Lügen bei geistiger Behinderung

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von silvi1974 09.12.09 - 08:56 Uhr

Hallo, mein Stiefsohn ist 13 Jahre alt und enorm Entwicklungsverzögert, er ist auf dem Stand eines 5-6 jährigen Kindes, und hat dazu noch eine geistige Behinderung.
Das Problem ist,dass er nur noch am Lügen ist, in der Schule wie auch zu Hause und meist andere Kinder damit hinein zieht,welche allerdings unbeteiligt sind, er freut sich diebisch wenn andere Ärger bekommen obwohl die gar keine schuld haben.
Sämtliche Gespräche, Erklärungen bringen nichts:-( Er lügt selbst bei Kleinigkeiten und auch wenn man ihn inflagranti erwischt.
Wir wissen einfach nicht mehr weiter, hat einer von Euch vielleicht eine Idee???

Danke im voraus schon für eure Antworten

Liebe Grüße
Silvi1974

Beitrag von megapapa 09.12.09 - 12:57 Uhr

kennn wir ,mein wird 18 und sit auf einem stand so 13 jahre


glg u viel glück sonja

er erfidnedt geschichten u lügt wie gedrückt

Beitrag von snailshell 10.12.09 - 12:31 Uhr

Sorry, OT, aber ich muss fragen:
Liest du deine Texte nicht durch, bevor du sie abschickst?

Beitrag von spatzl75 09.12.09 - 13:18 Uhr

Hi Silvi,

ich denke es ist generell schwierig ein behindertes Kind zu erziehen.
Wo setzt man an, was versteht er, macht er es aus Trotz oder weil er behindert ist.......
Puh, das ist schwer. Ich werde mir, wenn Florian älter ist Hilfe suchen. Ich weiß noch nicht in welcher Form.
Vielleicht rufst Du mal eine Beratungsstelle für Behinderte und deren Angehörige in Eurer Stadt an! Vielleicht können die Euch Tips geben!?

Viel Glück,

Bianca

Beitrag von diamant 10.12.09 - 06:33 Uhr

der meinung, ein behindertes kind zu erziehen sei schwerer als ein nicht behindertes kind, bin ich überhaupt nicht. natürlich immer im rahmen seiner möglichkeiten.
alles auf eine behinderung zu schieben ist nicht der richtige weg.
es gibt so viele einrichtungen, beratungsstellen, wo man sich hilfe suchen kann, und so viele behinderte, die auch ihren weg gehen.

Beitrag von silvi1974 10.12.09 - 07:44 Uhr

Es ist schwerer! Nebenbei habe ich noch " 5 gesunde Kinder " im Alter zwischen 15 Jahren und 20 Monaten, und weiß daher wovon ich rede. Klar erzieht man im Rahmen seiner Möglichkeiten, aber zu sagen das man nicht öfter an seine Grenzen stößt oder überfordert ist sehe ich als Lüge an. Ich habe ihn mit 6 Jahren kennengelernt und da schon festgestellt das mit ihm was nicht stimmt, wollte nur keiner hören. Seid etwas über 1 Jahr haben(er ist jetzt 13 Jahre) wir nun die Diagnose, unter anderem die geistige Behinderung, und es jeden Tag ein Spagat den wir hinlegen, da er in verschiedenen Bereichen im Alter anders einzustufen ist.
Und ja wir haben seid Mai Hilfe durch den Verein Lebenshilfe, welche uns auch wertvolle Tipps geben.
Dennoch ist es schwer mit den Lügen usw. umzugehen.

Liebe Grüße
Silvi1974

Beitrag von spatzl75 10.12.09 - 11:57 Uhr

Hi,

<alles auf eine behinderung zu schieben ist nicht der richtige weg<

Mit dieser Aussage gibst Du zu verstehen, daß die TE keinerlei Hilfe suchen möchte.
Sie würde nicht hier nachfragen, wenn dem so wäre.
Ergo, hat sie doch den richtigen Weg eingeschlagen-wie Du auch hier
<es gibt so viele einrichtungen, beratungsstellen, wo man sich hilfe suchen kann, und so viele <
zu verstehen gibst!#kratz

Hast Du ein behindertes Kind oder arbeitest Du "nur" in einer Einrichtung mit behinderten Menschen?

Und, es IST schwer! Ich kann Dir nicht sagen, und ich bin die Mutter, ob unser Florian jegliche Erziehungsmaßnahmen nachvollziehen kann und versteht. Das weiß ich einfach nicht.
Man sollte immer noch die IndikationEN beachten und selbst in der Situation sein, bevor man solch' eine Meinung vertritt. Alles andere ist vermessen.

lg

Beitrag von manfredmama 10.12.09 - 23:44 Uhr

Hallo Silvi!

Ich habe selbst kein behindertes Kind,bin aber Sozialpädagogin und arbeite in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung.

Ich will Euch eigentlich keinen Tipp geben, sonder nur von meinen Erfahrungen berichten- vielleicht könnt ihr was für Euch rausziehen!
Ich betreue in meinem Beruf auch so einen Pappenheimer, der ständig lügt und auch recht schadenfroh ist, wenn er mit seinem Geschichten anderen schaden kann...

Im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, dass es hilft, diejenige Person einfach so zu akzeptieren, wie sie ist- auch mit ihren Lügengeschichten. Humor und Ironie haben sich als hilfreich erwiesen- mein "Experte" heisst bei uns jetzt nur noch Baron Münchhausen.
Ich lasse ihn wissen, dass ich seine Lügengeschichten durchschaue, zolle dem Ganzen aber nicht mehr Interesse.
In diesem Fall hatte ich sogar das Glück, dass sich (vielleicht durch mein Desinteresse (und das meiner KollegInnen)) die Lügenexplosionen merklich verbessert haben.
Vielleicht war es aber auch nur eine Phase, die wir durchstanden haben und das ging leichter, weil wir sie einfach akzeptiert haben!

Ich wünsche Euch alles Gute und "Hut ab" vor Deiner Leistung, so viele Kinder groß zu ziehen!

Gabi