thema beikost-warum haben kinderärzte keine ahnung???

Archiv des urbia-Forums Stillen & Ernährung.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von luron 09.12.09 - 21:00 Uhr

also ich verstehe es nicht warum sich hier immer soviele darüber auslassen das kinderärzte ja angeblich keine ahnung haben was beikost angeht....ich sehe das ein bißchen anders...die haben medizin studiert und da war sicher z.b. der magen-darmtrakt und verdauung auch ein thema #kratz

lg jana

Beitrag von claudiab80 09.12.09 - 21:04 Uhr

Denke ich mir auch immer #augen

Meiner hat mich immer super informiert und aufgeklärt.

Claudia

Beitrag von muddi08 09.12.09 - 21:05 Uhr

Ja, aber die Forschung und Wissenschaft geht ja weiter, was früher super war, ist heute teilweise echt überholt. Und wenn man nach dem Studium keinerlei Fortbildungen in Sachen Ernährung besucht, verbreitet man halt das im Studium Erlernte und das ist oft Schnee von gestern.

Beitrag von luron 09.12.09 - 21:09 Uhr

aber woher weißt du denn das die ärzte keine fortbildungen machen???

Beitrag von muddi08 09.12.09 - 21:19 Uhr

Das merkt man an deren Tipps. Z.B. Beim Stillen: Abstand von mind. 2 Stunden einhalten, sonst gibts Bauchweh. Oder: 6 Wochen altes Baby, vollgestillt, Mutter macht bei uns auf Station Stillproben, es trinkt 290ml, Chefärztin(!!!!) sagt (O-Ton): Nach 200ml aufhören mit Stillen, er wird sonst zu fett!
Ist kein Scherz, bin Kinderkrankenschwester und stand daneben, als sie es gesagt hat. Bei uns auf der Frühchenstation wird auch nach festen Zeiten gefüttert, dazwischen gibts Schnuller#schock. Zum Glück arbeite ich nicht direkt dort, sondern auf der Kinderstation bei den größeren Kindern.

Beitrag von widowwadman 09.12.09 - 21:22 Uhr

Ich stell mir das allerdings auch schwierig vor auf ner Fruehchenstation nach Bedarf und nicht nach Plan zu fuettern. Wie soll das denn organisiert werden?

Ich gebe dir schon recht, dass das nicht ideal ist.

Beitrag von muddi08 09.12.09 - 21:27 Uhr

Ich kann mir vorstellen, dass die Babys da schon einen Rhythmus "antrainiert" bekommen und das ist doch nicht sinnig, oder?
Nach Plan sieht so aus: Alle werden um 9, um 12, um 15 usw. gefüttert. Dazwischen gibt es oft freie Zeit, wo man trotzdem einem schreienden Kind statt Flasche einen Schnuller gibt. Ich als Mutter würde mich darüber ärgern, ein Baby hat in diesem Alter nichts anderes zu tun, als schlafen und wachsen. Auch Wachstumsschübe werden ignoriert. Ich habe manchmal alle halbe Stunde gestillt, so was gibts da nicht.

Beitrag von schullek 09.12.09 - 21:40 Uhr

eine bekannte hat mir letztens von ihrer tochter erzählt, die 6 wochen zu früh geholt werden musste. auf der frühchenstation ging es nur nach zeit und sie wurde gar nicht beim stillen unterstützt. bereits dort wurde ihr eingetrichtert, das kind müsse so und so viel trinken. problem: das kind wollte nicht so viel!
die eltern waren ab da stark verunsichert, obwohl sie wussten, dass auf der station die kinder quasi vollgestopft wurden, damir sie shcnell ein entlassungsgewicht erreichen.
heute ist das mädchen 5 und eine essensverweigerin. sie weigert sich zu hause strikt zu essen. immer nur peanuts. erst jetzt im kiga klappt es. die mutter sieht die schuld in diesem frühen drill. das kind wurde bereits da zum essen gezwungen und zu hause haben die verunsicherten eltern natürlich weiter extrem darauf geachtet... heute haben sie schulsgefühle und versuchen es wieder gut zu machen.

lg,

schullek

Beitrag von muddi08 09.12.09 - 21:45 Uhr

Ja, so siehts leider aus. Flasche geben ist in diesem Fall leider zeitsparender als Stillen. Denn das bedeutet: Mutter muss angerufen werden, Mutter muss das Anlegen gezeigt werden, klappt oft nicht gleich, usw. Und wenn die Menge nicht geschafft wird, wird der Rest sondiert, wobei manche ja wirklich zu schwach zum Saugen sind. Aber zwischendurch, wenn sie sich vor Hunger melden, gibt es den Schnuller, weil die Zeit noch nicht ran ist. Auch irgendwie unlogisch.

Beitrag von schullek 09.12.09 - 21:48 Uhr

das ist ja absolut traurig!

Beitrag von culturette 09.12.09 - 21:53 Uhr

Gehört zwar nicht zum Thema, aber wo ich gerade jetzt lese:
**Mutter muss das Anlegen gezeigt werden, klappt oft nicht gleich, usw.**
Komisch, ist sowas nicht eigentlich Mutterinstinkt? Funktioniert das nicht automatisch? Ich habe mir nicht zeigen lassen wollen wie ich mein Kind anlegen muss. Und es klappte von Anhieb. Hab mir darüberhinaus auch nie die Frage gestellt ob es "nicht klappen könnte" klappt doch von natur aus eigentlich immer. #kratz

Aber wahrscheinlich sind viele Mütter im Kreisssaal schon geistig beim Abstillen und wann sie wieder in die Disco, ins Kino oder zur Arbeit gehen können. Im ersten Wachstumsschub des Kindes rät dann der KIA (oder frecherweise die Hebamme) zum Zufüttern weil die Mutter ja nicht genug Milch hat. Hallo?? Meine Maus hat so einen hohen Bedarf in Wachstumsschüben was sich nach zwei Tagen wieder selbst reguliert und das seit 14 Monaten, immer und immer wieder.... aber wer hat davon Ahnung? Kein Kinderarzt, nur Hebammen (nicht mal alle) und Stillberatungen. Soviel meinerseits zum Thema Kinderärzte und Ernährung.

Beitrag von muddi08 09.12.09 - 21:59 Uhr

Naja, ich war auch zu dumm, mein Kind richtig anzulegen. Ich musste mir das auch erstmal zeigen lassen. Aber seitdem klappts schon fast 14 Monate #huepf

Beitrag von culturette 09.12.09 - 22:09 Uhr

Soll ja nicht heißen dass du zu dumm warst ;-), manchen Frauen tut es ja auch gut die Unterstützung der Kinderkrankenschwester im ersten Moment zu haben. Damit will ich nur ausdrücken wie verunsichert doch alle Frauen werden. Allein schon aus Erzählungen von anderen Ex-Stillerinnen die verzweifelt sagen: "Bei mir hats nicht geklappt. Bei mir hats nicht geklappt, ach ja, habe ich schon erwähnt, bei mir hats nicht geklaaahhaaaappt."
Da wird Frauen ja schon von vornerherein Angst gemacht: Oh Stillen muss ganz schön schwer bzw. anstrengend sein wenn es bei soooo vielen nicht klappt.

Beitrag von kyrilla 09.12.09 - 23:09 Uhr

Es freut mich aufrichtig für dich, dass du keine Startschwierigkeiten hattest. Leider hat das so gar nichts mit Mutterinstinkt zu tun. Bei meinem ersten Sohn wusste ich auch in der Schwangerschaft, dass ich stillen würde und das mindestens ein Jahr lang. Die Geburt war lang und anstrengend für uns beide, er war viel zu erschöpft um zu trinken, Hilfe in der Klinik gab es nicht. Glücklicherweise habe ich ambulant entbunden und es mit meiner Hebamme hingekriegt. Wir stillten 14 Monate.

6 Monate nach dem Abstillen kam sein Bruder zur Welt, wieder hatten wir große Startschwierigkeiten, obwohl ich durchaus schon erfahren war! Unsere Stillzeit ist nach 30 Monaten noch nicht zu Ende!

Klappt eben von Natur aus nicht immer, deshalb bin ich dafür, dass werdende Mütter sich ausreichend und richtig informieren (AFS, LLL) und sich bei Bedarf fachkundige Hilfe holen.

LG
Kyrilla

Beitrag von culturette 09.12.09 - 23:22 Uhr

stimme dir zu #pro nicht immer ist es die Psyche der Mutter, manchmal kommen auch andere Faktoren dazu die das Stillen erschweren zum Beispiel kann das Kind die Brustwarze nicht packen und daran trinken. Oder eben eine schwierige Geburt, eine Frühgeburt etc.
Ich sage ja auch nichts gegen die Still-Hilfe, im Gegenteil das ist schon alles richtig so und auch besonders schön dass es das gibt - auch ich habe zweimal die LLL um Hilfe gebeten.
Meine etwas lapidar und zu pauschal geäußerte Bemerkung zielte eigentlich eher darauf ab, dass viele Frauen im Kopf nicht frei sind fürs Stillen und sich zu verrückt machen und vor lauter Hinweisen (auch schon im Vorfeld). Wie eine Einkaufsliste werden die Punkte der Stillvorbereitung im Geiste abgegangen, dass an Entspannung nicht zu denken ist. So gewisse Dinge klappen automatisch, wenn man voher weniger darüber grübelt und Vertrauen in sich selbst und seinen Körper hat.
Aber eben alles, wie du schon sagst, vorrausgesetzt es spielen keine anderen Faktoren mit ein, die das Stillen erschweren.

Beitrag von qrupa 10.12.09 - 09:11 Uhr

Hallo

leider klappt das nciht immer so reibungslos. Wenn das Baby das erste mal angelegt werden soll und die frisch gebackene Mam noch nicht genau weiß wie man soein winziges Wesen am besten hält damit nichts "abbricht" bekommt man in vilen Kliniken leider nur Hilfe in Form von: Baby im nacken packen und an die Brust drücken.
Das Ergebnis ist meist, dass Frau ohne zu wissen wie es funktioniert und mit wunden Brustwarzen nach Hause entlassen wird. Aber isch mal 10 Minuten ans Bett setzen dun zeigen wie man ein Baby richtig hält beim stillen, damit einem nicht der Hals steif wird und woran man sieht, dass es richtig angedockt ist zeigt einem meist niemand.

LG
qrupa

Beitrag von allymcbeal 28.01.10 - 10:46 Uhr

Tschuldigung, aber hast Du schon mal versucht ein Frühchen anzulegen, das gerade mal 1 kg wiegt!?!
Ich habe jede Menge Mutterinstinkt, aber ich war froh, dass die Schwestern da waren und mit Tipps gaben, wie ich das kleine Bündel am besten halten soll! Die Kleinen haben nämlich noch keinen Schluckreflex, wie ausgewachsene Babys.

Beitrag von juliocesar 09.12.09 - 21:53 Uhr

hallo schullek

das kind einer freundin wurde im 8. monat per ks geholt. die mutter bestand darauf, nachts geweckt zu werden, um milch abzupumpen. sie wurde schlafen gelassen, mit der begründung, es sei wichtiger, dass sie sich erst erhole. gut und recht, aber wenn die mutter darauf besteht. das baby bekam unterdessen säuglingsmilch, die mumi ging immer mehr zurück. so recht zeit, ihr das abpumpen bei zu bringen, hatte auch niemand.

lg gabriela.

Beitrag von schullek 09.12.09 - 21:55 Uhr

sowas ist absolut traurig, vor allem wenn einem bewusst iost, wie wichtig gerade für diese kinder die muttermilch ist!

Beitrag von culturette 09.12.09 - 22:16 Uhr

Damit hätte sie das Krankenhaus verklagen können.

Beitrag von escada87 09.12.09 - 22:55 Uhr

das ist eine Frechheit

neben mir lag eine Frau die wurde auch geweckt und nicht unbedingt weil sie das so wollte (natürlich war sie dennoch damit einverstanden klar) sondern weil es von den Schwestern so gewünscht war und ihr Frühchen bekam von Anfang an MuMi bis zur Entlassung

Beitrag von perserkater 09.12.09 - 21:43 Uhr

Hh man traurig. Gibt es denn kein Extrapersonal nur für die Pflege der Frühchen? Ist ja schon schlimm genug einem "fertig gereiften" Baby die Mahlzeiten nach ner Uhr zu geben aber diese kleine Wesen brauchen doch 1000% und sofortige Bedürfniserfüllung.

Ich habe auch stundenlang gestillt und stille noch heute mind. alle 2 Stunden. Kann ich mir auch gar nicht anders vorstellen.

Beitrag von muddi08 09.12.09 - 21:53 Uhr

Das ist Extrapersonal. Aber Anweisung kommt immer von oben, sprich Ärzte ordnen an, wie oft dieses Frühchen die Mahlzeit bekommt. Es gibt Babys, die bekommen alle 3 Stunden was, oder alle 4 Stunden. Aber dazwischen gibts nix.

Beitrag von juliocesar 09.12.09 - 21:54 Uhr

mensch, eigentlich sollte man doch eine initiative starten für stillfreundliche frühchenstationen. wurde da mal ein anlauf gestartet?

Beitrag von schullek 09.12.09 - 21:57 Uhr

entweder das kkh ist stillfreundlich oder eben nicht. und dann sagt das ja auch lange noch nichts über die frühchenstation aus.
an die eltern müsste man ja auch irgendwie kommen. statt brüschüren über säuglingsnahrung, müssten die was zum stillen kriegen. damit die gestärkt werden und wissen: nicht der arzt hat die macht über mein kind, sondenr ich. aber solange eltern auf den stationen nur gäste sind, wird das wohl eh nichts werden.