Chef zahlt den Lohn nicht - Sozialhilfe?

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Beitrag von nixfrei 09.12.09 - 09:20 Uhr

Hallo an Alle!

Ich hoffe, hier kennt sich jemand mit sowas aus :-)

Mein Chef zahlt zur Zeit keinen Lohn (Bürojob).
Das heißt, der Oktoberlohn steht noch aus. Fällig war er zum 15.11., üblicherweise bezahlt am 23.11.
Er hofft, dass er ihn noch vor Weihnachten zahlen kann... #augen
Vom Novemberlohn gar nicht zu sprechen.

Nun laufen meine Kosten natürlich weiter: Miete, Rate Auto und Küche sowie BaföG-Rückzahlung gehen ab, so dass ich mir schon Geld borgen musste. Bin schon wieder im Minus und hab noch keine Weihnachtsgeschenke gekauft :-(

Ich weiß, dass man Insolvenzgeld beantragen kann beim AA. Aber damit beantragt man auch automatisch Insolvenz für das Unternehmen. Somit versetze ich vielleicht nen Todesstoß, der noch nicht notwendig wäre.
Vor drei Jahren war schon mal dasselbe Problem und da hat sich alles wieder eingerenkt.

Nun hab ich gelesen, dass man Sozialhilfe als Soforthilfe beantragen kann. Stimmt das? Kennt sich hier jemand damit aus? Ich brauche dringend Geld für Essen usw. #zitter

LG nixfrei

Beitrag von marion2 09.12.09 - 09:35 Uhr

Hallo,

geh zur ARGE. Das geht, musst du aber zurück zahlen.

Gruß Marion

Beitrag von nixfrei 09.12.09 - 09:39 Uhr

Hallo Marion!

Danke dir! #klee
Hab gelesen, dass die entsprechenden Lohnansprüche dann auf das Sozialamt übergehen? (anteilig natürlich hoffe ich)

Hab ich das richtig in Erinnerung, dass es das Sozialamt immer noch gibt? Also unabhängig von der ARGE?

LG nixfrei

Beitrag von marion2 09.12.09 - 10:14 Uhr

Ja, das gibt es noch, aber nicht für dich ;-)

Beitrag von nixfrei 09.12.09 - 10:17 Uhr

Na gut #schmoll

;-)

Dann sollte ich wohl mal nightingale (formerly known as) anschreiben...

LG nixfrei

Beitrag von nixfrei 09.12.09 - 12:43 Uhr

ach Mist, sie hat die Anschreiben-Funktion ausgestellt :-(

Beitrag von king.with.deckchair 09.12.09 - 13:06 Uhr

Wende Dich an die ARGE, die können (in ALG II-Höhe) in Vorleistung treten und können dann gegen den Arbeitgeber einen Erstattungsanspruch in der Höhe der Leistungen geltend machen.

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_10/__115.html

Wende Dich am besten sofort heute noch hin, denn gezahlt wird ab Antragstellung.

Gruß
kdw
formerly known as... ;-)

Beitrag von nixfrei 09.12.09 - 13:12 Uhr

Ah da bist du ja :-)

Kann meinem AG da sonst noch was passieren?
Will ihn nämlich nicht in die Pfanne hauen. Aber ich brauche eben auch Geld...

Danke auch für den Link unten!

LG nixfrei

Beitrag von king.with.deckchair 09.12.09 - 13:04 Uhr

Das stimmt - mal wieder - so pauschal nicht.

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_10/__115.html

Beitrag von sassi31 09.12.09 - 11:55 Uhr

Hallo,

hast du mal mit deinem Chef gesprochen? Was sagt er denn zu der Situation?

Wenn er nicht mehr in der Lage ist, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, dann ist er ja eigentlich schon insolvent. Insolvenzverschleppung kann Ärger nach sich ziehen.

Gruß
Sassi

Beitrag von nixfrei 09.12.09 - 12:36 Uhr

Hallo Sassi!

Er sagt, dass erstmal ne größe andere Zahlung fällig ist. Danach will er (evtl.?) den Lohn überweisen.

Wegen der Insolvenz bin ich mir nicht so sicher. Bis zum Septembergehalt lief alles gut. Und wie gesagt, gab es die Situation vor 3 Jahren schon einmal. Vielleicht wirds ja auch wieder. Man weiß es nur nicht... #gruebel

LG nixfrei

Beitrag von vwpassat 09.12.09 - 14:27 Uhr

Ehrliche Meinung:

Ich würde nicht darauf hoffen, dass sich alles wieder einrenkt. Wo einmal Probleme sind, dort sind sie meist tiefgründiger.

Werde aktiv und melde es der Arbeitsagentur.

Beitrag von nixfrei 09.12.09 - 14:34 Uhr

Ja, ich weiß :-(

Nur an sich ist der Job nicht schlecht. Für hiesige Verhältnisse und Art des Jobs ist er gut bezahlt und ich mache mich nicht tot...
Sowas finde ich wahrsch. kaum wieder.
Nur müsste man das Geld eben auch bekommen...

Wenn ich das jetzt beim AA melde, ist die Sache auf jeden Fall gelaufen... zumind. für mich...

LG nixfrei

Beitrag von vwpassat 09.12.09 - 14:44 Uhr

Wenn Dein Chef nicht überbrückungsweise einen Kredit von seiner Hausbank bekommt bzw. woandersher, dann wird das seine Gründe haben.

Keiner außer er selbst weiß, wie tief er in der Sch.... steckt.

Da er den Lohn nicht zahlen kann, zeigt dass er seine Probleme jetzt auch auf seine Mitarbeiter abwälzt.

Beitrag von grafzahl 10.12.09 - 21:24 Uhr

> Für hiesige Verhältnisse und Art des Jobs ist er gut bezahlt und ich mache mich nicht tot...

1. ist der Job nicht gut bezahlt, weil er ja NICHT zahlt und
2. könnte hier der Hase im Pfeffer liegen - nur ein schlechter Unternehmer zahlt (zu) gut für Jobs, bei denen man sich nicht tot macht.

Solche Unternehmer werden sogar in der sozialen Marktwirtschaft gefressen. Und von deinem Chef gucken nicht mal mehr die Beine aus dem Maul heraus...

Und wenn die Banken nicht mal mehr die Überweisungen der Löhne durchgeben, ist der Ofen so gut wie aus. Welcher Leistungsträger arbeitet für einen Chef, der nicht zahlt? Also kann der Chef seinen Laden nur noch mit den Luschen weiter machen. Was nicht gegen dich persönlich gerichtet sein soll. Wenn du gut bist und zu den Leistungsträgern zählst, suchst du dir schnell ´nen Job, der bezahlt wird.

Beitrag von nixfrei 11.12.09 - 07:53 Uhr

Naja ist ja alles relativ...

Also ich bin Dipl.-Betriebswirt und in nem Steuerbüro.

Ich krieg 2000,- brutto, was für ein Steuerbüro viel, für nen Betriebswirt wenig ist. Aber es ist ok für mich, da ich kaum Überstunden machen muss o.ä.

Habe gestern nun wohl auch genug gejammert und den Lohn für Oktober bekommen. Also ich zähle wohl zu den Leistungsträgern, die er behalten will ;-)
Mal sehen, wann der für November kommt...

LG

Beitrag von grafzahl 11.12.09 - 10:55 Uhr

> Also ich bin Dipl.-Betriebswirt und in nem Steuerbüro.

Dein Chef ist also Steuerberater?

Ich fass´ es nicht.

Ich hätte jetzt eher mit irgendeinem kleinen Handwerker gerechnet, der das kaufmännische nicht auf die Reihe bekommt.


> Also ich zähle wohl zu den Leistungsträgern, die er behalten will

Ob das ein Segen für dich ist?

Viel Glück für dein November-Gehalt.

LG
Christian

Beitrag von sassi31 10.12.09 - 01:16 Uhr

Hallo,

es ist ja wirklich nett gemeint von dir, dass du ihm nicht in den Rücken fallen willst. Aber die Dumme bist letztendlich du, wenn du deinen Verdienst nicht mehr erhältst.

Ich würde ihn ganz direkt ansprechen und ihm sagen, dass du dein Geld sofort brauchst, weil du nicht mehr in der Lage bist, deinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Du siehst dann ja, wie er reagiert. Will er dich weiterhin vertrösten, dann sieht es verdammt schlecht aus.

Das was du hier in deinen Antworten schilderst, klingt für mich so, als wenn dein Chef nur Löcher stopft. Dadurch aber neue Löcher aufreißt. Sowas habe ich etliche Male mitbekommen, als ich noch im Mahnwesen gearbeitet habe. Wenn Firmen die Löhne und Gehälter nicht mehr zahlen können, ist das Kind meistens schon in den Brunnen gefallen und nicht mehr zu retten.

Versuch deine Ansprüche zu sichern. Du hast schließlich gearbeitet und ein Anrecht auf eine Entlohnung.

Gruß
Sassi

Beitrag von grafzahl 09.12.09 - 19:26 Uhr

> Aber damit beantragt man auch automatisch Insolvenz für das Unternehmen. Somit versetze ich vielleicht nen Todesstoß, der noch nicht notwendig wäre.

Gehälter nicht mehr zu zahlen ist bereits der Todesstoß. Wenn er die Gehälter nicht mehr zahlen kann, ist er pleite. Egal, wie kacke die Lage ist - Gehälter muss ich immer zahlen, sonst kann ich einpacken. Wie motiviert sind Mitarbeiter, die ihren Lohn nicht bekommen?

Wie sieht es eigentlich mit den Sozialversicherungsbeiträgen aus? Werden die noch abgeführt? Oder nur vom Lohn abgezogen und einbehalten?

Beitrag von sassi31 10.12.09 - 01:10 Uhr

Also wenn die Sozialversicherungsbeiträge nicht mehr abgeführt werden, ist es eh bald vorbei. Die fackeln nicht lange und melden die Insolvenz der Firma.

Beitrag von nixfrei 10.12.09 - 06:57 Uhr

Ja, ich vermute mal, das bezahlt er noch. Aus dem Grund, den Sassi genannt hat.
Mit uns kann ers ja machen, weil wir still halten (zumind. bis jetzt noch...) :-(

LG