Fleichfresser vs. Pflanzenfresser. Wie macht ihr das in der Beziehung?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von Ich_ess_nur_Gras 09.12.09 - 12:55 Uhr

Hallo Urbia,

nun habe ich folgendes "Problem" - was eigentlich kein Problem ist.
Ich bin Vegetarierin. D.h. ich verzichte natürlich auf Fleisch und Fisch, etc.
Mein Partner ernährt sich sehr gesund, hat sich wohl auch ein Jahr vegetarisch ernährt es dann aber aufgrund mangelnder Werte wieder eingestellt. Trotzdem isst er nur sehr wenig Fleisch.

Mein Partner is(s)t häufig bei mir, da ich ein kleines Kind habe und es für mich nach Arbeit echt umständlich wär noch zu ihm zu düsen. What ever.
Folglich isst er mein gekochtes. Das ist halt zu 90 % vegetarischer Natur. Mein Sohn ist auch kein Fleisch-Fan und somit kommt wirklich wenig Tier in die Pfanne.

Gestern habe ich ihm vorgeschlagen, dass er sich gern' Fleisch seiner Wahl mitbringen kann und ich es ihm dann zubereite oder er...
Er hat das auch angenommen, sich sein Steak gebraten. Alles kein Problem für mich - schliesslich koche ich meinem Sohn auch Fleisch.

Meine Freundin meinte nun allerdings es respektlos von IHM wäre Fleisch mit zu bringen, wo er doch weiß, dass ich da nicht gerade einen Wohlgefallen daran habe.
Sie meint, trotz Angebot meinerseits, hätte er es aus Anstand ausschlagen sollen.

Ich sehe das persönlich nicht so eng, sonst hätte ich ihm das ja auch nicht angeboten. Ich habe auch ein wenig Angst das wir aufgrund unserer Ernährungsdefizite ( auch wenn sie nich so groß sind ) eine eingeschränkte Zukunft haben. Vielleicht nervt es ihn ja an, dass ich mich nur von Salat, Nudeln und Co. ernähre.

Er hat dann gestern während des essens auch die Konsistenz des Fleisches kommentiert. Das war mir dann auch etwas unangenehm - da ich auch gegessen habe. Ich habe ihn darauf hingewiesen und gut war. Fraglich ist halt nur, ob es ihn stört :-(

Es tut mir ja soweit auch leid aber nur aufgrund unserer unterschiedlicher Ernährung möchte ich ja nicht gleich auf den Mann verzichten.

Wie seht ihr das? Könnte das zu einem Problem werden? Gibt es vielleicht Paare wo ein Part Vegan/Vegetarier ist und der Andere nicht?

Würde mich über Antwort freuen.

Beitrag von neoline2 09.12.09 - 13:04 Uhr

wer keine Probleme hat, kann sich auch welche machen...

Ich sehe keins...

Beitrag von nixfrei 09.12.09 - 13:07 Uhr

Ich sehe da auch keine Probleme...
Du bist doch recht tolerant! Ich kenne da ganz andere Verhaltensweisen.

LG nixfrei

Beitrag von Ich_ess_nur_Gras 09.12.09 - 13:13 Uhr

Ich persönlich sehe da kein Problem weil ich ja nicht eingeschränkt bin was meine Ernährung betrifft.
Ich denke da eher an meinen Partner, der sich evtl durch meine Ernährung eingeschränkt fühlt.

Beitrag von nixfrei 09.12.09 - 13:20 Uhr

Da musst du ihn mal fragen. Aber ich schätze, dass du ihm lieber bist, als täglich Fleisch ;-)

Ich denke, er hat Glück gehabt mit dir. Der Freund meiner Freundin darf kein Fleisch mehr essen, da sie Veg. ist und keinen Fleischesser küsst... #schwitz

LG

Beitrag von Ich_ess_nur_Gras 09.12.09 - 13:25 Uhr

Oha na das ist ja wirklich abgefahren.
Versteh' ich gar nicht das sich Menschen so umbiegen lassen für Jemanden.
Wenn mir mein Partner sagen würde, er küsst keine Vegetarier, ich solle für ihn anfangen Fleisch zu essen, würde ich ihn kurz schief anschauen und ihn auf direkten Weg aus meiner Wohnung befördern.

Beitrag von gh1954 09.12.09 - 13:19 Uhr

Deine Freundin sollte sich da raushalten.

Wärst du eine militante Tierschutz-Vegetarierin, hättest du ihm das Angebot erst gar nicht gemacht und wärst vermutlich nicht mit ihm zusammen.

Beitrag von ayshe 09.12.09 - 13:25 Uhr

eben!

Beitrag von ayshe 09.12.09 - 13:28 Uhr

ich bin zwar kein vegetarier,
aber esse nur wenig fleisch, es ist einfach nicht so mein ding, nur manches eben.


was meinst du, wie oft mein mann auch allein fleisch ißt,
ich mag vieles davon eben nicht und unsere tochter ißt auch nur würstchen und manche wurst sowie selten mal hähnchen.

also dann haut er sich eben allein etwas in die pfanne, ist doch egal.



ich finde, du bist doch sehr tolernat und warum sollte es da probleme geben solange ihr euch gegenseitig akzeptiert und den anderen nicht umstimmen wollt?

Beitrag von mirabelle75 09.12.09 - 13:40 Uhr

Hallo,
es soll doch jeder das essen, was er will. Ich sehe da gar kein Problem. Die Einstellung deiner Freundin finde ich sehr kompromisslos - es ist ja nichts dabei, wenn er sich zusätzlich du deinem vegetarischen Essen eine Fleischbeilage brät.
Bei uns zu Hause essen wir beide zwar Fleisch, ich aber in einem geringeren Umfang als mein Mann. Ich esse dann manchmal vegetarisch z.B. nur Gemüse oder zusätzlich noch Tofu, während mein Mann ein Schnitzel oder ein Steak separat bekommt.
Grüße

Beitrag von badguy 09.12.09 - 14:09 Uhr

Das ist doch mal wieder genial.

Da einigen sich zwei Menschen, gehen tolerant aufeinander zu und jemand Externes bringt Unruhe rein.

Deine Freundin geht es null an, wie ihr eure Beziehung führt.

Ihr habt doch einen Kompromiss gefunden. Er bringt sein Fleisch mit, du bereitest es zu und gut ist.

Ich mag auch nicht alles, was meine Freundin mag. Aber es käme mir nie in den Sinn, wenn z. B. Fenchel auf dem Einkaufszettel steht, ohne Fenchel zu kommen. Auch bin ich in der Lage, die Qualitäten von Lebensmitteln zu beurteilen.

Das sollte doch reichen. Ich kann da nur sagen: Macht es so, wie ihr es machen möchtet. Ihr trefft eine Entscheidung, die ihr beide vertreten könnt und gut ist. Alle anderen habe eure Entscheidung, da sie nur euch selbst betrifft, zu akzeptieren.

Ihr geht respektvoll und tolerant miteinader um, das finde ich klasse. Daumen hoch!

Beitrag von teh41 09.12.09 - 14:13 Uhr

Hallo Clorophyllikerin,

ich denke, hier gilt "Leben und leben lassen!".

Solange er nicht vor Dir eine Blutwurst seziert, ein Tartar mit rohem Ei verkleppert oder sich durch einen Berg Schweinemett arbeitet, denke ich, mangelt es ihm keinesfalls an Respekt vor Deinen Ernährungsgewohnheiten. Das Dir seine zum Vortrag gebrachten Erkundungsergebnisse der Beschaffenheit seines Kurzgebratenen widerstreben, solltest Du ihn aber schon wissen lassen. Ich denke, das ist einfach nicht nötig, ebenso wenig werden Dich seine denkbaren Lobgesänge auf eine bestimmte Wurstwürzung nicht in Paarungsstimmung versetzen, also sollte er dergleichen vermeiden. Doch dazu braucht es Deine Ansprache. Vielleicht schafft ihr beide es, gegenseitig Euren Ernährungsgewohnheiten weniger Beachtung zu schenken?!

Viel wichtiger finde ich aber, dass Dein Sohnemann durch Deinen Partner tierische Lebensmittel intensiver kennen lernen kann, also deren Vielfalt. Darin sähe ich eine notwendige Bereicherung für den Kleinen in Sachen Lebensmittelkunde.

Was Deine Freundin anbelangt, so frage ich mich, wem es hier wem gegenüber an Respekt mangelt?
Wenn DU Deinem Partner ein Angebot unterbreitest, wäre es äußerst höflich von IHR, die Ernsthaftigkeit Deines Entgegenkommens nicht in Frage zu stellen und Deinen Partner für IHRE Erwartungshaltung zu schelten. Es ist kurz und knackig formuliert, baggerschippenblöde, derartiges zu verlangen.

Ich finde es übrigens klasse von Dir, dass DU ihm ermöglichst, sich so zu ernähren, wie er es braucht oder meint brauchen zu müssen. Von dieser Grundhaltung kann eine Beziehung nur profitieren.

Kurzum, respektiert Euch kalorisch gegenseitig und reduziert Eure Beziehung nicht auf die Ausgangsprodukte Eurer beider Stoffwechsel.

Nur meine Meinung!


Thomas

Beitrag von Ich_ess_nur_Gras 09.12.09 - 14:42 Uhr

Hallo Thomas,

danke für Dein erfrischendes statemant.

So sehe ich es natürlich auch. Und ich habe mich auch sehr vor den Kopf gestossen gefühlt. Habe ihr das natürlich auch gesagt. Trotzdem meint sie, wär' es eine Frechheit.

Jedoch möchte ich sagen das mein Sohn alles zu sich nehmen darf nachdem es ihm gelüstet.
Beim Einkauf gehe ich auch auf seine Wünsche ein.
Auch erzähle ich ihm keine Horromärchen und wenn er fragt warum ich keine Fischstäbchen mag, sage ich ledeglich das es mir nicht schmeckt.
Trotzdem sehe ich das auch so, dass mein Partner meinem Sohn den bewussten Umgang mit Fleisch besser näher bringen kann, als ich.

Vielen Dank



Beitrag von teh41 09.12.09 - 15:00 Uhr

Irgendwie scheint mir Deine Freundin mit Gammelfleisch und/oder ungegartem britischen Rindfleisch in Berührung gekommen zu sein? Nun ja, lieber Creutzfeld Cakob als Clausthal-Zellerfeld wird sie sich denken, ist aber auch wurscht.

Klasse finde ich, dass Du Deinen Sohnemann unbeschwert mit Lebensmitteln umgehen lässt, ohne ihn zu indoktrinieren. Dessen hätte ich Dich aber auch ohne Deine Antwort nicht verdächtigt.

Weiterhin guten Appetit!

Thomas

Beitrag von sniksnak 09.12.09 - 14:17 Uhr

"Meine Freundin meinte nun allerdings es respektlos von IHM wäre Fleisch mit zu bringen, wo er doch weiß, dass ich da nicht gerade einen Wohlgefallen daran habe.
Sie meint, trotz Angebot meinerseits, hätte er es aus Anstand ausschlagen sollen."

1. was geht die das an? Du hast es ihm angeboten also wirst du wohl kein Problem damit haben.

2. was geht die das an?

3. s.o.

4. ...

Verstehe nicht, warum du durch einen Ausspruch deiner Freundin an deiner Beziehung zweifelst.


sniksnak

Beitrag von Ich_ess_nur_Gras 09.12.09 - 14:45 Uhr

Hallo,

ich zweifel nicht an unserer Bezieung. Vielleicht wird das etwas falsch verstanden. Ich würde ihm auch ein 2. -3. -4. - mal vorschlagen Fleisch einzukaufen und hier zu zuzubereiten.
Es wär' doch doof, wenn er sein Essverhalten einschränken muss, "nur" weil er gern bei mir ist.

Ich fühl' mich ja auch nicht eingeschränkt, ich habe eher bedenken das ER sich eingeschränkt fühlt.
Ist schliesslich schon etwas komisch wenn er sich seine gejagtes mitbringen muss ;-)


Gruß

Beitrag von sniksnak 09.12.09 - 15:18 Uhr

IHR habt euch doch scheinbar arrangiert... Lass dich nicht von Außenstehenden verunsichern ;-)

Beitrag von silk.stockings 09.12.09 - 15:22 Uhr

>>Ist schliesslich schon etwas komisch wenn er sich seine gejagtes mitbringen muss<<

Für Männer ist das völlig in Ordnung. Die Keule sollte er aber im Wagen lassen.

Beitrag von sniksnak 09.12.09 - 15:37 Uhr

#rofl

Beitrag von badguy 09.12.09 - 19:43 Uhr

Die Keule sollte er aber im Wagen lassen.

Och nöö, echt jetzt? Das wäre aber blöd! *zweideutiggrins*

Beitrag von anyca 09.12.09 - 14:29 Uhr

"Meine Freundin meinte nun allerdings es respektlos von IHM wäre Fleisch mit zu bringen, wo er doch weiß, dass ich da nicht gerade einen Wohlgefallen daran habe. "

#augen

Dann dürften mein Mann und meine Tochter keine Bananen essen, weil ich die nicht ausstehen kann, und ich dürfte keinen Reis essen, weil mein Mann den nicht mag ... sehr praktisch!

Beitrag von jurbs 09.12.09 - 16:20 Uhr

ich sehe auf dauer schwierigkeiten für beide ... aber solang du kein militanter veggy wirst sollte das trotzdem klappen .... mein vater wurde nach 40 jahren noch vegetarier, meine mutter nicht - sie essen trotzdem zusammen und bei vater macht für sie mal fleisch und sie macht für ihn bei besuch oder so immer extre gerichte - klappt super!

Beitrag von nami8277 09.12.09 - 23:20 Uhr

Hallo,

ich habe mich als kind, nachdem man mir meinen hasen geschlachtet hat, geweigert nochmal fleisch zu essen. dies ziehe ich seit 17 jahren sehr erfolgreich durch. ich kann mir nicht vorstellen es wieder zu essen.

ich selbst habe keinerlei probleme damit das meine umwelt das tut. jeder muss wissen was ihm schmeckt.
ich habe schon sehr oft bemerkt, dass wenn man bei mir erfährt das ich vegetarier bin, die leute erstmal nen dummen spruch bringen. mein freund war auch etwas überrascht aber merkte recht schnell, dass ich eben keine von der sorte bin die andre überzeugen möchte auch vegetarier zu werden.

ich koche ihm auch sein fleisch unter einer bedinung *g* er muss selbst testen obs schmeckt oder ob es gelungen ist.
macht ihm überhaupt nix aus - im gegenteil, selbst auf gut glück - so sagt er, schmeckt was ich ihm koche ausnahmslos alles bisher.
auch mein ex-freund hatte nie ein problem damit.
mach dir deshalb keinen kopf. eine beziehung wird mit deiner toleranz nicht den bach hinunter gehen :-)

kannst mich aber auch gerne über vk anschreiben wenn du lust hast, ich freu mich immer wenn ich tolerante gleichgesinnte kennenlernen darf.

Beitrag von incuria 10.12.09 - 11:08 Uhr

Hi Nami,

bei mir ist das nicht so radikal sondern schleichend passiert. Ich habe immer mehr reduziert, jedoch ohne Absicht, sondern weil es nicht schmeckt.
Erst komplett alle Schnitzelähnlichen Dinger, dann Hähnchen und Co.
Es ging nicht mehr, es schmeckte nicht mehr.
Dann Wurst, zu guter Letzt Fisch. Und dann merkte ich das ich nur noch alle paar Wochen etwas esse was mal ein Tier war. Also habe ich es komplett eingestellt.
Jetzt bin ich seit fast 2 Jahren aus überzeugung Vegetarier.
Jedoch bin ich eh' ein tolleranter Mensch, deswegen käm' es für mich nicht in Frage da irgendwen zu bemängeln.

Aber Du hast recht, komischerweise bekomme ich auch immer dumme Kommentare al la: Du isst meinem Essen das Essen weg #kopfkratz

Einmal hatte mir eine Dame wild gestikulierend ihr Salamiebrot unter die Nase gehalten, wobei ich nur anmerkte, ob sie es denn bitte von meiner Nase entfernen könne, da mir davon übel wird ( ist leider wirklich so ) Ich rieche da kein leckeres Wurstbrötchen mehr, ich rieche nur noch "Fleisch" )

Sie ist aufgesrpungen, was für ein intoleranter Mensch ich wär', nur weil ich darauf verzichte müsse ich das nicht von Anderen verlangen ;-)

Naja, um beim Thema zu bleiben. Natürlich kann ich auch Fleischgerichte kochen, wobei so richtig gute Hausmanskost dann auch wieder nicht, das war halt noch nie mein Ding.
Und wie Du schon sagst, abschmecken und kosten würde ich nicht aber alles andere ist kein Problem für mich.