Wer isst Neunerlei am Heiligenabend und welche neun Sachen kommen auf

Archiv des urbia-Forums

Forum: Weihnachten

Weihnachtsgeschenke, Weihnachtsbäume, Weihnachtsschmuck, Weihnachtsgebäck, Weihnachtsfeiern ... hier dreht sich alles um die Weihnachtszeit. Tipp: Schaue doch einmal in unsere Artikel zum Thema: Geschenke für die Kleinsten, Zauberhafte Adventszeit mit Kindern.

Beitrag von modest8 09.12.09 - 23:34 Uhr

hallo ihr lieben,

wer von euch isst das so am heiligen abend?

bei uns kommen

kartoffelsalat
kartoffeln
salz
brot
butter
linsen
sauerkraut
bratwurst
schinken

auf den tisch. und was bedeutet das alles bei euch? ich weiß nur das die linsen für das kleingeld was man im nächsten jahr immer in der taschen haben soll steht.

lg modest8 die diese jahr dafür verantwortlich ist was gegessen wird

Beitrag von litalia 10.12.09 - 00:49 Uhr

bei euch kommt das essen ALLES auf einen tisch?

also alles zusammen was du aufgezählt hast?


also wir müssten dann wohl ein extra klo einbauen #rofl

wir essen kartoffelsalat und wiener.

ob es was bedeutet? keine ahnung? ist hier in der region einfach tradition dieses essen an heilig abend.

Beitrag von urseenixe2009 10.12.09 - 04:59 Uhr

wow das ist ja echt viel, hab ich so noch nie gehört

gruß christina

Beitrag von romance 10.12.09 - 05:59 Uhr

Guten Morgen,

das habe ich auch nicht gehört, waurm und für was alles steht das.

MIt den Linsen hast du ja erklärt aber den Rest.

Ich meine ich bin zwar schwanger aber das würde ich auch nicht runter bekommen, echt nicht.#rofl

Bei uns Kartoffelsalat und Würstchen, das reicht völlig.

Ich will ja nicht stundenlang in der Küche stehen.

LG Netti

Beitrag von hippychick 10.12.09 - 07:19 Uhr



ich hatte das auch noch nie gehoert, aber bei google das gefunden:

Über Jahrhunderte hinweg aß man im Vogtland sparsam, weil das Land nicht mehr hergab.
Davon ging man nur dann ab, wenn die drei hohen Feste des Jahres kamen: Weihnachtsheiligabend (24. Dezember), Silvester (31. Dezember) und Hohneujahr (5 Januar). Gegessen wird auch heute noch an diesen Tagen pünktlich 18.00 Uhr.
Alle Töpfe müssen gefüllt sein, alle Kerzen müssen brennen, das bringt volle Töpfe und helle Tage über das ganze Jahr hinweg.
Und damit das Geld nicht ausgeht, liegt unter jedem Teller ein Pfennigstück.
Neun Speisen müssen auf dem Tisch stehen. Das stimmt immer (es hängt davon ab, was man zählt).

An Fleisch gehört zum »Neunerlei« das was man selbst geschlachtet hat entweder Gänseklein, Schweinsbein oder Brat- oder Bockwurst. Fleisch kündet für kommende Zeiten Wohlstand und ausreichend Nahrung an.

Klöße bringen Taler ins Haus. Sie dürfen nicht gezählt werden, und wenn, dann muß eine ungerade Zahl herauskommen.
Linsen bedeuten Geld. Aufquellendes erzeugt Wachstum, deshalb sollten Kinder einen Löffel davon essen.
Fehlt Salz und Brot, dann fehlt es das ganze Jahr über. Brot soll angeschnitten, aber nicht aufgegessen werden. Ein Stück davon erhält das Vieh. Dann gedeiht es gut.

Sellerie bedeutet Fruchtbarkeit. Rote Rüben bringen Schönheit, Bier Kraft und Stärke.

Wer Sauerkraut ißt, dem wächst langes Stroh.

Von jeder aufgetragenen Speise muß man wenigstens einen Löffel essen. Alle müssen aufessen, dann wird im neuen Jahr schönes Wetter, nur die Mutter darf einen Happen auf dem Teller liegen lassen.
Knöpft der Vater nach dem Essen den Hosenbund nicht auf, und klagt: »Mich zerreißt's!« war's kein richtiges Heiligabendessen.

http://www.echt-vogtland.de/weihnachten/neunerlei.html

Beitrag von mamakind 10.12.09 - 07:46 Uhr

Hallo,

ich kenne dies Tradition zwar auch nicht, aber Wikipedia hilft:
http://de.wikipedia.org/wiki/Neunerlei
Hier wird erklärt, für was welche Speise/Lebensmittel steht.

LG Simone

Beitrag von isi-maus 10.12.09 - 08:27 Uhr

Hallo,

also ich komme aus dem Erzgebirge und normalerweise sollte es bei uns an Heiligabend auch das Traditionelle "Neunerlei" geben.
Die "Zutaten" sind meines Wissens in den Familien und Orten unterschiedlich, auch die Erklärung und Bedeutung derselben.
Hier mal das, was ich so weiß:

Kartoffeln (als Salat oder als Klöße) stehen als Symbol für den Taler, also das große Geld

Fisch (eine Schuppe wird abgelöst und getrocknet im Geldbeutel aufbewahrt, damit das Kleingeld nie ausgeht) - ist aber eher schwierig, da die meisten Familien, die ich kenne, sauren Hering o.ä. machen...

Linsen (je mehr man isst, umso mehr Geld wird man haben)

Bratwurst (Zeichen von Stärke und Kraft)

Sauerkraut (damit das Leben nicht sauer wird)

Semmelmilch für die Schönheit

Nüsse (damit im Alltag alles wie geölt läuft)

Rote Bete für rote Wangen (= Gesundheit)

Fleisch (als Zeichen des Wohlstandes, gab es ja früher nicht immer so reichlich wie heute)


Also wie gesagt, bei mir kommen lange nicht alle Zutaten auf den Tisch. Wir essen mittags schon Linseneintopf mit Bratwurst, da haben wir das "schon weg".

Abends gibt es dann einen Braten, Klöße sowie Sauerkraut und Rotkohl (da wir keine Rote Bete mögen).

Zum traditionellen Heiligabendessen bei uns im Erzgebirge gehört es eigentlich auch, dass immer ein Gedeck mehr aufgelegt wird als man eigentlich benötigt, damit man für überraschenden Besuch gewappnet ist. Dies steht auch wieder symbolisch für das kommende Jahr, in dem man dann gastfreundlich zu jedem Besucher sein wird.

Wer das so liest und noch nicht kennt, wird denken, wir Gebirger sind ein schrulliges, abergläubisches Völkchen - das ist aber ganz und gar nicht so.
Advent und Weihnachten ist bei uns einfach wunderschön!!! Und die vielen Geschichten aus der Vergangenheit gehören einfach dazu!!!

Liebe Grüße
Isi

Beitrag von similia.similibus 10.12.09 - 10:07 Uhr

Diesen Brauch kenne ich gar nicht! #kratz

Beitrag von modest8 10.12.09 - 20:45 Uhr

ich kannte es auchnicht bevor ich meinen mann kennengelernt habe. bei ihm im erzgebirge ist das so trdition. bei uns kommt normalerweise kartoffelsalat und würstel auf den tisch. dieses jahr wollen wir aber alle neunerlei essen und ich bin mal gespannt ob ich das mit dem kochen so hinbekomme.

frohes fest

Beitrag von humberta 22.12.11 - 11:47 Uhr

Hi!

Also so streng halten wir es nicht mit dem Essen. Aber für die die es interressiert die Entstehungsgeschichte so wie ich sie kenne.

Das Erzgebirge war (wird gerade wieder) vom Bergbau geprägt. Die Bergleute wurden nur für die Zeit bezahlt die sie unter Tage waren und gearbeitet haben. Die Bezahlung war nicht sehr gut aus diesem Grund ist man so lang als möglich unter Tage geblieben.

Deshalb war und ist das Weihnachtsfest für jeden echten Erzgebirgler voll imt Trationen und Bräuche. Der Weihnachtsschmuck kommt pücklich zum ersten Advent raus wird aufgestellt. Ganz früher wurden speziell zu diesem zweck die Fenster geputzt, aber nur wegen der noch oft vorkommenden Feuerstelle. Auch die Beleuchtung früher eher Kerzen durfte nicht vor dem 1. Advent angemacht werden.

Und da es den Bergleuten das ganze Jahr eher nicht so gut ging haben sie das Weihnachtsfest genutzt um es sich gut gehen zu lassen.

Daraus entstanden ist auch der Schwibbogen.