Laktoseunverträglichkeit ?!? Und Zuschuss von irgendwo?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von mama2003-2009 09.12.09 - 22:33 Uhr

Hallo

Habe eine Frage für ne gute Freundin, sie bezieht ALG2 und hat nen Mini Job ist alleinerziehend. Bei Ihrer Tochter wurde diese Laktoseunverträglichkeit festgestellt. Nun wollte sie beim Job Center dieses Zuschlag wegen aufwendiger Nahrung einen Antrag stellen aber diesen zuschuss gibt es wohl nicht mehr.

Nun fragte Sie ob ich mich hier nicht mal umhören kann ob man eventuell irgendwo noch hilfe beantragen kann. Oder wie Ihr damit umgeht....


LG mama2003.2009

Beitrag von piggy6804 09.12.09 - 22:55 Uhr

Hallo


Ich bezog auch mal Harz4 und mein Mann leidet seit er ein Säugling war an dieser Laktoseintolleranz. Beim Job Center sagte man mir das es keine anerkannte Krankheit sei und man halt dann auf diese Produckte verzichten müsse aber die wissen gar nicht wo überall Laktose drin ist.

Habe aber gerade rechachiert und dieses gefunden.

Dass bei einer Laktoseintoleranz der Lebensmitteleinkauf deutlich teurer wird, ist unstrittig. Strittig war in vielen Fällen, ob betroffene ALG II Empfänger bei den Hartz IV Leistungen einen Mehrbedarf geltend machen können. Das Bundessozialgericht (BSG) hat zuletzt die Entscheidung des Bayerisches Landessozialgericht (L 11 AS 258/06) bestätigt, für kostenaufwändige Ernährung wegen Laktoseintoleranz einen ALG II Mehrbedarf in Höhe von 71,58 Euro monatlich zu zahlen ist. Die Zurückweisung der Nichtzulassungsbeschwerde durch das BSG, womit die Bayerische Entscheidung bestätigt wurde, hat das Aktenzeichen B 14 AS 166/07 B vom 4 Januar 2008. (01.07.2008)

Ich hoffe ich konnte dir weiter helfen.

Ein versuch ist es wert diesen Antrag auf mehrbedarf zustellen.

LG Bianca

Beitrag von champus 10.12.09 - 08:28 Uhr


HI,

aufwendige Nahrung !!!! Häh??? ich habe auch eine Laktoseintoleranz. Es gibt schon bei Aldi Laktosefreie Milch für 0.75,-- es gibt Bücher wo viele Marke aufgeführt sind die keinen Milchzucker beeihalten, desweitern gibt es Tabletten die man vor dem Essen nehmen kann.

Also wenn es dafür einen Zuschuß gibt dann verstehe ich die Welt nicht mehr.

LG Champus

Beitrag von saval090606 10.12.09 - 09:28 Uhr

Mittlerweile gibts Laktosefreie Nahrung fast überall, und fast alles! und auch relativ günstig!!!

Finde nicht, dass man das irgendwo beantragen müsste! von dem abgesehen, irgendwo muss eine Grenze sein! Man muss nicht für jeden kleinen Pfurz zuschuss bekommen!! Das wär ja noch schöner!!!

Ich hab das auch und zusätzlich allergie auf Weißmehl!!! und ich leg ganz gut mit den Sachen! Obwohl diese Vollkornprodukte verdammt teuer sind! Ich ess dann halt einfach nichts wo Mehl drinnen ist. Man kann sich immer irgendwie helfen!!!

lg sandra

Beitrag von 3erclan 10.12.09 - 10:42 Uhr

Hallo

ich habe nie was bekommen.Wie wurde es dann getestet???

Bei den MInusL Produkte ist immer ein Minimaler Rest an Laktose drin steht sogar drauf.

Meine hat jetzt ne Haselnussallergie und da gibt es auch nichts,es wäre mir nicht mal eingefallen wo zu fragen da muss man halt lesen beim Einkaufen und die Firmen alle anschreiben.

Erwachsene können ganz toll die Medis nehmen vor dem Essen und sich evlt als Chronisch Krank einstufen lassen bei der KK dann sind die Zuzahlungen nurn noch sehr wenig.

Beitrag von elchen007 10.12.09 - 10:52 Uhr

Laktoseintoleranz ist KEINE Krankheit und noch nicht einmal eine Allergie, da ist von chronisch Krank mit sicherheit keine rede!!! Es ist ganz einfach auf laktosehaltige Speisen zu verzichten. Ich weiss, wovon ich rede, denn ich mach das auch. Es gibt ein Forum ... http://www.libase.de/ da kannst du viele Tipps bekommen bezüglich "unverseuchter" Lebensmittel. Deine Freundin muss sich halt in Zukunft einfach ein bisschen mehr Zeit beim einkaufen lassen und ALLE Inhaltsstoffe genau lesen und sich vorher informieren, unter welchen Namen überall Laktose vorhanden ist. Dann ist das alles halb so schlimm.

LG

Elchen

Beitrag von kathrincat 10.12.09 - 11:24 Uhr

wieso, sie muss nur auf milch versichtent, oder min l milch kaufen, wird doch nicht teurer, als normale lebensmittel.

Beitrag von elchen007 10.12.09 - 13:00 Uhr

Ne, das ist leider nicht nur Milch denn Laktose ist in fast allen Lebensmitteln ... in Saucen, Suppen, Wurst, gewürztem Fleisch und panierten bzw. gewürzten Fisch, Pommes und Co., Brot, Brötchen, Kekse, Schokolade, Zahncreme, Tabletten, Shampo, Duschgel, und, und, und, ... nicht nur in Milch und Milchprodukte.

Elchen

Beitrag von kathrincat 10.12.09 - 16:11 Uhr

schon, aber wie wäre es mal mit selber kochen und backen, spart auch ne menge wenn man keine fertig zeug nimmt, in veganen schampo und duschgel ist auch nichts,......, so wie in zahncreme,....

wenn mein sein leben und die produkte nicht umstellt geht es natürlich nicht gut. aber aus faulheit, alles so zu lassen wie es ist? mehr geld kostet es nicht, wenn man vieles selber macht,

Beitrag von elchen007 10.12.09 - 17:49 Uhr

Da kann ich dir nur zustimmen. Es dauert halt nur seine Zeit, bis man die ganzen "Fallen" entdeckt hat und sicherlich gibt es im Supermarkt für fast alles Alternativen bzw. man macht halt mehr selber. Da bleibt der Mutter eh nichts anderes übrig und mehr kosten muss es auch nicht wirklich. Es kostet NUR mehr Zeit!

Beitrag von kati543 10.12.09 - 12:10 Uhr

Naja, es kommt darauf an, wie alt das Kind ist und wie schwer die Lactoseintoleranz. Mein Jüngster hat das z.B. seit Geburt. Er musste deswegen spezielle Milch aus der Apotheke trinken - reicht 2 Tage = 50€. So und nun sag mir bitte jemand, das ist nicht teurer, als die teuerste Milch im Supermarkt. Bezahlt hat es niemand. Noch nicht einmal die KK, obwohl es die Milch nur auf Rezept gibt. Da mein Sohn noch eine sehr seltene Stoffwechselstörung hat, ernährt er sich bis heute hauptsächlich von Milch. Er trinkt pro Tag ca. 2-3 l. Er ist jetzt 2 Jahre alt.
Da aber die Tochter deiner Freundin schon älter zu sein scheint, kann man sehr gut mit den normalen Lebensmitteln aus dem Supermarkt klarkommen. Teuerer ist das nicht wirklich.

Beitrag von piggy6804 10.12.09 - 14:58 Uhr

Hallo

Wollte nochmal genauer sagen was den eigentlich Laktoseintolleranz ist da mein Mann seit seiner Geburt darunter leidet. Klar kann ich im Supermarkt Lebensmittel ohne Milchzucker kaufen es ist nicht ganz so billig wie andere sachen und es gibt viele Produkte wo Milchzucker drinn ist. Aufwändig ist die Nahrung nicht das stimmt wohl aber auch nicht so toll auf fast alles zuverzichten.
Sorry für das viele #bla#bla es ist länger geworden.

Laktase wird von allen Säugetieren während der Stillzeit gebildet, sie spaltet den Milchzucker in die verwertbaren Zuckerarten D-Galaktose und D-Glukose. Nach der Stillzeit werden Säuglinge entwöhnt, so dass die Aktivität der Laktase auf ca. 5–10 % reduziert wird (bezogen auf den Wert bei Geburt).[1] Das gilt für den Menschen und alle anderen Säugetiere. Nur bei Ethnien, die seit langer Zeit Milchwirtschaft betreiben, hat sich eine Mutation durchgesetzt, die dazu führt, dass auch noch im Erwachsenenalter genügend Laktase produziert wird. Vermutlich liegt das daran, dass eine höhere Lactaseaktivität einen Selektionsvorteil (Mineralstoffe, Kalorien) für diese Gruppen bietet.[1]

Gelangt ungespaltener Milchzucker beim Menschen in den Dickdarm, wird er von Darmbakterien aufgenommen und vergoren. Als Gärungsprodukte entstehen Lactat (Milchsäure) und die Gase Methan (CH4) und Wasserstoff (H2). Die Gase führen unter anderem zu Blähungen, die osmotisch aktive Milchsäure zu einem Wassereinstrom in den Darm (osmotischer Diarrhoe). Letzteres resultiert in Durchfall. Das Fehlen des Enzyms geht allerdings nicht immer mit diesen Symptomen einher. In diesem Fall spricht man von Hypolaktasie oder genauer von Laktosemaldigestion (Laktose-Fehlverdauung). Abbauprodukte der Bakterien verursachen dann andere Symptome.

In Asien und Afrika betrifft die Laktoseintoleranz den größten Teil der erwachsenen Bevölkerung (90 % oder mehr), in Westeuropa, Australien und Nordamerika sind es 5–15 % (bei hellhäutigen Menschen). In Deutschland leiden nach neuesten Schätzungen 15–25 % der Gesamtbevölkerung an einer Milchzuckerunverträglichkeit.[2] Laktoseintoleranz gilt nur in Ländern mit verbreiteter Laktosetoleranz als Nahrungsmittelunverträglichkeit, in allen übrigen Ländern ist dies der Normalzustand bei Erwachsenen.

Die Laktoseintoleranz als Enzymmangel darf nicht mit der bei Erwachsenen selteneren Milcheiweißallergie verwechselt werden, bei der es sich um eine aktive Immunreaktion aufgrund einer echten Allergie gegen Kuhmilch-Eiweiß handelt. Bei Säuglingen kommt diese Allergie dagegen häufiger vor. Zudem gibt es Hinweise auf Zusammenhänge zwischen Kasein und Exorphinen.[3]

Ähnliche Symptome bei Aufnahme von Fruchtzucker (Fruktose) zeigt die Fruktosemalabsorption. Eine Reihe von Patienten mit Symptomen des Reizdarmsyndroms leidet, ohne es zu wissen, unter Laktoseintoleranz.

Laktasemangel kann verschiedene Ursachen haben:

* Angeborener Laktasemangel (absolute Laktoseintoleranz): Aufgrund eines Gendefektes ist die Laktasebildung stark eingeschränkt, oder es kann überhaupt kein Enzym gebildet werden (so genannte Alaktasie). Die Vererbung erfolgt autosomal-rezessiv. Da dadurch die Wachstums- und Entwicklungsphase nach der Geburt stark beeinträchtigt wird, kann diese Erkrankung unbehandelt zu schwersten Gehirnschäden führen.[4]
* Erkrankungen des Verdauungssystems können die laktaseproduzierenden Zellen so schädigen, dass vorübergehend die Laktaseproduktion beeinträchtigt ist; in seltenen Fällen kommt es zu einer lebenslangen Laktoseintoleranz.
* Physiologischer (natürlicher) Laktasemangel: Bei allen Säuglingen wird dieses Verdauungsenzym normalerweise in ausreichender Menge produziert. Nach der Entwöhnung verringert sich die erzeugte Laktasemenge jedoch je nach Weltregion unterschiedlich: Während z. B. ein Großteil der erwachsenen mittel- und südasiatischen Bevölkerung keine Milchprodukte mehr verträgt, bereitet in nördlichen Bereichen (bei den meisten Bewohnern Europas und des nahen Ostens oder Menschen europäischer/nahöstlicher Abstammung, sowie den sibirisch/mongolischen Ethnien) die Milchzuckeraufnahme meistens bis ins hohe Alter keine Probleme. Grund für das Fortbestehen der Enzymproduktion im Erwachsenenalter ist eine autosomal-dominant vererbte Mutation des LCT-Allels auf dem Chromosom 2 (GeneID 3938).[5]
* Ursachen einer sekundären Laktoseintoleranz (nach Leiß 2005[6])
o bakterielle oder virale Gastroenteritis
o Chronische Darmerkrankungen
o Zöliakie/Sprue
o intestinales Lymphom
o partielle oder totale Gastrektomie
o Kurzdarmsyndrom
o Blindsacksyndrom/großes Duodenaldivertikel
o Chemotherapie/Strahlentherapie
o Mangelernährung
o chronischer Alkoholmissbrauch

Bei Laktoseintoleranz gelangen nach dem Konsum von Milch und Milchprodukten größere Mengen Milchzucker, die eigentlich im Dünndarm verarbeitet werden sollten, in den Dickdarm und werden dort von der Darmflora als Nährstoff fermentiert. In der Folge kommt es vor allem zu charakteristisch riechenden Darmwinden und Blähungen, Bauchdrücken bis -krämpfen, Übelkeit, Erbrechen und häufig auch zu spontanen Durchfällen. Die Symptome nehmen mit der Menge der konsumierten Laktose zu.

Bei angeborener absoluter Laktoseintoleranz sind die Symptome bedeutend schwerer als bei der „natürlichen“, mit dem Alter zunehmenden Form.

Andauernde schwere Durchfälle bedeuten eine Reizung der Darmschleimhaut und können außerdem zu einer Störung der Aufnahme von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen führen, ggf. sogar zu vermehrten Infektionen. Längerfristig kann es zu einer Schädigung des Dünndarms kommen (Verkümmerung der Dünndarmzotten). Dadurch vermindert sich dann auch die Aufnahme von Nahrungsmitteln insgesamt.

Für eine Selbstdiagnose von Laktoseintoleranz gibt es zwei Möglichkeiten:

* Diättest: Eine mehrtägige konsequente Diät ohne Laktose, vor allem ohne Milch, Rahm und „versteckte“ Laktose (viele Fertigprodukte enthalten Milchzucker oder Milchbestandteile). Treten in dieser Zeit keine Symptome mehr auf, ist eine Laktoseintoleranz wahrscheinlich. Ein Expositionstest wird dann Klarheit schaffen.
* Expositionstest: Nach einigen Tagen Laktose-Verzicht wird ein Glas Wasser mit 50 bis 100 g gelöstem Milchzucker (gibt es in Drogerien, Reformhäusern und Apotheken) getrunken. Treten danach innerhalb von einigen Stunden die typischen Symptome auf, besteht eine Laktoseintoleranz.

Häufig ist die Diagnose aber nicht eindeutig, weil nur eine unvollständige Intoleranz besteht. Diese nimmt bei der häufigeren Form im Verlauf des Lebens zu, nicht bei der angeborenen Mutation für das Enzym.

Folgende Tests sind wesentlich aufwändiger:

* H2-Atem-Test: Dieses Verfahren basiert auf dem Nachweis von Wasserstoff (H2) in der Ausatemluft. Es ist ein indirekter Nachweis des Lactasemangels. Bei der bakteriellen Aufarbeitung der Laktose im Dickdarm entsteht neben Milchsäure, Essigsäure und Kohlendioxid auch gasförmiger Wasserstoff. Dieser gelangt über das Blut in die Lungen und wird abgeatmet. Da normalerweise kein Wasserstoff in der Ausatemluft vorhanden ist, deutet ein positives Ergebnis auf eine mögliche Laktoseintoleranz hin. Gemessen wird bei diesem Test die Wasserstoffkonzentration vor und nach der oralen Verabreichung einer definierten Menge an Laktose (Milchzucker). Als positiv gilt der Befund, wenn das Messergebnis vor und nach der Laktosegabe einen Unterschied von 20 ppm Wasserstoff aufweist. Allerdings führt dieser Test bei jedem fünften Laktoseintoleranten zu einem negativen Ergebnis: Diese Patienten haben in der Darmflora bestimmte (harmlose) Bakterien, die Methan erzeugen, wodurch der Nachweis des Wasserstoffs nicht möglich ist.

* Blutzucker-Test: Dieses Verfahren basiert auf der Messung des Glukose-Gehalts im Blut (venöses Blut oder Kapillarblut), die Lactaseaktivität wird also über einen Anstieg der Konzentration an Glukose im Blut festgestellt. Da normalerweise Laktose in Galaktose und Glukose gespalten wird, müsste der Glukosewert (Blutzuckerwert) ansteigen, wenn Laktose eingenommen wird. Ist dies nicht der Fall, liegt der Verdacht einer Laktoseintoleranz nahe. Auch bei diesem Test nimmt der Patient auf nüchternen Magen eine definierte Menge an Laktose (üblicherweise 50 Gramm aufgelöst in 500 Milliliter stillem Wasser) zu sich. Vor der Einnahme, sowie zwei Stunden lang alle 30 min. nach der Einnahme erfolgt eine Blutprobe und es wird der Blutzuckergehalt gemessen. Normal ist ein Anstieg von über 20 mg/dl (1,11 mmol/dl) Glukose in venösem Blut oder von 25 mg/dl in Kapillarblut. Pathologisch ein Anstieg von unter 10 mg/dl in venösem Blut. Falsch negative Ergebnisse sind bei Patienten mit latentem oder manifestem Diabetes mellitus möglich.

* Gentest: Seit kurzem kann bei Verdacht auf Laktoseintoleranz ein Gentest auf den LCT-Genotyp durchgeführt werden. Als Untersuchungsmaterial genügt ein Wangenschleimhautabstrich.
* Biopsie: In seltenen Fällen muss eine Gewebeprobe aus dem Dünndarm entnommen und untersucht werden.

Physiologischer (natürlicher) Laktasemangel und der angeborene Laktasemangel sind nicht heilbar. Die Auswirkungen können jedoch z. B. durch Umstellung der Ernährung auf milchzuckerarme bzw. -freie Kost auf ein Minimum reduziert werden.

Eine andere Möglichkeit ist die Laktasezufuhr von außen in Form von Kautabletten oder Kapseln durch entsprechende pharmazeutische Produkte aus der Drogerie oder Apotheke. Die Dosierung ist jedoch häufig schwierig abzuschätzen, da sie dem Laktosegehalt des zu verzehrenden Lebensmittels angepasst werden muss. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass das Produkt bereits im Magen wirksam ist.

Es gibt inzwischen laktosereduzierte Milchprodukte auf dem Markt, unter anderem Milch, aber auch Käse, Joghurt, Sahne, Quark und mehr. Es ist zu beachten, dass Laktose vielen Produkten zugesetzt wird, wie Broten, Getreideriegel, Fertiggerichten, Würzmischungen, Wurstwaren, mariniertem Fleisch, Teigen, Bonbons und Speiseeis, Schokolade, Instantprodukten, Tütensuppen. Ein Grund für die Zugabe von Milchzucker ist das vom Food-Designer gewünschte „Mundgefühl“, das den Geschmack positiv beeinflusst. Die meisten Betroffenen vertragen jedoch nahezu beschwerdefrei kleinere Mengen an Laktose, so dass eine völlige Meidung gar nicht notwendig ist.[7]

Fermentierte Nahrungsmittel wie Joghurt, Käse, Quark enthalten z. T. auch Laktase und in unterschiedlicher Menge Laktose. Dies hängt vor allem vom Herstellungsprozess, der Menge milchzuckerabbauender Bakterien in der Milch und dem Reifungsprozess und der -dauer bei Käsesorten zusammen. Grundsätzlich kann man als Faustregel formulieren: Je länger der Reifungsprozess, desto geringer der Laktoseanteil. Deshalb wird z. B. traditionell hergestellter und ausgereifter Parmesan zum Teil vertragen, junger Gouda jedoch nicht.

Lange Reifungsprozesse können allerdings zu einem anderen Problem führen, das unter dem Namen Pseudoallergie bekannt ist (auch bei anderen proteinhaltigen Lebensmitteln). Durch Abbau von Aminosäuren kommt es vermehrt zur Bildung von sogenannten biogenen Aminen, die ähnlich unangenehme physiologische Auswirkungen haben können wie Histamin bei einer echten Allergie.

Es kommt häufig vor, dass Betroffene in der Folge Milch und Milchprodukte strikt meiden. Ob es hierbei in kritischen Maße zu einem Kalziummangel [8] kommt oder nicht, hängt von der Ausgewogenheit der weiteren Ernährung ab.

Das im industriellen Agrarproduktionsprozess übliche Pasteurisieren der Milch zerstört die milchzuckerabbauenden Bakterien. Aus diesem Grund kann heute aus der handelsüblichen Vollmilch auch nicht mehr durch Stehenlassen der Milch bei Zimmertemperatur die früher übliche Dickmilch hergestellt werden.

Seit dem 25. November 2005 gelten neue Vorschriften zur Kennzeichnung allergieauslösender Lebensmittelbestandteile.[9] Die Kennzeichnungspflicht umfasst auch Milch und Milchbestandteile einschließlich der Laktose. Auch Medikamente und Functional Food können Laktose als Trägerstoff enthalten, ebenso die Anti-Baby-Pille. Eine Laktoseintoleranz hat jedoch nichts mit einer Allergie zu tun, kleinste Mengen Laktose werden von Betroffenen beschwerdefrei toleriert.[7]

Laktose wird in Pulverform in hoher Dosierung auch als Abführmittel eingesetzt, vor allem bei Kleinkindern. Diese Anwendung beruht auf der vergleichsweise niedrigen Geschwindigkeit des enzymatischen Abbaus (auch bei Menschen, die nicht an Laktoseintoleranz leiden) und osmotischen Effekten.

Wird Laktoseintoleranz durch Erkrankungen des Verdauungssystems verursacht, so verschwindet der Laktasemangel nach der Behandlung der vorangegangen Krankheit meist völlig. Nur in seltenen Fällen sind die laktaseproduzierenden Zellen so geschädigt, dass sie sich nicht mehr erholen.

Auch von psychosomatisch bedingten „Milchzuckerunverträglichkeiten“ wurde schon berichtet (Pseudoallergie).

Aber ich finde das man hier auch sachlich die fragen beantworten und nicht gleich ausflippen wenn jemand fragt ob man von der Arge einen Mehrbedarf bekommt oder nicht. Vor allem wenn es dem Kind evt. zustehen könnte. Das weiss ich halt nicht.

LG Bianca