Krise selbst über 10 Jahre nach FG

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von jana-marai 09.12.09 - 12:16 Uhr

Hallo,
geht es anderen Frauen genauso?
Über 10 Jahre nach meiner FG zieht es mich immernoch total in den Sumpf, wenn es sich jährt. Doch keiner in meinem Umfeld hat oder hatte jemals Verständnis dafür.
Meine Beziehung ist damals daran zerbrochen, und ich habe nie wieder einen so tollen Mann kennengelernt.
Aber das schlimmste: Der behandelnde Arzt damals sagte direkt am Morgen danach: "Sie sind ja noch jung, können noch viele Kinder bekommen." - ja wie ohne Partner, wenn der gerade gegangen ist? Kind weg, Mann weg?
Und heute bin ich "alt" (fühle mich zumindest so), und nichts ist besser.
Kennt hier jemand das Gefühl? Geht es anderen Frauen ähnlich?
Hört das denn niemals auf???
Traurige Grüße

Beitrag von nicci1970 09.12.09 - 13:24 Uhr

Hallo,

hatte vor 11 Jahren meine erste FG und denke jedes Jahr an den eigentlichen ET. Dann dieses Jahr wieder eine FG. Der Tag des ET rückt immer näher und ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Es tut jeden Tag immer mehr weh.
Bin jetzt 39 Jahre alt und der Druck wächst von Tag zu Tag.
Allerdings habe ich einen lieben Mann der mich immer wieder auffängt. Glaube aber manchmal, er wünscht sich auch das es mal einfacher mit mir wird.

Liebe Grüße
Nicci1970

Beitrag von becky1979 09.12.09 - 15:26 Uhr

hey, das kenne ich doch..

habe vor 4 und 3 Jahren zwei Totgeburten und danach noch drei Fehlgeburten...
Und das Schlimmste was man zu hören bekommt ist doch immer " Sie sind noch jung und können noch viele Kinder in die Welt setzten". Gaanz toll. Man hat sich doch GENAU dieses Kind gewünscht und hat sich auf DIESES Kind gefreut, da nutzt es einem herzlich wenig, wenn man so was blödes hört....

Ich finde es ehr schön zu hören, daß Du einen So verständnisvollen Mann an Deiner Seite hast, denn das ist doch enorm wichtig. Setze Dich nicht so unter Druck - auch wenn dies einfacher gesagt als getan ist, ich weiß....

Ich wünsche Dir trotz allemn eine schöne Vorweihnachtszeit und ganz viel Kraft für die Zukunft

LG Rebecca

Beitrag von nicci1970 09.12.09 - 20:29 Uhr

Hallo Rebecca,

ja es ist alles bescheiden..........und keiner kann sich vorstellen wie es ist. Wenn man es selbst noch nicht mitmachen musste. Diese blöden Sprüche......und die kommen oft auch aus der Familie.
So wie mir meine Nichte (ist gerade selbst schwanger) gesagt hat, ich an deiner Stelle würde ja mal langsam den KiWu an den Nagel hängen #schock! Wenn sie nicht am Telefon gewesen wäre, hätte ich ihr glaub eine geballert.
Manchmal ist alles ziemlich ungerecht.

Beitrag von teddy3 09.12.09 - 17:19 Uhr

Hallo.
Ich kenne das. Bei uns ist es zwar "erst" zwischen 2 und 3,5 Jahre her, aber das Gefühl, das etwas fehlt, kenne ich...

Im Juli 06 hatte ich eine FG (nach mehreren OPs und einem Jahr üben) Es war WM - Deutschland hat gespielt - und ich bekomme Blutungen... ab in die Klinik...
Es war so schlimm.

Im Dez 06 hatte ich dann so heftig Bauchweh, wie nie zuvor. ELSS Not operation eine Woche KH-Aufenthalt. Draußen war alles voll mit Weihnachtsdekoration und auch die Station war geschmückt.

Im Aug 07 habe ich dann nach 7 Wochen strammen Liegen meine kleine Tochter LIna tot zur Welt gebracht.

Alles und jede Situation erinnert einen daran. Besonders - wie du auch schreibst - an den "Jahres Tagen" ist es besonders schlimm.

Es fehlt einfach etwas. MEine GEdanken sind oft: Was wohl aus den Babys geworden wäre, wie hätten sie wohl ausgesehen und immer wieder die Große Frage: WARUM???

Wir wurden nun im Mai für alles belohnt. Das warten hat sich gelohnt. Wir haben eine gesunde Tochter zur Welt gebracht und sind super Stolze Eltern.
Aber die Gedanken bleiben....
Ich glaube, ganz aufhören wird das wohl nie. Auch wenn man das meint.

Und andere verstehen das schon gar nicht. Menschen sind alle verschieden, und besonders diejenigen, die DAS nicht durchgemacht haben, werden es NIEMALS verstehen.

Hier findet man immer jemanden, der genauso denkt, wie man selbst. Es tut gut, sich auszusprechen... Aber man muss eben lernen, sich damit zu arrangieren. - wie bei schlimmer Trauer - es bleibt immer etwas, vergessen wird man glaub ich nie.

Alles Gute

Beitrag von liamitis 09.12.09 - 17:47 Uhr

ich mußte vor 10 jahren meine kleine tochter in der 16. woche zu den sternen ziehen lassen.

ich denke auch noch immer an sie während mein gesamtes umfeld sie einfach vergessen hat.

ich denke mal trauer um unsere kinder und auch die starke sehnsucht sind normal. nur wenn die trauer überhand nimmt sollte man sich überlegen eine therapie zu machen um es besser zu verarbeiten.