlegungen gewesen, auch wenn die Familiengerichte überlastet sind.
Man hätte dort sicherlich mehr Zeit für die wirklich wichtigen Fälle, wenn man sich nicht mit unzählichen völlig überflüssigen Rechtsstreits auseinandersetzen müsste, in denen die Eltern nur ihren persönlichen Clinch auf dem Rücken ihrer Kinder austragen.

Gewalt ist in meinen Augen immer problematisch. Drogenkonsum auch, aber: soll einer Mutter der Umgang mit dem Kind entzogen werden, wenn sie häufiger zu tief ins Glas schaut? Wo liegt da der Unterschied zum kiffenden Vater?

Beitrag von manavgat 09.12.09 - 10:59 Uhr

Meinte die Richterin in meiner Scheidungsverhandlung auch.

"Er hat ja nur Sie bis zur Bewußtlosigkeit gewürgt, trotzdem kann er doch ein sorgender Vater sein"...

Bei manchen Äußerungen fragt man sich, ob die ihrem eigenen Mist überhaupt zuhören...

Da kann man nur Nerven behalten und weiterkämpfen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von zenturio 09.12.09 - 11:12 Uhr

Wobei ich bezweifel, dass dies ein wörtliches Zitat aus einer Urteilsbegründung ist.

Beitrag von manavgat 09.12.09 - 11:40 Uhr

Nein.

Das ist ein Zitat aus der Verhandlung.

Ich habe die Nerven behalten, hatte eine gute Anwältin und habe das alleinige Sorgerecht bekommen.

Soviel dazu.

Gruß

Manavgat

Beitrag von landmaus 09.12.09 - 12:02 Uhr

Manche RichterInnen provozieren und polarisieren gerne. Teils auch, um zu sehen wie die Gegenseite reagiert, wenn man ihr/ihm vermeintlich beispringt. Wenn Dein Ex auf so eine Aussage hin, zeigt, dass er sich im Recht fühlt anstatt, dass er sein Verhalten bereut, ist das evt. schon sein persönlicher Genickschuss. Vielleicht wollte sie auch wissen, ob Du der in der Opferrolle verharrende Typ bist und dadurch zu erwarten ist, dass Dein nächster Partner wieder gewalttätig ist. RichterInnen denken sich oft mehr, als die Parteien glauben.

Btw: Wie kommt eine Frau wie Du an einen Lebensgefährten, der sie bewusstlos würgt? Und hast Du den angezeigt?

LG

Beitrag von manavgat 10.12.09 - 10:43 Uhr

Die Frau die ist wie ich bin, ist heute so. Damals war ich angepasst, wollte Harmonie, hab immer hinter ihm aufgeräumt (seinen Finanzen), hab ihn unterstützt usw. Während meiner Ehe war er - da ich mich anpasste - nie gewalttätig. Er war passiv aggressiv. Die körperliche Gewalt kam, als ich mich trennte.

Trennung ist im Leben einer Frau, wenn sie von ihr ausgegeht, oft eine gefährliche Zeit. Das kann Dir jeder, der mit Gewaltopfern zu tun hat, bestätigen. Der gefährlichste Platz für eine Frau und für ein Kind ist das eigene Heim.

Ich habe eine Psychotherapie gemacht, mich verändert und klar für mich definiert, was ich von meinem Leben erwarte und was ich mir wert bin.

Und zu Deiner Frage: nein. Ich habe ihn nicht angezeigt. Im Nachhinein stellte sich das als Fehler heraus. Damals dachte ich, es ist mir passiert weil ich ich bin. Heute weiß ich, das dieses Männerverhalten keine Ausnahme ist und mehr über ihn als über mich aussagt.

Ich hatte damals nicht nur dieses Problem, sondern aus eine prekäre Finanzsituation, kein Unterhalt, das Sozialamt im Nacken, eine Sch... Jobsituation und eine 3-jährige die eine Mutter gebraucht hat. Da funktionierst Du nur, der Zusammenbruch (und wenn Du Glück hast die Heilung) kommt erst später.

LG

Manavgat