Allg. Frage wg. ALG I und Harz IV

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Beitrag von manja85 09.12.09 - 22:44 Uhr

Hallo.

Bei Harz IV bekommt man seine Miete u. sonstige Fixkosten bezahlt plus einen Betrag zum Leben.

ALG I ist ein gewisser Betrag den man erhält wobei Miete etc. nicht berücksichtigt wird.

Ist das so richtig oder kann mir vielleicht jemand sagen wie die Berechnung richtig ist (bitte kein Beamtendeutsch)? Kennt sich jemand damit aus?

Und was passiert oder was kann man machen wenn man das ALG I erhält, dies aber zum überleben nicht reicht??

Danke im vorraus!

ps. kenn mich mit ALG I und Harz IV überhaupt nicht aus und hab mich auch noch nie damit beschäftigt deswegen kann ich verstehen das meine Fragen für den ein oder anderen vllt. komisch klingen.
pps. es geht nicht um mich also bitte nicht antworten um seiner schlechten Laune luft zu lassen.

Beitrag von jennychrischi 09.12.09 - 22:58 Uhr

Also, ALGI ergibt sich aus dem Verdienst der letzten Monate. Sollte das nicht ausreichen, kann man WOhngeld beantragen. Ob und in welches Höhe dieses genehmigt wird, hängt ja auch von der Miete etc ab.

Beim ALGII bekommt man einen Grundbetrag+eine angemessene Miete. Das alle Fixkosten übernommen werden ist nicht so richtig.

Um das alles zu vermeiden hilft, aber das weisst du ja, nen Job suchen ;-) Soll keine Belehrung sein. Es gibt immer mal Umstände etc wo derjenige absolut nichts dafür kann. :-)

Beitrag von schwarzesetwas 09.12.09 - 23:19 Uhr

ALGI ist ein Prozentsatz aus dem letzen Verdienst.
Liegt so ungefähr bei 68% des letzten Bruttoverdienstes.

Wenn das nicht ausreicht, kannst Du ergänzendes ALGII beantragen.
Oder aber Wohngeld oder auch Kinderzuschlag, sofern Kinder vorhanden.

Beides, bzw. alles aufeinmal geht nicht. Also entweder Du entscheidest: Ich kann nix mehr machen (dann ALGII) oder aber es ist schwer, dann Wohngeld.

Überlebensfähigkeit machen keine Schulden aus. Die werden bei beiden Formen nicht berechnet.

Lg,
Sandra

Beitrag von windsbraut69 10.12.09 - 06:29 Uhr

"Beides, bzw. alles aufeinmal geht nicht. Also entweder Du entscheidest: Ich kann nix mehr machen (dann ALGII) oder aber es ist schwer, dann Wohngeld. "

Für Wohngeld und ALGII gibt es Einkommensgrenzen, man kann nicht selbst entscheiden, was man beziehen möchte. Liegt man unter einer Grenze, gibt es wegen zu wenig Einkommen KEIN Wohngeld, sondern es muß ALGII beantragt werden. Liegt man darüber, kann man evtl. Wohngeldanspruch haben.

LG

Beitrag von king.with.deckchair 10.12.09 - 07:14 Uhr

"Also entweder Du entscheidest: Ich kann nix mehr machen (dann ALGII) oder aber es ist schwer, dann Wohngeld. A"

Unsinn.

Das ist keine Sache, die in der Entscheidungsfreiheit des Hilfebedürftigen liegt, sondern eine ganz klare Rechenaufgabe gemäß gültiger Rechtsvorschriften!

Beitrag von goldtaube 10.12.09 - 09:49 Uhr

<<Liegt so ungefähr bei 68% des letzten Bruttoverdienstes.
<<

Dem ist nicht so. So ist es richtig: 60 bzw. 67 % des pauschalierten Nettoentgeltes.

Zitat:
Allgemeiner und erhöhter Leistungssatz/ Kinder

Der Leistungssatz beträgt 67% beziehungsweise 60% des pauschalierten Nettoentgeltes (Leistungsentgeltes). Ein erhöhter Leistungssatz von 67% wird gewährt, wenn Sie oder Ihr nicht dauernd getrennt lebender Ehegatte oder Lebenspartner, der ebenfalls unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist, ein Kind im Sinne des § 32 Absatz 1, 3 bis 5 Einkommensteuergesetz (EStG) haben. In den übrigen Fällen wird der allgemeine Leistungssatz von 60% zugrunde gelegt.
Zitatende
Quelle: http://www.arbeitsagentur.de/nn_25698/Navigation/zentral/Buerger/Arbeitslos/Alg/Dauer-Hoehe/Leistungssatzes/Leistungssatzes-Nav.html

Beitrag von janavita 09.12.09 - 23:47 Uhr

Hi... also ich formuliere mal anders: ALG I ist die Versicherungsleistung - da hat man einen Anspruch drauf, wenn man mind. 12 aufeinander folgenden Monaten gearbeitet hat und die Beiträge (Arbeitslosengeldversicherung) eingezahlt hat. Die beträgt ca. 68 % vom Verdienst.

ALG II - #kratz keine Ahnung - ist die Zahlung fürs Überleben #schwitz oder so.

Gruß

Beitrag von goldtaube 10.12.09 - 09:48 Uhr

60 % bzw. 67 %

Zitat:
Allgemeiner und erhöhter Leistungssatz/ Kinder

Der Leistungssatz beträgt 67% beziehungsweise 60% des pauschalierten Nettoentgeltes (Leistungsentgeltes). Ein erhöhter Leistungssatz von 67% wird gewährt, wenn Sie oder Ihr nicht dauernd getrennt lebender Ehegatte oder Lebenspartner, der ebenfalls unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist, ein Kind im Sinne des § 32 Absatz 1, 3 bis 5 Einkommensteuergesetz (EStG) haben. In den übrigen Fällen wird der allgemeine Leistungssatz von 60% zugrunde gelegt.
Zitatende
Quelle: http://www.arbeitsagentur.de/nn_25698/Navigation/zentral/Buerger/Arbeitslos/Alg/Dauer-Hoehe/Leistungssatzes/Leistungssatzes-Nav.html

Beitrag von janavita 10.12.09 - 12:11 Uhr

hi... das ist ja sehr fachlich... :-D wieder dazu gelernt... ;-) Gruß

Beitrag von manja85 10.12.09 - 00:46 Uhr

also für mich ist harz IV furchtbar denn soweit ich weiß muss man alles offenlegen und ggf. auf erspartes zurück greifen falls vorhanden. allerdings ist man bei harz IV ja soweit abgesichert was das finanzielle betrifft. stimmt das?

und das dass alg I 67 oder 68% vom letzten gehalt ausmacht weiß ich auch. aber es kann doch nicht sein das dass alg I (das ja irgendwie "besser" [weiß nicht wie ich es bezeichnen soll] ist als harz IV) nicht zum leben reicht, wobei man mit harz IV soweit überleben könnte.

und wenn das alg I nun nicht zum überleben reichen sollte, muss man dann alles offen legen sodass man auch harz IV beantragen kann?

ich hoffe das war jetzt verständlich geschrieben #kratz#kratz

Beitrag von bruchetta 10.12.09 - 08:55 Uhr

Wenn ALG 1 nicht ausreicht, kannst Du ergänzendes ALG 2 (Hartz 4) beantragen, um auf Deinen Hartz 4 Satz zu kommen.
Miete inkl Heizkosten im angemessenen Rahmen werden übernommen, den Rest zahlst Du von Deinem Regelsatz, der monatlich € 359,-- (alte Bundesländer) beträgt.
Davon mußt Du dann auch noch irgendwie leben. Nicht sehr erstrebenswert, vielleicht findest Du ja noch einen Job...

Beitrag von cameo1971 10.12.09 - 09:31 Uhr

Wenn das ALG I nicht ausreicht und das schließt Wohngeld mit ein,bist du automatisch Harzer.
In dem Moment gelten auch keine ALG I Gesetze mehr für dich.
Ich bin das beste Beispiel.
Jahrelang gearbeit,Teilzeit,dann die Arbeitslosigkeit und vom ersten Tag an Harzer.Tolles Gefühl.:-[

Beitrag von windsbraut69 10.12.09 - 09:35 Uhr

Und warum ärgert Dich das jetzt?

ALGI ist eine Versicherungsleistung, die sich aus Deinem Einkommen berechnet. Wenn das Einkommen in Teilzeit so gering war, dass Du mit ALGI unter Deinem Bedarf liegt, kannst Du doch froh sein, dass es ergänzendes ALGII gibt!

Gruß,

W

Beitrag von cameo1971 10.12.09 - 09:47 Uhr

Was mich daran ärgert will ich dir gerne sagen.
Erstens ist es ungerecht das man sich dann ebend nicht das dazuverdienen kann wie man das Recht bei ALGI hat
und zweitens wirst du sofort als Langzeitarbeitslose behandelt
was sich definitiv bei der Arbeitsuche bemerkbar macht.

Beitrag von goldtaube 10.12.09 - 09:54 Uhr

Beim ALG II kannst du sogar mehr dazuverdienen.

Beim ALG I hast du nur die 165 Euro Freibetrag. Beim ALG II sind es 100 Euro + 20 % vom Rest bis 800 Euro + 10 % vom Rest ab 800 Euro bis 1200 Euro (ohne Kinder) bzw. bis 1500 Euro (mit Kinder). Und somit beim ALG II maximal 280 bzw. 310 Euro Freibetrag.

Desweiteren bekommst du, unabhängig davon wieviel du verdienst, sofort kein ALG I mehr, wenn du 15 Stunden oder mehr pro Woche arbeitest. Selbst dann nicht, wenn du nur 100 Euro verdienst und unter dem Freibetrag liegst. Kommst du auf 15 Stunden und mehr, ists vorbei mit ALG I.

Beim ALG II gibt es keine Stundenbegrenzung.

Beitrag von cameo1971 10.12.09 - 10:10 Uhr

Danke für deine Antwort Goldtaube.
Was ich jetzt meine sind die generellen Zuverdienstgrenzen wenn auch in absehbarer Zeit keine Arbeit in Aussicht ist.

Beitrag von windsbraut69 10.12.09 - 10:19 Uhr

Bei ALGII gibt es keine Zuverdienstgrenze!
Du darfst sogar soviel dazu verdienen, dass Du aus dem Bezug herausfällst.

Beitrag von goldtaube 10.12.09 - 10:27 Uhr

Von was für einer Zuverdienstgrenze redest du?

Beitrag von cameo1971 10.12.09 - 11:04 Uhr

Ich rede von der Anrechnungsfreien Zuverdienstgrenze von 100 Euro bei keinem weiteren Arbeitseinkommen.

Beitrag von goldtaube 10.12.09 - 11:21 Uhr

Darüberhinaus gibt es aber noch die Staffelung.

Ok. Wenn jemand 165 Euro Brutto wie Netto verdient, hätte er diese beim ALG I frei und beim ALG II wären es 113 Euro Freibetrag und somit was weniger, aber dafür ist man beim ALG II nicht auf die Stunden pro Woche begrenzt (beim ALG I muss man unter 15 Stunden bleiben) und wenn man mehr verdient, hat man auch mehr anrechnungsfrei und zwar eben bis zu 310 Euro im Monat.
Und man hat beim ALG II auch wesentlich mehr Vergünstigungen als beim ALG I Bezug. Z. B. GEZ-Befreiung, man muss nur maximal ca. 86 Euro (bzw. ca. 43 Euro) bei Medikamenten, Praxisgebühr zuzahlen und kann sich dann bei der Krankenkasse fürs restliche Jahr von den Zuzahlungen befreien lassen usw. Dazu noch der Sozialtarif der Telekom usw.
Das alles hat man beim ALG I nicht.

Beitrag von cameo1971 10.12.09 - 12:46 Uhr

Da hast du natürlich recht was GEZ und die Medikamente betrifft.:-)

Beitrag von king.with.deckchair 10.12.09 - 13:09 Uhr

Sie hat auch Recht, was die Freibeträge betrifft!

Du stellst dich hier gerade als Raffer dar, der möglichst viel abgreifen und nur das Nötigste tun will, merkst du das nicht?! #contra

Beitrag von cameo1971 10.12.09 - 18:20 Uhr

Nicht bös sein,aber ich denke nicht das du dir ein
Urteil über mich erlauben kannst und solltest!!!!
Es gibt Millionen ALG II Empfänger und jeder hat seine
eigene Geschichte!!!
Dir alles Gute damit du GESUND bleibst und NIE in solche Lage kommen mußt.

Beitrag von king.with.deckchair 10.12.09 - 10:44 Uhr

Ach so. Du meinst die "Zuverdienstgrenze" (wenn ich das schon höre!), ab der angerechnet wird. Stimmt, kann ja nicht angehen, dass der böse Staat einem auch nur einen Cent anrechnet!

Beitrag von cameo1971 10.12.09 - 11:13 Uhr

Ich verstehe jetzt gerade nicht deine Bissigkeit.
Ich weiß nicht wie dein bisheriges finanzielles Leben verlaufen ist aber es gibt nicht nur Sonnenseiten.
Dazu gehört auch ALG II.
Ich hätte mich gefreut wenn ich NICHT sofort in die Assischiene abgeschoben worden wäre,denn das ist man sobald man ALG II kasssiert.
Da kommen dann von allen Seiten"such dir einen Job".

Das meine ich damit das man sofort anders behandelt wird,slbst wenn man meinetwegen gerade mal eine Woche arbeitslos ist.

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