Wie kann man Zöliakie diagnostizieren?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von hanni123 10.12.09 - 10:17 Uhr

Huhu,

gibt es hier Kinder, bei denen Zöliakie festgestellt wurde? Mich interessiert, wie denn vorher die Symptome waren und wie man das diagnostizieren kann. Stuhlprobe? Bluttest? Biopsie?
Kann man schon mit einer Stuhlprobe irgendeine Aussage dazu treffen bzw zumindest den Verdacht verstärken? Oder geht das nur mit einer Blutabnahme oder gar der Biopsie, von der man überall in diesem Zusammenhang liest?

Hintergrund ist folgender: Mein Sohn ist jetzt drei und hat eigentlich seit er 9 Monate alt ist fast immer einen sehr breiigen Stuhl (davor auch, aber da wurde er gestillt und da isses ja OK). Am Anfang hatte er das 3-4 mal am Tag, da war ich auch wöchentlich beim KiA. Der hat ne Stuhlprobe genommen und meinte, da wäre nix. Da es dann nur noch einmal am Tag bzw alle 2 Tage war, und es meinem Sohn dabei nicht schlecht zu gehen schien, beliess ich es erst einmal dabei. Bei jedem Kinderarztbesuch sprach ich es aber an, sagte, dass mein Sohn immer voluminösen, breiigen, übelriechenden Stuhl hätte, oft mit unverdauten Nahrungsresten, dass er sehr blass sei, Ringe unter den Augen hätte, starke Blähungen, etc. Die Antwort von meinem Kinderarzt ist jedesmal: "Er wächst und gedeiht normal, er ist motorisch sowie kognitiv sehr weit entwickelt, also ist er gesund. Wenn er eine Nahrungsunverträglichkeit hätte, würde er dieses Nahrungsmittel erbrechen. Er hat vielleicht eine leicht gestörte Verdauung, aber das ist nix, was man behandeln müsste. Machen Sie sich keine Sorgen."
Ach ja, mein Sohn war mit genau 3 Jahren bei der U7a 99cm gross und wog 13kg. Finde ich jetzt auch etwas wenig...

Jetzt habe ich mir den x. Termin geben lassen, und der Arzt will wieder eine Stuhluntersuchung machen. Klar, er ist der Experte (hoffe ich doch ;-) ), und ich finde es immer etwas vermessen, wenn "Laien" Behandlungs- oder Diagnosemethoden vorschlagen, oder gar selbst Diagnosen abgeben, aber ich würde halt gerne wissen, wie man hier zu einem Ergebnis kommt. Ich möchte mich nicht wieder mit einer Stuhlprobe abspeisen lassen, aber andererseits möchte ich meinen Sohn auch nicht unnötig mit Blutabzapfen oder Schlimmerem quälen.

Wie wird denn das Blut für so einen Test abgenommen? So richtig in der Armbeuge? Oder mit nem Pieks in den Finger?

Ich hoffe, hier kann mir jemand weiterhelfen.

Vielen Dank und LG

Hanna

PS: Ich komme deswegen auf Zöliakie, weil er Brot, Nudeln etc. sehr ungern isst und weil er auch schon immer ein eher ernstes, weinerliches Kind war. Ich vermute stark irgendeine Nahrungsmittelunverträglichkeit, und die Symptome lassen am ehesten darauf schliessen. Milch mag er z.B. sehr gerne, und ich glaube einfach nicht, dass sie ihm schmecken würde, wenn er sie nicht vertragen würde.

Beitrag von dore1977 10.12.09 - 10:24 Uhr

Hallo,

unsre Tochter hat es nicht aber der Sohn meiner Arbeitskollegin. Er hatte ständig Bauchweh so doll das er auch oft weinen musste. Er ist 10 Jahre alt da weinen Jungs glaube ich wirklich nicht mehr so schnell.
Irgendwann ist sie mit ihm in der Bauchwehsprechstunde gelandet. Das bietet bei uns das nächstgelegene Kinderkrankenhaus an.
Bei ihm wurde es soweit ich das verstanden habe durch eine bzw mehrere Blutuntersuchungen herrausgefunden.

Der Sohn meiner Kollegin isst übrings alles sehr gern, hat natürlich seine Vorlieben wie alle Kinder aber er hat eben ständing Bauchweh bekommen.
Nachdem was diese Diagnose für das Kind für Konsequenzen hat wünsche ich Dir von ganzem Herzen das Dein Kind das nicht hat.

LG dore

Beitrag von hanni123 10.12.09 - 10:42 Uhr

Huhu,

danke für Deine Antwort.

Ich wünsche mir natürlich auch, dass er das nicht hat. Glutenfreie Ernährung ist echt heftig, und einem Kind zu erklären, warum es bestimmte Sachen nicht essen darf, auch nicht.

Ich wünsche mir aber auch, zu wissen, was meinem Sohn fehlt, denn ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es OK ist, immer Blähungen und fast Durchfall zu haben.

Irgendwas stimmt da nicht mit der Verdauung, und das möchte ich herausfinden.

LG

Hanna

Beitrag von binchen80 10.12.09 - 10:32 Uhr

Hallo Hanna,
hast DUs schon mal bei einem speziellen Arzt für Allergien versucht?
Ansonsten hilft wirklich am allerbesten eine Strenge "Diät" wenn Du den Verdacht hast. Probiers doch einfach mal aus und koche zwei Wochen lang streng Glutenfrei, dann müsstest Du ja eine Veränderung feststellen. Ist dein Kind im Kindergarten? Du solltest das ganze dann auf jeden Fall mit den Erzieherinnen absprechen und ihnen deinen Verdacht erklären, damit er wirklich nichts anderes bekommt.
Wenns nichts bringt, würde ich es trotzdem mit der Milch probieren. Ich denke dass es nichts mit dem Schmecken / nicht schmecken zu tun hat, obwohl Kinder ja wirklich oft einen siebten Sinn haben ;-)
Ist übrigens wahnsinnig schwer und unglaublich wo überall Gluten und Co drin sind :-)

Viel Glück ;-)
Liebe Grüße
Dina

Beitrag von creni 10.12.09 - 10:49 Uhr

Soviel ich weiß (bin auch nur Laie, hab mich aber durch die vielen Unverträglichkeiten bei meiner Tochter auch viel mit dem Thema beschäftigt) ist Zöliakie durch eine Stuhlprobe nicht feststellbar. Für eine 100% Sicherheit muss man diese Darmbiopsie machen lassen, aber es gibt auch Indikatoren im Blutbild, die eine relativ sichere Diagnose liefern können. Dafür reicht ein Fingerpieks leider nicht, sondern es muss richtig ein Röhrchen voll gemacht werden.
Aber die Diätvariante ist auch gut, also wie schon geschrieben, ernähre ihn mal eine Weile komplett glutenfrei. Wenn sein Stuhl dann besser wird und es ihm besser geht, hast du zumindest bessere Chancen, vom Arzt ernstgenommen zu werden.
Alles Gute!

Beitrag von kati543 10.12.09 - 12:03 Uhr

Was man gerne ißt und was man gut oder schlecht verträgt sind zweierlei. Es gibt Menschen mit Fructoseintoleranz - und ich glaube nicht, dass jemand keinen Zucker mag. Also so kann man schon mal gar nicht anfangen.
Das einfachste ist, wenn du nach und nach alle ausschließt. Es kann durchaus sein, dass es seine geliebte Milch ist, die ihm diese Probleme bereitet.
Zöliakie ist keine leichte Erkrankung, sondern geht wirklich mit hammermäßigen Schmerzen vor sich. Also da hätte dein Sohn schon was gesagt.
Dass Kinder mit 3 Jahren teilweise unverdaute Nahrungsmittelreste im Stuhl haben, ist durchaus normal. Das haben sogar noch Erwachsene. Es kommt eben immer darauf an, was es ist. Das hängt aber eben weniger mit der Verdauung zusammen, als mit dem unzureichendem durchkauen der Nahrung.

Beitrag von spanki80 10.12.09 - 15:37 Uhr

Hallo Hanna!

Mein Bruder (heute inzwischen 34 Jahre alt) hatte auch Zöliakie.
Bevor es damals bei ihm als Kleinkind festgestellt wurde, hatte er Durchfall, Bauchweh und er hatte auch einen ganz dicken Bauch (sah aus wie ein Hungerbauch eines Kinder der 3.Welt)

LG Sandra

Beitrag von gonis 10.12.09 - 20:21 Uhr

Wir sind grade auch dabei uns testen zu lassen und man muss Blut aus dem Arm abnehmen. Ebenso ist es wichtig dass man vorher sich nicht glutenfrei ernährt, da es sonst den Test verfälscht...
wenn dann das blut darauf hinweist dass es möglich ist Zölikalie zu haben, kann man dann die Biopsie am Darm machen lassen , dann hat man 100% Sicherheit...

Beitrag von nebelung 11.12.09 - 10:08 Uhr

Hallo,

bei meinem Sohn wurde ein Pricktest gemacht, 2x Bluttest, kein Stuhltest und die Biopsie habe ich abgelehnt.

Er ist jetzt 3 1/2 Jahre und wog mit 3 Jahren auch nicht viel mehr als 13 kg, hatte kurz darauf einen Schub und wiegt nun knappe 15 kg.
Bei ihm war auch der breiige Stuhl ausschlaggebend und Ausschlag an Armen und Beinen (Kleine Pusteln).
Er hat auf nichts beim Pricktest reagiert, auf nichts bei beiden Bluttesten, entwickelt sich so wie er soll und was ich immer befürchtete, das er es vielleicht nicht kann; er kann den Stuhl anhalten, ist trocken seit September.
Der Kinderarzt meinte wenn ich nicht unbedingt einen Dreijährigen in Narkose legen lassen will, schauen wir uns die Sache lieber noch etwas an. Und genau das machen wir jetzt.
Ich würde eher mir noch die Mühe machen, eine glutenfrei Diät durchzuziehen als in jetzt in Narkose legen lassen.

Das Blut wird am Arm gezogen.

LG
nebelung

Beitrag von dotima 21.12.09 - 14:32 Uhr

Hallo Hanni!

Hab deinen Beitrag gerade erst gelesen und antworte dir trotzdem noch,auch wenn es schon ein Weilchen her ist! Hast du bereits die Untersuchung gemacht und weißt mehr über deinen Sohn?

Bei meinem Sohn, Linus, jetzt 2,5 Jahre alt, hab ich die Diagnose Mitte November bekommen. Er hatte auch immer breiigen und übelriechenden Stuhlgang, dicken Bauch, Blähungen ohne Ende, super blass und Augenringe (die aber erst richtig heftig wurden 4-6 Wochen vor Diagnosestellung) und er hat kurzfristig total abgenommen.

Daraufhin bin ich zum Kinderarzt und meinte erst, er hat bestimmt Probleme mit der Milche und viell. eine Unverträglichkeit??? Der Arzt nahm ich Blut ab und 4 Tage später bekam ich die Diagnose, dass es Zöliakie sei! Wir waren dann noch bei einem Arzt am Tegernsee (Kindergastroenterologe mit Spezialgebiet Z.) und bei einem Professor am Starnberger See und meinte haben mir die Diagnose bestätigt. Seine Blutwerte seien extrem hoch und wir brauchen auch keine Biopsie bei ihm machen - dass sollen wir aufgrund des Alters erstmal lassen, da wie gesagt die Blutwerte entsprechend sind und .... man jetzt, wenige Woche später durch Diät auch schon deutliche Besserung sieht!

Ja, leider, es war auch erst ein totaler Schock für uns und ich habe nur noch geweint, aber ehrlich, so wie er aussah, hätte es auch eine andere Diagnose sein können und dafür bin ich dankbar!!

4 Wochen sind jetzt rum, wir gewöhnen uns an diese "Umstände" und die Diät und selbst Linus begreift es schon und er fragt bei jedem essen so nach dem Motto "Linus Bauchweh?? und langsam klappts wunderbar mit dem Essen.

Schwieriger wirds dann natürlich,wenn wir in Urlaub fliegen (welchen wir schon für nächstes Jahr gebucht hatten) ... aber bis dahin sind wir noch routinierter und werden das hinbekommen!!! Es geht alles! Das es unserem Sohn wieder besser geht, er wieder am Leben teilnimmt, keine Bauchschmerzen mehr hat - alleine das ist die Diät wert!!

Und wie gesagt .... es hätte auch eine andere Diagnose sein können!

Wenn du dich austauschen möchtest oder Fragen hast, helfe ich dir gerne weiter, kannst mich einfach direkt anmailen ... ansonsten hoffe ich natürlich,dass sich der Verdacht viell. nicht bestätigt hat und viele liebe Grüsse aus München,

Tina mit Talia (6 Jahre, die es nicht hat) und Linus (2,5 Jahre)