Hilfe! Verstehe meinen Mann nicht

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von binecz 10.12.09 - 19:05 Uhr

Liebe Väter oder werdende Väter!

Vielleicht könnt ihr mir ein wenig helfen? Mein Mann und ich sind seit 5Jahren zusammen, seit gut einem glücklich verheiratet...dachte ich zumindest immer.

Er hat aus einer alten Beziehung einen 14 jährigen Sohn mit dem ich mich auch super verstehe der aber ("natürlich" leider) bei seiner Mutter wohnt.

Es war immer klar das wir ein Kind zusammen haben werden. Er war nicht so begeistert, aber schon am Anfang unserer Beziehung habe ich gesagt ohne werde ich nicht glücklich und wir haben uns auf eins geeinigt.
Jetzt habe ich ihm letzte Woche gesagt das ich ss bin und...ich weiß nicht was mit ihm los ist.
Er wirkt fast depressiv. Wir leben momentan in einer Fernbeziehung und er will am Wochenende mit mir reden. Er hat grad eine Blockade, kann mich nicht mal berühren :-(
Und er sagt er hat nicht wirklich Angst sondern fühlt sich eher kaputt und ausgelaugt.
Könnt ihr mir aus Männersicht sagen was ich machen kann um ihm zu helfen? Wie würdet ihr Stärke wiederfinden?
Mich macht es echt traurig und ich hätte gerne meinen lieben, starken, lebenslustigen Mann wieder #heul

Ich hoffe ihr könnte mir einen Tipp geben was so in Männerseelen los ist.

Vielen Dank,
Bine und BauchBaby 5+5

Beitrag von dominiksmami 10.12.09 - 20:29 Uhr

>>Mütter sind in dieser Rubrik als antwortende Gäste willkommen, das Eröffnen von Beiträgen ist aber unseren männlichen Usern vorbehalten.<<

Beitrag von binecz 10.12.09 - 20:52 Uhr

Tschuldigung, wußte ich nicht #hicks

Beitrag von dominiksmami 10.12.09 - 20:59 Uhr

macht doch nix

Beitrag von alltagsphilosoph 10.12.09 - 22:52 Uhr

Liebe binecz,

wenn meine Frau mir sagen würde "Schatz - hol die Babysachen wieder vom Dachboden." .... Ich würde mir erstmal einen einschenken.
Klar - Kinder sind toll. Kinder sind vielleicht sogar das Tollste.
Aber Kinder sind auch anstrengend. Da hat man grad´eins fast groß und schon kommt das nächste dran. Mann wird nicht jünger.

So was in der Art würde mir durch den Kopf gehen. Als es mit unserem Sohn soweit war, war ich auch erstmal entgeistert. Ich hatte irgendwie gehofft mit unserer Großen sei unser Beitrag schon geleistet.
Die Schwangerschaft, das Vater-werden, das dabei-sein hat mich dann eines Besseren belehrt. Und das ist toll.

Dennoch wäre mein erster Gedanke wohl wieder "Noch eins? Bin ich nicht zu alt dafür?" - und ich bin erst 29.

Gib ihm Zeit. Wenn er nicht begeistert war (schon im Vorfeld), dann hat das sicher seinen Grund. Da muss man erst wieder durch das Wunder aufgeheitert werden - vergessen wieviel Blut, Schweiß und Geld Kinder kosten und dass man seine Frau nie mehr für sich allein hat. Die Schwangerschaftsleiden, der fehlende Sex, Wochenbett, Stillen, Windeln, nicht durchschlafen. Kinderkrankheiten und Kindergärtnerinnen (ist nicht böse gemeint), Krabbelsicherheit und keine Tischdecken, ade Sportwagen und hallo Minivan. Kindersitze und Strampelhöschen, Popo abputzen und Brei aufwischen, Erbrochenes entsorgen und der Partnerin die geschwollenen Füße massieren, Geburtsvorbereitungskurse und Frauenarztpraxen.

Ein Lichtblick bleibt Dir: Die meisten von uns können sich dann doch irgendwann für den Nachwuchs erwärmen.
Denn es heißt auch:
Fußball spielen, rumtoben, kitzeln und Grimassen schneiden, singen (egal wie gut) Spielzeug kaufen. Mit Essen matschen und über Gebrabbel lachen, den Kinderwagenplatz im Bus bekommen und von Frauen in selbigen begeisterte Blicke zu ernten, Zeichentrickfilme gucken und Knetmasse testen. Mehr Süßigkeiten im Haus und nicht mehr der Kindischste in der Wohnung sein. Kinderbücher lesen und in den Zoo gehen. Und eine winzige Hand in der eigenen zu halten.
Und bei C&A gibt´s manchmal sogar Motörhead-Shirts in Größe 56.

Alles Liebe und Viel Glück,
Christian

PS:
Partnerschaft wäre vielleicht besser gewesen. Hier geht es ja mehr so um Väterthemen - "Wie begeistere ich meinen Partner für den Nachwuchs?" kling für mich ehr nach einem weiblichen Einschlag ;-)
Und wir (Männer) lesen nicht alle nur hier.

Beitrag von binecz 11.12.09 - 08:29 Uhr

Lieber Christian!

Vielen Dank für deine Ausführliche Antwort.
Wenn es Zeit ist was er braucht so soll er sie haben. Neun Monate kann ich ihm geben. Soll er auch haben. Ich war nur sehr..äh...überrumpelt von seiner plötzlichen Distanz.
Und es geht mir nicht darum meinen Mann vom Nachwuchs zu begeisterrn. Er hat ein Herz aus Gold, dass wird schon alleine passieren.
Es geht mir darum ihm die Zeit bis dahin möglichst leicht zu gestalten. Ich will ihn nicht überfordern und ihm nicht das Gefühl geben dass ich Dinge von ihm erwarte die er vielleicht momentan nicht leisten kann. Darum habe ich mich nicht ans Partnerschaftsforum gewandt. Mir ging es eher darum herauszufinden ob es ganz bestimmt Dinge gibt (die mir vielleicht nicht so klar sind, obwohl wir uns recht gut kennen möchte ich behaupten) die ihm einfach diese Unsicherheit nehmen.
Aber so wie du es schreibst, und wenn ich es auf meinen Mann umsetzte, werde ich wohl einfach mit der Strategie fahren ihm zu zeigen dass ich da bin und wir das schon wuppen. Ich werde ihm zwar die Ergebnisse vom FA mitteilen, aber ihn nicht stundenlang davon zulabern und schon garnicht auf Antworten hoffe.
Ich hoffe dann findet er allein den Weg aus seinem Schneckenhaus.

Vielen Dank dir noch einmal

P.S. und mein Mann wird nächstes Jahr 40 und hat auch immer gesagt wenn er 40 sei, dann ist schluß mit üben #gruebel

Beitrag von alltagsphilosoph 11.12.09 - 14:18 Uhr

Liebe binecz,

ganz konkret kann ich Dir raten:
Geh auf ihn zu und frage ihn ganz direkt. Was geht, was geht nicht - woran hat er Freude, und woran weniger.
Und dann seht ihr weiter - > sprich, schaut ihr was machbar ist und was nicht.

Und die Distanz... naja. Wir haben keinen biologischen Schalter der sofort am Anfang umgelegt wird. Und Kinder bedeuten ... hab ich glaube ich schon geschrieben ;-)

Kann sein, dass es noch andere Konkrete Gründe gibt, aber die wird Dir nur Dein Mann sagen können.

Alles Liebe,
Christian

Beitrag von ohnenick2009 11.12.09 - 08:44 Uhr

Hi,

der Kinderwunsch ist der Deine und nicht der Seine.

Vermutlich hat er sich dir zu Liebe darauf eingelassen.

Genauso lief es bei uns damals auch ab. Für mich stand immer fest. Ich möchte irgendwann Mama werden. Wenn mein Partner das nicht möchte, dann hätte er gehen müssen, so hart es klingt. Aber die Lebensvorstellungen müssen nunmal zusammen passen.

Wie dem auch sei. Als ich von der Schwangerschaft erfuhr und es ihm erzählte, war er alles andere als begeistert. Die gesamte Schwangerschaft ging an ihm vorüber, als ginge ihn das alles nichts an. Auch die ersten 3 Jahre war ich allein. Nicht wirklich, aber gefühlt.

Erst ab dem 3. Geb. unseres Sohnes hat sich ein echte Papa-Sohn-Verhältnis entwickelt. Und ich genieße es jetzt umso mehr.

Er kann mir heute auch nicht mehr erklären, was vorher war. Aber heute ist er stolzer Vater.

LG
Nick

PS: Ich hoffe, dass du keine 4 Jahre warten muss, bis es soweit ist.

Beitrag von binecz 11.12.09 - 10:15 Uhr

AUTSCH!
Ja, vielen Dank! Auf jeden Fall werde ich für unsere Beziehung kämpfen und auch für die zwischen ihm und seinem Kind!!!

Beitrag von maxikingkong 12.12.09 - 10:44 Uhr

Hallo Bine Eltern zu werden ist ja immer etwas tolles! Dabei haben die werdenden Väter nur leider den Nachteil daß sich für sie rein hormonell gar nichts ändert,während sich die werdende Mutter sofort vom Zeitpunkt der Zeugung an hormonell auf "Mutter werden und Mutter sein " umstellt !! Bei uns Männern ist das eben nicht so.Somit haben wir nur die möglichkeit uns über den kopf und die Zeit auf diese neue Rolle vorzubereiten. Ich denke ,mit Deinem Einfühlungsvermögen und Deiner Liebe wird er sich gut darauf einstellen.Gib ihm Zeit und laß ihn vorsichtig an Deiner Schwangerschaft teilhaben ohne ihn zu überfordern und zeig ihm weiterhin daß er dein Traummann ist ,damit er sich nicht "abgemeldet" fühlt ! Liebe Grüße Andreas

Beitrag von binecz 14.12.09 - 09:35 Uhr

Hallo ihr Lieben!
Vielen Dank für die Antworten.
Habe am Wochenende mit meinem Mann geredet. Und ehrlich gesagt bin ich ziemlich enttäuscht.
Im Endeffekt geht es ihm darum dass er vor den Finanziellen Einbußen Angst hat. Ich kann ihn verstehen, bis wir uns kennenlernten hatte er kaum Geld und wenn er was hatte, hat er es investiert um seinen Sohn (500km weit entfernt wohnte er) zu sehen.
Mit mir kam dann auch ein finanzieller Aufschwung und er hat das süße Leben wohl schätzen gelernt. Jetzt hat er Angst dass wir uns nicht mehr leisten können wenn unser Würmchen da ist. Und das macht mich echt traurig! ICh weiß dass wir finanzielle Einbußen haben werden, aber für mich war FAmilie eh immer das Wichtigeste und das habe ich auch kommuniziert und er hat mir beigepflichtet. Doch jetzt sieht alles anders aus.
Und als ich ihn gefragt habe was er dachte was passiert wenn wir unverhütet #sex haben meinte er nur "naja, manchmal hat man ja Glück und es passiert nicht".

Ehrlich, ich bin furchtbar enttäuscht. Ich kenne ihn und weiß dass er sich aufrappeln wird und auch das Würmchen lieben wird wenn es erst da ist, aber ich hätte es schon schön gefunden einen Mann zu haben der diese spannende Zeit mir mir gemeinsam lebt und sie mir nicht noch mit zusätzlichen Sorgen kaputt macht #aerger
Ich mein, wir reden seit fünf Jahren immer wieder drüber und er kannte immer meine Einstellung diesbezüglich und jetzt macht er sowas was! #heul

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