Schlechtes Gewissen wegen Abstillen

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Forum: Geburt & Wochenbett

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Beitrag von catsunny 10.12.09 - 14:57 Uhr

Hallo,

hab vor 5 Wochen entbunden. Meine Gebärmutter hat sich bis jetzt nicht richtig zurückgebildet da ich immer noch Blutungen habe. War gestern beim FA und der verschrieb mir Tropfen dafür.
Er meinte dass ich in dieser Zeit zufüttern müsste und nicht stillen darf. Da ich jedoch mittlerweile schon 3 x einen Milchstau hatte, der ziemlich schmerzhaft ist, und ich immer länger brauchte um diesen wieder wegzukriegen, hab ich mir vom FA auch noch Abstilltabletten geben lassen.
Doch jetzt habe ich ein total schlechtes Gewissen, weil ich so schnell aufgegeben habe und fühle mich als totale Versagerin :-(
Überall hört man nur immer wie gut Muttermilch ist, und dass keine Flaschennahrung da mithalten kann.
Dazu kam jetzt noch dass sie heute morgen das erste Mal Blähungen hatte, nur wegen der Umstellung.
Ich mach mir echte Vorwürfe. Kann mich irgendjemand wieder aufbauen?

LG Christine

Beitrag von seikon 10.12.09 - 15:06 Uhr

Natürlich ist es besser, wenn man lange stillt. Aber du hast es 5 Wochen geschafft und ja immerhin auch trotz erheblicher Probleme probiert weiter zu stillen. Das verdient Anerkennung.
Aber es nützt dir und dem Baby nichts, wenn es dir dadurch immer schlechter geht und du mit deiner Gesundheit spielst.
Wichtig ist, dass sich deine Gebärmutter richtig zurück bildet und mit einem Milchstau ist auch nicht zu spaßen.

Ich denke es ist wichtiger, dass du jetzt erst mal siehst, dass du wieder "gesund" wirst und zu Kräften kommst.
Mach dir kein schlechtes Gewissen, sondern halt dich an dem Gedanken, dass du es 5 Wochen lang geschafft hast. Und in den 5 Wochen hat dein Baby schon viel gutes mit bekommen.

LG

Beitrag von babsi1785 10.12.09 - 15:33 Uhr

Weiß genau wie du dich fühlst. Meine 2. Tochter wollte ich sooooo gerne stillen aber schon nach paar Wochen ist die Milch komplett ausgegangen :-( Als die Hebamme meinte das ich mit dem stillen aufhören sollte war ich irgend wie nur am heulen da ich genau das selbe gefühlt habe wie du.

Aber die Hebamme hat mich recht schnell wieder aufgebaut. Sie meinte immerhin habe ich diese Wochen gestillt (die ersten WOchen sind die wichtigsten) manche Mütter stillen gar nicht. (ich will damit jetzt wirklich keinen angreifen)

Du hast 5 Wochen gestillt und musst aus gesundheitlichen Gründen aufhören, nicht weil du keine Lust mehr hast.... 5 Wochen sind 1000mal besser als wenn du gar nicht gestillt hättest.


Beitrag von anyca 10.12.09 - 19:10 Uhr

Hey ... Stillen ist eine schöne Sache, aber die heutige Flaschenmilch ist ja auch völlig in Ordnung. Deinem Kind nützt es ja nichts, wenn Du Deine eigene Gesundheit außer acht läßt!

Blähungen sind in dem Alter übrigens ganz normal, das hatten meine beiden (voll gestillten) Kinder auch.

Ich habe einen Milchstau überstanden, aber ich denke, ich hätte schon nach dem zweiten aufgegeben, nicht erst nach dem dritten. Respekt!

Mach Dir keine Vorwürfe, eine gesunde und entspannte Mutter mit Flasche ist besser für Dein Baby als eine Stillmama, die halb krank ist!

Alles Gute!#klee

Beitrag von catwoman1976 11.12.09 - 08:59 Uhr

Ich habe bereits nach 5 Tagen abgestillt, da die Kleine nicht richtig getrunken hat und ich total am Ende war. Hab aus beiden Brüsten wie blöd geblutet. Ich hab immer, wenn sie Hunger hattte schon im Vorfeld angefangen zu Weinen. Im Nachhinein stellt man sich natürlich die Frage, ob man zu schnell aufgegeben hat und das schlechte Gewissen drückt.

Aber es hat keinen Sinn mehr gemacht, das war für uns beide eher eine Belastung wie eine Bereicherung.

Langsam bekomm ich auch schon fast eine Wut, wenn man überall so zugetextet wird wie gut stillen ist. Jedes Buch hat 5 Kapitel übers Stillen und nur einen kleinen Absatz über Flaschennahrung. Was können wir denn dafür, dass es nicht geklappt hat?

Klar: stillen ist am besten, aber es ist keine Garantie für ein komplett gesundes, allergiefreies Baby. Ich bin selbst nicht gestillt und habe keine einzige Allergie. Freundinnen von mir sind gestillt und haben alles was man sich nur vorstellen kann.

Versuch dich deswegen nicht fertig zu machen, deine Kleine hat ja auch 5 Wochen MuMi abbekommen, das hat sie schon gestärkt. Und wie die anderen schon gesagt haben: wenn du nicht gesund bist, nützt das der Kleinen überhaupt nichts!

Beitrag von zookyy 11.12.09 - 21:22 Uhr

das stillen ist sogar sehr wichtig für eine optimale rückbildung der gebärmutter, aber das sollte dir deine hebamme gesagt haben.
und ja, ich finde es völlig gerechtfertigt ein schlechtes gewissen zu haben, denn meiner meinung nach gehört das stillen zum kinder kriegen dazu und ja, manchmal muss man kämpfen, damit es "klappt". man sagt ja auch nicht im siebten monat "so, ich hab keine lust mehr auf schwanger sein, soll sich das kind doch im brutkasten weiter entwicklen"... natürlich ist der vergleich drastisch und auch nicht bitter ernst zu verstehen. aber ich finde nun mal, dass es sich viele frauen sehr einfach machen und zu schnell zu industrieprodukten greifen. milchstaus bekommst du sehr gut mit hausrezepten und RICHTIGEM anlegen des babys in den griff. der gang zu einer stillberaterin wäre da idealer gewesen, als zu einem arzt zu gehen, der dir direkt tabletten verschreibt.

es wird noch viele situationen geben, wo du einen längeren atem brauchen wirst. ich wünsch dir viel kraft dafür und alles gute.
#klee #klee #klee

(mein posting ist weder persönlich noch als angriff zu verstehen, sondern spiegelt meine haltung den dingen gegenüber wieder"