An alle Häuslebauer

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von emma81 09.12.09 - 08:07 Uhr

Hallo,

wir fangen im Februar an zu bauen.
Jetzt meine Frage an alle die schon gebaut haben:

Wieviel EK habt ihr als Polster zur Seite gelegt ? Oder habt ihr alles für die Finanzierung genommen ?

Der Banker meint zwar, daß unsere Kostenberechnung sehr realistisch ist, und daß wir damit bestimmt hin kommen, aber bauen wird doch immer teurer als man vorher denkt, oder ? Und Nachfinanzieren ist ja immer das schlechteste.
Er hat auch gemeint, daß es eigentlich am besten ist, soviel wie möglich reinzunehmen, da man zur Zeit ja auch fast keine Zinsen bekommt.

Bin mal auf eure Meinungen und Erfahrungen gespannt.
Ich hoff es ist verständlich rübergekommen.

LG Emma

Beitrag von tina.78 09.12.09 - 08:13 Uhr

Hallo,

also wir hatten knapp 20% Eigenkapital.

Wir haben die ganze Finanzierung auch grißzügig gerechnet und komen damit auch sehr gut hin.

Es stimmt, dass das bauen immer teurer wird wie geplant. Wir haben ca. 15 TEUR mehr gebraucht.

Ich persönlich finde es wichtig, dass die Raten mit einen Gehalt zu tragen sind.

LG Tina

Beitrag von emma81 09.12.09 - 08:31 Uhr

Hallo Tina,

dann hattet ihr aber die 15 TEUR auch noch übrig, so daß ihr nicht nachfinanzieren mußtet, oder ?

Wir hätten im Prinzip 30 % EK, aber ich will glaub nur 20 % nehmen, damit ich halt noch ein Polster hab, wobei dann natürlich die Rate höher wird, und ich deswegen nicht weiß was geschickter ist.

Mein Mann ist zur Zeit Alleinverdiener.

LG Emma

Beitrag von tina.78 09.12.09 - 11:35 Uhr

Wir hatten anfangs eine variable Kreditsumme (weil die beraterin schon sagte dass wir bestimmt mehr brauchen. Das waren 10 TEUR und die restlichen 5 hatten wir übrig.

Ich finde es sinnvoll nicht alles an Ersparten in die Finanzierung zu schießen. Es ist gut wenn man noch was auf dem Sparbuch hat.

LG

Beitrag von wemauchimmer 09.12.09 - 08:28 Uhr

Liebe Emma,
ja, bauen wird teurer als man vorher denkt! Nicht, weil die Baufirma ihr Budget nicht einhält (also ich unterstell mal, Du hast einen Festpreis). Sondern weil noch soo viele tolle Sachen auftauchen, an die Du vorher nicht denkst und wo Du dann ganz klar vor der Entscheidung stehst: Machst Du es jetzt - oder nie, weil wenn Du es nachträglich machst, wird es 3x so teuer.
So hatten wir vorher ca. 10000€ für "Unvorhergesehenes" eingeplant - im Nachhinein ein Witz! Man kann dermaßen viel bei Sanitär und Elektrik (z.B.) mehr ausgeben, und zwar wirklich sinnvolle Dinge. Man muß am Ende irgendwo einen Schlußstrich ziehen und dann doch auf manche schöne Dinge verzichten. Bei uns war es so, wir hatten auch einiges für Einrichtung eingeplant, das haben wir dann während des Bauens zum Großteil "geschlachtet" und eben das Einrichtungsthema dann später langsamer angegangen.
Mein Rat wäre also: Plane Geld für Extras ein - es schmerzt einfach zu sehr, wenn Du irgendeine supertolle Fliese findest und sie wirklich nicht in Dein Budget paßt. Und vermeide eine enge Finanzplanung, wo Du der Bank dann womöglich mit Nachfinanzierungen kommst. Das wird gar nicht gerne gesehen.
Gestalte den Kredit so, daß Du per Sondertilgung etwa übriges Geld auch sofort in den Abtrag stecken kannst (war bei uns auch der Fall). Grundsätzlich würde ich es aber nicht so handhaben wie Du schreibst, daß Ihr EK zur Seite legt. Vielmehr muß das gesamte EK in die Finanzierung fließen und Euer Budget muß entsprechend geplant sein. Das ist einfach eine Frage der Zinsen: Wenn Du Dein EK nicht am Anfang einsetzt, sondern später, mußt Du letztlich für diesen Zeitraum unnötige Zinsen zahlen (weil Du ja statt dessen geliehenes Geld einsetzt).
LG

Beitrag von emma81 09.12.09 - 08:37 Uhr

Hallo,

genauso stell ich es mir beim bauen vor #schein

Aber ich muß doch noch ne Reserve haben, falls auch mal das Auto kaputt geht, oder ?

Auf die Zinsen darf man ja gar nicht schauen, dafür könnte man ja nochmal ein Haus bauen.

Beitrag von wemauchimmer 09.12.09 - 10:08 Uhr

Na, das mit dem nochmal bauen können von den Zinsen hängt ganz entscheidend von Deiner Tilgungsleistung ab. Klar, wenn Du eine Anfangstilgung von 1% vereinbarst, und keine Sondertilgungen machst, dann zahlst Du Dich in unserer Niedrigzinsszeit letztlich dumm und dusselig.

Beitrag von peterpanter 09.12.09 - 08:38 Uhr

Hi,

20% Eigenkapital sind wichtig, allerdings nicht für die Finanzierung sondern für unvorhergesehenes und den nach dem Bau folgenden Gerichtsprozeß.

Also lieber 100% finanzieren und ca. 40.000 Euro in der Hinterhand haben, denn nachzufinazieren ist meist sehr schlecht.
Wenn mann Sondertilgungsraten vereinbart kann man evtl. dann doch nicht benötigtes Geld zur zusätzlichen Tilgung verwenden.

Ich habe bei der Finanzierung auch 20.000 Euro Eigenkapital der Bank "verschwiegen" und das hat noch nicht einmal gereicht, da der Bauträger zu einem Bautrüger wurde.

grüßle

peter







Beitrag von emma81 09.12.09 - 08:51 Uhr

Hallo,

also für Gerichtskosten wollte ich eigentlich kein Geld zurückhalten #schwitz Du machst einem ja Mut.

Aber sonst hab ich eigentlich die gleiche Denkweise, wobei ich schon merk, daß das glaub jeder für sich selber entscheiden muß.

LG Emma

Beitrag von peterpanter 09.12.09 - 09:14 Uhr

Hallo Emma,

also vielleicht hast Du Glück und gehörst zur Minderheit bei der es ohne Probleme ausgeht.

Bei Handwerkernund vor allem bei Bauträgern kann man mit 100% Sicherheit davon ausgehen über den Tisch gezogen zu werden. Wobei man am ende eben entscheiden muss ob man juristisch sich dagegen wehren will und vor allem überhaupt finanziell noch kann.

Denn darauf spekulieren natürlich diese Spitzbuben!

Wenn Du mit einem Bauträger baust mußt Du höllisch aufpassen, denn die Verträge sind in der Regel zu 100% zu dessen Vorteil ausgelegt.

Ganz wichtig: Wenn Du noch nicht als Eigentümer im Grundbuch eingetragen bist BESTEHE darauf das Du mit Zahlung der 1 oder spätestens der 2 Rate dort eingetragen wirst und lass dich nur nicht nur mit einer Auflassungsvormerkung abspeisen. Lass dir auch nicht irgendeinen Müll erzählen das dies nicht ginge oder unüblich usw. ist.

Also: Keine Eintragung nach der 1. oder 2. (oder von mir aus auch 3. Rate) -- Kein Vetrag!!


grüßle

peter











Beitrag von peterpanter 09.12.09 - 09:18 Uhr

Ergenzung:

Man nennt das "Lastenfreie Umschreibung"

Der Ablauf ist folgender: Auflassungsvormerkung - 1/2/ oder 3. Rate - lastenfreie Umschreibung ----weitere Rate bis auf die letzte Rate (mind 10% vom KP).

Die letzte Rate wird erst nach mängelfreier Fertigstellung gezahlt und nicht eher!!

grüßle

peter

Beitrag von wemauchimmer 09.12.09 - 09:58 Uhr

Also ehrlich gesagt, finde ich es schon kraß, daß Du hier sämtlichen Handwerkern und Bauträgern unterstellst, ihre Kunden über den Tisch zu ziehen.

Es mag ja sein, daß Du schlechte Erfahrungen gemacht hast. Ich habe gute gemacht. Und ich kenne niemand persönlich, der von Handwerkern 100% über den Tisch gezgen wurde. Also laß mal die Kirche im Dorf.

Meist gehören dazu doch zwei: Ein Bauherr, der auf Biegen und Brechen den Preis drücken will, und ein Auftragnehmer, der auf den Auftrag angewiesen ist und daher seine Leistungen zu billig anbietet.

Beitrag von peterpanter 09.12.09 - 11:43 Uhr

Hi,

entweder hast du keine Ahnung oder du weißt ganz genau bescheid und fühlst dich angesprochen.

Ich weiß wovon ich rede denn ich bin quasi auf dem Bau groß geworden.

Außerdem sind die 100% eindeutig auf Bauträger bezogen und nicht auf die Handwerker.


Es wird nirgends mehr gepfuscht, geklemmt, und beschissen (und wenn es das Finanzamt ist) als auf dem Bau.

Und das dazu 2 gehören sehe ich überhaupt nicht! Weil der Kunde den vorher den Preis gedrückt hat bekommt er nicht die vereinbarte Leistung?

(ironie on)Nun ich werde jetzt mal meinem Chef sagen das ich nur noch halbtags komme zum gleichen Gehalt, da ich unterbezahlt bin. Der sollte das verstehen, denn dazu gehören ja immer 2. (ironie off)

Natürlich möchte der Kunde möglichst wenig bezahlen (was sein wirklich gutes Recht ist), aber niemand ist gezwungen einen Auftrag anzunehmen bei dem er drauflegt und seine Leistungen zu billig anzubieten. Dies trotzdem zu machen und hinterher nachzukarten ist dennoch usus und genauso unseriös.

Wer meint seine Mitbewerber durch unseriöse Angebote asubooten zu müssen, soll diese auch gefälligst ausbaden.

grüßle

peter





Beitrag von vwpassat 09.12.09 - 15:01 Uhr

Treffend auf den Punkt gebracht. #pro

Beitrag von totoloto 09.12.09 - 11:18 Uhr

wahrscheinlich stehe ich auf dem Schlauch.
man soll alles reinnehmen, was meinte er damit EK ?

Also, es hängt davon ab, wie ihr baut...Neu bau, altbau mit Sanierung ?

Mit einem Träger all-inklusive..oder suchst du dir Handwerker selber aus ?

wir bauen grade unser zweites.

Bei dem ersten haben wir gebrauchten Neubau gekauft. Ohne Eigenmittel finanziert, dafür aber hoch getilgt.
nach 5 jahren ist schon ein batzen weg.
(böden machen und reinziehen)

Bei dem zweiten Haus 5 Jahre später haben wir sog. erweiterten Rohnabu gekauft. Udn wir haben uns um na ja mit Sicherheit 10T verschätzt. Es lag dran, dass wir am Ende empfohlene handwerker genommen haben, die halt teuerer sind.
Wir werden nachfinanzieren, weil wir auch einige Leistungen für das erste Haus an Renovierung reinfließen lassen. An sich kein problem.
Es ist wieder ohne Eigenkapital, dafür mit einer flexiblen Rate. (Möglichkeit dr Sonderfinanierung).

Ich hätte nie im Leben das gesamte EK reinfließen lssen, weil man dann nackt ist und du wirst Sachen brauchen ,die halt auch danach gekauft werden müssen.küche ?? etc.

Mehr als die Frage eines größeren EK, ist es die Finanzierung gut zu gestalten. möglichkeit einer sonderrate, Möglichkeit die Rate zweimallig anzupassen (dasd macht glaueb ich ing-diba)..
Ja, klar. Für die Bank heißt mehr EK weniger Risiko...

Jezt sind die Zinsen so niedrig, dass man durchaus mehr finanzieren kann...

Ganz liebe Grüße, Frau eines Filialleiters (einer bank)