Mittagessen im Kiga

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von bine3002 10.12.09 - 14:29 Uhr

Java sollte urpsürnglich im Kindergarten Mittag essen. Wollte sie dann nicht mehr, das war nach 5 Wochen, war auch OK. Die Gründe haben wir nicht so recht rausgefunden. Wir haben sie abgemeldet.

Montag gab es Schoko-Nikoläuse zum Nachtisch, aber nur für die Essenkinder. Dienstag wollte sie dann plötzlich wieder mitessen. Dass es nicht jeden Tag Schokolade gibt hat sie glaube ich verstanden, wollte trotzdem essen. Durfte sie dann auch.

Das ging jetzt zwei Tage. Heute war es dann wieder vorbei, hgeute morgen sagte sie schon, dass sie nicht essen will, wiederholte es bei den Erzieherinnen dann auch immer wieder und als es so weit war, war auch tatsächlich nichts zu machen. Jetzt ist sie wieder abgemeldet.

Sie sagt, es ist ihr zu laut beim Essen "Die Kinder quatschen mich immer an" und sie würden sagen, sie sei doof. Ich weiß nicht, was man davon halten soll.

Das Blöde ist halt, dass sie um 13 Uhr Hunger hat und dann entweder auf der Rückfahrt im Auto rumnörgelt oder sich erstmal für 15 Minuten hinsetzt und ihr Frühstück isst, wenn ich komme. Aber gut... kann man nicht ändern, wir können sie nicht zwingen, wir sind ja auch gar nicht dabei.

Jetzt ist aber die Frage, wie ich damit umgehen soll. Ich habe keine Lust auf dieses Hin und Her. Zu ihr habe ich erstmal gar nichts weiter gesagt. Was soll ich ihr sagen, wenn sie wieder mitessen will? Soll ich sie dann erstmal "zappeln" lassen, d.h. abwarten, ob sie den Wunsch mehrfach hintereinander äußert und wenn wie lange? Eine Woche? Oder soll ich versuchen, sie zu überreden, wenigstens einmal in der Woche mitzuessen, damit sie sich daran gewöhnt...

Beitrag von joulins 10.12.09 - 14:39 Uhr

Was es bei euch alles gibt? #kratz

Nichtmittagessenkinder gab es bei uns gar nicht. Da wurde gegessen (und zwar alle Kinder) und fertig. Und wer sein Essen nicht mochte, hat es halt liegen lassen, so what.

Bedeutet das denn für dich, daß du das Kind schon mittags abholen mußt, damit sie was zu essen kriegt? Oder kannst du ihr einfach fürs Mittagessen eine zusätzliche Brotbüchse mitgeben? Dann würde sie im Kindergarten zwar mit den anderen mittags am Tisch essen, aber eben aus ihrer Brotbüchse. Und abends, wenn du sie abholst, kochst du halt was warmes ... Wäre eine Möglichkeit.

Meine Kinder bekommen tags zwei Brotdosen mit in die Schule, eine für früh, eine für nachmittags, und nehmen beide mittags an der Schulspeisung teil. Dennoch haben sie oft Hunger, wenn ich sie abhole ... und meist koche ich auch abends warmes Essen. Sehe das also unproblematisch.

Ich an deiner Stelle würde sie angemeldet lassen beim Mittagessen - sonst machst du dich ja zeitlich zu abhängig von den Launen des Kindes. Und wenn ihr das Essen mal nicht schmeckt, soll sie es halt auf dem Teller lassen. :-)

Beitrag von bine3002 10.12.09 - 15:26 Uhr

Ich muss ein bißchen ausholen, damit Du das verstehst:

Also das ist ein Waldkindergarten mit einem festen Häuschen. Dort ist dann alles, was ein normaler Kindergarten auch hat, nur etwas kleiner. Die maximale Betreuungszeit ist von 7.30 Uhr bis 14 Uhr, Java ist von 8 bis 13 Uhr angemeldet. Gegessen wird um 12 Uhr im Haus. Gefrühstückt wird normalerweise im Wald.

5 Wochen hat sie "brav" am Essen teilgenommen und ging auch gerne in den Kindergarten. Dann machte sie insgesamt Probleme. Sie war weinerlich und schien unglücklich. Wir wussten nicht was los ist. Mögliche Ursachen gab es einige: Es gab einen Jungen der sie geärgert hat. Es gab viele viele Wespen und jeden Tag wurde ein Kind gestochen, auch Java. In dieser Zeit frühstückten sie drinnen und Java fing an, auch beim Frühstück Probleme zu machen. Es gab dann einen Vorfall, wo eine Wespe sie drinnen "angefallen" hat und sie völlig panisch loskreischte und nicht mehr zu beruhigen war. Einen Tag später klagte sie dann beim Essen über Bauchweh und ich musste sie früher abholen. Zu Hause war sie plötzlich fit, einige Tage später wurde sie aber wirklich krank.

Wenn es ans Essen ging, weinte sie. Sie machte dann den Tischspruch unter Tränen mit, wollte aber nicht essen. Sie saß mit gesenkten Kopf da und es kullerten lautlos die Tränen. Sie stopfte sich dann aber trotzdem (pflichbewusst?) Essen in den Mund, musste würgen und es ging ihr sichtlich mies. Ich war natürlich nicht dabei und weiß das nur aus den Berichten der Erzieher.

Es war alles etwas seltsam. Ich habe den Erziehern angeboten, eine Zeit lang früher zu kommen und mich beim Essen mit dazu zu setzen, auch um die Situation besser beurteilen zu können. Das wollten die Erzieher nicht. Ich wollte das Essen auch gerne mal mit nach Hause nehmen, um zu schauen, ob es ihr vielleicht nicht schmeckt. Auch das war nicht möglich.

Da wir den Druck rausnehmen wollten, weil sie mittlerweile auch zu Hause psychisch angeknackst wirkte (pullerte sich ein usw.), haben wir sie erstmal abgemeldet. Die Erzieher sollten ihr aber immer anbieten mitzuessen. Sie kann sich dazu setzen und ihr Frühstück essen, hat sie einmal gemacht. Sie kann ihr Frühstück auch alleine draussen verspeisen, hat sie öfter gemacht. In der Regel isst sie es aber eben dann, wenn ich komme und ich muss warten.

Die Situation entspannte sich. Sie frühstückten wieder draussen. Und insgesamt "erholte" sie sich. Jetzt geht sie wieder gerne in den Kindergarten und alles ist gut. Und der Wunsch wieder mitessen zu wollen, kam nun von ganz alleine. Den Rest habe ich ja geschrieben.

Ich vermute, dass Java irgendein Problem damit hat, drinnen gemeinsam mit den Kindern zu essen. Ich weiß aber nicht, welches Problem sie hat. Sie sagt, es sei ihr zu laut.

Das Essen an sich ist es nicht. Das schmeckt ihr, sagt sie zumindest.

Ich persönlich würde sie, genau wie Du es sagst, dazu setzen und fertig. Ich würde mich für eine Weile daneben setzen und ich bin mir sicher, dass es sich dann normalisieren würde. Ich kann aber diese Entscheidung nicht treffen, denn die Erzieher müssten sie ausbaden oder mir zugestehen, dass ich zum Mittag da bin. Darf ich aber nicht. Ein Problem ist vielleicht, dass beim Essen immer nur eine Erzieherin anwesend ist, weil die anderen die Nicht-Essenskinder draussen beaufsichtigt. Und diese eine Erzieherin muss nun alles machen: Essen auftun, umgestürzte Getränke aufwischen, meine Tochter trösten... Kann ich auch verstehen.

Angemeldet lassen können wir sie nicht, weil die Erzieher das auch nicht wollen. Das sei Verschwendung und sie haben ja auch Recht damit. Ich kann Java für den nächsten Tag jederzeit anmelden, aber z. B. nicht, wenn es ein bestimmtes Gericht gibt. Sie soll sich nicht nur die Rosinen rauspicken. Da stellen sie dann Regeln auf... alles etwas seltsam, obwohl die Erzieher wirklich schon sehr flexibel sind. Was ich auf jeden Fall nicht mehr mitmache ist, dass sie ihr Frühstück rausholt, wenn ich komme. Dann muss sie eben warten bis wir zu Hause sind.

Beitrag von dominiksmami 10.12.09 - 15:01 Uhr

Huhu,

wie lange bleibt deine Tochter denn im KiGa? Immer bis 13 Uhr. Da kommt sie ja vielleicht mit einem Brot hin, oder mag sie das auch nicht dort essen?

Ich verstehe sie sehr gut, ich kann/mag auch nicht essen wenn es um mich rum so laut und wirr ist. Mein Sohn tritt da auch total in den Streik.

Wie gesagt, wenn sie sowiso "nur" ( ist ja dicke lang genug für die Zwerge) bis 13 Uhr bleibt, denke ich würde es eine Kleinigkeit auch tun und dann kochst du eben zu Hause. Da würde ich sie aber auch nicht wieder anmelden, denke ich.

Wenn sie öfter Probleme hat die in diese Richtung gehen ( das es ihr zu laut ist etc.) würde ich eventuell mal bei einem Pädaudiologen testen lassen ob mit ihrer Wahrnehmung alles in Ordnung ist.

Bei mir und meinem Sohn ist das nämlich so, das wir Gespräche nicht richtig filtern können.
Die meisten menschen können auch bei einer Vielfalt von Tischgesprächen, das was sie nicht hören wollen einfach ausblenden und sich auf EINEN Gesprächspartner konzentrieren.
Mein Sohn und ich können das kaum, wir hören immer ALLE sprechen und das kann einen ganz schön nervös machen.

lg

Andrea

Beitrag von bine3002 10.12.09 - 15:31 Uhr

"Da kommt sie ja vielleicht mit einem Brot hin, oder mag sie das auch nicht dort essen?"

Nein, nicht in der Gruppe. Das isst sie dann, wenn ich komme um sie abzuholen.

In der Antwort über deiner kannst Du auch den Rest der Geschichte noch lesen, wenn es dich interessiert.

Etwas habe ich noch vergessen: Im Kindergarten wir Englisch angeboten und sie war mal sehr interessiert. Wir wollten eigentlich nach Hause, dann lugte sie aber durch die Tür und durfte mitmachen. Ich habe mich in eine Ecke gesetzt und das beobachtet. Diese Englischstunde war auch sehr unruhig und plötzlich fing sie an zu weinen. Ich dachte erst, es liegt am Englischlehrer, der ein bißchen "grob" ist (Engländer halt). Sie sagte aber, dass der nett ist und dass sie nur das Gequatsche der Kinder gestört hat. So stelle ich es mir beim Mittag auch vor.

Ich werde das vielleicht wirklich machen mit dem Pädaudiologen, denn ich hatte ja neulich auch schon mal von dieser Unruhe berichtet, wenn Besuch da ist. Vielleicht ist das ein ähnliches Problem und die Gespräche sind für sie einfach sehr wirr. Obwohl wir eigentlich in größeren Menschenmengen, z. B. Weihnachtsmarkt, keine Probleme haben. Sowas liebt sie. Auch Musik auf Bühnen usw.

Beitrag von dominiksmami 10.12.09 - 15:34 Uhr

ja *nick* genau so machte mein Sohn das auch früher.

Sprich so schnell es geht mit dem Kinderarzt und frage nach einer Überweisung, denn bei den Audiologen muß man oft lange auf einen Termin warten.

Dominiks liebt auch laute Musik etc. aber da muß er auch kein Gespräch verstehen etc. das ist was völlig anderes.

Vielleicht ists ja auch blinder Alarm, aber testen lassen würde ich es vorsichtshalber.

lg

Andrea

Beitrag von bine3002 10.12.09 - 15:42 Uhr

Ich hatte ja neulich auch von dem Verhalten meiner Tochter berichtet, wenn wir Besuch haben. Sie wird dann nach einiger (sehr kurzer) Zeit recht ungehalten, quengelig und nörgelig: http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=21&tid=2378631

Könnte das damit zusammenhängen, dass sie der Unterhaltung nicht so recht folgen kann?

Wenn ich so drüber nachdenke, habe ich auch den Eindruck, dass sie nicht folgen kann, wenn zwei Menschen mit ihr sprechen. Oder ist das normal.

Mich wundert das Verhalten halt einfach immer noch sehr, weil sie eigentlich ein "artiges" Kind ist. Natürlich nicht immer, aber eigentlich ist sehr "folgsam".

Beitrag von dominiksmami 10.12.09 - 16:41 Uhr

ja das kann sein *nick*, das kenne ich aus eigener Erfahrung, es macht mich einfach wahnsinnig wenn viele durcheinander reden, ICH nur einem zuhören will, aber meine Ohren überall zuhören. So versteht man viele, viele einzelne Sprachfetzen, aber keine vernünftigen Gespräche.

Das sie nicht folgen kann wenn zwei Leute mit ihr reden gehört auch dazu *nick*.

Ich bin natürlich nur Laie..aber dennoch würde ich da recht rasch mit dem Arzt drüber reden.

lg

Andrea

Beitrag von bine3002 10.12.09 - 16:49 Uhr

Das hat doch sicher auch Einfluss auf das Sprachvermögen. Da ist Java nämlich auch etwas hinterher. Nicht schlimm, d.h. sie spricht laut den Plakaten, die immer beim Kinderarzt hängen, ganz normal. Aber im Vergleich zu ihren Altersgenossen hängt sie doch ein wenig hinterher.

Also wenn sie sowas hat, ist es nicht besonders stark ausgeprägt, aber Anzeichen sind schon da.

Ich mache gleich im Januar einen Termin, auf die zwei Wochen kommts jetzt auch nicht mehr an.

Beitrag von dominiksmami 10.12.09 - 17:21 Uhr

*nick* bei meinem Sohn ists auf die Sprache geschlagen *nick*.

Nein auf zwei Wochen kommts sicher nicht an, aber versuchen würd ichs einfach.

Ich drück euch fest den Daumen das es eine einfache Lösung für das "Problem" gibt.

lg

Andrea

Beitrag von evaundpaul 17.12.09 - 15:17 Uhr

Hallo,
wie wäre es mit halbe/halbe?
Oder aber ganz oder gar nicht.
Bist Du berufstätig?
Wenn ich nicht arbeiten würde, würden meine nicht im KiGa Mittagessen.
Ich würde mit Ihr sprechen und sagen, dass Sie sich entscheiden soll. Und so würde ich es dann durchziehen. Gib Ihr Zeit bis nach Silvester, das ist realistisch und im neuen KiGa-Jahr ziehst Du das dann durch.
Wenn nur Du möchtest dass Sie im KiGa isst, würde ich sagen: 2 mal die Woche oder so.
Kinder verstehen das
Gruss, Eva