ADS und geistige Behinderung....

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von teufelmichelle 09.12.09 - 22:37 Uhr

Hallo alle zusammen!
Ich habe einen 14 jährigen Sohn, bei dem mit 11 Jahren festgestellt wurde das er ADS hat. Haben ihn soweit auf Medikamente eingestellt und geht ganz gut. Er hat bis vor kurzem noch eingenässt und eingekotet. Ist seit 5 Monaten endlich sauber. Hat mich teilweise ehrlich gesagt zur weisglut damit gebracht. Wir hatten ihn wegen seiner Wutausbrüche und seinem aggressiven Verhalten 2006 in eine Wohngruppe gegeben. Nach 2 Jahren hatten wir ihn wieder nach Hause geholt. Erst besuchte er dort eine Förderschule und die hatten ihn nach 1 Jahr aufgegeben. Aber in der Zeit wo er dort in der Schule war stellt man fest das er ADS hat. Monate hatt man gebraucht um das Kind auf Medikamente einzustellen. Man gab ihn dann in eine Schule für Sotial-emotional Verhaltensauffällige. Es war eine Klasse die aus 5 Kindern bestand. Es klappte ganz gut. Als er wieder zu Hause war ging er auch auf solch eine Schule bei uns in der Gegend. Er kam von Anfang an nicht richtig klar. Sein verhalten wurde zusehends schlimmer. Die Schule hatte es nie für nötig befunden die Eltern zu unterrichten wenn man ihn nach Hause schickte. Nach seinem letzten Ausraster, wo er von einem Schüler wegen seinem Dialekt(thüringisch) provotiert wurde, ging er auch einige Lehrer an. Daraufhin gab es eine Klassenkonferenz. Mein Sohn wusste nur teilweise noch was gewesen war. Der Schulleiter sagte mir das er weggetreten war, also mit den Gedanken nicht richtig anwesend. So schickte man das Kind auf die Straße los und wieder nicht die Eltern informiert. Daraufhin haben wir nochmal bei der Kinderärztin vorgesprochen, weil wir dachten es liegt vielleicht an dem Medikament. Aber nix. Sie sagte nach einem Gespräch mit unserem Sohn das er Probleme mit der Schule hat. Daraufhin stellten mein Mann und ich einen Antrag auf Überprüfung für mehr Förderbedarf. Und jetzt kommt der Hammer , es wurde bei der Überprüfung festgestellt das unser Sohn ein IQ von gerademal 68% hat. Er kommt in der Schule nicht klar ist ihm alles zuviel. Dann die ganzen Schulwechsel(mittlerweile die 7. Schule). Da keiner mit ihm klar gekommen ist. Er geht jetzt in die 8. Klasse und soll dann in eine Schule für geistig Behinderte. Er schafft gerademal die Anforderungen eines 4 Klässlers. Und dann wurde bei ihm ja viel zu spät das ADS festgestellt. Desshalb seine Agressionen. Da rennt man Jahrelang von einem Arzt zum anderen, weil man wissen will warum das Kind so ist und erst ein Förderschulkonrektor findet es heraus. Super ne. So nun meine Frage, Welche Möglichkeiten haben wir um dem Kind in irgendwelcher Art und Weise zu helfen?
Sorry ist etwas lang geworden, aber mußte es mal loswerden. Danke an alle die mir eine Antwort geben können. Und schöne Feiertage
LG teufelmichelle

Beitrag von silvi1974 10.12.09 - 09:56 Uhr

Hallöchen,na ist ja fast wie bei uns.

Guck mal ob es auch in Deiner Stadt den Verein Lebenshilfe gibt, die arbeiten mit geistig Behinderten zusammen. Wir haben auch eine sehr nette Dame von dort,läuft bei uns übers Jugendamt. Sie oder er, können Euch wertvolle tips geben und beschäftigen sich auch mit Eurem Sohn.

Mein Stiefsohn hat ein IQ von 62

Wenn Du noch fragen hast, kannste mich gerne anschreiben,

liebe Grüße
Silvi1974

Beitrag von herzensschoene 10.12.09 - 14:05 Uhr

hallo,

ich würde deinen sohn auf jeden fall mal in einem spz vorstellen. auch kannst du dir beim jugendamt hilfe zur erziehung holen. wer hat den das ads festgestellt. wutanfälle und weggetreten sein können auch eine ganz andere ursache haben.

viele grüße maren

Beitrag von nessi78 13.12.09 - 13:57 Uhr

Ich finde es etwas seltsam, denn die Diagnose ADS + geistige Behinderung ist eigentlich eher unüblich. (laut einem mir bekanntem Arzt/Psychiater)

Trotzdem gibt es Möglichkeiten für deinen Sohn. Wenn es für ihn nicht eine zu große Belastung darstellt, würde ich mir evtl. ein zweite ärztliche Meinung einholen, vielleicht steckt doch etwas ganz anderes dahinter. Wahrnehmungsstörung, psychische Erkrankung oder so #kratz

Lebenshilfe ist eine gute Anlaufstelle, die werden dich beraten, wohin du dich wenden kannst.
Es gibt ja z.B. auch die Möglichkeit einer Integrationshilfe für die Schule...
LG nessi

Beitrag von fibo 13.12.09 - 23:52 Uhr

Hallo

Die Sache mit der geistigen Behinderung hätte schon im Kindergartenalter erkannt werden müssen.
Ich hatte in den letzten JAhren einige Kinder, bei denen durch diese Überforderung ein Verhalten an den Tag trat, welches ADS ähnelt, aber es ist kein ADS.
Diese Kinder sind einfach heillos mit sich, der Umwelt und allem neuen überfordert.

Es tut mir sehr leid für euch, dass ihr so einen langen Leidensweg hinter euch habt.

Muss dazu sagen, dass man den IQ aber erst bei Kindern ab ca. 5 Jahren richtig feststellen kann.

Ich wünsche Dir und Deinem Sohn alles Gute und ich hoffe ihr findet jetzt den Weg für euch, der das Leben leichter macht.

Hier vielleicht noch ein paar Tipps mit denen wir in der Einichtung ganz gut gefahren sind.

- Die Kinder brauchen ein sehr geregelten, strukturierten Tagesablauf, der stets gleich zu sein hat----ansonsten wirft es die Kinder aus der Bahn
- keine Überforderung in allen Bereichen
- nicht mehr von zu Hause weggeben, er braucht euch und eine sichere feste Umgebung die konstant ist.
- Ihn da abholen wo er momentan steht und gemeinsam den neuen Weg beginnnen
- mit seinen Stärken arbeiten, nie mit den Schwächen

Vielleicht ist ja was für euch dabei.

LG Fibo